Haarausfall nach der Haartransplantation: Ursachen und was Sie wissen müssen

Sie haben sich nach ausgiebigem Erkundigen schlussendlich für eine Haarverpflanzung entschieden. Die Freude ist groß und Sie gehen fest davon aus, dass der dichte Haarwuchs nun nicht mehr lange auf sich warten lässt. Doch nun entsteht plötzlich Haarausfall nach der Haartransplantation und Sie denken schon, dass die Behandlung missglückt ist und der volle Haarwuchs nur ein Versprechen war. Wie sollte man nun vorgehen? Ist es ein Normalzustand oder hatte das Ärzteteam keinerlei Erfahrung?

Dass nach einer Haarverpflanzung ihre Haare wieder ausfallen, sollte Sie nicht beunruhigen. Ihr Eigenhaar wird vom Spenderareal Ihres Kopfes entnommen und an der Empfängerstelle verpflanzt. Dies wiederum zieht nach sich, dass die Follikel praktisch “unter Schock stehen” und sich von der Entnahme, sowie der Verpflanzung erholen müssen.

Erschrecken Sie nicht, denn bis die Haare völlig dicht und robust nachwachsen, vergehen sechs bis zwölf Monate.Noch mehr zweifeln werden Sie, wenn die Haare ausfallen und Sie auf einmal wieder kahl sind oder die ursprünglich behandelten Geheimratsecken im Spiegel entdecken. Gönnen Sie sich die Zeit, denn der wirkliche, starke und dauerhafte Haarwuchs setzt erst ab einem halben Jahr nach der Transplantation ein.

Wie Sie sehen ist zunächst das Ausfallen transplantierter Haare sowie eine ausreichende Heilungsphase normal bis Sie nach einer Haartransplantation wieder volles Haar haben werden. Dennoch: Pro Tag verliert der Mensch bis zu 100 Haare. Das sollten Sie unbedingt bedenken, damit Ihnen ein paar Haare in der Bürste keine Angst machen.

Dabei sollten Sie Haarspezialisten über die Stärke des Stoßes aufklären. Im Anschluss an eine Eigenhaarverpflanzung müssen transplantierte Haarfollikel zunächst anwachsen. Meistens erleben Patienten einen natürlichen Vorgang, wenn es im Verlauf des ersten Monats nach der Haarimplantation im Bereich mit der transplantierten Haarpracht kurzfristig zum Haarverlust kommt. Insofern Sie sich nur leicht den Kopf stoßen nach der Haartransplantation, müssen später verlorene Haare somit nicht zwingend Anzeichen einer Katastrophe sein.

Verfallen Sie nicht in Panik, sondern nehmen diesen Umstand als gegeben hin. Bei diesem Umstand handelt es sich nicht um eine missglückte Behandlung, sondern allein um den Operationsschock, der zum Ausfall nach einer erfolgten Verpflanzung von Eigenhaaren führt. Das ändert sich, sobald die Follikel fest in der Kopfhaut anwachsen und wieder mit dem Blutkreislauf verbunden sind.

10 Dinge, die du VOR deiner Haartransplantation beachten musst

Ursachen für Haarausfall nach der Haartransplantation

Die Erklärung ist einfach. Da die Follikel an der Spenderstelle von der Blutversorgung getrennt wurden, benötigen sie Zeit zum Anwachsen und zur Erholung. Bis die Verbindung zur Nährstoff- und Energieversorgung wieder vollständig hergestellt ist, vergehen im Regelfall zwischen sechs und zwölf Monaten.

Die Follikel wurden durch die hauchdünnen Hohlnadeln von der Blutversorgung getrennt. Abgeschnitten von Proteinen und Nährstoffen ist der Haarausfall nach der Haartransplantation ganz normal.

Bereits nach einem halben Jahr stellen Sie fest, dass die nachwachsenden Haare dicht sind und nicht mehr ausfallen.

Der "Shock Loss" Effekt

Viele Patienten bemerken einige Wochen nach ihrem Eingriff verstärkten Haarverlust - ein Phänomen, das als „Shock Loss“ bekannt ist. Der temporäre Haarverlust nach einer Verpflanzung ist sehr häufig und betrifft 60-80 % der Patienten. Dieser Zustand ist meist harmlos und wächst sich von selbst wieder aus.

Als Shock-Loss bezeichnet man iatrogenen (durch einen Arzt verursacht) Haarausfall, welcher durch ein Trauma z.B. durch eine Haartransplantation oder eine Operation am Kopf ausgelöst wurde. Die Schädigung des Hautgewebes und der darin befindlichen Blutversorgung der Haarfollikel führt zu neurogenen Entzündungen, welche bestimmte Neuropeptide als Entzündungsfaktoren freisetzen.

Nicht nur in den direkt geschädigten Arealen, sondern auch in den benachbarten Hautbereichen, werden neurogene Entzündungskaskaden aktiviert, die schließlich zum Haarausfall führen. Haartransplantationen können Shock-Loss auf verschiedene Weise verursachen.

So kann eine zu umfangreiche FUE-Haartransplantation, von mehr als 2000 Grafts, diesen besonderen Haarverlust im Entnahmebereich (Hinterkopf) auslösen. Im Empfängerareal kann es zum Shock-Loss kommen, wenn die Transplantate zu dicht transplantiert werden (Dense Packing). So kann das Hautgewebe derart stark traumatisiert werden, dass es zum Ausfallen der ggf.

Ungeachtet der angewendeten Methode kann eine nicht fachgerechte Durchführung der Haartransplantation ursächlich für Shock-Loss sein. Hier können verschiedene auslösende Faktoren zusammenkommen, z.B. die Anwendung von Mikromotoren, Roboter sowie der Einsatz von nicht-ärztlichem Personal zur Durchführung der Haartransplantationen oder es kommt zu Infektionen durch Nichteinhaltung von Hygienestandards.

Die Tumeszenz-Lokalanästhesie kann ebenfalls zu Shock-Loss führen. Eine zu umfangreiche Unterspritzung der Kopfhaut mit Kochsalzlösung führt zu erhöhtem Gewebsdruck, welcher zur temporären Unterbrechung der Durchblutung der Haarwurzeln (Haarfollikel) führen kann. Diese Art der exzessiven und übertriebenen Unterspritzung der Kopfhaut mit Betäubungsmitteln und Kochsalzlösung (Tumeszenz-Anästhesie) wird oft in „Billigländern“ und leider mittlerweile auch in Deutschland durchgeführt.

In der Haarverpflanzung wird Shock-Loss oft als reversibles Phänomen beschrieben, welches sich angeblich nach etwa 6 Monaten gänzlich regeneriert. Dies entspricht jedoch nur teilweise unseren klinischen Erfahrungen. Sofern der Shock-Loss durch eine stark gewebetraumatisierende Methode verursacht wurde, ist ein vollständiges Nachwachsen der durch Shock-Loss verlorenen Haare eher unwahrscheinlich.

In Fällen, in denen die Schädigung des Gewebes nicht ganz so gravierend war, kann sich das Gewebe ggf. nach einiger Zeit wieder regenerieren. Es darf mit einem Nachwachsen der verlorenen Haare gerechnet werden. Leider ist jedoch nicht vorhersehbar, ob sich die Haarfollikel wieder so regenerieren werden, dass es zum erneuten Haarwachstum kommen wird.

Weitere Ursachen

  • Infektionen: Eine nicht fachgerechte Behandlung oder die Nichtbeachtung von hygienischen Standards können schwerwiegende Infektionen auslösen.
  • Nekrosebildung und Vernarbung: Durch zu ehrgeiziges Setzen von Kanälen kommt es zu einer Zerstörung der Gefäße. Dadurch ist die Versorgung der Haut nicht mehr gewährleistet. Die Folge ist ein Gewebetrauma, mit ausgedehnter Narbenbildung. Die Transplantate können nicht anwachsen da sie nicht mit Nährstoffen versorgt werden.
  • Schlechte Anwuchsrate: Mit dem Ziel eine hohe Haardichte zu erreichen, werden zu viele Kanäle und Transplantate gesetzt (Dense Packing). Das Ergebnis ist gegenteilig, Gefäße werden dadurch zerstört und eine schlechte Anwachsrate ist die Folge.

Was tun bei Haarausfall nach der Haartransplantation?

Nun beginnt der Zeitraum, in dem Sie sich auf die Nachsorge fokussieren müssen und die Kopfhaut sanft mit dem vom Arzt erhaltenen Shampoo pflegen. Haarausfall nach der Haartransplantation ist nicht das einzige Symptom, mit dem Sie rechnen sollten. So kann auch starker Juckreiz oder Pickel die Folge sein. Vermeiden Sie schweißtreibende Arbeiten und Sport nach der Eigenhaarbehandlung, setzen sich nicht unter Stress und üben sich in Geduld. Dass die Haare nach der Verpflanzung ausfallen, ist also nicht ungewöhnlich. Dennoch sollten Sie die Nachsorgevorgaben beachten. Um das Anwachsen der Follikel in der Kopfhaut zu begünstigen, müssen Infektionen ausgeschlossen werden.

Die richtige Nachsorge

  • Sanfte Pflege: Verwenden Sie milde, sulfatfreie Shampoos und Spülungen, die die Kopfhaut nicht reizen.
  • Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene, vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung. Besonders wichtig sind Nährstoffe wie Eisen, Zink, Vitamin E, Omega-3-Fettsäuren und Proteine.
  • Regelmäßige Kontrolltermine: Nehmen Sie die Nachsorgetermine in der Klinik wahr, um den Heilungsprozess überwachen zu lassen und Fragen zu klären.

Was Sie vermeiden sollten

  • Schweißtreibende Aktivitäten: Vermeiden Sie Sport und schweißtreibende Arbeiten in den ersten Wochen nach der Transplantation.
  • Stress: Reduzieren Sie Stress, um den Heilungsprozess nicht zu beeinträchtigen.
  • Enge Kopfbedeckungen: Verzichten Sie auf eng sitzende Kopfbedeckungen, die die Kopfhaut reizen könnten.

Wann ist Vorsicht geboten?

Es gibt verschieden Anzeichen dafür, dass nach einer vermeintlich erfolgreichen Haartransplantation etwas nicht stimmt. Sie treten zu unterschiedlichen Zeiten nach dem Eingriff auf. Ein erster Hinweis sind oft starke Schmerzen nach der Transplantation. Sie sind ein Zeichen dafür, dass die Haare nicht auf schonende Art und Weise entnommen wurden.

Ein weiteres eindeutiges Anzeichen für eine misslungene Eigenhaartransplantation ist, wenn die Stelle auch Monate nach dem Eingriff gerötet und kahl bleibt. Dass die verpflanzten Haare einige Wochen nach der Transplantation ausfallen ist ganz normal. Die transplantierten Haarfollikel besitzen noch keine eigenen Gefäße zur notwendigen Versorgung der Haarwurzeln mit Sauerstoff und Nährstoffen. Die Revaskularisation (Gefäßneubildung) erfolgt erst in den Folgewochen. Etwa drei Monate nach der Operation beginnen sie aber langsam wieder damit, neue Haare zu produzieren.

Glatzenbildung und sinkende Haardichte sind allerdings Zeichen dafür, dass die Haarfollikel nicht richtig angewachsen sind.

