Haartransplantation: Sichtbare Narben im Spenderbereich – Ursachen und Lösungen

Haarausfall kann für viele Menschen eine belastende Erfahrung sein und ihr Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen beeinträchtigen. Glücklicherweise können Haartransplantationsverfahren eine Lösung für dieses Problem bieten und Patienten mit natürlich aussehendem Haar versorgen, das ihr Selbstvertrauen stärken und ihre Lebensqualität verbessern kann.

Allerdings können Haartransplantationsverfahren manchmal zu Narbenbildung oder weißen Punkten im Spenderbereich führen, die unansehnlich sein und die Zufriedenheit der Patienten mit den Ergebnissen beeinträchtigen können. In diesem Artikel möchten wir Ihnen ein für alle Mal erläutern, inwiefern nach einer professionellen Haarverpflanzung Narben zurückbleiben und was Sie tun können, um diese zu verhindern.

Hier finden Sie Informationen über die Ursachen von Narben im Spenderbereich nach einer Haartransplantation und die verschiedenen Methoden, um diese zu minimieren oder zu entfernen.

DHI vs FUE Haartransplantation! (Vor- und Nachteile)

Methoden der Haartransplantation und Narbenbildung

Die beiden Hauptmethoden der Haartransplantation sind Follicular Unit Extraction (FUE) und Follicular Unit Transplantation (FUT). Es hängt aber von der gewählten Operationsmethode ab, in welchem Ausmaß bei der Haartransplantation Narben entstehen. Bei manchen entstehen große sicht- und spürbare Narben, bei anderen nur winzige Mikronarben.

Ganz ohne Narben verläuft eine Haarverpflanzung grundsätzlich nicht.

FUT (Follicular Unit Transplantation)

Bei der FUT-Methode wird vom Hinterkopf ein Streifen der behaarten Kopfhaut entnommen, der etwa einen Zentimeter breit und bis zu 20 Zentimeter lang sein kann. Diese Entnahmestelle muss man vernähen oder klammern. Die Fäden bzw. die Klammern werden nach 10 bis 14 Tagen entfernt, wenn die Entnahmestelle verheilt ist.

Beim Abheilen entsteht eine große, bleibende Narbe, die vielen Patienten Beschwerden bereiten kann. Möchte man irgendwann eine Kurzhaarfrisur oder eine Glatze tragen, wird die Narbe auch sehr auffällig sein. Sogenannte Keloide (Narbengewebe) können bei sehr kurz geschnittenen oder rasierten Haaren extrem stören, da sie sichtbar sind. Auch dieser Umstand stört viele Betroffene. Nicht zuletzt können Narben auch beim Kämmen stören.

Kommt es zu einer wulstigen Narbenbildung, kann aber selbstverständlich auch eine Korrektur erfolgen. Auf der Narbe wachsen aber grundsätzlich keine Haare mehr.

Die FUT Narben können in der Regel mit zwei bis drei Zentimeter langen Haaren kaschiert werden. Wenn sie größer und demnach auch störend sind, bietet sich die Option an, eine Eigenhaarverpflanzung auf der Narbe vorzunehmen.

FUT Haartransplantation

FUE (Follicular Unit Extraction)

Auf der anderen Seite beinhaltet FUE die Extraktion einzelner Haarfollikel aus dem Spenderbereich mit minimaler Narbenbildung, was zu einer schnelleren Genesungszeit und weniger sichtbaren Narben führt. Bei der FUE-Methode werden im Spenderbereich Grafts mit einer Hohlnadel entnommen. Diese Grafts bestehen aus einem oder mehreren Haarfollikel.

Die Hohlnadel ist bei den neuartigen Methoden besonders dünn, um eine Narbenbildung im Spenderbereich der Haare zu vermeiden bzw. möglichst gering zu halten. Die Entnahmestellen vernäht man bei der FUE-Methode nicht. Diese Narben sind jedoch so klein, dass sie nicht sichtbar sind und nicht stören. Eine Korrektur dieser kleinen Narben ist nicht erforderlich.

Glücklicherweise sieht bei der modernen FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) in Sachen Narbenbildung deutlich besser aus! Bei dieser Technik werden die Haarwurzeln einzeln entnommen und verpflanzt, sodass keine sichtbare, große Narbe entsteht. Stattdessen bilden sich lediglich winzig kleine Narben.

Die Haartransplantation Narben bei der FUE-Methode sind nur klein und punktförmig. Die neuen Techniken, die auf der FUE-Methode basieren, verursachen hingegen nur winzige Narben, die keine Beschwerden verursachen und mit bloßem Auge grundsätzlich nicht zu erkennen sind.

FUE Haartransplantation

Innovative Techniken zur Minimierung von Narben

Es gibt verschiedene innovative Techniken, die auf der FUE-Methode basieren und darauf abzielen, die Narbenbildung weiter zu minimieren:

  • Gold-Methode: Bei der Gold-Methode, einer Methode auf Basis der FUE-Methode, erfolgt die Entnahme der Haarfollikel mit einer sehr feinen, vergoldeten Hohlnadeln. Auch die Öffnung der Haarwurzelkanäle erfolgt mit vergoldeten Klingen. Auch bei dieser Methode sind präzisere Schnitte möglich, die zu feineren Narben führen. Dank der verwendeten Goldnadeln, die mit einer guten Verträglichkeit und hohen Reinheit punkten, sind Infektionen und Allergien sehr selten.
  • Saphir-Methode: Auch bei der Saphir-Methode entstehen nur winzige Operationsnarben, da die Haarwurzelkanäle im Transplantationsbereich mit Saphirklingen geöffnet werden. Die Saphirklingen ermöglichen besonders kleine, V-förmige Schnitte. Dies liegt daran, dass mit den Saphirklingen im Entnahmebereich ein Zugang zu den Kanälen der Haarwurzeln geschaffen wird. Zum Vergleich: Bei der konventionellen FUE-Methode werden beim Öffnen der Kanäle Stahlklingen genutzt. Hier werden sie u-förmig geöffnet, sodass sie größer sind. Beim Saphir-Verfahren ist neben der geringen Narbenbildung auch der ausgezeichnete Heilungsprozess ein Vorteil.
  • DHI (Direct Hair Implantation): Das ist die vielleicht sanfteste und schonendste Methode der Haarverpflanzung. Die Haare werden im Transplantationsbereich mit einem Choi-Implanter verpflanzt. Die Haarwurzelkanäle müssen vor dem Einpflanzen der Haare nicht separat geöffnet werden. In einem Arbeitsschritt erfolgen Öffnung der Haarwurzelkanäle und Einsetzen der Haare. Bei diesem Eingriff kommt es zu weniger Rötungen, denn es sind im Transplantationsbereich keine großen Einstiche erforderlich. Dank der sehr kleinen Einschnitte heilen die Bereiche gut und schnell ab.
  • S.H.E. (Single Hair Extraction): Unsere preisgekrönte S.H.E. Technik ist ein neuerer Ansatz für die Haartransplantation, der vielversprechende Ergebnisse gezeigt hat. Die S.H.E. Haartransplantation ist ein minimalinvasives Verfahren, das natürlich aussehende Ergebnisse für Patienten mit Haarausfall liefern kann. S.H.E. beinhaltet die Extraktion einzelner Haarfollikel aus dem Spenderbereich fast ohne Narbenbildung, was zu einer schnelleren Genesungszeit und einem natürlicheren Aussehen führt.

Weitere Methoden zur Behandlung von Narben im Spenderbereich

Für Patienten, die bereits sichtbare Narben von FUT haben, gibt es verschiedene Optionen:

  • Haarimplantation in die FUT-Narbe: Wir können uns in Ihre bestehende FUT-Narbe implantieren. In die Narben werden dann kleine Kanäle geschnitten, um die Haarfollikel aufzunehmen. Das Ziel einer Haartransplantation auf Narben ist diese weniger sichtbar zu machen. Kahle Stellen (Narben) werden haariger, wodurch die Narbe an sich weniger oder gar nicht mehr auffällt.
  • SMP (Kopfhaut-Mikropigmentierung): SMP ist ein nicht-chirurgisches Verfahren, bei dem kleine Pigmentpunkte in die Kopfhaut eingebracht werden, um Haartransplantationsnarben oder weiße Punkte zu verbergen, was zu einem volleren Haar führt. SMP wird durchgeführt, indem eine kleine Nadel verwendet wird, um Pigmente in der Kopfhaut abzuscheiden, wodurch das Aussehen von Haarfollikeln entsteht.

Kopfhautpigmentierung vorher nachher

Wichtige Hinweise zur Vermeidung von Narbenbildung

Nicht nur die bevorzugte Operationstechnik ist entscheidend, um die Narbenbildung auf ein absolutes Minimum zu beschränken. Auch mit dem richtigen Verhalten nach der Eigenhaarverpflanzung können Sie dazu beitragen, dass die Narben schlussendlich nur sehr klein sind.

  • Schlafen Sie nach dem Eingriff auf einem Nackenkissen und einer Einmalunterlage, damit Spender- und Transplantationsbereich nicht mit Bettwäsche und Kopfkissen in Berührung kommen.
  • Waschen Sie erst 48 Stunden nach der Operation zum ersten Mal die Haare. Tragen Sie zuvor eine Lotion auf, die zum Abheilen der Krusten und zu einer geringen Narbenbildung beiträgt.
  • Verzichten Sie darauf, zu zeitig wieder in die Sauna zu gehen, da die Krusten sonst durch den Schweiß aufweichen und Infektionen sowie die Bildung von größeren Narben zur Folge haben könnten.
  • Vermeiden Sie es, Pickel auf der Kopfhaut auszudrücken, da sich dort, wo sich die Pickel befinden, Narben bilden könnten.
  • Achten Sie auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit.
  • Halten Sie sich an alle Verbote, Anweisungen und Ratschläge Ihres Haarchirurgen betreffend Pflege, Medikamente und Verhalten nach der Operation.

Der Heilungsprozess im Spenderbereich

Der Heilungsprozess des Spenderbereichs nach einer Haartransplantation ist ein wesentlicher Bestandteil der gesamten Genesung. Hier ein Überblick über den typischen Heilungsverlauf:

  • Tag 1-3: Mäßige bis starke Schmerzen, Wundsein und ein stechendes Gefühl sind normal.
  • Mit dem Abklingen von Schwellungen und Rötungen tritt häufig Juckreiz auf.
  • Gegen Ende dieser Phase beginnen sich die Krusten bei FUE in der Regel von selbst zu lösen, während bei FUT die Nähte oder Klammern meist um den 10. Tag entfernt werden.
  • Der Spenderbereich sieht in der Regel nach etwa 2-3 Wochen wieder relativ unauffällig aus. Kleinere Rötungen oder Krusten verschwinden meist nach dieser Zeit, bei empfindlicher Haut kann es aber auch länger dauern.
  • Die Haare im Spenderbereich beginnen meist ab der 3.-4. Woche nachzuwachsen. Sichtbares Wachstum ist jedoch oft erst nach 2-3 Monaten zu erkennen, da die Haarfollikel eine Ruhephase durchlaufen.
  • Die Rötung im Spenderbereich klingt in den meisten Fällen innerhalb von 10-14 Tagen ab. Bei empfindlicher Haut oder intensiver Behandlung kann es jedoch auch bis zu mehreren Wochen dauern, bis die Rötung vollständig verschwindet.

Kosten einer Haartransplantation auf Narben

Die Kosten bzw. Preis einer Haartransplantation auf Narben ist in der Regel deutlich geringer als, wenn eine „normale“ Transplantation der Kopfhaut erfolgt. Häufig reichen ein paar Hundert Grafts aus um z.B. eine längliche Narbe einer alten (FUT) Transplantation zu bepflanzen und somit optisch zu entfernen.

Je nach Land, Arzt, Klinik, Technik und Aufwand variieren die Preise zwischen 1.000 - 3.000 Euro.

Vorteile einer Haartransplantation auf Narbengewebe

Eine Eigenhaartransplantation auf Narbengewebe bietet eine Reihe von Vorteilen für Menschen, die durch Unfälle, chirurgische Eingriffe oder Krankheiten Narben auf der Kopfhaut haben:

  • Verbesserung des äußeren Erscheinungsbildes: Narben auf der Kopfhaut können oft zu Selbstbewusstseinsproblemen führen, besonders wenn sie an sichtbaren Stellen sind. Eine Eigenhaartransplantation kann dazu beitragen, diese Narben zu verdecken, indem neue Haare in die betroffenen Stellen verpflanzt werden.
  • Permanente Lösung: Im Gegensatz zu anderen kosmetischen Behandlungen bieten Haartransplantationen eine dauerhafte Lösung für die Bedeckung von Narben. Die transplantierten Haare wachsen in der Regel ein Leben lang, da sie aus Bereichen stammen, die genetisch resistent gegen Haarausfall sind.
  • Geringes Risiko für Nebenwirkungen: Da die Transplantation mit den eigenen Haaren des Patienten durchgeführt wird, besteht ein geringes Risiko für allergische Reaktionen oder Abstoßungen.
  • Erhöhte Selbstachtung und Lebensqualität: Viele Menschen erleben eine signifikante Verbesserung ihres Selbstwertgefühls und ihrer allgemeinen Lebensqualität nach einer erfolgreichen Haartransplantation.
  • Minimale Eingriffsdauer und Erholungszeit: Moderne Techniken der Haartransplantation sind minimalinvasiv und erfordern in der Regel nur eine lokale Betäubung. Die Erholungszeit ist oft kurz, und die meisten Patienten können ihren normalen Aktivitäten innerhalb weniger Tage wieder aufnehmen.
  • Flexibilität bei der Anpassung: Der Chirurg kann die Transplantation so planen, dass sie den spezifischen Bedürfnissen und Wünschen des Patienten entspricht, was das Endergebnis maßgeschneidert und natürlich aussehen lässt.

Ablauf der Haartransplantation auf Narbengewebe

Der Ablauf der Haartransplantation auf Narbengewebe ist ähnlich dem einer regulären Haartransplantation, allerdings gibt es einige spezifische Überlegungen und Anpassungen, die aufgrund der Beschaffenheit des Narbengewebes notwendig sind:

  1. Vorbereitung und Beratung: Der Prozess beginnt mit einer ausführlichen Beratung, bei der der Arzt die Kopfhaut untersucht, die Qualität und Dichte des vorhandenen Haares bewertet sowie die Narbe oder Narben analysiert.
  2. Planung der Transplantation: Die Planung umfasst die Bestimmung der Haarlinie und die Verteilung der Grafts (Haarfollikel-Einheiten).
  3. Entnahme der Haarfollikel: Die Haarfollikel werden typischerweise aus dem Hinterkopf entnommen. Die Techniken können FUE oder FUT umfassen.
  4. Vorbereitung des Transplantationsbereichs: Kleine Einschnitte werden gemacht, um die Follikel einzusetzen.
  5. Einsetzen der Haarfollikel: Die Haarfollikel werden vorsichtig in die vorbereiteten Einschnitte eingesetzt.
  6. Nachsorge: Die Nachsorge umfasst Schmerzmanagement, die Vermeidung von Sonnenlicht und strenge Hygienevorschriften.
  7. Nachuntersuchungen: Regelmäßige Nachuntersuchungen sind notwendig, um den Heilungsprozess und das Haarwachstum zu überwachen.

Ergebnisse und Heilungsprozess

Die Ergebnisse der Haartransplantation auf Narben können variieren, abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Qualität des Narbengewebes, der allgemeinen Gesundheit der Kopfhaut und der Erfahrung des Chirurgen. Die Transplantation zielt darauf ab, die Narben weniger sichtbar zu machen.

Hier eine Übersicht über den Heilungsprozess:

  • Erste Wochen: Schwellungen, Rötungen und leichte Schmerzen können auftreten. Es ist auch möglich, dass transplantierte Haare ausfallen, was als „Shock Loss“ bekannt ist.
  • 3-4 Monate: Die neuen Haare beginnen zu wachsen. Dieses Wachstum kann anfangs langsam und ungleichmäßig sein.
  • 6-9 Monate: Ein deutlicheres Haarwachstum wird sichtbar. Die meisten Patienten können eine erhebliche Verbesserung der Abdeckung der Narbe feststellen.
  • 12-18 Monate: Die endgültigen Ergebnisse einer Haartransplantation sind sichtbar.

Alternativen zur Haartransplantation

Die Mikrohaarpigmentierung kann sowohl als komplementäre, also ergänzende Behandlung zu einer Haartransplantation oder auch als alleinige Methode angewandt werden. So kann eine Mikrohaarpigmentierung beispielsweise auch dort zum Einsatz kommen, wo eine Eigenhaartransplantation nicht in Frage kommt, bspw. wenn die Spenderfläche des Haarkranzes nicht hinreichend, qualitativ ungeeignet oder der Haarverlust bereits extrem fortgeschritten ist (Vollglatze).

Sichtbares Narbengewebe kann optisch an die restliche Kopfhaut angepasst werden.

haarverdichtung muenchen vorher nachher

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