Für Pferde stellt der zweimal jährlich stattfindende Fellwechsel eine erhebliche körperliche Belastung dar. Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren, um das neue Fell zu produzieren, und das nachschiebende Haarkleid kann starken Juckreiz auslösen. Eine gezielte Unterstützung kann hier Abhilfe schaffen.
Der Startschuss für den Fellwechsel fällt jeweils an den Tagen der Winter- und Sommersonnenwende. Ab dem 21. Dezember werden die Tage länger, während sie sich ab dem 21. Juni wieder verkürzen. Das Gehirn der Pferde hat einen Sensor für die Tageslichtlänge, der über die Zirbeldrüse gesteuert wird. Diese ist für die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin verantwortlich. Wenn die Tage länger oder kürzer werden, sendet die Zirbeldrüse Hormone aus, die die Produktion des neuen Fells anregen.
Bis der Fellwechsel sichtbar wird, können 2-3 Monate vergehen, da der extreme Haarverlust erst einsetzt, wenn das neue Haarkleid nachgebildet ist. Die Beschaffenheit des neuen Fells hängt von Rasse, Haltungsform und Witterung ab. Da der Fellwechsel oft mit Nährstoffverlusten einhergeht, ist dieser Zeitraum für vorerkrankte oder ältere Pferde besonders herausfordernd.
In der Regel reicht es aus, dem Pferd mit täglichen Striegeleinheiten zu helfen, die abgestorbenen Haare schneller loszuwerden. Vermeiden Sie Nasswäschen, da die Trocknungszeit durch die enorme Menge an Fell sehr lange dauert. Ältere oder chronisch erkrankte Pferde tun sich besonders im Frühling schwer, das Winterfell abzulegen, hier kann man im Notfall unterstützend eingreifen.
Im Frühling fällt das dichte Winterfell aus und wird durch kurzes Sommerhaar ersetzt. Im Herbst schiebt dann das plüschige Fell wieder nach. Je nach Rasse haben Pferde ein mehr oder weniger dichtes und langes Winterfell. Rassen wie Isländer oder Tinker entwickeln mehr Winterplüsch als beispielsweise Quarter Horses oder Warmblüter. Damit variiert auch der Bedarf an Mineralien, die den Fellwechsel unterstützen.
Haare bestehen zu 80 % aus Keratin (Eiweiß), 10-15 % aus Wasser und die restlichen 5-10 % aus Pigmenten, Mineralien (Zink, Kupfer, Schwefel) und Fetten. Basierend auf dieser Zusammensetzung gestaltet sich auch die Versorgung mit Mineralstoffen.
Keratin ist eine sehr starke und flexible Substanz, die sowohl im Fell, in Mähne und Schweif als auch in den Hufen vorkommt. Da das Haar zu größten Teilen aus dem Protein Keratin besteht, ist die Versorgung mit Aminosäuren essentiell. Pferde, bei denen der Stoffwechsel mehr verbraucht als er einnimmt, bauen in der Fellwechselzeit oftmals ab. Für diese kann die Zufütterung von Luzerne sinnvoll sein - einem proteinhaltigem Pferdefutter.
Biotin unterstützt die Bildung von Keratin und sollte daher im Fellwechsel auf dem Futterplan stehen. Ein Mangel an Biotin macht sich mit brüchigem, stumpfem Haar und rissigen Hufen bemerkbar. In diesem Fall kann die Nährstofflücke über eine Biotinkur geschlossen werden. Biotin wird gerne gemeinsam mit Zink verabreicht, da beide in einer Wechselwirkung zueinanderstehen und sich komplementieren.
Zink ist als Bestandteil des Haares an einem gesunden Wachstum von Haar- und Hufgewebe beteiligt. Bei Pferden mit viel und vor allem langem Fell kann daher eine Zinkkur den erhöhten Bedarf in der Fellwechselzeit entgegenkommen. Neben Biotin steht Zink auch mit Vitamin A in einer Wechselbeziehung, das ebenfalls zur Hautgesundheit beiträgt.
Das Spurenelement Kupfer trägt zur Pigmentierung der Haare bei. Pferde, die mit Kupfer unterversorgt sind, bekommen die typische Kupferbrille (weiße Ringe um die Augenpartie). Bei der Supplementierung von Kupfer ist Fingerspitzengefühl gefragt, da ein Überschuss an Kupfer die Aufnahme von Zink hemmen und damit einen Zinkmangel provozieren kann. Beachten Sie daher immer die Fütterungsempfehlung der Hersteller.
