Die Frage, welche Haarfarbe ein Kind haben wird, beschäftigt viele werdende Eltern. Die Vererbung der Haarfarbe ist ein komplexer Prozess, der von vielen Faktoren beeinflusst wird. Im Gegensatz zur Augenfarbe, bei der Vorhersagen einfacher sind, gestaltet sich die Bestimmung der Haarfarbe deutlich schwieriger.
Die Haarfarbe eines Menschen wird genetisch bestimmt und von den Eltern vererbt. Blonde und rote Haare unterliegen beim Kreuzungsprozess dunklen Haartypen, daher werden diese Haarfarben immer seltener. Trotzdem kann es sein, dass zwei dunkelhaarige Menschen ein blondes Kind bekommen, wenn sie beide die Geninformation für helles Haar weitergegeben haben.
Verantwortlich für die Haarfarbe ist der Farbstoff Melanin, der von Melanozyten (Hautzellen) produziert und über die Haarwurzel ins Haar eingelagert wird. Es gibt zwei Varianten von Melanin:
Das Mengenverhältnis dieser beiden Pigmente bestimmt den genauen Farbton der Haare.
Die Verteilung der Haarfarben weltweit zeigt, dass dunkle oder schwarze Haare am häufigsten vorkommen (über 98 Prozent). Blonde Haare kommen bei etwas über einem Prozent der Menschen vor, während rote Haare noch seltener sind (unter einem Prozent).
Inzwischen haben Wissenschaftler 123 (!) verschiedene Gene identifizieren können, die bei der Baby-Haarfarbe mitmischen können. Das wichtigste bekannte Gen, das mit der Haarfarbe zusammenhängt, heißt MC1R (die meisten Menschen habe zwei funktionierende MC1R, eins von jedem Elternteil). Dieses Gen enthält die Informationen, um das Protein Melanocortin-1-Rezeptor zu produzieren, das dazu beiträgt, Melanin herzustellen.
Die Kenntnis dieser Gene ermöglicht es, die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Haarfarben vorherzusagen. Es kann sein, dass einem das System bestätigt, dass jemand blonde Haare hat, und in Wahrheit ist er brünett. Es kann aber auch sein, dass das System blond ausschließt, obwohl die Person tatsächlich blond ist.
| Haarfarbe | Eumelanin | Phäomelanin |
|---|---|---|
| Schwarze Haare | Sehr viel | Kaum |
| Braune Haare | Viel | Wenig |
| Blonde Haare | Wenig | Viel |
| Rote Haare | Kaum | Hauptsächlich |
Ja, das kann sie tatsächlich. Durch den wechselhaften Zyklus von Babyhaaren verändert sich häufig die Haarfarbe: Hat ein Neugeborenes noch hellblonde Haare, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es später dunkle Haare hat. Viele Kinder haben erst im Grundschulalter, manche sogar erst mit Einsetzen der Pubertät ihre bleibende Haarfarbe.
Laut einer Studie ändert sich bei europäischen Babys die Haarfarbe besonders oft. Warum das so ist, konnten die Wissenschaftler jedoch nicht genau erklären.
Gut zu wissen: Durch das ständige Ausfallen und Nachwachsen von Babyhaaren verändert sich die Haarfarbe deines Kindes immer wieder. Hat ein Neugeborenes hellblonde Haare, ist es nicht unwahrscheinlich, dass es später einmal dunkle Haare hat, und andersherum.
Ein Baby mit roten Haaren ist eine kleine genetische Besonderheit, denn die Mehrheit der Menschen hat andere Haarfarben. Rote Haare entstehen durch eine Mutation auf dem Chromosom 16. Der Melanocortin-Typ-1-Rezeptor (MC1R) wird verändert und erzeugt die rote Färbung. Damit ein Baby rote Haare bekommt, müssen beide Elternteile diese Genmutation in sich tragen - sie müssen dabei aber nicht selbst rote Haare haben.
Rothaarige Kinder sind deutlich empfindlicher gegenüber Sonneneinstrahlung, weshalb ein besonders starker Sonnenschutz der Haut wichtig ist.
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