Haarpflege mit Proteinen: Wirkung und Anwendung

Wenn sich Haare trocken, platt oder brüchig anfühlen, kann es sein, dass Ihren Haaren Protein fehlt. Gute Haarkuren, die das Haar mit Feuchtigkeit versorgen, können hierbei erst einmal weiterhelfen, doch oft ist es nicht nur Feuchtigkeit, die Ihrem Haar fehlt, sondern auch andere wertvolle Stoffe, die Ihr Haar seidig und glänzend wirken lassen. Protein ist hierbei besonders wichtig für das Haar, um Haarbruch zu verhindern, die Haare zu stärken und elastisch zu halten. Bei Proteinmangel fehlt es den Haaren an Struktur und Stärke, was die Frisur schnell platt und brüchig wirken lassen kann.

Warum benötigt das Haar Proteine?

Dass Eiweiß für die Haare ein grundlegender Baustein ist, ist schon länger bekannt. Denn Haare bestehen aus dem Protein Keratin, das vom Körper selbst hergestellt wird. Dieses Protein sorgt für den gesunden Glanz der Haare. Oftmals tritt bei Haaren jedoch ein Proteinmangel auf, der die Haare stumpf wirken und weniger strahlen lässt.

Unsere Haare bestehen zu 90% aus Keratin, einem speziellen Protein. Keratin ist verantwortlich für die Festigkeit, Elastizität und Struktur unserer Haare. Schon alltägliches Bürsten, Duschen und Föhnen strapaziert unsere Haare. Färben, Blondieren, Chlor und Umwelteinflüsse zahlen auch nicht auf eine gesunde Lockenpracht ein, sondern schädigen sie auf Dauer. An dieser Stelle haben die Proteine ihren Heldenauftritt. Sie haben die Fähigkeit, die Haarstruktur zu stärken und beschädigte Bereiche zeitweise zu reparieren. Sie dringen in die Haarfaser ein, füllen Lücken und Risse auf und sorgen so dafür, dass das Haar wieder gesund, glatt und widerstandsfähig wird.

Proteine verstärken die Widerstandsfähigkeit der Haare und bewirken, dass sie nicht zu schnell beschädigt werden. Sie sind am besten für Haare mit hoher Porosität und geöffneter Schuppenschicht. Dicke Haare mit geringer Porosität können mit solchen Proteinen beschwert werden. Dieser Typ der Proteine bildet auf der Oberfläche der Haare eine schonende Schicht, die für die Glättung und den Glanz der Haare verantwortlich ist.

Die angemessene Haarpflege besteht in der ausgeglichenen Lieferung der Nährstoffe. Das Übermaß an einem Stoff kann ähnliche Folgen haben, wie ein Mangel daran. In Bezug darauf ist es möglich, den Haaren zu viel Proteine gegenüber anderen Nährstoffe zu liefern. Die Balance zwischen Emollientien, Feuchthaltemitteln und Proteinen wird dann ins Wanken gebracht. Eine solche Situation führt dazu, dass die Strähnen steif, trocken und rau werden. Sie plustern zudem auf, anstatt elastisch zu werden. Es ist ausreichend, die Haare mit einem stärkeren Shampoo zu reinigen. Das Kosmetikprodukt beseitigt die Proteinschicht. Es lohnt sich danach die Haare mit einem Öl zu pflegen. Moleküle der Haaröle schwächen die Wirkung der Proteine.

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Proteinmangel im Haar erkennen

Wann fehlt den Haaren Proteine? Der Mangel an Proteinen ist sofort sichtbar: die Haare werden schlaff, widerspenstig und nicht mehr vital. Sie bereiten zudem Probleme beim Haarstyling. Es fehlt ihnen Elastizität und Energie. Proteine sind unbedingt solchen Haaren, die sehr oft gefärbt, geföhnt, gestylt, geglättet oder gelockt werden und einfach strapaziert sind. Je mehr schädliche Faktoren einen Einfluss auf die Haare hat, desto mehr Proteine brauchen die Haare.

All diese Anzeichen können aber auch auf einen Feuchtigkeitsmangel hinweisen. Wie erkenne ich also, ob mein Haar Proteine oder Feuchtigkeit braucht? Mache den Test! Wasche dein Haar und dehne es. Unterbrich’ die Dehnung und achte darauf, wie sich dein Haar verhält. Geht es in seine ursprüngliche Form zurück, ist alles in Ordnung. Bricht es jedoch sofort ab, ohne sich dehnen zu lassen, dann braucht es Feuchtigkeit. Lässt sich dein Haar extrem dehnen und bricht nicht ab, dann fehlt es an Proteinen. Fühlt sich das Haar gummiartig an, braucht es ebenfalls Proteine.

Wenn du dich nur bei einem der oben genannten Punkte wieder erkannt hast, solltest du unbedingt Proteine in deine Haarpflege aufnehmen.

Anzeichen für einen Proteinüberschuss

  • Steife und spröde Locken: Bemerkst du, dass deine Locken steif und spröde werden, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass du zu viel Protein verwendest.
  • Trockenes und strohiges Haar: Ein weiteres Anzeichen für einen Proteinüberschuss ist trockenes und strohiges Haar. Proteine können dazu führen, dass das Haar Feuchtigkeit verliert, wenn sie nicht in Kombination mit ausreichend Feuchtigkeit angewendet werden.
  • Verlust der Lockendefinition: Eine übermäßige Proteinzufuhr kann auch dazu führen, dass die Lockendefinition verloren geht. Statt schöner, definierter Locken könnten deine Haare schlaff und leblos aussehen.
  • Anhaltende Trockenheit trotz Feuchtigkeitspflege: Trotz einer angemessenen Feuchtigkeitspflege bemerkst du, dass deine Locken weiterhin trocken und spröde sind? In diesem Fall könnte ein Proteinüberschuss vorliegen.

Wie kann man Proteine in die Haarpflege integrieren?

Gegen Proteinmangel gibt es spezielle Pflegeprodukte für die tägliche Haarroutine: Shampoos, Conditioner und Protein-Haarkuren. Sie reparieren die Haarstruktur, indem sie poröse Stellen auffüllen, das Haar mit einem Schutzfilm umhüllen und so die Haaroberfläche kitten.

Je nach Bedarf bietet sich eine Kombination aus Shampoo, Conditioner oder Haarmaske mit Proteinanteil an, um das Haar mit dem optimalen Bedarf an Protein zu versorgen. Da es nicht immer leicht ist, wirklich wirksame Haarpflegeprodukte mit Keratin im Drogeriemarkt zu finden, lohnt sich in dieser Rubrik ein Blick auf die hochwertigen Produkte im Online-Sortiment.

Proteinreiche Leave-In Conditioner oder Stylingprodukte sind eine Möglichkeit, um deine Locken mit einer extra großen Portion Proteine zu versorgen und sie vor äußeren Einflüssen zu schützen. Diese Produkte kannst du an deinen Waschtagen einbauen oder auch täglich beim Auffrischen deiner Locken anwenden. Trage sie nach dem Waschen auf das handtuchtrockene Haar auf und style deine Locken wie gewohnt. Du wirst feststellen, dass sich das Haar geschmeidiger anfühlt und gesünder aussieht.

Proteinreichen Haarmasken oder Conditionern sind eine weitere Möglichkeit. Diese Produkte kannst du ein- bis zweimal pro Woche oder je nach Bedarf auf das Haar aufgetragen. Lasse die Proteinmaske oder den Conditioner für die angegebene Zeit einwirken, damit die Proteine ihre Wirkung entfalten können. Anschließend spüle das Produkt gründlich aus. Bei einer Pflegespülung oder Haarmaske wird auch ein Teil der Proteine wieder ausgespült.

Eine letzte Möglichkeit sind Protein-Shampoos für Locken zu benutzen. Diese kannst du bei jedem Waschtag verwenden. Ähnlich wie bei den Spülungen und Haarmasken werden auch hier die Proteine großteils wieder ausgespült. Daher empfehle ich proteinhaltige Shampoos eher nicht speziell für eine Proteinbehandelung. Jedoch können Sie dennoch eine Wirkung haben.

Tipps zur richtigen Anwendung von Proteinprodukten

  1. Bestimme den Bedarf deiner Locken: Jedes Haar ist einzigartig und hat unterschiedliche Bedürfnisse. Bevor du Proteinprodukte verwendest, solltest du den Zustand deiner Locken analysieren. Sind sie geschädigt und brüchig oder benötigen sie nur eine leichte Pflege? Indem du den Bedarf deiner Locken bestimmst, kannst du die richtigen Produkte auswählen und einen Proteinüberschusss vermeiden.
  2. Beginne mit einer niedrigen Dosierung: Wenn du zum ersten Mal Proteinprodukte benutzt, starte mit einer niedrigen Dosierung. Beginne mit einer kleinen Menge des Produkts und beobachte, wie deine Locken darauf reagieren. Einige Locken reagieren empfindlicher auf Proteine als andere.
  3. Wähle das richtige Produkt für deinen Haartyp: Es gibt verschiedene Arten von Proteinprodukten auf dem Markt. Wähle das Produkt, das am besten zu deinem Haartyp und deinen Bedürfnissen passt. Wenn du feines Haar hast, solltest du leichtere Formulierungen mit kleinen Proteinen wählen, die das Haar nicht beschweren. Für dickeres Haar sind reichhaltigere Produkte mit wenig & kleinen Proteinen besser geeignet.
  4. Verwende Proteinprodukte in Kombination mit Feuchtigkeit: Proteine allein können das Haar manchmal hart und steif machen.
  5. Beobachte die Reaktion deiner Locken: Sei aufmerksam und beobachte, wie deine Locken auf die Anwendung von Proteinprodukten reagieren. Wenn du feststellst, dass deine Locken steif oder trocken werden, kann es sein, dass du zu viel Protein verwendest.