Vitamin E ist ein Antioxidans, das Stress der Zellen und Haarfollikel entgegenwirkt. Es ist wichtig, dass das Pferd ganzjährig ausreichend mit allen notwendigen Spurenelementen versorgt ist. In der Zeit des Fellwechsels kann es jedoch sinnvoll sein, das Pferd mit Zink- und Biotin-Kuren in der Ausbildung seines neuen Fellkleides zu unterstützen.
Die Mähne eines Pferdes ist nicht nur ein echter Hingucker, sondern auch Ausdruck von Gesundheit und Wohlbefinden. Eisiger Wind, trockene Stallluft und häufiges Eindecken setzen der Mähne im Winter zu. Heiße Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung entziehen dem Haar Feuchtigkeit und können es spröde werden lassen. Die speziell entwickelten Ergänzungsfuttermittel unterstützen die Ernährung deines Pferdes und versorgen es mit natürlichen Nährstoffen.
Eine bedarfsgerechte Fütterung ist entscheidend für ein gesundes Haarwachstum. Werden nämlich ausreichend Nährstoffe zugeführt, hat das positive Auswirkungen auf den Haar-Stoffwechsel und somit auch auf die Qualität von Haar und Fell. Diese Stärkung bieten beispielsweise wertvolle Öle, Biotin, B-Vitamine, Zink, Folsäure und Mangan.
Es ist wichtig, die Ursachen für Juckreiz oder Ekzeme zu beseitigen. Auslöser sind größtenteils Kriebelmücken, die in den Morgen- oder Abendstunden besonders aufdringlich sind. Ein gesundes Tier hat mit Ekzemen nämlich weniger Probleme. Äußerlich wäre eine Fliegendecke anzuraten, oder dem Tier Linderung mit Hausmitteln (Kokos-Öl, Essig-Wasser-Gemisch 9:1, Ringelblumensalbe etc...) zu verschaffen. Stark betroffene Tiere sollten vom Arzt untersucht werden!
Es gibt gute Gründe, die Spurenelementversorgung unserer Pferde in der täglichen Fütterung sehr genau zu hinterfragen und mit geeigneten Ergänzungsfuttermitteln gegenzusteuern. Doch speziell isolierte, hochdosierte Gaben von Spurenelementen sollten gut überlegt werden, da eine Überversorgung die Aufnahme anderer wichtiger Spurenelemente behindern kann. Zink ist ein Gegenspieler von Kupfer und Selen. Daher ist insbesondere bei hohen Zinkgaben an junge, wachsende Pferde Vorsicht geboten, da durch eine Zinküberversorgung ein sekundärer Kupfermangel provoziert werden kann.
Auch beim Haar ist eben nicht nur die Zinkversorgung wichtig, sondern auch die Kupferversorgung. Beide Mineralstoffe beeinflussen das Melanin, das Protein im Haar, das für die Pigmentierung verantwortlich ist. Die einseitige Zugabe von Zink im Fellwechsel führt zu einer Unterdrückung der Aufnahme von Kupfer, deshalb sollten alle für die Bildung von gesundem Keratin wichtigen Spurenelemente gemeinsam gefüttert werden.
Eine jüngst veröffentlichte Studie konnte zeigen, dass es bei > dreifach erhöhten Zinkgehalten im Futter zur Veränderung des Spezienreichtums im Darmmikrobiom kommt, wie man es bei einer Dickdarmentzündung, Dickdarmkolik, Verstopfungen, bei Durchfall, aber auch bei Mikrobiomveränderung übergewichtiger Pferde erwarten würde. Zink kann das Mikrobiom also verarmen lassen.
Der Fellwechsel ist eine große Belastung für unsere Vierbeiner, es ist eine richtige Hochleistung für unsere Pferde und ihren Stoffwechsel. Während das Pferd ein neues Haarkleid aufbaut, läuft sein Stoffwechsel nämlich auf Hochtouren. Viele Pferde sind in dieser Zeit oft schlapp und anfälliger für Infekte wie beispielsweise Husten. Auch benötigen Pferde jede Menge Energie - und entsprechend mehr Futter. Wenn du deinem Pferd nicht eh schon Raufutter zur freien Verfügung anbietest, dann solltest du während des Fellwechsels auf jeden Fall die Ration erhöhen.
Um ein neues Haarkleid aufzubauen, muss der Pferdekörper zum Beispiel viele Eiweiße bilden. Neben dem dafür erhöhten Energiebedarf braucht dein Pferd auch vermehrt Mineralstoffe. So braucht der Körper deines Pferdes beispielsweise vermehrt Biotin, Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Selen und auch Aminosäuren.
