Die Frage, ob alle Frauen Schamhaare haben, mag trivial erscheinen, doch sie berührt ein vielschichtiges Thema: die Intimrasur, Schönheitsideale und das Körpergefühl. Eine Studie der Universität Leipzig zeigt, dass der Trend eindeutig zum Kahlschlag geht, besonders bei jüngeren Frauen. Aber warum ist das so, und welche Rolle spielen dabei gesellschaftliche Einflüsse und persönliche Präferenzen?
Laut einer repräsentativen Umfrage der Universität Leipzig entfernen sich stolze 66,7 Prozent der 14- bis 17-jährigen Frauen "gelegentlich oder regelmäßig Haare an bestimmten Körperstellen". Bei den 18- bis 30-jährigen Frauen sind es sogar um die 80 Prozent. Dieser Trend ist nicht nur auf Deutschland beschränkt, sondern weltweit zu beobachten.
Es ist jedoch verkürzt, der Pornoindustrie allein die Schuld zu geben, obwohl sie mit ihrem brancheninternen "Back, crack and sack"-Mantra sicherlich eine Rolle spielt. Einige dubiose Studien versuchen zu belegen, dass unrasierte Frauen weniger Sex hätten. Doch das Diktat der Haarlosigkeit betrifft auch den Männerkörper. Laut der aktuellen Leipziger Studie stutzen immerhin rund 33 Prozent der Männer zwischen 18 und 25 regelmäßig Oberkörper-, Achsel- und Genitalbehaarung.
Verbände wie Pro Familia warnen bereits davor, dass junge Menschen gar keine Alternative zur Rasur mehr kennen würden. Wenn 22,4 Prozent der Befragten angeben, sich mit Rasur "sicherer zu fühlen", oder 4,4 Prozent zugeben, dass der Kahlschnitt "erwartet" wird, dann belegt das: Es gibt ihn, den Druck zur Haarlosigkeit.
Ein neuer Intimreport zeigt, warum wir uns wirklich rasieren und das Thema Intimzone nach wie vor mit so viel Scham, Unsicherheit und Vorurteilen behaftet ist. Der Intimreport von Sentou zeigt aber deutlich, dass wir in diesem Bereich noch immer die Vorstellungen anderer über unsere eigenen stellen. 70 Prozent gaben in der Umfrage nämlich an, sich zu rasieren, um die Schönheitsvorstellungen ihrer:ihres Partner:in im Intimbereich zu erfüllen.
Wenn es um unsere intimsten Körperregionen geht, wollen wir also vor allem eines: gefallen. Und das geht sogar soweit, dass laut Report jede:r Zweite schon einmal auf Sex verzichtet hat, weil er oder sie seinen oder ihren Intimbereich nicht als schön genug empfunden hatte.
Lilia Vogelsang, Gründerin der Intimpflege-Marke Sentou, erklärt: „Ich wünschte, wir würden uns nur für uns selbst rasieren. Aber das ist eben nicht der Fall. Wenn wir mit jemandem intim werden, wollen wir der Person nämlich unbedingt gefallen.“
Hinzu kommt, dass immerhin 20 Prozent der im Intimreport befragten Menschen schon einmal negative Äußerungen über ihre Intimbehaarung von einer:einem (Sexual-)Partner:in gehört haben. Und das manchmal sogar bereits in Teenager-Jahren.
„Man will natürlich nicht, dass der:die andere einen nicht schön oder sogar unhygienisch empfindet. Intimbehaarung wird ja fälschlicherweise oft auch mit einem Mangel an Hygiene assoziiert. Eine haarlose Vulva wird hingegen gerne mit Attributen wie Reinheit oder Unschuld beschrieben.“
Frisuren-Trends? Dabei denkt man im ersten Moment eigentlich an die Kopfhaare. Doch auch im Intimbereich haben sich über die Jahre unzählige Trends herauskristallisiert. Bei einer Intimfrisur wird die natürliche Schambehaarung in eine neue Form gebracht. Dafür werden Methoden wie Rasieren, Sugaring oder Waxing genutzt.
Laut einer Umfrage des Magazins "Men’s Health" bevorzugen 45 Prozent der Männer den Hollywood Cut, bei dem alle Haare komplett entfernt werden. Ebenfalls beliebt ist Schambehaarung mit lediglich einem Landestreifen. Und 15 Prozent der Männer mögen ein gestutztes Dreieck, den sogenannten Bikini-Cut, am liebsten.
In den letzten Jahren hat es sich immer mehr gezeigt: Back to nature heißt die Devise! Stars wie Julia Roberts, Miley Cyrus und Co. zeigen sich mit vollem Achselhaar in der Öffentlichkeit - und auch der volle Busch in der Bux feiert vor allem in der jüngeren Generation zwischen 18 und 25 Jahren sein Comeback.
Zusätzlich zu einem vollen Busch gehört auch der Hollywood Cut, bei dem alle Haare komplett entfernt werden, weiterhin zu den Trendfrisuren im Intimbereich. Zu den angesagtesten Looks gehören insbesondere der Bikini-Cut, die Briefmarke und das Dreieck.
| Frisur | Beschreibung |
|---|---|
| Hollywood Cut | Alle Haare werden komplett entfernt. |
| Landing Strip | Ein schmaler Streifen Haare bleibt stehen. |
| Bikini-Cut | Ein gestutztes Dreieck bleibt stehen. |
| Briefmarke | Ein kleines, längliches Rechteck bleibt stehen. |
| Voller Busch | Die natürliche Schambehaarung bleibt vollständig erhalten. |
Warum wir uns enthaaren und untenrum glatte Haut bevorzugen, kann viele Beweggründe haben - viele davon sind allerdings von außen, durch die Meinung einzelner Personen oder allgemeine Idealen beeinflusst. Und genau hier liegt auch die Problematik in diesem Thema. Denn wir schämen uns dadurch plötzlich für ganz natürlichen Haarwuchs, gehen extrem kritisch mit unserem Körper um oder fühlen uns vielleicht verunsichert in eigentlich so schönen, intimen Momenten.
„Unser Wunsch wäre, dass Menschen das tun, womit sie sich gut fühlen. Denn man ist sowieso am schönsten, wenn man sich wohlfühlt“, sagt Lilia Vogelsang, Gründerin von Sentou. Wir sollten deshalb versuchen, unser Mindset zukünftig zu verändern. Schönheitsideale nicht einfach blind zu verfolgen, sondern sich für das entscheiden, was sich persönlich wirklich gut und authentisch anfühlt.
„Was hilft, um sich wohler zu fühlen, ist das offene Gespräch untereinander, dann so lernt man schnell, dass viele die gleichen Unsicherheiten haben“, erklärt Lilia Vogelsang. Besonders in Partnerschaften ist die Kommunikation außerdem essenziell.
Mit ihrer Marke Sentou möchte sie deshalb mehr Bewusstsein für den Intimbereich schaffen und dazu inspirieren, dessen Haut und Haare ebenso ausführlich zu pflegen wie unser Gesicht.
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