Rehe auf Friedhöfen: Erfahrungen und Lösungen zur Abwehr

Immer wieder kommt es vor, dass Rehe auf Friedhöfen Blumen und Pflanzen fressen, was zu Ärger und Frustration bei den Friedhofsbesuchern führt. Dieser Artikel beleuchtet das Problem und stellt verschiedene Lösungsansätze vor.

Das Problem: Rehe als "Grabschänder"

Viele Friedhofsbesucher kennen das Problem: Rehe fressen die Blumen auf, die als Grabschmuck abgelegt wurden. So geht es auch Dieter Franke, der sich über die Rehe auf dem Friedhof in Neu Wulmstorf ärgert: "Das ist kein Friedhof, sondern ein Wildgehege". Dreimal pflanzten er und seine Frau Eisbegonien und Stiefmütterchen, doch stets blieben nur die Stiele übrig.

Besonders beliebt bei den Rehen sind Rosen und Stiefmütterchen. Sie grasen den Friedhof regelrecht ab. Der Friedhof an der Lutherkirche in Neu Wulmstorf ist mit 72.000 Quadratmetern groß und bietet genug Rückzugsraum - ein Park, in dem zwei Drittel der Fläche Grünfläche ist.

Im vergangenen Jahr haben Experten vermutet, dass nach einem harten Winter die Nahrung so akut knapp war, dass die Rehe ihre Scheu abgelegt und sich auf den Friedhof vorgewagt haben. Mittlerweile gibt es eine neue Theorie, was Rehe in die Siedlungen der Menschen treiben könnte: Der verstärkte Anbau von Mais sei Schuld, den mögen Rehe nämlich nicht.

Lösungsansätze und Erfahrungen

1. Zaunbau

Die Gemeinde Neu Wulmstorf plant, einen zwei Meter hohen Zaun um den Friedhof zu errichten, den Rehe nicht mehr überspringen können. 20.000 Euro wurden dafür bereitgestellt. Allerdings gestaltete sich die Auftragsvergabe schwierig. Bevor die letzte Ecke des rehsicheren Walls geschlossen wird, soll eine Menschenkette die Rehe durch das Schlupfloch scheuchen und der Zaun dann geschlossen werden.

Eine aufwändige, aber effektive Abwehrmaßnahme gegen unerwünschte Gartenbesucher ist ein Zaun oder eine dichte Dornenhecke. Eine Hecke sollte als Wildschutz mindestens 1,70 Meter hoch sein und aus robusten Dornensträuchern wie Weißdorn (Crataegus), Feuerdorne (Pyracantha) oder Berberitze bestehen. Ein regelmäßiger Schnitt sorgt dafür, dass die natürliche Wildbarriere bis unten dicht bleibt.

2. Vergrämungsmittel

Bis zum Zaunbau stellt die Friedhofsverwaltung den Trauergästen kostenlos Vergrämungsmittel zur Verfügung. Diese Duftstoffe, die den empfindlichen Nasen der Rehe nicht bekommen, haben aber einen großen Nachteil: Sie lassen frische Blumen schnell gelblich verfärbt und damit verfault aussehen, berichten mehrere Friedhofsgäste übereinstimmend.

Ein Präparat, das Rehe, aber auch Kaninchen und andere Wildtiere davon abhalten soll, sich an den Pflanzen im Garten zu vergreifen, trägt den Name Wildstopp. Es enthält als natürlichen Wirkstoff reines Blutmehl, das mit Wasser verrührt und anschließend dünn auf alle gefährdeten Pflanzen gesprüht wird. Der Geruch löst bei Pflanzenfressern einen Fluchtinstinkt aus, denn er bedeutet Gefahr. Die Wirkung des Vergrämungsmittel soll laut Herstellerangabe im Sommer bis zu zwei Monate und im Winter bis zu einem halben Jahr anhalten.

Wildschreck ReHa ist ein erprobtes Produkt zur gezielten Vertreibung und Fernhaltung von Rehwild, Hochwild, Hasen und Kaninchen. Die Duft- und Wirkstoffe von Wildschreck-ReHa werden durch die Tiere wahrgenommen und treibt sie in die Flucht. Wildschreck-ReHa ist lang anhaltend wirksam, muss allerdings bei starken Regenabwaschungen erneut angewendet werden. Die eingesetzten Wirkstoffe sind für Menschen, Tier und Umwelt unschädlich. Wildschreck-ReHa ist auch bei sparsamer Anwendung äußerst effektiv.

3. Hausmittel

Auch Haarspray und Pfeffer auf den Blumen habe nicht gewirkt. Die Liste der Hausmittel zur Vertreibung von Rehen ist lang: in Bäumen aufgehängte CDs oder Petroleumlappen, rotweißes Absperrband, Vogelscheuchen, Leuchten oder Radios mit Bewegungsmelder, versprühte Buttermilch, ausgestreute Hornspäne oder Säckchen mit Hundehaaren. Für jedes dieser Mittel gilt dasselbe - der eine schwört darauf, beim anderen hingegen wirkt es überhaupt nicht. In vielen Fällen gewöhnen sich die Rehe im Lauf der Zeit an die Störquellen. Zudem ist der Hunger gerade im Winter oft größer als die Angst.

Einige Friedhofsbesucher haben auch von ihren Erfahrungen mit anderen Mitteln berichtet:

  • Hundehaare: Hundehaare können in kleinen Säckchen aufgehängt oder unter die Bepflanzung gelegt werden. Der Geruch soll Rehe abschrecken.
  • Menschenhaare: Auch Menschenhaare, die vom Friseur gesammelt wurden, können auf die Blumen gelegt werden.
  • Senf oder Augustora: Das Bestreichen der Blumen mit Senf oder Augustora (einem bitteren Küchenzusatz) soll die Rehe ebenfalls vertreiben.
  • Hundeurin: Ein Jäger empfiehlt, verdünnten Hundeurin auf die Rosen zu sprühen. Der Geruch soll Rehe abschrecken und gleichzeitig als Dünger wirken.

4. Weitere Maßnahmen

Neben den genannten Mitteln gibt es noch weitere Ansätze, um Rehe vom Friedhof fernzuhalten:

  • Hund: Ein Hund, der frei im Garten herumläuft, kann Rehe vertreiben.
  • Hinweisschilder: Ein Hinweisschild am Friedhofstor kann Besucher daran erinnern, das Tor zu schließen.
  • Plantskydd: Das Produkt Plantskydd deer repellent, das aus Skandinavien stammt, soll ebenfalls wirksam sein.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit der verschiedenen Methoden von den individuellen Gegebenheiten abhängt. Was bei dem einen funktioniert, muss nicht zwangsläufig auch bei dem anderen helfen. Es empfiehlt sich, verschiedene Methoden auszuprobieren und diejenige zu wählen, die am besten geeignet ist.

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Tabelle: Übersicht der Abwehrmaßnahmen gegen Rehe

Maßnahme Vorteile Nachteile Erfahrungen
Zaun Effektiv, dauerhaft Aufwändig, teuer Wirksam, wenn hoch genug
Vergrämungsmittel Einfach anzuwenden Muss regelmäßig erneuert werden, kann Blumen verfärben Wirksamkeit unterschiedlich
Hausmittel Günstig, umweltfreundlich Wirksamkeit oft gering, Gewöhnungseffekt Von Person zu Person unterschiedlich
Hund Effektiv, natürlich Hund muss beaufsichtigt werden, nicht für jeden geeignet Wirksam, wenn Hund Jagdtrieb hat

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