Haarausfall bei Katzen: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Haarausfall bei Katzen ist ein häufiges Problem, das viele Katzenhalter verunsichert. Wenn die geliebte Mieze plötzlich kahle Stellen am Kopf, am Rücken, am Bauch oder am Schwanzansatz entwickelt, sind viele Besitzer verständlicherweise besorgt. Dieser Artikel erklärt, wie es zu Haarausfall bei Katzen kommt und was dagegen unternommen werden kann.

Dass Katzen täglich Haare verlieren, ist normal. Das Fell dient dazu, den Wärmehaushalt der Katze zu regulieren. Außerdem erneuert sich das Fell: Alte Haare fallen aus, neue wachsen nach. Wenn der Haarausfall bei Katzen aber so stark ist, dass das Fell sichtbar dünner wird oder wenn sogar kahle Stellen entstehen, ist dies ein Anzeichen für verschiedene Erkrankungen.

Haarausfall (Alopezie) kann bei Katzen physiologisch aufgrund des saisonalen Fellwechsels oder aber auch krankhaft auftreten. Gut zu wissen: Haarausfall ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Anzeichen für eine Erkrankung.

Wenn Ihre Katze mehr Haare als normal verliert, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen. Je mehr Angaben Sie machen, desto genauer kann der Tierarzt feststellen, ob eine Katzenalopezie vorliegt. Hierzu zählen Dinge wie Essgewohnheiten und Verhaltensänderungen.

Äußere Merkmale von Haarausfall bei Katzen:

  • Zu Beginn ist der Haarausfall bei Ihrer Katze oft kaum sichtbar.
  • Wenn der Verlust jedoch anhält, sollten Sie die Haut genau beobachten.
  • Die Haut bei Katzen mit Haarausfall kann rot sein, Beulen zeigen, normal aussehen oder mit Krusten bedeckt sein.

Haarausfall bei Katzen, auch Alopezie genannt, kann behandelt werden, allerdings hängt die Behandlung stark von der Ursache ab, und die verfügbaren Optionen können begrenzt sein.

Ohrmilben bei Katzen | Symptome & Behandlung ✅

Ursachen für Haarausfall bei Katzen

Haarausfall bei Katzen kann viele verschiedene Ursachen haben - körperliche, aber auch seelische. Reißt sich die Katze selbst das Fell aus, kann dies beispielsweise darauf hindeuten, dass sie starken Juckreiz empfindet. Aber auch psychische Faktoren wie Nervosität, Stress oder Langeweile können der Auslöser für dieses Verhalten sein.

Man kann die Gründe für dünnes Fell (Hypotrichose) oder kahle Stellen (Alopezie) bei Katzen in drei Kategorien einteilen:

  1. Das Haarwachstum ist gestört: Es fallen nicht mehr Haare aus als normal, sondern es wachsen zu langsam Haare nach. Der Wachstumszyklus der Katzenhaare kann zum Beispiel durch Stoffwechselstörungen durcheinander kommen, oder das spärliche Haarwachstum ist angeboren. Insgesamt sind Störungen des Haarwachstums aber seltener als früher angenommen.
  2. Die Haarwurzeln oder Haarschäfte wurden geschädigt: Verursacher solcher Haarschäden sind in der Regel Infektionen:
    • Demodex-Milben (Demodikose; meist infolge einer Erkrankung, die das Immunsystem unterdrückt, z.B. FIV oder FeLV)
    • Hautpilze (Dermatophyten) oder seltener
    • bakterielle Haarbalg-Entzündungen (Follikulitis)
    Bei diesen Ursachen für Haarlosigkeit sieht man meist (aber nicht immer) auch andere Symptome, wie entzündete, offene, nässende Hautstellen oder Schuppenbildung. Besonders Demodex-Milben sind oft nur schwer zu finden, da sie tief in der Haut im Haarbalg leben.
  3. Die Katze entfernt die Haare selbst: Dies ist der häufigste Grund für Haarlosigkeit und dünnes Fell bei Katzen. Der Fachbegriff dafür heißt feline selbstinduzierte Alopezie (FSA). Experten schätzen, dass die Besitzer in 90% aller Fälle nicht mitbekommen, dass ihre Katze sich kahl leckt, weil sie sich dafür gern zurückzieht.

Weitere Ursachen können sein:

  • Hormonelle Störungen: Die Bildung von Haaren erfolgt nach drei verschiedenen Phasen, welche durch diverse Wachstumshormone gesteuert werden. Diese werden unter anderem durch die Hormone der Nebennieren oder der Schilddrüse beeinflusst, weshalb Erkrankungen dieser Organe zu Haarausfall führen können.
  • Erblich bedingte Krankheiten: Welche zu funktionellen oder strukturellen Störungen der Haarwurzeln führen (z.B. Infektionen der Haut durch Bakterien (z.B. Staphylokokken oder Streptokokken) sowie durch Pilze.
  • Allergische Reaktionen: (z.B. Katzen können am gesamten Körper oder an bestimmten Körperregionen wie etwa über den Augen und an den Beinen Haarausfall zeigen.
  • Parasitenbefall: Ist Ihre Katze häufig draußen unterwegs, kann sie sich schnell Milben oder Flöhe einfangen. Der daraus resultierende Parasitenbefall kann zu einem vermehrten Fellverlust führen, denn das Tier leckt sich betroffene Stellen wegen des Juckreizes kahl.
  • Stress: Leidet die Katze unter Stress, kann das ebenfalls dazu führen, dass sie sich Körperstellen kahl leckt. Mögliche Stress-Auslöser sind z.
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose): Manche Katzen leiden auch an einer Schilddrüsenüberfunktion.
  • Hautpilze: Zudem können Hautpilze die Haarwurzeln oder -schäfte schädigen. Neben der Haarlosigkeit bemerken Sie in solch einem Fall vermutlich auch andere Symptome wie Entzündungen oder Schuppenbildung.
  • Schmerzen: Ein weiterer Grund dafür können Schmerzen sein, z. B.

Einzigartige Ursachen für Haarausfall bei Katzen:

Bestimmte Rassen, wie etwa Himalaya- und Bengalkatzen, haaren bekanntermaßen mehr als andere Rassen. Andererseits werden Rassen wie die Sphinx-Katze gezielt darauf gezüchtet, haarlos zu sein.

Kahlheit bei Kätzchen: Es ist normal, dass beim Streicheln einer jungen Katze etwas Fell ausfällt. Kätzchen verlieren mit zunehmendem Alter ihr Nesthaar, das dünner ist als das spätere Fell.

Haarausfall bei älteren Katzen: Wie bei Menschen, leiden auch Katzen unter altersbedingten Beschwerden, die sich verschieden äußern können. Haarausfall ist ein häufiges Problem, oft bedingt durch Stress, Demenz oder körperliche Störungen wie Nieren- oder Schilddrüsenprobleme.


Verschiedene Formen von Alopezie bei Katzen

Feline selbstinduzierte Alopezie (FSA)

Dies ist der häufigste Grund für Haarlosigkeit und dünnes Fell bei Katzen. Kann bei Ihrer Katze nicht sein, denken Sie? Experten schätzen, dass die Besitzer in 90% aller Fälle nicht mitbekommen, dass ihre Katze sich kahl leckt, weil sie sich dafür gern zurückzieht. Außerdem hat schließlich kaum ein Mensch die Zeit, rund um die Uhr zu beobachten, wie oft und wie lange seine Katze sich das Fell leckt.

Hinweise auf feline selbstinduzierte Alopezie:

  • Ihre Katze ist nur an den Stellen kahl, die sie selbst mit ihrer Zunge erreichen kann.
  • Oft sind die kahlen Stellen symmetrisch am Körper verteilt.
  • Sehr häufig ist zuerst der Bauch der Katze nackt.
  • Sie finden viele Katzenhaare im Kot.
  • Ihre Katze würgt Haarballen hervor (Trichobezoare), oder Sie sehen Haare zwischen ihren Zähnen.

Der mit Abstand häufigste Grund für die FSA ist Juckreiz. Etwa drei Viertel aller Katzen lecken sich kahl, weil es sie juckt! Der Juckreiz entsteht meist durch:

  • Parasiten, am häufigsten Flöhe
  • Allergien: gegen Flöhe, Umweltallergene (z.B. Pollen) oder bestimmte Futtermittel

Manchmal lecken sich Katzen auch Stellen kahl, an denen sie Schmerzen haben. Am Bauch zum Beispiel wegen einer schmerzhaften Blasenentzündung und/oder Harnsteinen. Oder die Katzen nutzen exzessives Putzen, um Stress abzubauen. Das kann sich zu einer so genannten psychogenen Leckalopezie entwickeln, die von Verhaltensmedizinern als Zwangserkrankung eingestuft wird.

Nur jede zehnte Katze, die sich selbst kahl leckt, tut dies aufgrund einer psychischen Erkrankung.

Diagnose von Haarausfall bei Katzen

Aufgrund der vielen Ursachen für Haarausfall bei Katzen ist es ratsam, bei einem Tierarzt Rat zu suchen. Bereits während der Besitzerbefragung (Anamnese) können Informationen, etwa über die bisherige Parasitenpropyhlaxe oder die Fütterungs- und Haltungsweisen, wichtige Hinweise liefern. Auch plötzliche Wesensveränderungen oder das Vorkommen weiterer Symptome (z.B.

