Ursachen für schnelles Haarwachstum und was man dagegen tun kann

Das Haarwachstum ist für viele Menschen ein wichtiges Thema. Volles Haar gilt als Schönheitsideal, während Haarausfall als belastend empfunden wird. Doch nicht nur zu wenig, sondern auch übermäßige Behaarung kann eine Belastung darstellen und das Wohlbefinden beeinträchtigen. Unsere Experten erklären häufige Ursachen für ein verstärktes Haarwachstum und Behandlungen zur Reduzierung unerwünschter Behaarung.

Störende Behaarung oder natürlicher Schutz?

Kopfhaare haben eine wichtige symbolische Bedeutung in Bezug auf Gesundheit, Jugend und Schönheit. Eine volle Haarpracht ist jedoch nicht in allen Körperbereichen erwünscht. Dichtes Haar auf der Männerbrust mag Geschmackssache sein, doch kann beispielsweise eine starke Rückenbehaarung zur Belastung werden. In den meisten Fällen leiden sowohl Frauen als auch Männer unter störender Behaarung.

Das menschliche Haar gilt als Hautanhangsgebilde. Das ungeborene Kind besitzt bereits empfindliches, nicht pigmentiertes fötales Haar. Körperhaar, das nach der Geburt auf dem ganzen Körper verteilt ist, wird mit der Zeit etwas dichter, marklos und gefärbt. Spätestens ab der Jugend bildet sich das für gewöhnlich dicke, markhaltige und stark pigmentierte sogenannte Terminalhaar an den Augenbrauen, der Kopfhaut, den Wimpern und in den von Sexualhormonen abhängigen Arealen, also Achselhöhlen, Brust und Schambereich.

Wenn sich die Art oder der Ort des Haarwuchses bei Erwachsenen signifikant ändert, kann dies ein Zeichen von hormonellen oder Stoffwechselstörungen sein. Selbst durch die Einnahme bestimmter Medikamente kann die Behaarung an Kopf und Körper zunehmen.

Wodurch wird übermäßiges Haarwachstum verursacht?

Neben dem Terminalhaar haben wir auch feines, helles Körperhaar, das als Vellushaar bezeichnet wird und völlig normal ist. Wenn Frauen jedoch übermäßiges Gesichts- oder Körperhaar entwickeln, ist dies oft das Ergebnis einer als Hirsutismus bekannten Erkrankung. Sie bewirkt eine Überproduktion von männlichen Hormonen wie Testosteron, wodurch ein hormonelles Ungleichgewicht verursacht wird. Dies ist jedoch nicht die einzige Ursache für übermäßigen Haarwuchs.

Es gibt vier Hauptursachen für übermäßiges Haarwachstum:

  1. Hormonelles Ungleichgewicht: Frauen, die einen hohen Anteil an männlichen Hormonen produzieren, leiden manchmal an einer Erkrankung, die als PCOS oder Polycystic Ovary Syndrome bekannt ist. Bei dieser Krankheit werden die Hormonschwankungen durch Zysten an den Eierstöcken verursacht. Eine weitere Erkrankung, die bei Frauen zu übermäßigem Haarwuchs führen kann, ist das Cushing-Syndrom, das Tumore in den Nebennieren und hormonelle Ungleichgewichte verursacht. Auch hormonelle Veränderungen wie bei Frauen, die sich in einem Stadium vor und nach der Menopause befinden, können zu einem Anstieg der männlichen Hormone oder des Testosteronspiegels führen. Auch hier kann die Folge ein zunehmendes Haarwachstum am Körper und im Gesicht sein.
  2. Medikamente: In gewissen Medikamenten sind ebenfalls Inhaltsstoffe enthalten, die übermäßiges Haarwachstum anregen können. Der Konsum dieser Arten von Medikamenten ist eine häufige Ursache für die störende Körperbehaarung. Übermäßige Haarstörungen, die durch diese Medikamente verursacht werden, haben wiederum zur Entwicklung innovativer Haarwuchsmittel geführt. Minoxidil, auch bekannt als Endarzneimittel Regaine, wird für äußerliche Formulierungen verwendet. Finasterid unter dem Handelsnamen Propecia hat sich hingegen als wirksames Haarreparaturmittel für den Mann etabliert.
  3. Genetik: Übermäßiges Haarwachstum kann verstärkt in Familien auftreten. Wenn die Mutter bereits unter starker Körper- oder Gesichtsbehaarung leidet, ist es wahrscheinlich, dass auch die Töchter davon betroffen sind. Nicht selten haben Frauen aus dem Nahen Osten, Südasien und dem Mittelmeerraum eher eine Veranlagung zu dunkler und vermehrter Behaarung.
  4. Stress: In Stressphasen werden die Nebennieren hyperaktiv und pumpen Stresshormone aus, was zu übermäßigem Haarwuchs führen kann. Jedoch ist nicht ein einzelner schlechter Tag im Büro das Problem, sondern lange, ununterbrochene Stressperioden, die das veränderte Haarwachstum auslösen.

Hypertrichose - was ist das?

Hypertrichose ist eine androgenunabhängige Zunahme des Haarwuchses, bei der Alter oder Geschlecht keine Rolle spielen. Es gibt einen Unterschied zwischen angeborener und erworbener Hypertrichose. Bei der erworbenen übermäßigen Behaarung kann die Wachstumsphase des Haarzyklus beschleunigt sein. Die Gründe dafür sind vielfältig. So kann zwei bis vier Monate nach einer traumatischen Hirnverletzung starker Haarwuchs auftreten, der bis zu einem Jahr anhält. Wiederholte Frakturen und Nervenschäden können ebenfalls mit einem beschleunigten Haarwachstum zusammenhängen.

Eine schwerwiegende Unterernährung bei Magersucht oder auch Malignome, also bösartige Tumore, gelten eher selten als Ursache.

Was ist Hirsutismus?

Es kommt vor, dass Frauen aus den südlichen Regionen ein Haarwachstum in einem männlichen Muster im Genitalbereich, auf der Brust und im Gesicht aufweisen. Diese Frauen haben zudem ein erhöhtes Risiko für Akne, Menstruationsstörungen und Ausfall der Kopfbehaarung. Der erbliche Hirsutismus beginnt in der Pubertät und ist durch den Überschuss an männlichen Hormonen (Androgene) auf eine Veränderung des Hormonstoffwechsels zurückzuführen.

Die am häufigsten vorkommende Form des Hirsutismus im Gesicht ist der sogenannte Damenbart. Eine schnelle und kostengünstige Haarentfernungstechnik ist das Rasieren, dieses muss jedoch täglich erfolgen.

Die Wirkung von Wachs oder Enthaarungsmitteln zur Entfernung von Haaren (einschließlich Wurzeln) hält mehrere Wochen an. Erst in der nächsten Wachstumsphase tritt eine neue Keimung auf. Diese oft schmerzhafte mechanische Haarentfernungsmethode kann jedoch im Gesicht und in den Intimbereichen nur in einem begrenzten Bereich durchgeführt werden.

In anderen Bereichen kommen häufig Enthaarungs- oder Bleichcremes zum Einsatz. Der Erfolg von Haarentfernungscremes kann bis zu zwei Wochen anhalten, die Anwendung kann jedoch Hautreizungen verursachen.

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Wie behandeln Sie übermäßiges Haarwachstum am besten?

Empfehlenswert ist es, sich medizinisch behandeln zu lassen, wenn sich das eigene Haarwachstum plötzlich verändert. Es gibt je nach Befund Medikamente, die von Fachärzten verschrieben werden können. Jedoch sollte man dabei bedenken, dass die Haare in vielen Fällen nachwachsen, sobald Sie die Arzneimittel nicht mehr einnehmen.

Die Laser-Haarentfernung

Als effektivste und dauerhafte Lösung der Haarentfernung gilt die Laser-Behandlung. Bei der professionellen Laser-Haarentfernung wird ein konzentrierter Lichtstrahl verwendet, der die Haarfollikel schädigt. Beschädigte Haarfollikel können keine Haare mehr produzieren. Für die dauerhafte Haarentfernung mittels Laser sind in der Regel fünf bis sieben Behandlungen notwendig. Diese effiziente Methode entfernt unerwünschte Behaarung im Gesicht, unter den Achseln, an Armen und Beinen, am Rücken sowie im Intimbereich. Auch der Hals kann problemlos gelasert werden.

Die besten Ergebnisse erzielt die Laser-Haarentfernung bei der Kombination aus dunklem Haar und heller Haut. So können die Absorption von Lichtenergie und eine dauerhafte Schädigung der Haarwurzeln am besten erreicht werden. Daher ist gebräunte Haut weniger für die Laserbehandlung geeignet. Darüber hinaus sollten Körperhaare vor der dauerhaften Entfernung nicht gezupft oder epiliert werden. Empfehlenswert ist es, den behandelten Bereich immer zwei Wochen lang vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen sowie einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 aufzutragen.

Mythen und Fakten über das Haarwachstum

Es gibt viele Mythen über das Haarwachstum. Hier sind einige Fakten:

  • Haareschneiden beschleunigt das Haarwachstum nicht: Haareschneiden beeinflusst die Wachstumsgeschwindigkeit der Haare nicht.
  • Mondphasen beeinflussen das Haarwachstum nicht: Haareschneiden in bestimmten Mondphasen ändert nichts am Haarwachstum.
  • Dunkles Haar wächst nicht schneller als blondes: Es ist bei jedem Menschen individuell, wie schnell das Haar wächst, das hat nichts mit der Haarfarbe zu tun. Da dunkelhaarige Menschen aber oft etwas dickere Haare haben, brechen diese seltener ab.
  • Stress kann zu Haarausfall führen: Bei andauerndem Stress befinden sich vermehrt Stresshormone wie Cortisol und Noradrenalin im Körper.

Wie man das Haarwachstum unterstützen kann

Es gibt einige Maßnahmen, mit denen man das Haarwachstum unterstützen kann:

  • Ernährung: Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung kann die Haarfollikel nähren und das Haarwachstum fördern.
  • Haarpflege: Sanfte Haarpflege kann die Kopfhaut gesund erhalten und eine optimale Umgebung für das Haarwachstum schaffen.
  • Spezifische Behandlungen: Je nach Ursache des Haarausfalls können bestimmte Behandlungen helfen, das Haarwachstum zu fördern.
  • Regenerative Therapien: In einigen Fällen von Haarausfall können regenerative Therapien wie PRP (Platelet Rich Plasma) oder Low-Level-Lasertherapie hilfreich sein.

Vor Beginn einer Behandlung sollten Sie jedoch zwingend Experten konsultieren, um sicherzustellen, dass die Behandlung für Ihre spezielle Situation geeignet ist.

Tabelle: Wichtige Nährstoffe für das Haarwachstum

Nährstoff Funktion Lebensmittelquellen
Eisen Wichtig für den Sauerstofftransport zu den Haarfollikeln Rotes Fleisch, Spinat, Linsen
Zink Unterstützt das Haarwachstum und die Reparatur Austern, Rindfleisch, Kürbiskerne
Biotin (Vitamin B7) Wichtig für die Keratinproduktion Eier, Mandeln, Süßkartoffeln
Omega-3-Fettsäuren Verleihen Glanz und fördern die Kopfhautgesundheit Fisch, Walnüsse, Leinsamen
Vitamin A Fördert die Kopfhautgesundheit Süßkartoffeln, Karotten, Grünkohl
Vitamin C Antioxidans, unterstützt die Kollagenproduktion Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Paprika
Vitamin E Antioxidans, schützt die Haarfollikel Nüsse, Samen, Spinat

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