Wird der erhöhte Nährstoffbedarf nicht ausreichend mit der normalen Rau- und Kraftfutterportion abgedeckt, kommt es zu einem regelrechten Leistungsabfall und es kann sogar passieren, dass unsere Pferde leicht an Gewicht verlieren oder an Verdauungsstörungen wie Kotwasser und Kolik leiden.
Zink beispielsweise ist maßgeblich an der Bildung von Keratin beteiligt und fördert die Zellteilung sowie das Wachstum von Haaren und Haarwurzeln. Auch Kupfer, Mangan, Selen, Folsäure und Biotin sind am Zellwachstum beteiligt. Magnesium und Vitamin E unterstützen die Durchblutung der Haut. Fehlen diese Mineralien, wird das Immunsystem geschwächt und die Pferde werden anfälliger für Infektionen, beispielsweise Husten.
Wer jetzt aber meint viel hilft viel, der irrt: Auch zu viele Mineralien sind schädlich, weil sie den Körper und den Stoffwechsel unnötig belasten.
Die Fütterung steht in einem großen Zusammenhang mit dem Fellwechsel und dem Stoffwechsel! (Fast) alles, was du deinem Pferd an Futtermitteln gibst, wird zunächst vom Darm aufgenommen. Dort befinden sich rund 80 Prozent der Lymphknoten. Diese filtern mögliche Schadstoffe und Krankheitserreger aus der Lymphflüssigkeit des Körpers heraus. Und auch mehr als 90 Prozent der Immunzellen werden dort gebildet. Damit beides funktioniert, muss das Verdauungssystem deines Pferdes intakt sein.
Bei einem Ungleichgewicht im Darm, entstehen giftige Stoffwechselprodukte. Diese Substanzen werden von der Leber umgebaut und entweder zurück in den Darm geschickt und ausgeschieden oder in wasserlöslicher Form über die Niere entgiftet.
Wird dein Pferd nun falsch gefüttert (falsch kann heißen: kein Mineralfutter, falsches Mineralfutter, fertige Müslis, zu fettes Gras, zu wenig Heu, usw.) kommt es zu einem Ungleichgewicht im Magen-Darm-Bereich, der Stoffwechsel gerät aus dem Ruder, das Immunsystem wird geschwächt und dein Pferd bekommt Probleme mit dem Fellwechsel.
Optimiere die Fütterung und die Gabe von zusätzlichen Mineralstoffen in Form von künstlich hergestellten Präparaten immer individuell anhand des Bedarfs deines Pferdes. Was du meiner Meinung nach aber ohne große Probleme gut machen kannst, ist dein Pferd mit natürlichen „Hausmitteln“, das heißt mit natürlichem Futter, im Fellwechsel zu unterstützen.
Was unseren Pferden im Fellwechsel also am besten hilft, ist eine bedarfsgerechte Fütterung. Doch wenn wir zehn Pferdebesitzer fragen, was sie unterstützend füttern, bekommen wir zehn verschiedene Antworten. Denn wie schon gesagt: Jedes Pferd hat einen anderen Bedarf.
Dennoch find ich es sinnvoll, die Pferde - und vor allem unsere Isländer mit dem vielen, vielen Fell - zu unterstützen. Sei es, wenn Bedarf da ist, durch Präparate wie Zink, mit einem angepassten Mineralfutter oder auch mit natürlichen Hausmitteln wie zum Beispiel Leinsamen und Leinsamenöl, Bierhefe, Kieselgur, Sonnenblumenkernen und Mariendistelöl. Dies ist aber keine Empfehlung, alles einfach wahllos in dein Pferd zu geben! Die meisten Pferde sind nämlich viel zu dick und brauchen vieles nicht.
Ich gebe mit diesem Beitrag keine Fütterungsempfehlung, ich nehme lediglich die gängigen Tipps unter die Lupe. Wenn du wissen willst, ob deinem Pferd während des Fehllwechsels etwas fehlt und was ihm fehlt, dann solltest du unbedingt ein Blutbild und eine Futterberatung machen lassen und nicht einfach unüberlegt irgendwelche Mineralien und Zusätze füttern. Und noch besser wäre es, wenn du dir jemanden suchst, der sich wirklich damit auskennt. Gute, unabhängige Futterberater für Pferde gibt es immer mehr.
