Haarfarben ohne Phenylendiamin-Inhaltsstoffe: Alles, was Sie wissen müssen

Die Welt der Haarfarben ist vielfältig und bietet zahlreiche Optionen für jeden Bedarf. Doch nicht jede Farbe ist gleich, und bestimmte Inhaltsstoffe können bei manchen Menschen Allergien auslösen. Insbesondere Para-Phenylendiamin (PPD) und Para-Toluylendiamin (PTD) sind bekannte Allergene in Haarfarben. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Arten von Haarfarben, ihre Inhaltsstoffe und wie Sie eine passende, schonende Option finden können.

Arten von Haarfarben

Es gibt verschiedene Arten von Haarfarben, die sich in ihrer Zusammensetzung und Wirkungsweise unterscheiden:

  • Oxidierende Haarfarben: Diese Farben benötigen einen Oxidationskatalysator (meist Wasserstoffperoxid), um ein Farbmolekül zu bilden. Sie sind dauerhaft und decken auch graue Haare gut ab.
  • Nicht-oxidierende Haarfarben: Auch als Direktfärbung bekannt, benötigen diese Farben keinen Entwickler. Sie sind semi-permanent und halten nur wenige Haarwäschen.
  • Ammoniakfreie Haarfarben: Diese Farben enthalten weniger oder gar kein Ammoniak, um Reizungen zu vermeiden.
  • Pflanzenfarben: Natürliche Alternativen wie Henna, Indigo und Cassia, die das Haar tönen und pflegen.
  • Saure Haarfarben: Farben mit niedrigem pH-Wert, die schonender für das Haar sind und für Glanz sorgen.
  • Metallic-Haarfarben: Diese enthalten Metallsalze und werden heute kaum noch verwendet.

Haare färben . Allergie

Oxidierende Haarfarben im Detail

Oxidierende Haarfarben sind die gängigsten, da sie dauerhafte Ergebnisse liefern. Sie bestehen aus zwei Hauptkomponenten:

  1. Farbcreme:
    • Basis: Pigmentträger in Form von Gel, Öl oder Creme.
    • Pigmente: Farblose Farbstoffe, die durch Oxidation aktiviert werden.
    • Alkalische Substanzen: Öffnen die Haarkutikula, damit die Farbe eindringen kann (z.B. Ammoniak).
    • Pflegewirkstoffe: Für Weichheit und Elastizität des Haares.
  2. Oxidationsmittel:
    • Basis: Träger für Oxidationsmittel in Gel- oder Cremeform.
    • Oxidationsmittel: Meist Wasserstoffperoxid, das Ammoniak verdampft und das natürliche Pigment aufhellt.
    • Stabilisatoren: Sorgen für einen stabilen Sauerstoffgehalt.
    • Pflegewirkstoffe: Behandeln und restrukturieren das Haar.

Haarfarben ohne PPD/PTD

Allergien werden häufig durch PPD und PTD verursacht. Hersteller versuchen daher, Farben ohne diese Inhaltsstoffe zu entwickeln. Stattdessen werden feinere Stoffe verwendet, um das Allergierisiko zu verringern. Ein Beispiel ist Wella Koleston Perfect ME+, bei dem PPD und PTD durch eine neue ME+ Substanz ersetzt werden.

Pflanzenhaarfarben: Eine natürliche Alternative

Pflanzenhaarfarben wie Henna, Indigo und Cassia sind natürliche Alternativen, die das Haar tönen und pflegen. Sie dringen nicht in die Haarstruktur ein, sondern umhüllen das Haar von außen. Dies schädigt das Haar nicht und kann sogar pflegend wirken. Allerdings können sie das Haar nicht aufhellen und haben eine begrenzte Farbpalette.

Vorteile von Pflanzenhaarfarben:

  • Natürliche Inhaltsstoffe
  • Schonend für das Haar
  • Weniger Reizungen und Allergien

Nachteile von Pflanzenhaarfarben:

  • Kann Haare nicht aufhellen
  • Begrenzte Farbpalette
  • Nicht mit chemischen Farbstoffen kombinierbar

Wichtige Hinweise zu Pflanzenhaarfarben

Achten Sie auf Produkte, die als natürlich beworben werden, aber dennoch chemische Zusätze enthalten. Lesen Sie die Inhaltsstoffe sorgfältig durch, um sicherzustellen, dass keine unerwünschten Stoffe wie PPD, Wasserstoffperoxid oder Schwermetalle enthalten sind.

Saure Haarfarben für schonende Tönung

Saure Haarfarben haben einen niedrigen pH-Wert, der dem natürlichen Zustand des Haares nahekommt. Sie sind schonender, da sie keine Oxidation verursachen und die Haarfaser nicht überempfindlich machen. Diese Farben schließen die Schuppenschicht, glätten die Haaroberfläche und sorgen für Glanz.

Vorteile von sauren Haarfarben:

  • Schonender für das Haar
  • Verleiht Glanz
  • Glättet die Haaroberfläche

Nachteile von sauren Haarfarben:

  • Kann Haare nicht aufhellen

Um gesundes Haar zu erhalten, werden saure Haarfarben oft mit dauerhaften (alkalischen) Farbstoffen kombiniert, um optimale Farbergebnisse und Haarkondition zu erzielen.

Vorsicht vor Metallic-Haarfarben

Metallic-Haarfarben enthalten Metallsalze und werden heute kaum noch verwendet. Sie können bei Kontakt mit Peroxid zu unvorhersehbaren Ergebnissen führen und das Haar schädigen.

Inhaltsstoffe im Fokus: PPD und N-Phenyl-p-phenylendiamin

PPD (Para-Phenylendiamin) ist ein synthetischer Inhaltsstoff, der in oxidativen Haarfarben verwendet wird. Es ist bekannt für sein hohes Sensibilisierungspotenzial und kann bei manchen Menschen allergische Reaktionen auslösen. Die Europäische Kommission hat jedoch strenge Richtlinien für die Verwendung von PPD in Haarfärbemitteln erlassen, um die Sicherheit der Verbraucher zu gewährleisten.

N-Phenyl-p-phenylendiamin ist eine verwandte Substanz, die ebenfalls in Haarfarben vorkommt. Auch hier gelten strenge Auflagen, um das Risiko von Allergien zu minimieren.

Allergische Reaktionen vermeiden

Um allergische Reaktionen zu vermeiden, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Führen Sie vor der Anwendung einen Allergietest durch.
  • Verwenden Sie Haarfarben ohne PPD/PTD, wenn Sie empfindlich auf diese Stoffe reagieren.
  • Tragen Sie beim Färben Handschuhe.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit der Kopfhaut.
  • Konsultieren Sie bei Verdacht auf eine Allergie einen Dermatologen.

Zusammenfassung der Farbtypen

FarbtypBeschreibungVorteileNachteile
Oxidierende FarbeBenötigt Oxidationsmittel, dauerhaftDauerhafte Farbe, gute GrauabdeckungKann das Haar schädigen, enthält oft Allergene
Nicht-oxidierende FarbeDirektziehend, semi-permanentSchonender, keine OxidationNicht dauerhaft, kann Haare nicht aufhellen
Ammoniakfreie FarbeWeniger oder kein AmmoniakWeniger ReizungenNicht so effektiv wie ammoniakhaltige Farben
PflanzenfarbeNatürliche InhaltsstoffeSchonend, pflegendKann Haare nicht aufhellen, begrenzte Farbpalette
Saure FarbeNiedriger pH-WertSchonend, verleiht GlanzKann Haare nicht aufhellen

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