Nach einer Haartransplantation tritt der sogenannte Shock Loss meist innerhalb der ersten zwei bis acht Wochen auf. Dabei fallen die transplantierten Haare vorübergehend aus, da die Haarfollikel in eine Ruhephase (Telogenphase) übergehen. Viele Patienten sorgen sich, wenn der Haarverlust anhält oder das Wachstum zunächst spärlich erscheint. Doch der Heilungsprozess benötigt Zeit - das endgültige Ergebnis zeigt sich erst nach bis zu 12 Monaten.

Anzeichen für Komplikationen

  • Starke und anhaltende Rötungen oder Schwellungen
  • Eitrige Entzündungen oder ungewöhnliche Krustenbildung
  • Anhaltender oder ungleichmäßiger Haarschwund
  • Starke Schmerzen nach der Transplantation

Korrektur einer misslungenen Haartransplantation

Es gibt viele Gründe, warum eine Haartransplantation nicht gelingt. Der häufigste Grund für eine misslungene Haartransplantation ist die unsachgemäße Durchführung durch ungeschultes Personal. Bei unseriösen Anbietern werden Behandlungsschritte an unerfahrene Mitarbeiter delegiert. Irreversiblen Schaden verursachen auch grobe OP-Instrumente und falsche Transplantationsmethoden.

In den allermeisten Fällen können wir Opfern einer misslungen Haartransplantation helfen und das Ergebnis sichtbar verbessern. Hier hängen die individuellen Erfolgsaussichten aber stets vom Einzelfall ab. Haarfollikel sind ein endliches Gut, sind sie einmal entnommen, wachsen sie nicht einfach nach. Allerdings gibt es die Möglichkeit andere Körperhaare als Transplantat zu nutzen (sog.

Am einfachsten zu korrigieren sind Haartransplantationen mit niedriger Anwuchsrate. Im Idealfall wurde dafür nicht die Streifenmethode mit starker Narbenbildung oder die aggressive Entnahme mittels FUE Methode verwendet. Dann sind ggf. noch genug Spenderhaare vorhanden, um eine Korrektur durchzuführen.

Starke Narbenbildung im Spenderareal am Hinterkopf kann dort zu kahlen Stellen führen. In einem solchen Fall ist ebenfalls ausreichend weiteres Spenderhaar eine Voraussetzung für eine Korrektur. Besonders schwer zu korrigieren sind zwar gesunde transplantierte Haare, die aber optische Makel haben.

Beachtet der Operateur die natürliche Haarlinie an der Stirn oder Wuchsrichtung der Haare nicht bei seiner Arbeit, entsteht ein unnatürliches Ergebnis. Der sogenannte Puppenkopfeffekt und falsche Wuchsrichtung der Haare verursachen einen hohen Korrekturaufwand. In diesem Fall müssen die fehlplatzierten bzw.

Auch wenn das Ergebnis am Ende vielleicht nicht perfekt aussehen wird - in fast allen Fällen können wir durch eine Korrektur einer Haartransplantation deutliche Verbesserungen erzielen.

Mögliche Korrekturmaßnahmen

  • Narbe ist zu groß: Durch einen haarchirurgischen Eingriff kann die Narbe verkleinert werden.
  • Puppenkopfeffekt: Die unnatürlich angebrachten Haarfollikel können wegelasert oder einzeln versetzt werden.
  • Nekrose & Narben: Auf Narbengewebe können Transplantate gesetzt werden.
  • Haarlinie unnatürlich: Durch versetzen von Einzelhaaren können wir die Haarlinie harmonisch gestalten.
  • Schlechte Anwachsrate: Durch weitere Transplantate bzw.

Fazit

Haarausfall nach einer Haartransplantation ist oft ein normaler Teil des Heilungsprozesses. Geduld, die richtige Nachsorge und das Wissen um mögliche Komplikationen sind entscheidend für ein erfolgreiches Ergebnis. Bei Unsicherheiten oder Problemen sollten Sie immer professionellen Rat einholen.

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