Haargel für Locken: Ein umfassender Test und Ratgeber

Viele Menschen suchen nach dem idealen Produkt, um ihre Frisur zu stylen und den ganzen Tag in Form zu halten. Neben Gel, Paste, Pomade oder Schaum bietet Haarwachs eine vergleichsweise flexible und natürlich wirkende Möglichkeit, der Frisur einen soliden Halt zu verpassen. Dieser Artikel befasst sich ausführlich mit Haarwachs und Haargel, insbesondere im Hinblick auf ihre Eignung für Locken, und beleuchtet verschiedene Aspekte von Anwendung bis Inhaltsstoffe.

Was ist Haarwachs und wofür ist es geeignet?

Wer eine gut haltende Frisur ohne Helm-Look möchte, könnte mit Haarwachs genau richtig liegen - es formt, strukturiert und lässt dem Haar dennoch Raum zum Atmen. In der Regel hält es den ganzen Tag oder sogar noch länger.

Die meisten Produkte richten sich an eine Zielgruppe mit kurzen bis mittellangen Haaren, oft, wenn auch nicht immer, mit klassisch »männlichen« Geruchsnoten. Zudem fällt es durch seine interessanten Gerüche auf: Die Bandbreite reicht von kühlen Düften für Männer bis zu angenehm süßlichen Kombinationen. Manchmal fallen die Gerüche jedoch auch negativ auf.

Zunächst lohnt es sich, zu prüfen, ob Haarwachs überhaupt das passende Produkt für die eigene Mähne ist. Ideal eignet es sich für kurzes bis mittellanges Haar, das sich damit hervorragend nach oben oder in Form stylen lässt, häufig in Verbindung mit einem stylishen Bart. Die Haare sollten dabei einigermaßen voll sein - bei dünnem und sehr feinem Haar kann Wachs beschwerend wirken. Auch für Locken ist es nur bedingt geeignet.

Der Vorteil von Wachs liegt in seiner Flexibilität: Es fixiert die Frisur auch nach mehreren Stunden und bleibt dennoch formbar. Das ist praktisch, wenn man beispielsweise unterwegs zwischendurch vor dem Spiegel noch einmal die Frisur zurechtrücken oder Texturen hervorheben möchte. Je nach Produkt reicht das Finish von einem natürlichen Matt bis zu einem dezenten Glanz.

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Anwendung von Haarwachs: Schritt für Schritt

Die Anwendung ist weitgehend intuitiv: Man zerreibt einen Klecks Wachs in den Fingerspitzen und massiert ihn ins Haar.

  1. Nicht zu nasses Haar: Bei richtig nassem Haar ist es kaum möglich, das Wachs präzise zu verteilen, geschweige denn, der Frisur Form zu verpassen.
  2. Geringe Menge: Meist reicht es, einen kleinen Klecks in das Haar zu geben. Eine größere Menge gibt der Frisur zwar Festigkeit, aber sie kann dadurch fettig wirken und ist auch schwieriger zu formen und weniger flexibel. Oft verursacht viel Wachs einen »Crunch«-Effekt, also eine harte Schicht, die sich um die Haare legt und sie »knusprig« macht. Ob man das mag oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks - wer jedenfalls darauf verzichten möchte, sollte sparsam mit den Produkten umgehen.
  3. In den Händen anwärmen: Die Konsistenz von Wachs reicht von cremig bis hart. Zur Nutzung sollte man eine Fingerspitze in das Wachs tauchen und es dann in den Händen leicht zerreiben. Je nach gewünschtem Look kann man das Wachs über die ganze Handfläche verteilen, um es dann großflächig einzuarbeiten oder an den Fingerkuppen für einen feineren Anstrich.
  4. Auftragen: Mit welcher Technik man das Wachs einmassiert, hängt stark vom gewünschten Look ab. Um Volumen aufzubauen, kann es helfen, an den Haarwurzeln anzusetzen und das Wachs nach oben zu streichen. Dies gelingt mit bloßen Händen oder - gerade für feinere Texturen - mithilfe eines Kamms. Für eng anliegendes Haar (»Sleek-Look«) muss das Haar bis zu den Enden vollständig gewachst werden. Mit den Fingern - gegebenenfalls beim Föhnen - lassen sich Texturen herstellen, etwa für einen »Messy-Look« oder kontrolliertes Haar.
  5. Extras: Das Wachs kann auch in Verbindung mit anderen Pflege- und Styling-Produkten verwendet werden, etwa Conditionern für trockene Haare oder Salzwassersprays und Textursprays, um der Frisur einen strukturierteren Look zu geben. Alternativ lassen sich zum Beispiel auch Haarspray, Schaumfestiger oder Gel anwenden, für einen festeren, »versiegelnden« Halt. Wir empfehlen aber, sparsam mit zusätzlichen Produkten umzugehen.
  6. Auswaschen: Der bereits gewachsten Frisur kann nachträglich mit ein bisschen Wasser neue Form verliehen werden. Um das Wachs aber restlos aus dem Haar zu bekommen, ist es notwendig, es mit Shampoo zu waschen.

