Insolvenzverfahren bei Busch Glatz: Eine Analyse der Hintergründe und Auswirkungen

Busch Glatz war ein Konglomerat aus Marketing- und Medienunternehmen, das der Verleger Timo Busch und der Drucker Torsten Glatz durch zahlreiche Übernahmen gebildet haben. Durch die Insolvenz der MG Medien Gruppe von Torsten Glatz geriet jedoch der gesamte Verbund in Schieflage. Infolgedessen mussten für fast alle Gesellschaften bei den zuständigen Gerichten Anträge auf Eröffnung von Insolvenzverfahren gestellt werden.

Die BG Germany GmbH ist besser bekannt unter dem Namen, den sie noch bis zum 9. Juni trug: Busch Glatz Germany. Das Insolvenzverfahren über das Vermögen der BG Germany GmbH, Verlag von Branchentiteln wie "Meedia" und "Blickpunkt Film", wurde am 1. Juli eröffnet. Zum 9. Juni gab Timo Busch auch den Geschäftsführer-Posten ab. Alleiniger Geschäftsführer ist seither der Anfang 2022 ebenfalls in die Geschäftsführung berufene Torsten Glatz, der somit unter Aufsicht des zum Sachwalter bestellten Rechtsanwalts Daniel Zumhasch weiter über die Insolvenzmasse verfügen darf.

Gläubiger können ihre Forderungen nun bis zum 22. Juli beim Sachwalter anmelden, die Gläubigerversammlung ist für den 28. Juli angesetzt.

Die Busch Glatz Germany GmbH war offenbar schon länger in finanziellen Schwierigkeiten.

Die Expansion von Busch Glatz

Nukleus waren der 1980 von Ulrich Scheele gegründete Entertainment Media Verlag in München, den Timo Busch 2014 von Gruner + Jahr übernommen hatte, sowie die 1999 von Torsten Glatz gegründete impress media in Mönchengladbach. 2019 kam der 2008 von Dirk Manthey für MEEDIA gegründete Verlag in Hamburg dazu, 2020 die 1992 von Maria-Theresia von Seidlein und Georg von Langsdorff gegründete S&L Medien Gruppe mit Büros in München und Berlin. 2021 folgten der 1973 von Bodo Harenberg gegründete Harenberg Verlag in Dortmund und die 2002 von Martin Molgedey gegründete MMmedia in Hamburg. Zusätzlich wurden diverse einzelne Assets erworben und integriert sowie zentrale Einheiten für die Entwicklung (Köln) und die Verwaltung (Mönchengladbach) aufgebaut.

Mit wirtschaftlicher Wirkung zum 01. Januar 2023 sollten sämtliche Aktivitäten unter dem Dach einer gemeinsamen Holding zusammengeführt werden.

Was passiert bei einer Insolvenz?

Mitarbeiterbewertungen und Unternehmenskultur

Busch Glatz wird als Arbeitgeber von Mitarbeitenden mit durchschnittlich 2,4 von 5 Punkten bewertet. Mitarbeiter bemängeln vor allem die Kommunikation und die Gehaltszahlungen.

Die am schlechtesten bewerteten Faktoren sind:

  • Kommunikation: Es findet überhaupt keine Kommunikation innerhalb der Firma statt, somit jeder Arbeitnehmer nichts mitbekommt was eigentlich los ist.
  • Karriere/Weiterbildung: Keine Kultur der Weiterbildung, Karriereoptionen mögen da sein, aber wenn das Gehalt nicht kommt, die MA wegrennen auch sinnlos.

Der am besten bewertete Faktor von Busch Glatz ist Kollegenzusammenhalt mit 3,5 Punkten. Gut, allerdings weil man eine Leidensgemeinschaft ist. Alle sind frustriert und halten von daher meist zusammen.

Mögliche Verbesserungen laut Mitarbeitern

Mitarbeiter schlagen folgende Verbesserungen vor:

  • Ehrlichere Kommunikation, langfristigere/realistischere Ziele/Pläne, deutlich mehr Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden.
  • Gehälter pünktlich zahlen. Wiederholt einen Monat warten auf das letzte Gehalt. Keine Kommunikation zu Krisenfragen.

Die Zukunft von "Blickpunkt Film"

„Auf zu neuen Ufern“: So euphorisch beschrieb Chefredakteur und Herausgeber Ulrich Höcherl im Frühjahr 2024 die personellen Veränderungen bei "Blickpunkt Film".

Denn fast die gesamte alte Mannschaft ging von Bord, um ein neues Projekt aufzuziehen: "The Spot media & film". Das Unternehmen dahinter, die Opus Mediengruppe, will "Blickpunkt Film" nun aus der laufenden Insolvenz holen.

Unter dem neuen Opus-Dach sollen die beiden Angebote in den nächsten Monaten „zu einem zukunftsorientierten, integrierten Fachmedium für die Film-, Kino- und Entertainmentbranche zusammengeführt“ werden. Dieses solle „weiterhin aktuelle Branchennews, Hintergrundberichte, Trends und vielfältige Marktanalysen liefern“.

Die Organisation und Transformation werde in der Geschäftsführung durch Florian Ritter in Zusammenarbeit mit den Herausgebern in der Chefredaktion Barbara Schuster und Thomas Schultze geleitet.

Übergeordnetes Ziel sei es, „durch Synergien die Stärken beider Marken zu vereinen, bessere Skalierungseffekte zu schaffen und darauf aufbauend das moderne, digitale Leitmedium für Entscheidungsträger:innen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Film- und Medienindustrie weiterzuentwickeln“.

In den letzten Wochen gab es dann insbesondere bei "Meedia" mehrere personelle Abgänge, darunter Chefredakteur Stefan Winterbauer, auch sein bisheriger Stellvertreter steht nach DWDL-Infos vor dem Abschied. Die Redaktion haben zudem Claudia Bayer und Tobias Singer verlassen.

Timo Busch wiederum erklärte kürzlich gegenüber der "Süddeutschen Zeitung", dass er dem nun insolventen Firmenkonstrukt im 4.

tags: #busch #glatz #Deutschland

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen