Viele Männer leiden unter Haarausfall, was oft mit einem Verlust des Selbstwertgefühls einhergeht. Eine Haartransplantation kann hier eine langfristige Lösung bieten, um das ästhetische Erscheinungsbild zu verbessern. In diesem Artikel werden die Erfahrungen von Männern mit Haartransplantationen, die verschiedenen Methoden, Risiken und Kosten beleuchtet, um Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage zu bieten.
Fast 40 Prozent aller Männer sind von Haarausfall betroffen. Meist handelt es sich um erblich bedingten Haarausfall, der mit Geheimratsecken beginnt und mit einer Glatze endet. Laut Bundesverband der Zweithaar-Spezialisten (BVZ) sind auch jüngere Männer betroffen: Schätzungen zufolge leidet jeder vierte Mann unter 30 Jahren unter Haarausfall. Eine Umfrage des Forschungsinstituts Gallup ergab, dass 62 Prozent der Männer mit Haarausfall ein geringeres Selbstwertgefühl haben, und jeder Fünfte leidet unter depressiven Verstimmungen.
Dichtes, volles und gesund aussehendes Haar gilt in unserer Gesellschaft als Schönheitsideal. Viele Betroffene suchen daher nach Lösungen, um ihr Haarbild zu verbessern.
Generell kommt eine Haartransplantation "für alle Frauen und Männer, die unter Haarverlust der behaarten Kopfhaut leiden", infrage. Vorher sollte auf jeden Fall eine medizinische Untersuchung und Beratung bei einem Haarchirurgen stattfinden. Nur ein Spezialist könne abschätzen, ob eine Operation Sinn ergebe oder nicht. Bei der fachärztlichen Analyse werde dann ein Konzept erstellt, wie das Haar trotz weiterführendem Haarausfall voll aussieht. Grundsätzlich sei auch bei einer Vollglatze eine Transplantation möglich.
Es gibt nur wenige Fälle, in denen eine Haartransplantation ungeeignet ist. Die Haarwurzeln sind lebendige Stammzellen, die lebenslang wieder Haare an den kahlen Stellen produzieren.
Für die erste Behandlung kommt laut VDHC nur die Transplantation von Kopfhaaren infrage. Sollte es zu weiteren Verpflanzungen kommen, doch die Spenderfläche am Hinterkopf ist erschöpft, können prinzipiell auch Haare aus anderen Körperregionen verwendet werden - zum Beispiel Barthaare. Was genau möglich ist, entscheidet der behandelnde Chirurg. Neidel weist darauf hin, dass Fremdhaartransplantationen nicht möglich sind, denn sie würden als Fremdhaar erkannt und vom Körper abgestoßen werden.
Die Haartransplantation ist ein mikrochirurgischer Eingriff, der in der Regel drei bis acht Stunden dauert. Die einzelnen Haarwurzeln werden mit sehr dünnen, feinen Hohlnadeln aus der Haut geschnitten. Die kleinen Löcher, aus denen die Wurzeln entnommen werden, verschließen sich sofort.
Die entnommenen Wurzeln pflanzt der Chirurg auf den kahlen Stellen wieder ein. Das Ganze wird unter örtlicher Betäubung vorgenommen und die Patientinnen und Patienten befinden sich in einem leichten Dämmerschlaf. Schmerzen haben sie also nicht.
Der Eingriff ist schonend, da nichts genäht oder geschnitten werden muss. Der Heilungsprozess ist in der Regel bereits nach sieben bis 14 Tagen abgeschlossen. Neidel empfiehlt, mit sportlichen Aktivitäten jedoch drei Wochen zu warten. Leichte Bewegung ist schon am nächsten Tag wieder möglich.
Es gibt zwei Hauptmethoden zur Entnahme der Haarfollikel-Einheiten (FU):
Heutzutage verpflanzt man nur winzige Haarfollikel-Einheiten - englisch: follicular units (FU). Diese enthalten jeweils ein bis vier Haarwurzeln. Der Vorteil ist, dass die kleinen FU naturgetreu in hoher Dichte und kopfhautschonend verpflanzt werden können und bei richtiger Platzierung und flacher Ausrichtung von den Originalhaaren kaum unterscheidbar sind.
Je nach Größe und Dichte der Spenderzone und der Haarlänge am Haarkranz lassen sich bis zu 4000 solcher Haareinheiten entnehmen, ohne dass es am Hinterkopf auffällt.
Es sollten bei einer Haartransplantation aber immer nur so viele Haarfollikel-Einheiten wie nötig entnommen werden. So hat man noch Spenderhaare in Reserve, falls es später im Leben andere lichte Stellen gibt.
Auch wenn es sich bei der Haartransplantation um einen mikrochirurgischen Eingriff handelt, bestehen trotzdem Risiken. Die Stiftung Warentest weist auf Folgendes hin:
Bei einer Transplantation werden meist mehrere tausend Haarfollikel an einer Region am Kopf entfernt und an anderen Stellen wieder eingesetzt. Für die Kopfhaut ist das kurzfristig sehr belastend.
Krustenbildung, Schwellungen, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Juckreiz an den betreffenden Stellen - all das sind Dinge, die in den ersten Tagen auftreten können. Diese Symptome gehen eigentlich immer in der ersten Woche wieder zurück. In Einzelfällen oder bei Allergikern kann es auch mal zwei bis drei Wochen dauern, aber längerfristige Probleme hat so gut wie niemand.
Hinzu kommen die typischen Risikofaktoren jeder Operation: Es kann zu Entzündungen kommen; es kann passieren, dass Wunden nur sehr langsam verheilen.
