Ob blond, braun, rot, schwarz, pink oder grau: Inzwischen kann man sich nahezu jede Haarpracht selbst färben. Das Angebot in den Super- und Drogeriemärkten ist enorm. Der Umwelt zuliebe gibt es inzwischen auch viele vermeintlich naturfreundliche Produkte. Jedoch zeigen die Tests von Öko-Test, dass bei einigen „alternativen“ Produkten gesundheitsschädliche Stoffe enthalten sind.
Öko-Test hat 17 alternative Haarfarben eingekauft und getestet. Dabei zeigt sich: Natürliche Haarfarben sind für Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht so einfach zu erkennen. In einigen Fällen enthalten die getesteten Produkte neben natürlichen Inhaltsstoffen auf pflanzlicher Basis auch potenziell allergieauslösende und hautreizende Problemstoffe.
Im Test: 17 alternative Haarfarben. Spezial Vegetarisch & Vegan 2021 | Autor: Dimitrij Rudenko/Heike Baier/Ann-Cathrin Witte | Kategorie: Kosmetik und Mode | 11.11.2021Foto: ÖKO-TESTPflanzenzusätze machen aus einer Haarfarbe noch lange keine Pflanzenhaarfarbe. Das zeigt unser Test von 17 braunen Haarfarben.
Das Ergebnis überrascht: Denn bei dem Test gab es kein grau - nur schwarz und weiß. Denn alle Testsieger erhielten die Bestnote „sehr gut“, alle Verlierer fielen mit der vernichtenden Bewertung „ungenügend“ durch.
Wer seine Haare färbt, sollte aufpassen, was in dem Produkt steckt. Einige können ernsthafte gesundheitliche Schäden hervorrufen - selbst wenn Bio draufsteht.
Quelle: Galina Zhigalova/getty-images-bilder
Pflanzenhaarfarben setzen auf Farbstoffe aus zermahlenen Blättern, Blüten oder Wurzeln. Reine Pflanzenhaarfarben sorgen allein mit zermahlenen Blättern, Wurzeln oder Blüten für den gewünschten Effekt - etwa mit Henna, Indigo oder Kamille. Sie verbinden sich vorwiegend mit der äußeren Schuppenschicht des Haars.
Ganz anders funktioniert das Prinzip der chemischen Oxidationshaarfarben: Die zunächst farblosen Mittel dringen tief ins Haarinnere ein, wo Wasserstoffperoxid zunächst die natürlichen Melanin-Pigmente zerstört. Chemische Farben arbeiten hingegen mit dem Prinzip der Oxidation und dringen tief ins Haar ein. Die gewünschten Farbpigmente lagern sich daraufhin zwischen den Keratinsträngen im Haar ein.
Die Verpackung verspricht: grün, Öko, Natur. Der Inhalt zeigt das Gegenteil. Die chemischen Oxidationsfarben enthalten aromatische Amine. Wie Öko-Test mitteilt, seien diese in allen Permanent-Haarfarben enthalten: „Darunter einige, die das EU-Beratergremium für Verbrauchersicherheit (SCCS) als starke oder sogar extrem starke Kontaktallergene einstuft. p-Phenylendiamin (PPD) gehört dazu, Toluene-2,5-Diamine Sulfate oder HC Red No.3.“
Das sorgt nicht nur für eine neue Haarpracht, sondern kann auch die Gesundheit gefährden. Denn bei der Verwendung kann es zu einer Allergie kommen. Tritt einmal eine Kontaktallergie auf, die sich durch schmerzhaften Rötungen, Schwellungen und Juckreiz bemerkbar macht, begleitet die Allergie den Verbraucher ein Leben lang.
Auch auf halogenorganische Verbindungen (AOX), die zum Teil als allergieauslösend oder sogar krebserzeugend gelten, achteten die Tester, genau wie auf PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.
Aromatische Amine gehören zu synthetischen Farbstoffvorstufen. Einige dieser Stoffe werden vom EU-Beratergremium für Verbrauchersicherheit (SCCS) als starke oder sogar extrem starke Kontaktallergene eingestuft. Haben solche Stoffe erst eine Kontaktallergie mit schmerzhaften Rötungen, Schwellungen und Juckreiz ausgelöst, besteht die Allergie ein Leben lang.
Bei Haarfarben sollte man Vorsicht walten lassen. Einige beinhalten gefährliche Stoffe. Denn in den Oxidationshaarfarben sind auch halogenorganische Verbindungen (AOX) enthalten. Diese können nicht nur allergie-, sondern auch krebserregend sein.
Nicht überall, wo mit sanfter Natur geworben wird, stimmt das auch. Hersteller werben mit natürlichen Inhaltsstoffen und der sanften Kraft von Pflanzen - aber was steckt wirklich drin? Öko-Test hat jetzt 12 (vermeintlich) alternative Haarfarben in verschiedenen Brauntönen getestet. Selten gingen die Ergebnisse so auseinander: Sieben der Produkte sind „sehr gut“, die übrigen fallen mit „ungenügend“ komplett durch.
Die Permanent-Haarfarben im Test, die teilweise mit Werbeaussagen wie „Wirkstoffe aus Bio-Anbau“ locken, enthalten laut dem Magazin meist einen ganzen Cocktail davon - darunter einige, die vom EU-Beratergremium für Verbrauchersicherheit (SCCS) als starke oder sogar extrem starke Kontaktallergene eingestuft werden. Diese aromatischen Amine können schmerzhafte Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und eine lebenslange Allergie auslösen.
Viele Versprechungen, wenig Inhalt ist etwa bei Biokap Haarfarbe mit Bio-Arganöl der Fall. Wie das von Öko-Test beauftragte Labor herausfand, zählt zu den sechs aromatische Aminen auch p-Aminophenol. Es ist möglich, dass dieser Stoff genetische Defekte verursachen kann. Das hat mit Bio wenig zu tun.
Die alternative Haarfarbe von Korres lässt ebenfalls das grüne Bewusstsein vermissen. Die künstlichen Moschusdüfte gelangen über Abwasser in die Umwelt. Dort bedrohen sie die Gewässer.
Ehe die grauen Strähnchen also überdeckt werden, sollte vorher die Verpackung genau überprüft werden - schließlich verstecken sich dort ernsthafte Gefahren.
Alle reinen Pflanzenfarben im Test wurden mit „sehr gut“ bewertet, darunter:
Die chemischen Farben wiederum hält Öko-Test alle für „ungenügend“, zum Beispiel:
Drei der fünf Verlierer im Test sind:
Unter den echten pflanzlichen Haarfarben, die mit Wurzeln und Co. färben, ist beispielsweise Garnier Color Herbalia Pflanzenhaarfarbe Naturbraun. Die Packung gibt es für etwa 10 Euro. Das günstigste Produkt unter den Testsiegern ist Terra Naturi Henna Pflanzliche Haarfarbe braun. Die Haarfarbe gibt es bereits für 3,99 Euro bei Müller.
Chemische Produkte zur Haarbehandlung gefährden die Gesundheit. Das zeigte bereits eine US-Studie aus dem Jahr 2001. Sie wies nach, dass dauerhaftes Haarefärben das Risiko für Blasenkrebs erhöht.
Haarfärbemittel enthalten stark schädigende und teilweise krebserregende Chemikalien, die während des Färbens nicht nur über die Kopfhaut in den Blutkreislauf, sondern auch über die Atemwege in die Lunge gelangen. Insbesondere aromatische Amine wie 2,5-Toluylendiamin (PTD), p-Phenylendiamin (PPD) und Hydroxyethyl-p-Phenylendiamin sind in Haarfärbemitteln enthalten und gelten als starke Allergene. Ein weiteres aromatisches Amin ist p-Aminophenol, das als erbgutverändernd und krebserregend gilt.
Gute Vorbereitung ist wichtig. Vor dem Färben Reste von silikonhaltigen Shampoos oder Spülungen mit einer Tiefenreinigung auswaschen. Ganz entscheidend ist die richtige und konstante Temperatur des Färbebreis: Richten Sie sich dabei akribisch nach den jeweiligen Angaben. Während des Auftragens die Farbe konstant auf Temperatur halten, am besten in einem Wasserbad. Solange sie einwirkt, die Haare mit Folie oder Handtuch warm und am besten auch feucht halten.
Die Haare sind trocken und haben einen Grünstich? Probieren sie es mit heiß föhnen. Im Laufe der ersten beiden Tage können sich die Farben auch noch entwickeln oder nachdunkeln und sollten deshalb nicht mit Shampoo gewaschen werden.
Pflanzenhaarfarben färben, wie der Name bereits suggeriert, ausschließlich mit zermahlenen Blättern, Wurzeln oder Blüten. Die Farbstoffe aus Indigo, Färberkrapp und Indigo legen sich wie eine Lasur um die Haare und verbinden sich mit der äußeren Schuppenschicht. Pflanzenhaarfarben leisten keine hundertprozentige Abdeckung. Graue Haare schimmern eine Nuance heller durch.
Außerdem gilt: Dunkler geht immer, eine Aufhellung der Haare ist jedoch nur nach vorheriger chemischer Blondierung möglich.
Öko-Test hat 17 Pflanzen- und alternative Haarfarben in Brauntönen geprüft und im Labor auf umstrittene Inhaltsstoffe analysiert. Die folgende Tabelle fasst die Ergebnisse zusammen:
| Produkt | Bewertung | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Terra Naturi Henna Pflanzliche Haarfarbe, braun | Sehr gut | Reine Pflanzenhaarfarbe |
| Garnier Color Herbalia Pflanzenhaarfarbe Naturbraun | Sehr gut | Reine Pflanzenhaarfarbe |
| Logona Pflanzenhaarfarbe Creme, 239 | Sehr gut | Reine Pflanzenhaarfarbe |
| Sanotint Haarfarbe 3 Naturbraun | Ungenügend | Enthält künstlichen Moschusduft |
| Henna Plus Long Lasting Colour Chocolate Brown 5.35 | Ungenügend | Enthält extrem sensibilisierende Stoffe |
| Biokap Haarfarbe mit Bio-Arganöl | Ungenügend | Enthält aromatische Amine, darunter p-Aminophenol |
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