Viele Patienten, die unter einer Vollglatze leiden, fragen sich, ob eine Haartransplantation in ihrem Fall überhaupt noch möglich ist. Denn Glatzen sind zwar inzwischen als modischer Stil anerkannt, doch nicht jeder fühlt sich mit einer kahlen Oberseite des Kopfes wirklich wohl. In diesem Fall kann eine Haartransplantation dauerhaft für mehr Attraktivität und Lebensqualität sorgen.
Die Haartransplantation bei einer Glatze hilft vor allem Männern, aber auch Frauen, die aufgrund ihres genetisch bedingten Haarausfalls nur noch wenig, keine oder sehr lichtes Haar am Oberkopf haben.
Damit die Glatze erfolgreich durch eine Haartransplantation therapiert werden kann, stellt die Behandlung gewisse Herausforderungen an die Planung für den Haarchirurgen und sein Team. Denn bei einer Vollglatze steht in der Regel nur relativ wenig Spenderhaar zur Verfügung. Da sehr viele Haarfollikel verpflanzt werden müssen, kann es möglich sein, dass eine Kombination aus FUE-Methode und FUT-Methode in Betracht kommt.
Gegebenenfalls muss sich der Patient, um ein gewünschtes Ergebnis zu erreichen, sogar auf mehrere Sitzungen einstellen. Eventuell wird entschieden, zunächst die Geheimratsecken und einen Teil der Glatze zu schließen, um erst später zu entscheiden, wie mit der verbleibenden Tonsur umgegangen wird.
In Ausnahmefällen besteht auch die Möglichkeit, auf Körperbehaarung zurückzugreifen, um möglichst noch mehr Haarwurzeln als Spenderhaar zu erhalten.
Sollten die Haare in einem sehr kurzen Zeitraum sehr schnell ausfallen und die Glatzenbildung rasch voranschreiten, gilt natürlich wie immer: Die Ursache des Haarausfalls muss eruiert und gegebenenfalls mit alternativen, nichtinvasiven Methoden behandelt werden. Der Haarausfall sollte vor der Haartransplantation gestoppt sein.
Auch der zu einer Glatzenbildung bei Frauen führende Haarausfall kann durch eine Haarverpflanzung behandelt werden. Bei Frauen handelt es sich seltener um erblichen Haarausfall, sondern öfter um medikamentös bzw. hormonell bedingten Haarausfall.
Die Haarverpflanzung zur Bedeckung einer Glatze eignet sich vor allem bei androgenem und diffusem Haarausfall. Nach Behandlung der Ursachen des diffusen Haarausfalls ist eine Haartransplantation in der Regel möglich.
Nicht in allen Fällen ist eine sofortige Haarverpflanzung zur Behandlung des Haarausfalls notwendig. Je nach auslösenden oder verstärkenden Faktoren gibt es Alternativen zur Haartransplantation. So kann dünnes, sprödes Haar mit erhöhter Ausfallneigung ebenso von Nährstoffmangel oder Stress herrühren - bei Männern wie bei Frauen.
Erblich bedingter Haarausfall wird oft durch Mangelzustände beschleunigt. Ein erfahrener Arzt und Haarexperte kann durch eine Untersuchung feststellen, ob das bei Ihnen der Fall ist. Unter Umständen kann dann eine Haarwurzelbehandlung helfen.
Dabei wird die Kopfhaut von Patientin oder Patient mehrfach mit konzentriertem Eigenblut behandelt (platelet-rich plasma, zu Deutsch „plättchenreiches Blutplasma“). Die Nährstoffversorgung lässt sich so häufig verbessern, die Haare können einen Wachstumsschub erhalten.
Um aus einer Glatze eine geschlossene Haardecke zu bilden, die natürlich und gut aussieht, erstellen die Ärzte und Haar-Profis zunächst für jeden Patienten einen individuellen Plan. Dabei werden Ihre Wünsche mit den Erfahrungen des Arztes zur Machbarkeit in Einklang gebracht.
Im Vordergrund der Planung steht die genaue Festlegung der benötigten Menge und der Position der Haaransatzlinie. Die Linie wird bereits im Beratungsgespräch probeweise eingezeichnet. So haben unsere Patienten eine klare Vorstellung, ab wo ihr zukünftiger Haarwuchs beginnen kann.
Mitunter ist es ratsam, die Linie etwas höher anzusetzen und ihr den natürlichen Verlauf mit Geheimratsecken zu geben, damit die zu verpflanzenden Haare reichen. All das besprechen Sie mit unseren Experten. Dort werden am Tag der OP die Haarlinie erneut eingezeichnet und letzte Korrekturen vorgenommen, wenn Sie es wünschen.
Die Haarfollikel werden nach Größe sortiert, damit sie später so eingesetzt werden können, dass ein möglichst dichter Haarwuchs entsteht. Hierfür werden eher Gruppen von drei oder vier Haaren genommen, während für die vordere Haarlinie Einzelhaare gebraucht werden.
Der Eingriff kann in einer Dämmerschlafnarkose durchgeführt werden. Die Transplantationszeit beträgt sechs bis acht Stunden und wird ambulant durchgeführt.
Für ein großes Areal wie eine Vollglatze wird viel Spenderhaar benötigt, das einzeln und exakt entnommen und wieder eingesetzt werden muss. Deshalb ist dieser Eingriff sehr zeitaufwendig.
Großflächige Glatzen und Vollglatzen benötigen sehr viel Spenderhaar. Um es zu gewinnen, können die beiden Standardmethoden FUE, bei der die Haare einzeln entnommen werden, oder FUT, bei der sie über einen Hautstreifen gewonnen werden, zum Einsatz kommen. Eventuell werden sie sogar kombiniert, um genug Spenderhaar zu erhalten.
Vielleicht ist es sogar ratsam, die Operation nicht in einem Schritt zu vollziehen, sondern zunächst die Vollglatze zu einer kleinen Tonsur zu verkleinern und anschließend zu entscheiden, ob die Tonsur geschlossen werden soll.
Führt die Behandlung ein erfahrener Haarchirurg oder eine erfahrene Haarchirurgin durch, beträgt die Anwuchsrate der transplantierten Haarfollikel mindestens 90 Prozent. Die Frage ist dann, ob die behandelte Person auch optisch mit dem Ergebnis zufrieden ist.
Wie zufrieden man persönlich mit dem Resultat ist, hat nicht nur mit der Qualität der Behandlung zu tun, sondern spiegelt immer auch die eigene Erwartungshaltung wider. Deshalb ist es wichtig, im Vorfeld eine realistische Einschätzung zum Behandlungsergebnis zu bekommen.
In aller Regel liegt die Zufriedenheit bei über 90 Prozent.
Bei einer Transplantation werden meist mehrere tausend Haarfollikel an einer Region am Kopf entfernt und an anderen Stellen wieder eingesetzt. Für die Kopfhaut ist das kurzfristig sehr belastend.
Krustenbildung, Schwellungen, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Juckreiz an den betreffenden Stellen - all das sind Dinge, die in den ersten Tagen auftreten können. „Diese Symptome gehen eigentlich immer in der ersten Woche wieder zurück. In Einzelfällen oder bei Allergikern kann es auch mal zwei bis drei Wochen dauern, aber längerfristige Probleme hat so gut wie niemand“, sagt Neidel.
Hinzu kommen die typischen Risikofaktoren jeder Operation: Es kann zu Entzündungen kommen; es kann passieren, dass Wunden nur sehr langsam verheilen.
Außerdem kommt es zu Vernarbungen in der Kopfhaut. „Die sind aber so klein, dass man sie mit bloßem Auge nicht sieht. Man spricht daher auch von Mikrovernarbungen“, sagt Hortling. Die Mikrovernarbungen stellen für den Körper in aller Regel kein Problem dar.
Die Kosten für eine Haartransplantation bei einer Glatze können sich auf 6.000,- € bis 8.000,- € pro Sitzung belaufen. Ein verbindliches Angebot erhalten die Patienten in einem persönlichen Beratungsgespräch.
Die Kosten einer Haartransplantation hängen stark vom Aufwand und der Anzahl der benötigten Transplantate ab. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und ist in der Regel eine Selbstzahlerleistung, wird also nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Man kann Preise ab 4,66 Euro pro follikulärer Einheit planen. Wer eine ausgeprägte Halbglatze hat, kann mit 5.000 bis 6.000 Transplantaten und damit Kosten von bis zu 28.000 Euro rechnen.
Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann eine ärztliche Beratung nicht ersetzen.
tags: #Haartransplantation #bei #Vollglatze #möglich
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.