Alternativen zu Haarwachs

Je nach gewünschtem Style, Haartyp und Haarlänge kann die Anwendung sehr unterschiedlich ausfallen. Allgemein schadet es nicht, sich an die Angelegenheit langsam heranzutasten und zu schauen, welche Mengen und Techniken am besten zur eigenen Frisur passen.

  • Haargel: Dazu zählt etwa Haargel, das typischerweise ein glänzendes Finish erzeugt. Im Vergleich zu Wachs bietet es stärkeren Halt und ermöglicht präzises Stylen einzelner Strähnen.
  • Haarpasten: Haarpasten sind dem Wachs näher als Gel, unterscheiden sich jedoch in Konsistenz und Wirkung. Sie sind meist cremiger, leichter und dadurch besser für locker wirkende, natürliche Frisuren geeignet. Auch feines oder welliges Haar lässt sich mit einer Paste oft einfacher und unauffälliger stylen. Die Grenzen zwischen Wachs und Paste sind dabei nicht immer ganz eindeutig.
  • Pomaden: Pomaden wiederum zeichnen sich durch ihr stark glänzendes Finish und intensiven Halt aus.

Stylingprodukte für Locken

Stylingprodukte für Locken wie Lockengel, Lockencreme und Haarschaum, helfen dabei deine Locken und Wellen zu defninieren. Möchtest du zum Beispiel die Curly Girl Methode befolgen und bist noch auf der Suche nach dem richtigen Lockengel? Oder sind deine Locken störrisch oder trocken und du möchtest sie mit einer geeigneten Lockencreme pflegen? Oder aber möchtest du mehr Volumen? Dann könnte ein Lockenschaum für dich das richtige sein.

Die folgenden Stylingprodukte für Locken haben verschiedene Aufgaben. Je nach dem was deine Bedürfnisse sind brauchst du ein anderes Produkt. Ich habe die Produkte für Locken in vier Kategorien eingeteilt (siehe Inhaltsverzeichnis).

  1. Lockenverstärker
    • Les Secret de Loly Boost Curl
    • Alikay Naturals Aloe Berry Styling Gel
    • Camille Rose Curl Maker
    • Innersense I Create Volume
  2. Lockencreme
    • Alikay Naturals Dulce Hydrating Curl Lotion
    • GYADA Locken-Styling-Creme
    • L’Oréal Paris Botanicals Fresh Care reichhaltiges Créme-Serum Argan & Saflorblüte
  3. Lockengel
    • Ecoslay Orange Marmelade
    • Bouclème Curl Defining Gel
    • Bouclème Super Hold Styler
    • GO & HOME - Styling Gel
  4. Lockenverstärker
    • Ein Lockenverstärker (engl. Curl Enhancer) macht das was der Name bereits sagt, er verstärkt die Locken. Dieser ist oft nicht unbedingt zu erkennen. Meistens wird er mit einem Lockengel verwechselt. Leinsamengel ist beispielsweise ein natürlicher Lockenvertärker. Weiter unten findest du meine Top-Empfehlungen zu Lockenverstärker. Lockenverstärker funktionieren am Besten wenn du sie ins tropfnasse Haar gibst. Beliebt ist in dem Zuge die LEG Methode. Probiere dennoch erstmal einen Lockenverstärker alleine an deinen Haaren.

Inhaltsstoffe und ihre Auswirkungen

Viele Produkte enthalten Polyethylenglykol (PEG) oder dessen Derivate. Im Allgemeinen sind diese synthetischen Polymere recht gut für die Haut verträglich. Doch in manchen Fällen können sie Hautirritationen begünstigen und allergische Reaktionen hervorrufen oder in seltenen Fällen sogar Überempfindlichkeitsreaktionen - bis hin zu anaphylaktischen Schocks - auslösen. In der Umwelt gelten sie zudem als biologisch schwer abbaubar. Personen, die zu Hautirritationen neigen, sollten PEG-Produkte meiden.

Auch Alkohole, wie Ethanol, können die Haut reizen und austrocknen. Doch nicht jede Form von Alkohol ist schädlich für die Haut. Fettalkohole wie Cetyl Alcohol wirken pflegend und rückfettend.

Hautirritationen können zudem durch Parfums, Aromen und Farbstoffe entstehen - sogar wenn sie aus natürlichen Extrakten stammen.

Nicht in die Bewertung einfließen lassen wir Mineralölprodukte wie Petrolatum oder Paraffinum Liquidum. Diese können potenziell toxische aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) enthalten. Bei Anwendung auf der Haut sind sie laut Bundesinstitut für Risikobewertung jedoch sicher.

Aufgrund vieler bedenklicher Inhaltsstoffe hat Ökotest in einem Test zu Haarstyling-Produkten 2022 etwa ein Drittel der Kandidaten mit »mangelhaft« oder »ungenügend« durchfallen lassen. Für Verbraucher bietet dies aus unserer Sicht aber nur bedingt eine Orientierung, da auch Inhaltsstoffe als bedenklich eingestuft wurden, bei denen eine Toxizität bei Anwendung auf der Haut nicht feststeht. Auch häufig bemängelte Auswirkungen auf die Umwelt sind nur rudimentär erforscht.

Empfehlungen für Verbraucher

Um das Risiko von Hautreizungen und allergischen Reaktionen zu verringern, sollten keine zu großen Mengen der Produkte aufgetragen werden. Wenn sich Jucken und Rötungen auf der Kopfhaut bemerkbar machen, sollte das Produkt nicht mehr angewandt werden.

Produktempfehlungen und Tests

In der Praxis können die Resultate aber recht unterschiedlich ausfallen: Je nach Haartyp und gewünschter Frisur kann ein Wachs ideal bis weniger geeignet sein. Zudem ist die Anwendung entscheidend: Je nach Menge und Vorarbeit (z. B. Waschen) hinterlässt ein Wachs fluffig-leichte bis spröd-harte Mähnen. Welches Produkt hält, was es verspricht, und welches klebt mehr als es stylt?

Syoss Haarwachs 3in1 Max Hold

Das Syoss Haarwachs 3in1 Max Hold gibt uns einen sommerlichen Vibe: Es ist schön geschmeidig, cremig und lässt sich hervorragend in das Haar einarbeiten. Dort entfaltet es dann seine angenehm süßliche Duftnote. Die kann für Männer wie Frauen gleichermaßen interessant sein. Die Frisur lässt sich locker in die gewünschte Richtung manövrieren - und bleibt dann auch dort. Dabei klebt nichts oder härtet unangenehm aus. Einen Pluspunkt verdient sich das Wachs durch feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe.

Das Syoss Haarwachs 3in1 Max Hold riecht nach der Meinung meisten der Kollegen und Kolleginnen unserer Redaktion hervorragend - wie ein schöner sommerlicher Duft: Leicht süßlich, mit einer zimtigen Note erinnert der Duft etwas an ein Marshmallow. Jedermanns Geschmack trifft der Geruch des Syoss aber trotzdem nicht: So fällt auch die Aussage, der Geruch sei »zu künstlich« oder »zu intensiv«.

Dieser Eindruck verstärkt sich im Praxistest durch die formidable Anwendung und das Endergebnis. Das Wachs ist schön weich und cremig. Es fällt uns damit sehr leicht, es in das Haar einzuarbeiten. Dort klumpt und klebt es nicht, hält die Frisur dennoch schön in Form und gibt ihr einen guten Halt. So können wir auch einzelnen Strähnen eine Richtung geben. Der Hersteller verspricht »keine Rückstände und kein Verkleben« bei »mega starkem Halt«.