Außerdem kommt es zu Vernarbungen in der Kopfhaut. Die sind aber so klein, dass man sie mit bloßem Auge nicht sieht. Man spricht daher auch von Mikrovernarbungen. Die Mikrovernarbungen stellen für den Körper in aller Regel kein Problem dar. Insgesamt gilt der Eingriff als sehr unkompliziert und nebenwirkungsarm.
Je nach Umfang betragen die Kosten für eine Haartransplantation zwischen 3.000 und 10.000 Euro. Im Ausland sind die Kosten erheblich niedriger.
Nach unserer Haartransplantation Kosten Studie kostet die Haartransplantation mit der FUE-Methode in Deutschland durchschnittlich 2,93 Euro pro Graft und in der Türkei 1,07 Euro pro Graft.
Viele Männer entscheiden sich für eine Haartransplantation in der Türkei, da die Kosten dort oft geringer sind. Allerdings warnt Haarchirurg Neidel vor den Risiken: Oft führe kein ärztliches Personal die Verpflanzung durch. Gerade in der Türkei gibt es einen extrem großen schwarzen Markt. Es gibt nicht lizenzierte Ärzte, die die Verpflanzung durchführen.
Egal in welchem Land - wer als Patientin oder Patient auf Nummer sich gehen will, sollte nach Chirurgen suchen, die sich in einem offiziellen Verband organisiert haben. "Der Operateur sollte eine Approbation haben, Facharzt sein und vorwiegend diesen Eingriff durchführen", rät Neidel.
Auch die Stiftung Warentest rät zur Wahl eines seriösen Chirurgen und Instituts. Denn werden die Haare bei jungen Menschen zu früh verpflanzt und der Haarausfall ist noch nicht abgeschlossen, können die verpflanzten Areale zu buschigen Inseln auf der sich weiter ausdehnenden kahlen Fläche werden.
Man sollte daher darauf achten, dass der Behandler oder die Behandlerin fachärztlich ausgebildet ist und eine langjährige Erfahrung mit dem Verpflanzen von Haaren hat - bei Haartransplantationen sind insbesondere die Fächer Dermatologie und Chirurgie von Bedeutung.
Manche Spezialpraxen bieten Haarsprechstunden oder Voruntersuchungen zur Haartransplantation an, in denen man sich hinsichtlich Diagnose, Eignung und Vorgehen untersuchen und beraten lassen kann. Wenn dort Fachärztinnen und Fachärzte arbeiten, die sich auf Haartransplantation spezialisiert haben und diese nicht nur gelegentlich durchführen, dann ist man hier normalerweise an einer guten Adresse.
Führt die Behandlung ein erfahrener Haarchirurg oder eine erfahrene Haarchirurgin durch, beträgt die Anwuchsrate der transplantierten Haarfollikel mindestens 90 Prozent. Die Frage ist dann, ob die behandelte Person auch optisch mit dem Ergebnis zufrieden ist.
Wie zufrieden man persönlich mit dem Resultat ist, hat nicht nur mit der Qualität der Behandlung zu tun, sondern spiegelt immer auch die eigene Erwartungshaltung wider. Deshalb ist es wichtig, im Vorfeld eine realistische Einschätzung zum Behandlungsergebnis zu bekommen.
In aller Regel liegt die Zufriedenheit bei über 90 Prozent. In der Praxis von Dr. Neidel zum Beispiel liegt sie eigenen Angaben zufolge bei 95 Prozent. „Bei den übrigen fünf Prozent ist es meist auch nicht so, dass sie mit dem Aussehen komplett unzufrieden sind. Sie wollen eher gezielt noch etwas optimieren - das gelingt normalerweise recht gut in einem zweiten Eingriff“, fasst Neidel zusammen.
Um übermäßigen Haarausfall zu verlangsamen oder gar weitgehend zu stoppen, sind vor allem Medikamente geeignet. Sie sind die Haupt-Alternative zu einer Haartransplantation.
Je früher man zu Medikamenten greift, umso wirkungsvoller lässt sich in der Tendenz ein Haarausfall aufhalten. Oft ist es so, dass wir es erst einmal mit Medikamenten versuchen. Wenn deren Wirkung nicht ausreicht oder der übermäßige Haarausfall zu weit fortgeschritten ist, dann kann eine Haartransplantation häufig gut helfen. In vielen Fällen kommen auch Medikamente und Haartransplantation als Kombination zum Einsatz.
Viele Männer entscheiden sich für eine Haartransplantation in der Türkei, da die Kosten dort oft geringer sind. Allerdings gibt es auch einige Nachteile zu beachten:
Es ist daher ratsam, sich vor einer Haartransplantation im Ausland gründlich zu informieren und die Vor- und Nachteile abzuwägen.
Viele Männer berichten von positiven Erfahrungen nach einer Haartransplantation. Sie fühlen sich selbstbewusster und wohler in ihrem Körper. Einige Beispiele:
Diese Beispiele zeigen, dass eine Haartransplantation das Leben vieler Männer positiv verändern kann.
Eine Haartransplantation kann eine effektive Lösung für Männer sein, die unter Haarausfall leiden. Es ist wichtig, sich umfassend zu informieren, einen erfahrenen Chirurgen zu wählen und realistische Erwartungen zu haben. Die Wahl der Methode (FUE oder FUT) hängt von den individuellen Bedürfnissen und Voraussetzungen ab. Auch wenn Risiken bestehen, sind die Erfolgsraten hoch und viele Männer berichten von einer deutlichen Verbesserung ihres Selbstwertgefühls und ihrer Lebensqualität.
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