Bierhefe gehört sicherlich zum am häufigsten empfohlenen Pferdefutter, denn Bierhefe hat eine positive Auswirkung auf Haut, Fell und Hufe. Bierhefe enthält essentielle Aminosäuren und liefert damit einen wichtigen Baustoff für die Zellen. Bierhefe hilft auf diese Weise, das Wachstum und die Regeneration der Haut- und Haarzellen zu fördern. Außerdem enthält Bierhefe jede Menge Biotin, Folsäure, Eisen und Zink - alles hat einen positiven Einfluss auf den Zustand von Haut, Haaren und Hufen.
Bierhefe ist übrigens ein richtiger Alleskönner: Sie hat nicht nur einen guten Einfluss auf Haut und Haare, sondern auch auf den Rest des Körpers. So kann Bierhefe dabei helfen, entzündliche Prozesse im Körper abzubauen. Und auch der Magen-Darm-Trakt kann durch die Fütterung von Bierhelfe positiv beeinflusst werden, denn Bierhefe stabilisiert die Darmflora - das ist vor allem für die Pferde wichtig, die auf das Anweiden im Frühjahr mit Durchfall und Blähungen reagieren.
Während der Bierhefe-Kur sollten wir aber unbedingt das Gewicht unserer Pferde im Auge behalten, denn die Fütterung von Bierhefe verbessert die Nährstoffverwertung und kann so zu einer ungewollten Gewichtszunahme führen.
Leinsamen besitzen einen hohen Anteil an Aminosäuren, Ballaststoffen, Eiweiß, Selen und fettenden Ölen wie Linol- und Linolensäure, die zu den Omega-3-Fettsäuren gehören. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und stärken das Immunsystem. Pferde können diese Fettsäuren nicht selbst bilden, sondern müssen sie über die Nahrung aufnehmen - zum Beispiel durch Leinsamen, die einen sehr hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren besitzen.
Außerdem haben Leinsamen dank der in der Samenschale enthaltenen Schleimstoffe eine positive Auswirkung auf die Verdauung (ähnlich übrigens wie Flohsamen). Das vergrößerte Volumen des Darminhaltes regt die Verdauung an, durch die fettenden Öle wird der Weitertransport des Darminhaltes beschleunigt.
Leinsamen unterstützen die Magendarm-Schleimhäute und begünstigen so die Aufnahme wichtiger Nährstoffe. Das ist vor allem im Fellwechsel wichtig, wo unsere Tiere sowieso einen erhöhten Nährstoffbedarf haben.
Eine Sache ist bei der Fütterung von Leinsamen wichtig zu wissen: Dunkle Leinsamen enthalten auch blausäurehaltige Glykoside, die in großer Menge giftig sein können.
Eine Alternative zu den dunklen Leinsamen sind helle Leinsamen. Diese enthalten weniger Blausäure.
Auch Leinöl wird aufgrund des hohen Anteils an ungesättigten Fettsäuren zum Fellwechsel gerne gefüttert. Leinöl ist leicht verdaulich und hat, ähnlich wie die Leinsamen, eine positive Wirkung auf den Organismus unserer Pferde.
Allerdings hat Öl einen hohen Energiegehalt, 100 ml Öl entsprechen etwa 500g Kraftfutter.
Außerdem ist die Pferdeverdauung nicht auf die Aufnahme fettreiche Nahrung eingestellt, deswegen darf Öl maximal in kleinen Portionen gefüttert werden.
Kieselgur ist eine Ablagerung von Panzern abgestorbener Süß- und Meerwasserkieselalgen. Es enthält Mineralien und Sedimente und verfügt über einen hohen Anteil an Silicium.
Silicium ist ein Bestandteil von Bindegewebe, Haut, Knorpel...
| Nährstoff | Wirkung | Quelle |
|---|---|---|
| Keratin | Strukturprotein für Fell, Mähne, Schweif und Hufe | Wird durch Aminosäuren gebildet |
| Biotin | Unterstützt die Bildung von Keratin, wichtig für Protein- und Kohlenhydratstoffwechsel | Bierhefe, spezielle Ergänzungsfuttermittel |
| Zink | Gesundes Wachstum von Haar- und Hufgewebe, Zellteilung | Mineralfutter, Zinkkuren |
| Kupfer | Pigmentierung der Haare, Aufrechterhaltung der Querverbindungen im Kollagen der Haut | Mineralfutter, spezielle Ergänzungsfuttermittel |
| Vitamin E | Antioxidans, wirkt Stress der Zellen und Haarfollikel entgegen | Mineralfutter, Öle |
| Omega-3-Fettsäuren | Entzündungshemmend, stärken das Immunsystem | Leinsamen, Leinöl |
| Silicium | Bestandteil von Bindegewebe, Haut und Knorpel | Kieselgur |
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