Haarverdichtung mit Netz: Vorteile und Nachteile

Eine Haarverdichtung scheint für viele Betroffene mit dünnem Haar und kahlen Stellen eine gute Lösung zu sein. Es entsteht schnell eine voluminöse Frisur, ohne einen invasiven Eingriff vornehmen zu müssen oder jeden Tag aufwendige Föhn- und Stylingprozeduren durchzuführen. Wie langfristig das Ergebnis anhält und ob eine Haarverdichtung auch bei akutem Haarausfall eine Möglichkeit darstellt, erfahren Sie in dieser Übersicht.

Was ist eine Haarverdichtung?

Eine Haarverdichtung hat das Ziel, das eigene Haar so aufzufüllen, dass es wieder dicht und voluminös aussieht. Dazu werden Strähnen aus Kunst- oder Echthaar in die eigenen Haare eingebracht. Es gibt Systeme, die sich für eine vorübergehende Anwendung eignen, zum Beispiel, wenn man abends zum Ausgehen eine bestimmte Frisur haben möchte, und Systeme, die vom Profi eingearbeitet werden und längerfristig halten.

Methoden der Haarverdichtung

Es gibt verschiedene Arten, wie die Haarverdichtung eingebracht werden kann. Für vorübergehende Verdichtungen gibt es Extensions, die sich einfach selbstständig einsetzen und wieder entfernen lassen. Es gibt Lösungen mit einzelnen Strähnen oder mit sogenannten Haartressen, bei denen mehrere Haarsträhnen wie eine Art Vorhang zusammengenäht sind. Die Extensions können mit Spangen, Klammern oder Klebestreifen (Tapes) im eigenen Haar befestigt werden und lassen sich hinterher einfach wieder entfernen.

Eine dauerhafte Haarverdichtung wird durch einen Haarexperten oder speziell ausgebildete Friseure angeboten. Es sind verschiedene Methoden möglich, um die Extensions mit dem Eigenhaar zu verbinden. Außerdem gibt es die Weaving-Methode, bei der das eigene Haar an der entsprechenden Stelle eng an der Kopfhaut zu einem kleinen dünnen Zopf geflochten wird, in den die Haartressen eingewebt werden können.

Haarverdichtung mit Netz

Für größere kahle Stellen gibt es die Möglichkeit, ein kleines Netz mit Spenderhaaren am Kopf zu befestigen, durch das die eigenen Haare hindurchgezogen und so integriert werden können.

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Echthaar oder Kunsthaar?

Heute wird in der Regel Echthaar zur Haarverdichtung eingesetzt. Es ist in vielen verschiedenen Farben und Haarstrukturen erhältlich, sodass jeder das zu seinem Haar passende Produkt findet. Das Ergebnis ist oft sehr natürlich und sieht gut aus.

Für den Betroffenen ist das Gefühl des Haarverlusts erst einmal behoben und er kann sich mit seiner Frisur wieder wohlfühlen - zumindest vorübergehend.

Für wen ist eine Haarverdichtung geeignet?

Eine Haarverdichtung kommt vor allem für Menschen infrage, die unter sehr dünnem Haar leiden, an bestimmten Stellen kahle oder lichte Stellen haben oder bei denen das Volumen des Haars nicht bis in die Spitzen reicht. Die Betroffenen haben zu wenig Haare, um sich mit ihrer Frisur wohl zu fühlen, aber zu viele, um eine Perücke tragen zu können.

Die Haarverdichtung ist eine Möglichkeit, um schnell voluminöses Haar zu bekommen, ohne einen operativen Eingriff wie eine Haartransplantation vornehmen zu müssen. Das Styling und das gewünschte Volumen können selbst mitbestimmt werden.

Für eine Haarverdichtung ist es notwendig, dass das vorhandene Eigenhaar eine bestimmte Länge hat, damit die Haarintegration gut gelingt. In der Regel müssen die eigenen Haare mindestens etwa sechs bis acht Zentimeter lang sein. Wer kürzere Haare hat, kann zum Beispiel auf ein Haarverdichtungsspray oder Streuhaar zurückgreifen, bei dem Farbpartikel in der eigenen Haarfarbe auf die Kopfhaut aufgebracht werden und dadurch kahle und lichte Stellen kaschieren können.

Außerdem dürfen sich auf der Kopfhaut keine frischen, offenen Wunden befinden.

Kosten einer Haarverdichtung

Die Kosten für eine Haarverdichtung hängen vom Aufwand und von der Menge der benötigten Haarsträhnen ab und sind daher sehr individuell. Einfache Clips zum selbst anbringen sind ab etwa 30 Euro erhältlich. Wer eine langfristige Haarverlängerung vom Profi möchte, sollte für die Erstbehandlung mindestens 100 Euro planen, eher jedoch 200 bis 500 Euro.

In der Regel kann man grob mit Kosten zwischen 100 und 1.000 Euro rechnen. Hinzu kommt, dass die Haarverdichtung regelmäßig aufgefrischt werden muss, also die Extensions wieder neu platziert werden müssen. Viele Extensions lassen sich mehrfach verwenden und neu platzieren, sodass nicht jedes mal neue Haare bezahlt werden müssen. Normalerweise müssen die Haare jedoch nach etwa einem halben Jahr ausgetauscht werden. Dann entstehen ähnliche Kosten wie für die Erstbehandlung. Für eine normale Auffrischung (ohne Kauf neuer Haare) sollte man etwa 100 Euro einplanen. Auf Jahressicht variieren die Kosten stark, je nach individuellen Erfordernissen der Haarverdichtung. Man kann mit etwa 500 bis 2.500 Euro pro Jahr rechnen.

Haltbarkeit der Haarverdichtung

Wie lange die Haltbarkeit der Haarverdichtung ist, hängt von der verwendeten Methode ab, aber auch davon, wie schnell das eigene Haar nachwächst. Bei den meisten Methoden sind die Extensions nach etwa zwei bis drei Monaten so weit herausgewachsen, dass sie entfernt und wieder nach oben gesetzt werden müssen. Einzelne Verfahren, zum Beispiel das mit Echthaar bespannte Netz (Microlines), das ins Eigenhaar eingewoben wird, können etwa ein halbes Jahr halten.

Voraussetzungen für eine Haarverdichtung

Prinzipiell kommt eine Haarverlängerung für Männer und Frauen infrage. Voraussetzung ist eine bestimmte Mindestlänge der Haare (meist etwa sechs bis acht Zentimeter), um die Extensions gut und unsichtbar zu verankern. Bei extrem dünnem Haar kommen nicht alle Haarverdichtungsmethoden infrage, weil die Verbindungsstellen sonst zu sehen sind.

Außerdem ist eine Haarverdichtung bei fortbestehendem Haarausfall nicht sinnvoll, weil sie lediglich das Problem kaschiert, aber die Ursache nicht behebt.

Mögliche Ursachen für Haarausfall

Gerade bei diffusem Haarausfall entscheiden sich viele Patienten für eine Haarverlängerung oder Haarverdichtung, um die ausgedünnten Haare zu kaschieren. Das Grundproblem, der Haarausfall, wird damit aber nicht behoben.

Eine mögliche Ursache sind zum Beispiel Hormonschwankungen. Insbesondere Frauen sind davon betroffen, weil sie in verschiedenen Lebensphasen wie Pubertät, Schwangerschaft und Stillzeit, An- und Absetzen der Pille oder der Menopause großen Hormonschwankungen unterworfen sind. Da das weibliche Geschlechtshormon Östrogen das Haarwachstum beeinflusst, können solche Schwankungen zu Haarausfall führen. Häufig normalisiert sich das Haarwachstum nach einer Weile von selbst, wenn sich der Hormonspiegel eingependelt hat.