Nachdem der Tierarzt im Rahmen der klinischen Allgemeinuntersuchung den aktuellen Gesundheitszustand ermittelt hat, kann er mit der gründlichen Betrachtung (Adspektion) der betroffenen Hautareale fortfahren. Ist auf der Haut zum Beispiel ein eitriges Sekret erkennbar, so kann dies ein Zeichen für eine bakterielle Hautentzündung (Pyodermie) sein.

Leider deutet das Äußerliche nicht immer auf die Ursache hin, weshalb in manchen Fällen ein größerer Zeitaufwand für eine sichere Diagnose notwendig ist.

Mögliche diagnostische Maßnahmen:

  • Mittels einer Blutuntersuchung können Anzeichen für Entzündungen, allergische Reaktionen sowie für einen Parasitenbefall oder Erkrankungen verschiedener Organe (z.B.
  • Zum Abklären allergischer Reaktionen kann weiterhin ein Hauttest (Intradermaltest) oder Antikörper-Test (In-Vitro-Test) durchgeführt werden.
  • Zum Bestimmen des Haarzyklus kann ein Trichogramm verwendet werden.

Ringelflechte am Kopf einer Katze

Behandlung von Haarausfall bei Katzen

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache für den Haarverlust. Haarausfall bei Katzen muss nicht immer behandelt werden. Haarverlust beim Wechsel der Jahreszeiten ist normal und bedarf keiner Therapie.

Allgemeine Behandlungsansätze:

  • Bakterielle Infektionen heilen in der Regel nach regelmäßiger Wundreinigung über mehrere Tage hinweg ab.
  • Haarausfall aufgrund einer Allergie erfordert in manchen Fällen die Gabe von Kortison-Präparaten.
  • Hormonelle Störungen können abhängig von der jeweiligen Ursache mithilfe von Medikamenten oder chirurgischen Maßnahmen behandelt werden.
  • Tumuröse Erkrankungen erfordern je nach Zellart eine Strahlen- oder Chemotherapie.
  • Ist eine Futtermittelallergie oder eine Mangelerscheinung für den Haarausfall verantwortlich, kann es sinnvoll sein, das Katzenfutter zu wechseln.
  • Bei Infektionen der Haut und Haare mit Bakterien, Pilzen oder Parasiten gibt es spezielle Shampoos oder Tinkturen, um die Krankheitserreger zu beseitigen. Eventuell ist eine innerliche (systemische) Therapie nötig, z.B.

Bei vermehrtem Putzen aufgrund psychischer Ursachen kann ein Halskragen den Haarausfall vermindern, weil er die Katze daran hindert, sich zu putzen. Allerdings beseitigt dies nur die Symptome, nicht aber die Ursachen der Probleme.

Natürliche Mittel: Haarausfall durch Parasiten wie Ringelflechte, Pilze oder Flöhe lässt sich oft mit natürlichen Mitteln behandeln. Organimal bietet hierfür 100% natürliche Lösungen.

Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für ein gesundes Fell. Störungen der Darmfunktion durch falsche Ernährung können zu Problemen wie Haarausfall, Allergien und Juckreiz führen. Eine optimale Ernährung für Katzen beginnt mit einer getreidefreien Kost, die frei von chemischen Zusätzen ist.

Lachsöl hilft effektiv bei Fell- und Hautproblemen, denn es enthält Omega-Fettsäuren, die entzündungshemmend und zellweichmachend wirken. Dies fördert die Fell- und Hautgesundheit, hilft bei kahlen Stellen, Schuppen sowie Haarausfall und sorgt für einen besseren Feuchtigkeitshaushalt.

Vorbeugung von Haarausfall bei Katzen

Manchen Entstehungsgründen von Haarausfall bei Katzen kann frühzeitig entgegengewirkt werden. So können spezielle Halsbänder oder Spot Ons als Parasitenprophylaxe eingesetzt werden, welche mittels Pyrethroiden Milben, Flöhe und Zecken bekämpfen.

Weitere Tipps zur Vorbeugung:

  • Schützen Sie Ihre Katze oder Ihr Kätzchen vorbeugend vor Parasiten wie Flöhen und Ringelflechte, um Haarausfall zu vermeiden. Es gibt zahlreiche natürliche Heilmittel, die Ihr Haustier schützen können.
  • Bieten Sie ausreichend Abwechslung durch Spielzeug und spielen Sie täglich mit Ihrem Haustier, um Stress zu vermeiden. Stress ist eine häufige Ursache für den Haarausfall bei Katzen.
  • Sorgen Sie für die richtige Ernährung und ergänzen Sie diese bei Bedarf.

Haarausfall selbst ist für die meisten Katzen kein großes Problem. Dennoch können schwerwiegende Erkrankungen dem Symptom zugrunde liegen. Die Prognose ist daher stark von der Entstehungsursache und der Therapie abhängig.

tags: #mittel #gegen #katzen #haarausfall #ursachen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen