Ursachen und Behandlung von Haarproblemen im Augenbrauenbereich

Überall dort, wo Haare sitzen, können sich auch deren Haarbälge entzünden. In diesem Artikel werden verschiedene Ursachen für Haarprobleme im Augenbrauenbereich beleuchtet, von Entzündungen bis hin zu hormonellen Veränderungen.

Haarbalgentzündung (Follikulitis)

Haarbalgentzündung (Follikulitis) ist eine oberflächliche, meist bakteriell bedingte Entzündung des Haarbalgs, die überall dort auftreten kann, wo Haare vorhanden sind. Erreger sind in erster Linie Bakterien (vor allem Staphylokokkus aureus, seltener Klebsiellen, Enterobakterien), aber auch Pilze (Malassezien) und Parasiten (z. B. Demodex) können einen Haarbalg infizieren.

Ursachen und Auslöser

  • Mangelnde Hygiene, z. B. nach dem Rasieren
  • Benutzung von Whirlpools
  • Geschädigte Haut
  • Medikamente wie Bromoderm oder Tyrosinkinaseinhibitoren
  • Sehr fettige Hautpflegeprodukte wie Vaseline oder Massageöle
  • Mechanische Reizung
  • Krankheitsbedingte Haarwachstumsstörungen oder Verhornungsstörungen der Haut

Haarbalgentzündungen entstehen manchmal aber auch nicht-infektiös. Daneben führen krankheitsbedingte Haarwachstumsstörungen oder Verhornungsstörungen der Haut zu Haarbalgentzündungen, in manchen Fällen entwickeln sie sich auch ohne jeden erkennbaren Grund.

Komplikationen

Breitet sich die Haarbalgentzündung auf das umliegende Gewebe aus, entsteht ein Furunkel. Beim Zusammenschmelzen mehrerer Furunkel entsteht ein großflächiger, sehr schmerzhafter Karbunkel, gekennzeichnet durch brettharte Schwellungen mit Eiterdurchbrüchen.

Hinweis: Lassen Sie sich keinesfalls dazu verleiten, im Gesichtsbereich an eitrigen Entzündungen herumzudrücken. Bei einem Karbunkel und bei unsachgemäßen Behandlungsversuchen eines Furunkels besteht die Gefahr, dass die auslösenden Erreger aus dem Haarbalg in die Blutbahn gelangen und dadurch eine lebensgefährliche Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.

Diagnose und Behandlung

Das klinische Bild führt den Hautarzt leicht zur Diagnose, im Zweifel entnimmt er einen Abstrich aus dem Pustelgrund und lässt den Erreger im Labor mithilfe einer Kultur nachweisen.

In leichten Fällen ist oft keine Behandlung erforderlich. Nur bei ausgeprägten Formen desinfiziert der Arzt den betroffenen Bereich und öffnet eventuell die Pusteln. Danach verordnet er feuchte antiseptische Umschläge bzw. desinfizierende Cremes oder Lotionen, manchmal auch antibiotische Cremes.

Bei ausgedehnten Infektionen ist es erforderlich, interne Antibiotika anzuwenden. Ist der Bartbereich betroffen, empfiehlt der Arzt, zunächst auf das Rasieren zu verzichten und die Haut mit antibakteriellen Reinigungslösungen zu behandeln. Außerdem sollte der Rasierer mit 70%igem Isopropanol gereinigt werden.

Bei einer chronischen Follikulitis im Bartbereich verordnet der Arzt oft eine niedrig dosierte Kortison-Creme für 2-3 Tage. Bleibt die Therapie erfolglos, kommen interne Antibiotika für bis zu 3 Wochen zum Einsatz, in weiterhin hartnäckigen Fällen auch Isotretinoin.

Bei nicht-infektiösen Haarbalgentzündungen behandelt der Arzt in aller Regel zunächst die Ursache, z. B. die zugrundeliegende Hauterkrankung, oder er versucht, die Auslöser (Medikamente, falsche Hautpflege) zu eliminieren. Eine antibiotische Therapie ist häufig wenig erfolgversprechend.

Um die Hautentzündung zum Abklingen zu bringen, verordnet der Arzt evtl. Hydrotherapie.

Hausmittel und alternative Behandlungen

  • Fangopackungen, Quarkwickel oder Umschläge mit Kaliumpermanganat helfen bei beginnender Schwellung.
  • Zur Reifung des Furunkels eignen sich heiße Kompressen und Kamillenbäder.
  • Heilerde-Auflagen vermindern den Juckreiz und verkürzen den Heilungsprozess.
  • Für die äußerliche Anwendung empfehlenswert - auch über Nacht - sind Salbenauflagen mit Mercurialis perennis (Waldbingelkraut).

Wer zu Furunkeln neigt, trägt am besten luftige, locker sitzende Kleidung, da sowohl starkes Schwitzen als auch ständiges Scheuern die Furunkelbildung begünstigen.

Bei wiederholten Furunkeln hilft eventuell eine Autovakzination.

Hirsutismus

Von Hirsutismus spricht man, wenn Frauen dichte Körperbehaarung an Stellen aufweisen, die normalerweise eher bei Männern stark behaart sind. Dazu zählen zum Beispiel der Bereich zwischen Nase und Oberlippe (“Damenbart“), Kinn und Wangen, die Oberschenkel oder die Region zwischen den Brüsten.

Bei einem Hirsutismus treten statt der Vellushaare hingegen an den „typisch männlichen Stellen“ Terminalhaare auf, sodass die Behaarung deutlich kräftiger ist. Wenn die starke Behaarung andere Körperstellen oder den ganzen Körper betrifft, handelt es sich nicht um Hirsutismus, sondern um eine sogenannte Hypertrichose.

Ursachen

In neun von zehn Fällen hat Hirsutismus keine erkennbaren krankhaften Ursachen. Ärzte sprechen dann von einem idiopathischen Hirsutismus. Bei vielen Frauen ist der verstärkte Haarwuchs schlicht Veranlagung. Ihre Haarfollikel reagieren vermutlich von Natur aus besonders empfindlich auf männliche Sexualhormone (Androgene).

Seltener lässt sich ein bestimmter Auslöser feststellen, etwa eine hormonelle Störung. Bestimmte Hormone sind dann im Übermaß vorhanden. Ein möglicher Hinweis auf eine hormonelle Ursache sind zusätzliche Symptome einer Vermännlichung.

Zur Vermännlichung kommt es, wenn im Körper zu viele männliche Sexualhormone vorhanden sind.

  • polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Dabei befinden sich an den Eierstöcken viele kleine Zysten.
  • androgenitales Syndrom: Die Nebennieren bilden durch einen Enzymdefekt zu wenig Kortisol und oft auch zu wenig Aldosteron.
  • Cushing-Syndrom: Bei dieser Erkrankung ist das Hormon Kortisol im Körper aus unterschiedlichen Gründen im Übermaß vorhanden. Zusätzlich kann ein Überschuss an männlichen Hormonen entstehen.

Diagnose

Die Diagnose Hirsutismus ergibt sich für den Arzt unmittelbar aus dem charakteristischen männlichen Behaarungstyp einer Patientin: An Stellen wie Kinn, Oberlippe oder Brust finden sich vermehrt die kräftigen Terminalhaare.

Der Arzt oder die Ärztin wird im nächsten Schritt herausfinden wollen, ob bestimmte Erkrankungen oder Medikamente den Hirsutismus hervorgerufen haben. Verschiedene Blutwerte geben Aufschluss darüber, ob der Hirsutismus eine hormonelle Ursache hat und welche Erkrankung dahinterstecken könnte.

Behandlung

Eine von Natur aus starke Körperbehaarung bedarf nicht zwingend einer speziellen Behandlung. Bei Hirsutismus, der durch eine bestimmte Erkrankung oder Medikamente ausgelöst wurde, richtet sich die Therapie vor allem nach der jeweiligen Ursache.

Hat ein PCO-Syndrom den Hirsutismus begünstigt, kann bei übergewichtigen Frauen eine Gewichtsabnahme den Hormonhaushalt positiv beeinflussen. Da bei einem PCO-Syndrom häufig der Zuckerstoffwechsel gestört ist, kann auch eine Behandlung mit dem Antidiabetikum Metformin infrage kommen, welches als Tablette eingenommen wird.

Eine Alternative ist die Behandlung mit sogenannten Antiandrogenen oder der „Antibabypille“. Antiandrogene Wirkstoffe in Tablettenform, zum Beispiel das verschreibungspflichtige Cyproteronacetat, hemmen den Einfluss der männlichen Sexualhormone auf die Haarfollikel. In der Schwangerschaft und Stillzeit sind sie allerdings nicht geeignet.

Bei übermäßiger Gesichtsbehaarung steht der Wirkstoff Eflornithin als Creme zur Verfügung.

Methoden zur Haarentfernung

  • Rasieren: Das Rasieren beseitigt die Haare nur kurzfristig.
  • Enthaarungscreme/-schaum: Enthaarungsprodukte werden auf die Haut aufgetragen und nach einer Einwirkzeit von einigen Minuten wieder entfernt.
  • Bleichen: Durch Bleichen können dunkle Haare gut kaschiert werden.
  • Laserhaarentfernung: Bei der Laserhaarentfernung wird zunächst handelsübliches Ultraschallgel auf die zu behandelnden Körperareale aufgetragen.

Altersbedingte Veränderungen der Haut und Haare

Die Alterung der Haut tritt unwiderruflich bei allen Menschen auf und wird durch intrinsische (z. B. Genetik) und extrinsische Faktoren (z. B. UV[Ultraviolett]-Strahlen, Zigarettenabusus) beeinflusst.

Mit zunehmendem Alter werden primär bei der Frau die Haare dünner und feiner, was an einer Verschiebung des Gleichgewichtes zwischen weiblichen und männlichen Hormonen liegt. Der immer stärker werdende Einfluss der männlichen Hormone (insbesondere in und nach den Wechseljahren) führt zu einer zunehmenden „Miniaturisierung“ der einzelnen Haarwurzeln und damit zu einem dünneren und feineren Nachwachsen der Haare.

Eine der wichtigsten altersbedingten Veränderungen der Haare ist das Grauwerden! Dieses beginnt normalerweise im 4. Lebensjahrzehnt bei Männern und bei Frauen; jedoch gibt es Menschen, die bereits mit Anfang 20 beginnen, grau zu werden. Das Ergrauen betrifft nicht nur die Kopfhaare.

Ursache hierfür ist eine verringerte Produktion von Melanosomen („Pigmentkörperchen“) durch die pigmentproduzierenden Zellen der Haarwurzel, die sog. „Melanozyten“.

Eine weitere Veränderung, ist die „Miniaturisierung“ der Haarfollikel, sodass eine abnehmende Anzahl von kräftigen Terminalhaaren mit zunehmendem Alter zu beobachten ist und eine Zunahme der sog. „Lanugo-Haare“=Babyhaare.

Hormonelle Einflüsse

Die Haut ist ein wichtiges extragonadales steroidogenes Organ, das in der Lage ist, eine breite Palette von Sexualsteroiden und Glukokortikoiden aus Vorläufermolekülen zu synthetisieren und zu metabolisieren.

Wechseljahre: Symptome, Tipps bei Hitzewallungen und Haarausfall | Dr. Julia Fischer | ARD Gesund

Mit der Menopause versiegt die ovarielle Estradiolproduktion. Durch die persistierende periphere bzw. extraglanduläre Umwandlung von Androstendion wird nun das deutlich weniger potente Estron zum vorherrschenden Östrogen.

Mit der Menopause kommt es zu einer Verschiebung des Verhältnisses zwischen weiblichen und männlichen Geschlechtshormonen. Während in der Prämenopause die Östrogene klar vorherrschend sind, kommt es in der Postmenopause zu einem relativen Übergewicht der Androgene bzw. zu einem Zustand eines relativen Androgenexzesses, auch wenn die Androgenspiegel, absolut gesehen, nicht erhöht sind.

Auswirkungen auf die Haut

Durch den Abfall des Estradiolspiegels mit der Menopause kommt es zu epidermalen Veränderungen im Sinne einer reduzierten Produktion von epidermalen Hautoberflächenlipiden, einer damit einhergehenden eingeschränkten Wasserhaltekapazität des Stratum corneum, einem konsekutiv gesteigerten transepidermalen Wasserverlust, vermehrter Trockenheit sowie einer reduzierten Barrierefunktion.

Klinisch kommt es als Folge der menopausalen hormonellen Umstellung zu einem erschreckend raschen Rückgang des Hautkollagens von 30 % in den ersten 5 Jahren nach der Menopause, gefolgt von einem weiteren Kollagenverlust von 1-2 % pro Jahr in den darauffolgenden 15 Jahren.

Auch der Elastinabbau nimmt in der Menopause zu und äußert sich klinisch in Form schlaffer Haut und verstärkter Faltenbildung.

Keratosis Pilaris (Reibeisenhaut)

Keratosis Pilaris, Lichen Pilaris oder Follikelkeratose, die umgangssprachlich als Reibeisenhaut bezeichnet wird, hat viele Namen und ist keine Seltenheit. Doch was verbirgt sich genau hinter dieser Hauterkrankung und wie kann man die Reibeisenhaut behandeln bzw. pflegen?

Ursachen und Symptome

Bei der sogenannten Reibeisenhaut gibt es bis dato keine gesicherte Pathophysiologie (Entstehung und Entwicklung von Krankheiten). Die am weitesten akzeptierte Theorie geht von einer multifaktoriellen und harmlosen Hauterkrankung aus, die mit einer Verhornungsstörung im Haarfollikel einhergeht. Sie erinnert optisch mit ihren stecknadelkopfgroßen, leicht geröteten oder weißlichen Erhabenheiten (Keratosen) an „Gänsehaut“.

Zurückzuführen ist die Reibeisenhaut jedoch auf Keratinablagerungen im Haarfollikel. Keratin ist ein Eiweiß, welches der Haut und dem umliegenden Gewebe Stabilität verleiht. Es bildet die Grundsubstanz unserer Haare und Nägel. Durch eine Keratinüberproduktion kommt es zu einer Verstopfung des Haarfollikels.

Vor allem die Oberarme, die Außenseite der Oberschenkel und das Gesäß sind anfällig für Reibeisenhaut. Auch das Gesicht und der Halsbereich sowie alle anderen Hautareale können betroffen sein. Ausnahme bilden die Handinnenflächen und Fußsohlen.

Behandlung

In der Regel verbessert sich der Hautzustand im Laufe der Zeit. Es gibt jedoch verschiedenste Behandlungsmöglichkeiten, um das vorzeitige Abklingen der Hautläsionen zu unterstützen. Hierzu sind regelmäßige Hautpflegerituale unabdingbar. Nur wer kontinuierlich am Ball bleibt, kann sich über eine schöne und gepflegte Haut freuen.

Grundsätzlich ist auf eine angemessene Hygiene zu achten, die sich hautneutraler und reizarmer Seifen bedient. Darüber hinaus sollten die kleinen Pickelchen nicht angefasst, sondern in Ruhe gelassen werden, um Entzündungen und Narbenbildung zu verhindern.

Die Behandlung von Keratosis Pilaris konzentriert sich auf:

  • die Verhinderung übermäßiger Hauttrockenheit mit Feuchtigkeitscremes
  • die Aufweichung und Ausdünnung der Keratinpfropfen mit keratolytischen (hornlösenden) Wirkstoffen, Peelings oder topischen Retinoiden
  • und/oder die Verringerung der damit verbundenen Rötung (Erythems) mit milden, oberflächlich wirkenden Steroiden

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