Haarschwund oder -ausfall ist kein Einzelschicksal. Eine Haartransplantation ist für viele Betroffene ein großer Schritt auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein und Lebensqualität.
Wer sich für eine Haartransplantation entscheidet, sollte gut vorbereitet sein.
Im April 2018 unterzog sich ein Patient einer Haartransplantation. Diese Entscheidung wurde bis heute nicht bereut, aber es war wichtig, sich vorher gut genug zu informieren. Auch wenn es nie lichtes Haar oder kahle Stellen am Kopf gab, störten die Geheimratsecken schon immer. Daher wurden Beratungsgespräche bei insgesamt drei Kliniken geführt, die sich auf Haartransplantationen spezialisiert haben. Es war gut, nicht das erstbeste Angebot anzunehmen, da es auch in der „Haarbranche“ schwarze Schafe gibt.
Erst in der letzten Klinik fühlte man sich wirklich gut aufgehoben und beraten. Nach zwei kostenlosen Aufklärungsgesprächen mit der Chirurgin selbst hatte man nie das Gefühl, zu etwas gedrängt zu werden. In anderen Praxen lernte man nicht einmal einen Arzt persönlich kennen, sondern nur angestellte Berater/Verkäufer. Das gute Verhältnis zur letzten Ärztin sowie die Bilder der OP-Ergebnisse überzeugten schließlich, und einem OP-Termin wurde zugestimmt.
Einen Tag vor der Operation sollte man sich den Hinterkopf sowie die Seiten auf einen Millimeter kahl rasieren. Von dort aus wurden mithilfe der sog. FUE-Methode die Haare entnommen, welche vorne verpflanzt werden sollten. Die Operation verlief über zwei Tage. Nach einer beinahe zehnstündigen OP am ersten Tag wurden am zweiten Tag nur noch Feinheiten gemacht. Man blieb nicht über Nacht, sondern konnte direkt nach Hause.
Direkt nach der Haartransplantation ist die Kopfhaut empfindlich, und es können Rötungen, leichte Schwellungen oder Krustenbildung auftreten. Diese Reaktionen sind völlig normal und Teil des Heilungsprozesses. In den ersten 2-3 Tagen bildet sich an den Transplantationsstellen eine dünne Kruste. Diese schützt die empfindlichen Haarfollikel und heilt nach etwa 7-10 Tagen ab.
In den ersten sieben Tagen sollte man besonders vorsichtig sein, um die frisch transplantierten Haarfollikel nicht zu beschädigen. Es sollte keine mechanische Belastung erfolgen, und man sollte das Tragen von Hüten oder Helmen vermeiden und die Kopfhaut vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Es wird empfohlen, mit einem leicht erhöhten Kopf zu schlafen, um Schwellungen zu minimieren, idealerweise mit einem Nackenkissen.
Ab dem dritten Tag dürfen die Haare vorsichtig mit einem speziellen Shampoo gereinigt werden, ohne Druck auf die Kopfhaut auszuüben. Duschen ist zwar erlaubt in den ersten Tagen, jedoch nur eine „Körperdusche“.
Als die Narkose nachgelassen hat, habe ich einen enormen Druck auf meinem Kopf verspürt. Das war teilweise sehr schmerzhaft und sehr unangenehm. Vor allem beim Schlafen hatte ich die ersten drei Nächte Probleme. Ich habe fast sitzend geschlafen, damit ich ja nicht irgendwo rankomme. Auf dem Hinterkopf zu schlafen, war die ersten Tage eigentlich fast unmöglich. Ich konnte auch beobachten, dass mein Vorderkopf und auch meine Stirn leicht geschwollen waren.
Nach ein paar Tagen hat sich auch schon der erste Schorf vom Kopf gelöst. Nach dem dritten Tag habe ich dann das erste Mal meinen Kopf gewaschen. Ganz vorsichtig natürlich. Für die ersten Tage wurde mir von der Klinik ein „Pflege-Starter-Paket“ mitgegeben. Darin enthalten: Lotion, Balsam und Medikamente.
Durch eine tägliche Haar-Kopfwäsche mit mildem Shampoo (z.B. Babyshampoo oder Sebamed-Shampoo) und das Einweichen der Krusten mit Hilfe einer Lotion werden die Wundkrusten weich und fallen ab. Dies geschieht nach ca. 7-14 Tagen. Diese Zeit nutzen viele Patienten für einen entspannten Urlaub, wofür normalerweise zwei Wochen ausreichen.