Daneben verdient sich das Haarwachs von Syoss sich durch hautförderliche Eigenschaften einen Pluspunkt. Der Hersteller verspricht eine Kombination aus Panthenol und Niacinamide. Diese beiden Wirkstoffe verleihen dem Haar Glanz und der Haut Feuchtigkeit. Zudem wirken sie entzündungshemmend.

Das namensgebende 3in1-Versprechen von maximalem »Style«, »Care« und »Strength«, löst das Syoss Max Hold Wax entsprechend ein. Insgesamt handelt es sich bei dem Max Hold Wax um ein Haarwachs, das eine gute Balance zu einem vernünftigen Preis bietet, weshalb wir es zum Testsieger küren. Es ist als cremiges Wachs leicht anzuwenden, riecht gut und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Das Wachs enthält die PEG-Derivate Steareth-2, Steareth-21 und Oleth-20. Sie können allergische Reaktionen auslösen.

Bislang gibt es keine weiteren seriösen Tests von unserem Testsieger. Im Ökotest 04/2022 wurde das nahezu namensgleiche Gel »Syoss Max Hold Gel High Shine« getestet. Aufgrund von Formaldehyd/-abspaltern und PEG/PEG-Derivaten wurde es als ungenügend bewertet.

Da‘ Dude Da‘ Wax

Unter unseren Testprodukten sticht das Da‘ Dude Da‘ Wax schon durch seine chicen Bambustiegel heraus. Der enthält eine appetitlich anmutende Creme mit sanft-kühlem Geruch. Das Haar lässt sich damit vorzüglich bearbeiten, sei es in einzelnen Strähnen oder mit breit nach oben gestyltem Look.

Das Da‘ Wax von Da‘ Dude kommt in einem ansprechenden Bambus-Tiegel - im Badezimmer oder dem Friseur-Salon stellt es unserer Meinung nach einen schönen Hingucker dar. Das Gefäß ist überdurchschnittlich groß und enthält eine entsprechend üppige Füllmenge von 100 Millilitern, beziehungsweise 96 Gramm. Auch der Blick ins Innere der Dose offenbart ein äußerst wertiges Produkt. Das Wachs ist schön gelb-weiß cremig und weich. Damit lässt es sich hervorragend auf die Finger auftragen und gut portioniert in die Haare einstreichen. Der Geruch gehört mit zu dem besten, was wir aus der Geruchswelt für die männliche Zielgruppe testen durften. Angenehm kühl und frisch wie ein After Shave, dabei keineswegs unangenehm aufdringlich oder übertrieben intensiv.

Die Liste der Inhaltsstoffe ist überschaubar knapp, teils basiert das Haarwachs auf Bienenwachs (Cera Alba) und Carnauba, jedoch auch Petrolatum.

Und tatsächlich meldet sich zwei Stunden nach unserer Anfrage Da‘ Dude’s »Cofounder und Top Stylistin« Angelika Young auf Englisch mit Empfehlungen zur Anwendung. Dem Tester mit kurz bis mittellangem Haar rät sie, eine erdnussgroße Menge Wachs auf die Finger aufzutragen, 15 bis 20 Sekunden in den Handflächen aufzuwärmen und dann von hinten nach vorn in das trockene Haar einzuarbeiten.

Das Da‘ Wax hat uns in unserem Test vollständig überzeugt, sei es in den Punkten Styling, Geruch oder Verträglichkeit. Dafür kostet es auch ein Vielfaches von Produkten aus der einfachen oder selbst mittleren Kategorie.

Swiss-O-Par Kokos Haarwachs

Wie dem Namen zu entnehmen ist, versprüht das Kokos Haarwachs von Swiss-O-Par einen Kokos-Duft - angenehm, wie wir finden, selbst ohne explizite Kokos-Fans zu sein. Der Halt ist nicht besonders stark, dafür klebt bei dem Wachs mit der Konsistenz von Vaseline nichts. Dieser Kompromiss eignet sich besonders für entspannte Styles an schwitzigen Sommertagen. Positiv sticht hervor, dass das Kokos-Haarwachs auf PEG-Derivate und reizende Alkohole verzichtet und eine geringe Zahl an Duftstoffen aufweist.