Eine weitere Ursache für diffusen Haarausfall sind Vitamin- oder Nährstoffmangel. Gerade ein Eisenmangel gehört auch in unseren Breiten zu den häufigsten Mangelerscheinungen und kann neben vielen anderen Symptomen einen Haarverlust begünstigen. Da die Nebenwirkungen mit mehreren Wochen Latenzzeit auftreten können, kann die ursächliche Zuordnung schwierig sein.

Andere Arten von Haarausfall wie kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) und erblich bedingter Haarausfall schreiten unbehandelt fort. Eine Kaschierung durch Haarverdichtung löst das Problem nicht.

Wichtiger Hinweis

Wenn man ausgefallene Haare nur kaschiert, statt die Ursache des Haarausfalls zu behandeln, wird das Grundproblem nicht gelöst. Das Grundprinzip jeder Therapie sollte deshalb sein, zunächst die Ursache des Haarausfalls herauszufinden und zu behandeln. Erst wenn nach einer adäquaten Behandlung, eventuell unterstützt durch bioregenerative Therapien, immer noch Lücken im Haarkleid sind und das Haar nicht mehr so nachwächst wie vorher, können andere Optionen in Betracht gezogen werden. Dann bietet sich eine Haarverdichtung oder operative Methoden wie eine Haartransplantation an.

Außerdem kann Haarausfall das Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung sein, die sich auch auf andere Organsysteme auswirkt. Ein Eisenmangel zum Beispiel kann auch zu Blutarmut, Schwindel, Kurzatmigkeit und Leistungsabfall führen. Das kann den Betroffenen schwer beeinträchtigen und es wäre fatal, einfach den Haarausfall zu kaschieren, statt die Ursache zu finden und zu behandeln.

Vor der Haarverdichtung

Bevor eine Haarverdichtung infrage kommt, sollte die Ursache der Haarverlusts gesucht und behandelt werden. Hormonelle Störungen bessern sich zum Beispiel oft von selbst oder lassen sich durch eine Hormonersatztherapie behandeln.

Wenn eine Mangelerscheinung vermutet wird, zum Beispiel weil der Patient einen erhöhten Nährstoffbedarf hat (Schwangere, Sportler) oder bestimmte Ernährungsgewohnheiten (Vegetarier, Veganer), kann eine Blutuntersuchung Aufschluss geben. Eine Infektion der Kopfhaut lässt sich zum Beispiel durch Antibiotika oder Antipilzmittel behandeln.

Auch andere Formen des Haarausfalls lassen sich häufig unter einer adäquaten Behandlung bessern. Bei erblich bedingtem Haarausfall kommen zum Beispiel medikamentöse Therapien mit Minoxidil oder Finasterid infrage.

Regenerative Therapien bei Haarausfall

  • Low-Level-Laser-Therapie (LLLT): Bei der Low-Level-Laser-Therapie werden spezielle Laser oder LED-Lichtgeräte auf die Kopfhaut gerichtet.
  • Stammzelltherapie: Bei der Stammzelltherapie werden körpereigene Stammzellen eingesetzt, um geschädigte Haarfollikel zu regenerieren und neues Haarwachstum anzuregen.
  • Blutwäsche (Apherese): Die Blutwäsche, auch Apherese genannt, ist eine Methode, bei der das Blut des Patienten gefiltert wird, um schädliche Substanzen und Entzündungsfaktoren zu entfernen.
  • Infusionstherapie: Bei der Infusionstherapie werden dem Körper über einen intravenösen Zugang Nährstoffe, Vitamine und Mineralien zugeführt, die das Haarwachstum unterstützen können. Diese Nährstoffzufuhr kann Mangelerscheinungen ausgleichen und das allgemeine Wohlbefinden sowie die Haargesundheit verbessern.
  • Mesotherapie: Die Mesotherapie kombiniert Mikroinjektionen von Wirkstoffen direkt in die Kopfhaut.

Regenerative Therapien sind besonders wirksam, wenn sie kombiniert werden: Nährstoffe gelangen effektiv an die Haarwurzeln, Entzündungsreaktionen werden eingedämmt und die Zellerneuerung angeregt.

Als letztes Mittel, wenn vorherige Therapien nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben, kommen operative Therapien wie die Haartransplantation in Betracht. Dabei wird dem Betroffenen eigenes Haar aus Bereichen dichten Haarwachstums entnommen und in die kahlen oder lichten Stellen eingesetzt.

Die beste Therapie gegen Haarausfall hängt stark von der Ursache ab und ist individuell unterschiedlich. Für eine persönliche Beratung und Therapieempfehlung sollte so früh wie möglich ein Haarexperte hinzugezogen werden.

Vor- und Nachteile einer Haarverdichtung

Eine Haarverdichtung kann eingesetzt werden, um die eigene Frisur voluminöser zu gestalten oder ausgedünnte Spitzen zu kaschieren. Das verwendete Echthaar ist in vielen verschiedenen Qualitäten erhältlich, sodass sowohl glattes als auch lockiges oder krauses Haar aufgefüllt werden können.

Normalerweise sind die Extensions einer Haarverdichtung nicht schädlich für das Eigenhaar. Sie können jederzeit wieder entfernt werden und die Frisur in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzen.

Vorteile einer Haarverdichtung:

  • Sofort mehr Volumen und Fülle, auch bei feinem oder lichtem Haar.
  • Sehr natürliche Ergebnisse, besonders mit Bonding-Extensions.
  • Individuell anpassbar: kleine Teilverdichtung oder komplette Verdichtung möglich.
  • Erweiterbar: kann mit einer Haarverlängerung kombiniert werden.
  • Echthaar-Extensions lassen sich wie das Eigenhaar stylen.

Nachteile einer Haarverdichtung:

  • Spürbarer Kostenfaktor, besonders bei hochwertigen Bondings.
  • Regelmäßige Nachsorge beim Friseur nötig.
  • Nicht für stark geschädigtes Eigenhaar geeignet.
  • Tapes oder temporäre Methoden müssen besonders häufig erneuert bzw. hochgesetzt werden.

Wichtige Hinweise zur Pflege

Erstens sollte die Behandlung von einem Profi auf hohem qualitativem Niveau durchgeführt werden. Dazu gehört auch die regelmäßige Auffrischung, weil zu lange getragene Haarteile zu Haarbruch führen können.

Zweitens sollte man unbedingt die Pflegehinweise beachten, da sonst die Extensions und die eigenen Haare beschädigt werden können. Wichtig ist es, die Extensions nicht zu sehr zu belasten. Deshalb sollte man eine Haarwäsche kopfüber (zum Beispiel über dem Waschbecken) vermeiden und die Haare nicht trocken rubbeln.

Außerdem sollten die Haare nur etwa ein- bis zweimal pro Woche gewaschen werden und auch Haarspülung benutzt werden. Für Frische zwischendurch kann ein Trockenshampoo benutzt werden. Wichtig ist, dass die verwendeten Pflegeprodukte frei von Alkoholen, Silikonen und Parabenen sind. Einmal wöchentlich ist eine Haarkur zu empfehlen. Sehr heiße Föhnluft sollte man vermeiden.

Alternativen bei kürzeren Haaren

Voraussetzung ist aber eine Mindesthaarlänge von etwa sechs bis acht Zentimetern. Bei kürzeren Haaren kommt zum Beispiel ein Haarsystem infrage. Dabei wird ein Haarersatz aus Echthaar auf die Kopfhaut geklebt, der nach persönlichen Vorlieben geschnitten und frisiert werden kann. Das System muss ungefähr alle vier Wochen gewechselt werden.

Das eingesetzte Echthaar ist in zahlreichen Farben von weiß bis schwarz erhältlich. Durch das Mischen von verschiedenen Farben können weitere Nuancen kreiert werden, sodass in der Regel jede erdenkliche Haarfarbe ermöglicht werden kann. Es ist sowohl möglich, das Spenderhaar genau an die eigene Haarfarbe anzupassen, als auch, die eingesetzten Strähnen als Highlights zu verwenden.

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