Wie oft sollte ich eine Protein-Haarkur anwenden?

Eine Protein-Haarkur sollte nicht übertrieben oft angewendet werden, da sie sehr reichhaltig ist. Es genügt, das Haar etwa 3 Mal pro Monat damit zu pflegen. Zu beachten ist aber: Wenn man die Haare nicht so oft wäscht, ist eine Protein-Kur dreimal monatlich zu viel.

Hausmittel mit Proteinen

Welche Möglichkeiten gibt es, Proteine für die Haare selber zu machen? Gibt es wirklich wirksame Hausmittel, die Proteine enthalten und so die Haare versorgen? Das fragen sich viele Menschen, die gleichzeitig ihre Haare und Ihren Geldbeutel pflegen möchten.

In den meisten Fällen können die Hausmittel daher nicht mit wertigen Proteinshampoos mithalten, da diese nicht nur auf den gleichen wertvollen Nährstoffen basieren, sondern auch noch weitere essenzielle Inhaltsstoffe enthalten, die die Haarstruktur stärken und Haarbruch verhindern.

Es gibt jedoch ein Lebensmittel, welches Proteine in einer Form enthält, welche deine Haare aufnehmen können. Und das ist Gelatine. Dieses tierische Eiweiß enthält das Protein Kollagen und das kann bei geschädigten und porösen Haaren einen sichtbaren Effekt erzielen. Insbesondere wenn du dazu noch Hitze anwendest. Das enthaltene Kollagen kommt dem körpereigenen Keratin sehr nahe und ist daher super als Proteinkur geeignet.

Bei den ersten Anzeichen von Proteinmangel kann man auch gerne zu Hausmittel greifen. 2-3 Esslöffel Honig Olivenöl, Eier und Honig in einer Schüssel vermengen. Proteinkur im gesamten Haar verteilen und für mindestens 15 Minuten einwirken lassen. Danach gründlich ausspülen und mit Shampoo waschen. Die Kur hat sicherlich ihre Vorteile, da sie mit relativ wenigen Zutaten und Aufwand auskommt. Allerdings haben richtige Protein-Kuren den Vorteil, dass sie die Proteine direkt und zuverlässig ins Haarinnere schleusen, eine extrem hohe Konzentration an Proteinen haben und eben auch viele weitere Pflegeeffekte durch wertvolle zusätzliche Öle oder Vitamine.

Vegane Alternativen zu tierischem Keratin

Keratin in konventioneller Kosmetik wird in der Regel aus tierischen Quellen gewonnen. Es handelt sich dabei um ein Faserprotein, das von Tieren stammt, und insbesondere aus Haaren, Federn, Wolle oder Hörnern extrahiert wird.

Da Keratin aus tierischen Quellen stammt, gilt es nicht als vegan. Dies ist einer der Gründe, warum vegane Alternativen wie pflanzliches Keratin (z.B. aus Weizenproteinen) immer beliebter werden, speziell in der Naturkosmetik.

Weizenkeimproteine, auch als pflanzliches Keratin oder Phyto-Keratin bezeichnet, ähneln dem natürlichen Keratin in Haaren und Haut. Dieser vegane Wirkstoff ist in der Naturkosmetik weit verbreitet und findet sich unter dem Begriff „Hydrolyzed Wheat Protein“ in den Inhaltsstofflisten. Weizenproteine werden natürlich aus Getreidekörnern gewonnen und sind biologisch abbaubar. Durch Hydrolyse entsteht eine leicht gelbliche Flüssigkeit, bei der das Protein von der Getreidestärke getrennt und mikrofein verarbeitet wird.

Liste von Aminosäuren und ihre Wirkung auf das Haar

Bei der Beschreibung der Proteine muss ebenfalls die Funktion der kleinen Aminosäuren im Rahmen der Haarpflege erwähnt werden. Aminosäuren sind wie kleine Ziegelsteine, die Eiweißstoffe bilden. Sie stimulieren die Haare zum schnelleren Wachstum und stoppen den Haarverlust.

Hier eine Tabelle der wichtigsten Aminosäuren und ihrer spezifischen Vorteile für das Haar:

Aminosäure Wirkung
Methionin Bildet die Haarstruktur und beeinflusst Wuchs und Kondition.
Cystein Endogene Aminosäure, die für die Produktion der Haare unerlässlich ist.
Tyrosin Wird zur Produktion von Melanin (Haarfarbstoff) verwendet.
Taurin Wird in Haarzwiebeln gelagert; Mangel führt zu schwachen, dünnen Haaren und Volumenverlust.

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