Kokos-Geruch ist eigentlich nicht jedermanns Sache - auch nicht die unseres Testers. Umso überraschender schnitt das Swiss-O-Par Kokos Haarwachs ab. Im Tiegel riecht es gewiss intensiv, aber erst einmal im Haar verteilt, gibt es diesem über den Tag hinweg einen unaufdringlich milden Duft. Anders als die meisten anderen Haarwachse klebt es damit nicht im Geringsten, was schon angenehm beim Auftragen auf die Fingerkuppen ist und erst recht im Haar, das bei der Anwendung trocken sein sollte. Dort hält das Wachs relativ gut, etwas fester und strukturierter könnte es sicherlich sein. Dafür sind aber auch keine Rückstände in der Frisur zu spüren und es lässt sich leicht auswaschen.

Der Hersteller wirbt mit »reinem Kokosöl«. Das bedeutet aber nicht, dass es sich hierbei um ein Naturkosmetik-Produkt handelt, denn es enthält Petrolatum.

Ökotest hat das Produkt für die darin enthaltenen aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe durchfallen lassen.

In puncto Inhaltsstoffe möchten wir das Kokos-Haarwachs aber durchaus positiv hervorheben: Darin finden sich weder PEG-Derivate, noch reizende Alkohole (In Online-Shops wird teils angegeben, dass das Produkt PEG-8 enthalten würde. Diese Information stammt vermutlich aus einer älteren Mixtur). Auch im Hinblick auf Duftstoffe ist die Liste überschaubar. Hier wird neben dem pflanzlichen Coumarin lediglich »Parfum« angegeben, ohne genauere Definition.

American Crew Fiber

1995 kam mit dem American Crew Fiber ein Haarwachs auf den Markt, das bis heute als Klassiker gilt. Von der Konsistenz her handelt es sich um ein mittelhartes Wachs, das sich gut in den Fingern verreiben und anschließend in die Haare einarbeiten lässt. Dort hält es die Frisur mit mattem Finish in Form, ohne deswegen an Flexibilität einzubüßen.

American Crew Fiber ist ein Klassiker unter den Haarwachsen. 1995 auf den Markt gebracht, gehört es mit seinem schwarz-blauen Tiegel zur festen Ausstattung vieler Friseursalons. Entsprechend riecht es kühl-zitronig. Manchen unserer Redaktions-Kollegen und Kolleginnen wirkt der Geruch zu intensiv oder künstlich, andere hingegen mögen ihn. Unser Tester selbst empfindet ihn als sehr angenehm. Mehr braucht es tatsächlich nicht. Das Wachs hat eine recht dicke Konsistenz, man nimmt eine Fingerspitze und wärmt sie in den Händen an. So lässt es sich gut in die Haare einarbeiten. Es klumpt nicht, hinterlässt keine Spuren und ist nicht zäh, allerdings klebt es ganz schön an den Händen und in den Haaren. Mit der Menge sollte man also wirklich behutsam umgehen. Mit dem Ergebnis sind wir aber zufrieden: Der Look ist matt schimmernd, wirkt weder fettig noch spröde. Der Halt ist fest, aber nicht steif, die Frisur lässt sich damit gut in Form bringen. Selbst am nächsten Tag sitzt der Style. Wir müssen das American Crew Fiber schon mit Seife auswaschen, um es wirklich herauszubekommen.

Tigi Bed Head For Men Matte Separation Workable Wax

Das Matte Separation Workable Wax von Tigi Bed Head For Men kommt in einem chicen, silbernen Tiegel, wenngleich er anfällig für kleine Beulen ist. Das darin enthaltene Wachs ist relativ hart: Es ist erst mal ein leichter Druck nötig, um überhaupt etwas davon aus der Dose zu bekommen. Danach lässt es sich aber gut in den Fingern zerstreichen und in die Haare einarbeiten. Die daraus geformte Frisur sitzt einwandfrei, sie lässt sich gut bearbeiten. Sie wirkt natürlich und nicht zu steif oder klebrig mit einem matten Fi...

Testergebnisse von Haargel

„Haargel ist heute wieder ein Thema, anders als noch vor wenigen Jahren“, sagt Steven Meth vom Zentral­verband des Deutschen Friseur­hand­werks. „Styling­produkte dürfen im Haar wieder sicht­bar sein. Im Moment sieht man Gel auch bei langem Haar auf dem Laufsteg.“ Deutsch­land­weit greifen rund vier Millionen Menschen mehr­mals pro Woche zu Haargel, ergab eine Umfrage der Arbeits­gemeinschaft Verbrauchs- und Medien­analyse. Meist sind es Männer.

Von Haargel erwarten wir, dass es die Haare formt, aber nicht verklebt oder beschwert. Und dass es Wind und Wetter trotzt, aber leicht auswasch­bar ist. Die Gele im Test protzen vor allem mit Versprechen zur Halt­barkeit: „24 h ultra starker Halt“ heißt es etwa bei L‘Oréal, „ohne Rück­stände, ohne Verkleben, ohne zu beschweren“ bei Rewe und Penny. Auf vielen Tuben steht ein Haltegrad, der zeigen soll, wie stark das Gel ist. Im Test reicht er von 4 bis 8. Nutzern hilft er nur begrenzt: Es gibt keine einheitliche Definition.

Unsere Tabelle zeigt Bewertungen für 15 Haargele, darunter klassische Marken wie L‘Oréal und Wella, Friseur­produkte von Marlies Möller und Schwarz­kopf Pro­fes­sional sowie güns­tige Produkte von dm, Ross­mann, Aldi Süd und Edeka. Die Gele wurden im Hinblick auf das Styling­ergebnis (zum Beispiel Festig­keit, Volumen, Glanz) und die Halt­barkeit geprüft.

Die Stiftung Warentest hat die Haargele mehreren Prüfungen unterzogen. Zwei Friseure beur­teilten mithilfe von 22 Prüf­personen das Styling­potenzial der Gele - etwa in Bezug auf Festig­keit, Volumen und Glanz der Frisuren. Im zweiten Schritt benutzten Test­personen die Haargele zu Hause und bewerteten, wie sie sich im Alltag anwenden lassen. Und schließ­lich prüften wir die Halt­barkeit der Gele im Labor. Dazu schüttelten wir beispiels­weise gegelte Haarlo­cken, um so eine Tragedauer von einem Tag zu simulieren (siehe Foto).

Gute Styling­ergeb­nisse lassen sich mit vielen Produkten erzielen, doch im Punkt Halt­barkeit sollten Nutzer lieber realistische Erwartungen haben. Nur zwei Gele hielten die Locken super in Form: ein güns­tiges aus der Drogerie und ein teureres aus dem Friseurfach­handel. Vier Haargele werteten wir wegen des Duft­stoffs Lilial ab. In Inhalts­stoff­listen taucht er unter dem Namen Butylphenyl Methyl­propional auf. Grund für die Abwertung: Lilial kann möglicher­weise das Erbgut verändern. Im Tier­versuch zeigte sich zudem, dass Lilial die Fort­pflan­zungs­fähig­keit beein­trächtigen kann.

Alle Haargele enthalten wasser­lösliche Poly­mere, auch Film­bildner genannt. Diese Kunststoffe sorgen erst für die gelartige Konsistenz der Produkte und dafür, dass das Haar fest wird. Sie werden mit Löse­mitteln wie Wasser oder Alkohol kombiniert. Wenn die Löse­mittel verdunsten, setzen sich die Poly­mere am Haar ab, über­ziehen es wie ein feines Netz und härten aus. Die ökologischen Auswirkungen der Poly­mere sind unzu­reichend erforscht und schwer abzu­schätzen. Darum haben wir die verwendeten Poly­mere nicht bewertet. Umwelt­bewusste Nutzer können zu den zwei Naturkosmetik-Gelen im Test greifen. Sie verwenden natürliche Poly­mere wie Schellack oder Xanthan Gummi, die durch Mikro­organismen voll­ständig abge­baut werden können. Beide erwiesen sich als echte Alternative zu konventionellen Haargelen: Die Styling-, Halt­barkeits- und Anwendungs­prüfung bestanden sie mit der Note Gut.

tags: #Haargel #für #Locken #DM #Test

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