Ich selber habe das Ausmaß der Operation trotz guter Beratung und Aufklärung unterschätzt. Direkt nach der Operation litt ich unter starken Kopfschmerzen und Kreislaufproblemen.
Man sagte mir, dass ich etwa zwei Wochen nicht gesellschaftsfähig sein werde. Ich hatte mir extra drei Wochen Urlaub genommen, um zuhause bleiben zu können. Erst als ich in den Spiegel sah, wurde mir wirklich bewusst, wieso das auch nötig war. Die darauffolgenden Tage waren sehr anstrengend, denn nichts ist wichtiger, als die Pflege und Nachsorge: Ich durfte nur auf dem Rücken schlafen und musste darauf achten, dass mein Kopf nicht zur Seite rutscht. Duschen war für die ersten Tage absolut tabu. Die Haarwurzeln mussten sich zunächst noch festigen.
Mit der Wundheilung kamen dann auch die Krusten, die nach und nach abgefallen sind. Bis heute habe ich jedoch noch mit trockener und schuppiger Kopfhaut zu kämpfen. Ich nehme auch nach wie vor ein spezielles Shampoo und darf keine Stylingprodukte wie Haargel oder Haarspray benutzen. Eine Haartransplantation ist tatsächlich ein schwerwiegender Eingriff, der mich auch noch Wochen nach der Operation beeinflusst/beeinträchtigt.
Nach etwa zwei Wochen beginnt die Kopfhaut, sich vollständig zu regenerieren. Die Krusten fallen von selbst ab, und die transplantierten Haarfollikel treten in eine Ruhephase ein.
Innerhalb der ersten 2-8 Wochen können die transplantierten Haare ausfallen. Dies ist ein normaler Prozess und bedeutet nicht, dass die Transplantation nicht erfolgreich war. Viele Patienten bemerken einige Wochen nach ihrem Eingriff verstärkten Haarverlust - ein Phänomen, das als „Shock Loss“ bekannt ist. Der temporäre Haarverlust nach einer Verpflanzung ist sehr häufig und betrifft 60-80 % der Patienten.
Dieser Umstand ist kein Grund zur Sorge - die Transplantate (Grafts) erleiden einen Sauerstoffmangel, da sie im Rahmen der OP eine gewisse Zeit außerhalb ihres normalen Umfeldes verbringen. Vorübergehender Schockausfall wird diese Periode nach einer Haartransplantation in der Fachsprache auch genannt. Nur der Haarschaft fällt aus.
Wer sich bewusst macht, dass der Shock Loss nur eine Phase ist, kann gelassener mit dem Übergang umgehen.
Leichte körperliche Aktivitäten sind ab der zweiten Woche wieder möglich. Auf intensive Sportarten oder Sauna-Besuche sollte man jedoch noch mindestens 4 Wochen verzichten.
Vier Wochen nach der Operation durfte ich endlich das erste Mal zum Friseur. Der Hinterkopf und die Seiten durften endlich wieder mit einer Haarschneidemaschine rasiert werden (6mm in diesem Fall). Das Haupthaar wurde vorsichtig mit der Schere geschnitten und angeglichen. Bis heute sind wir dabei, meinen ursprünglichen Haarschnitt wiederherzustellen. Hier sieht man den sog. Spenderbereich noch deutlich. Dieses Areal wird auf ewig etwas lichter bleiben, da die entnommenen Haare dort nie wieder nachwachsen. Mittlerweile sind meine Haare etwa 12mm lang und der Bereich fällt wirklich niemandem mehr auf.
Mit dem Verlust der Krusten fallen jedoch auch so gut wie alle neuen Haare wieder aus. Das ist sehr deprimierend, allerdings völlig normal. Das Endergebnis wird tatsächlich erst nach einem Jahr zu sehen sein. Ich muss mich also noch etwas gedulden.
Gut acht Wochen nach der Operation ist aber das Schlimmste überstanden und ich kann schon erste Sprösslinge erkennen. Ich bin nach wie vor sehr vorsichtig, föne meine Haare nur lauwarm, benutze ein Shampoo aus der Apotheke und keine Stylingprodukte.
Nach etwa drei bis vier Monaten beginnen die transplantierten Haarfollikel, neue Haare zu produzieren. Die neuen Haare wachsen zunächst feiner und dichter nach. Im Laufe der nächsten Monate gewinnen sie an Struktur und Fülle. Regelmäßige Pflege mit geeigneten Produkten fördert die Gesundheit der Kopfhaut und unterstützt das Haarwachstum.
Innerhalb dieser Entwicklungsphase können sich eventuell minimale Pickel/Unebenheiten zeigen, da der neue Haarschaft sich durch die Haut schiebt. In seltenen Fällen kann die Kopfhaut noch etwas sensibel und leicht gerötet sein. Darüber hinaus berichten viele Patienten von einem gewissen Taubheitsgefühl, in den ersten Monaten nach ihrer Haarimplantation. Dies bezieht sich jedoch nur auf den Empfänger- und nicht den Spenderbereich. Mit der Zeit kommt das Gefühl zurück und die Taubheit lässt komplett nach.
Die verpflanzten Haare wachsen in unterschiedlicher Geschwindigkeit. Einige sind nach z.B. 3-4 Monaten schon 3-4 cm lang, die meisten jedoch erst wenige Millimeter kurz. Durch einen Haarschnitt beim Friseur kann die Haarlänge in dieser Anfangszeit angeglichen werden, sodass ein homogenes Haarbild entsteht. Das Schneiden der Haare mit einer Maschine beim Friseur ist nach 2 Monaten wieder gestattet.
Bis die behandelte Haut sich wieder farblich normalisiert hat, können 1 bis 3 Monate vergehen, da dieser Prozess sehr individuell ist. Je heller und empfindlicher die Haut, desto länger ist sie gerötet. Während dieser Zeit können die Bereiche mittels eines kosmetischen Abdeckstifts (Apotheken/Drogeriemärkte) der allgemeinen Hautfarbe angepasst werden.
Nach ca. 1 Woche haben sich die Schwellungen normalerweise so weit zurückgebildet, dass selbst von fremden Personen nichts Außergewöhnliches wahrzunehmen ist.
Das vollständige Ergebnis einer Haartransplantation ist in der Regel nach 12-18 Monaten sichtbar. Bis dahin wachsen die Haare gleichmäßig nach und füllen die behandelten Bereiche natürlich auf. Eine gesunde Ernährung und eventuell unterstützende Behandlungen, wie PRP-Therapien, können das Ergebnis weiter verbessern.
Nach 12 Monaten, wenn also 1 Jahr seit der Haartransplantation vergangen ist, kann das Resultat der Behandlung im Spiegel bewundert werden. Allerdings bestehen auch hierbei manchmal spezielle Ausnahmen. So kann sich zum Beispiel bei einigen Patienten erst nach etwa sechs bis acht Monaten erheblicher Fortschritt der neuen Haare einstellen. Bei anderen zeigt sich dagegen schon nach vier bis fünf Monaten ein bemerkenswertes Ergebnis und somit eine deutliche optische Aufwertung.
Sieht man einmal von der individuellen Anwuchsrate ab, können auch im Zeitraum von zwölf bis achtzehn Monaten nach Abschluss der OP positive Veränderungen auftreten. Die verpflanzten Eigenhaare wachsen in der Regel über das gesamte Leben weiter.
Nach einem Jahr ist eigentlich was ganz Spannendes mit meinen Haaren passiert: Meine Haare sind vorne, also an der transplantierten Stelle wieder nachgewachsen, das sah toll aus und ich war mehr als zufrieden. Allerdings sind die Haare am Hinterkopf lichter geworden. Das liegt ganz klar an meinem erblich bedingten Haarausfall. Früher oder später sind eben auch andere Stellen am Kopf betroffen und die Haare fallen langsam aus. Das halte ich noch aus und so lange spiele ich mit den Haaren und verwende Haarverdichtungsprodukte wie das Hair Line Powder und das Hair Fiber von Leon Miguel. Diese Produkte habe ich bereits während des gesamten Heilungsprozesses verwendet, damit die Haare schon vor dem Endergebnis toll aussehen.
Rückblickend war dieses eine Jahr tatsächlich eine sehr intensive Zeit für mich. Es war einfach ein unglaubliches Gefühl zu sehen, wie die Haare wieder nachwachsen. Auch beruflich hat es mich weitergebracht.
Die neu gewonnenen Haare dürfen nach Erreichen des Endergebnisses genauso behandelt werden wie es die Patienten bisher mit ihren Haaren gewohnt waren.
Ich rate jedem von einer Haartransplantation ab, der nicht ernsthaft unter seiner Haarsituation leidet.
Eine Haartransplantation darf auf keinen Fall als einfache Beauty-Behandlung abgetan werden.
Vereinbaren Sie also am besten noch heute Ihren Beratungstermin bei uns - kostenlos und unverbindlich. Gerne empfängt Sie das KÖ-HAIR Team zu einem kostenlosen, unverbindlichen Beratungstermin. Rufen Sie uns an, nutzen Sie unsere Online-Beratung oder das Kontaktformular.
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