Haarfarbe ohne P-Phenylendiamin (PPD): Sichere Alternativen für empfindliche Haut

Viele Menschen, die ihre Haare färben möchten, suchen nach Produkten, die frei von schädlichen Inhaltsstoffen wie P-Phenylendiamin (PPD) sind. PPD ist ein häufig verwendeter Farbstoff in permanenten Haarfarben, der jedoch bei manchen Personen allergische Reaktionen auslösen kann. Glücklicherweise gibt es Alternativen, die schonender für die Kopfhaut und das Haar sind.

Warum PPD problematisch sein kann

P-Phenylendiamin (PPD) wird vorgeworfen, Allergien auszulösen (Sensibilisierung). Bestehende Daten bestätigen das Sensibilisierungspotenzial von PPD. Die Verwendung von Haarfärbemitteln hat jedoch im Laufe der Zeit deutlich zugenommen, während die Zahl der unerwünschten Reaktionen stabil geblieben ist. Schwere Reaktionen können auftreten, sind aber im Vergleich zu den verwendeten Mengen an Haarfärbemitteln sehr selten. (Temporäre Tätowierungen mit „schwarzem Henna“ können das Allergierisiko erhöhen.) In Zweifelsfällen sowie im Falle einer Reaktion auf ein Haarfärbemittel sollte ein Allergologe konsultiert werden, um eine Allergie gegen PPD auszuschließen.

Personen, die gegen PPD allergisch sind, sollten natürlich auf die Verwendung von PPD-haltigen Farbstoffen verzichten. Schließlich sollten professionelle Anwender, die mit PPD-haltigen Haarfärbemitteln in Berührung kommen, Handschuhe tragen.

Alternativen zu PPD in Haarfarben

Es gibt verschiedene Haarfarben auf dem Markt, die ohne PPD auskommen und dennoch eine langanhaltende und intensive Farbe bieten. Hier sind einige Beispiele:

Joanna Naturia Organic Vegan

Joanna Naturia Organic Vegan ist eine Reihe veganer, pflegender Haarfärbemittel, die langanhaltende und tiefe Farbe bieten. Die milde Formel enthält keine Inhaltsstoffe tierischen Ursprungs und ist frei von Ammoniak, PPD, Parabenen und Silikonen. Anstelle von Ammoniak wurde Monoethanolamin verwendet, und Silikone wurden durch ein wässriges Pflegepolymer (Polyquaternium 22) ersetzt. Diese Zusammensetzung sorgt für langanhaltende Farbe und ist ideal für trockenes und chemisch behandeltes Haar. Das Kosmetikprodukt schützt die Haarstruktur und Kopfhaut durch den Gehalt an Bio-Arganöl, das feuchtigkeitsspendend und pflegend wirkt.

Eisblond Färbe-Routine | Vegan

Wild Color ALL FREE

Die Wild Color ALL FREE Serie wurde speziell für Personen entwickelt, die eine besonders milde Haarfarbe wünschen. Sie verzichtet auf Ammoniak, PPD und Resorcinol und nutzt stattdessen schonendere Farbstoffe wie PTD. Diese Haarfarben sind frei von gängigen Allergieauslösern und bieten eine sanftere Alternative für empfindliche Personen.

Pflanzenhaarfarben

Pflanzenhaarfarben setzen auf Farbstoffe aus zermahlenen Blättern, Blüten oder Wurzeln. Das Farbspektrum für Pflanzenfarben ist inzwischen riesig und bietet zahlreiche Nuancen zwischen Blond, Rot, Braun und Schwarz. Regel dabei: Dunkler geht immer.

Wichtig zu wissen: Weil Pflanzenhaarfarben die ursprüngliche Haarfarbe wie eine Lasur überziehen, leisten sie keine hundertprozentige Abdeckung.

Pflanzenpigmente haben aufgeholt, was ihre Dauerhaftigkeit angeht, und einige zählen sich inzwischen zu den permanenten Haarfarben: Ayluna schreibt uns, dass die Farbe etwa 15 bis 25 Haarwäschen überdauert.

Worauf Sie bei der Auswahl einer Haarfarbe ohne PPD achten sollten

  • Inhaltsstoffe: Achten Sie auf Produkte, die als "PPD-frei" gekennzeichnet sind und keine anderen potenziell reizenden Inhaltsstoffe enthalten.
  • Zertifizierungen: Suchen Sie nach Zertifizierungen wie "vegan" oder "Bio", um sicherzustellen, dass das Produkt Ihren Anforderungen entspricht.
  • Erfahrungsberichte: Lesen Sie Bewertungen und Erfahrungsberichte anderer Nutzer, um mehr über die Verträglichkeit und Farbergebnisse zu erfahren.
  • Patch-Test: Führen Sie vor der Anwendung einen Patch-Test durch, um sicherzustellen, dass Sie nicht allergisch auf das Produkt reagieren.

Vorsicht bei Henna-Haarfarben

Vorsicht bei Henna-Haarfarben, die p-Phenylendiamin (PPD) oder 2-Nitro-PPD enthalten. Aktuelle Untersuchungen haben ergeben, dass Henna-Haarfarben im Handel sind, die außer der natürlichen Hennafarbe synthetische Farbstoff-Vorläufer p-Phenylendiamin (PPD) oder 2-Nitro-PPD enthielten. Solche Henna-Haarfarben stellen ein hohes gesundheitliches Risiko dar.

Verbraucher können diese Produkte nach bisheriger Kenntnis des Marktes daran erkennen, dass als Bestandteile neben dem Henna (meist als „Lawsonia inermis" deklariert) auch die Stoffe p-Phenylendiamin oder 2-Nitro-p-Phenylendiamin deklariert sind, z.B. als „Phenylendiamine" oder „Nitro-Phenylendiamine".

Tipps für die Anwendung von Pflanzenhaarfarben

Gute Vorbereitung ist wichtig. Vor dem Färben Reste von silikonhaltigen Shampoos oder Spülungen mit einer Tiefenreinigung auswaschen.

Ganz entscheidend ist die richtige und konstante Temperatur des Färbebreis: Richten Sie sich dabei akribisch nach den jeweiligen Angaben. Während des Auftragens die Farbe konstant auf Temperatur halten, am besten in einem Wasserbad.

Solange sie einwirkt, die Haare mit Folie oder Handtuch warm und am besten auch feucht halten.

Die Haare sind trocken und haben einen Grünstich? Probieren sie es mit heiß föhnen.

Im Laufe der ersten beiden Tage können sich die Farben auch noch entwickeln oder nachdunkeln und sollten deshalb nicht mit Shampoo gewaschen werden.

Zusammenfassung der Testergebnisse von ÖKO-TEST

ÖKO-TEST hat 17 alternative Haarfarben eingekauft und getestet. Dabei zeigt sich: Natürliche Haarfarben sind für Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht so einfach zu erkennen. In einigen Fällen enthalten die getesteten Produkte neben natürlichen Inhaltsstoffen auf pflanzlicher Basis auch potenziell allergieauslösende und hautreizende Problemstoffe.

Bewertungskriterien im Test:

  • Aromatische Amine (CMR-Stoffe, stark sensibilisierend, moderat sensibilisierend)
  • PEG/PEG-Derivate
  • Halogenorganische Verbindungen
  • Polyzyklische Moschus-Verbindungen
  • Deklarationspflichtige Duftstoffe, die Allergien auslösen können

Testmethoden:

  • Aromatische Amine: Bestimmung von Aminen in Haarfärbemitteln (mit und ohne Reduktion).
  • Halogenorganische Verbindungen: Wasserdampfdestillation und microcoulometrische Bestimmung.
  • Formaldehyd/-abspalter: Saure Wasserdampfdestillation und Photometrie.
  • Deklarationspflichtige Duftstoffe, Moschus-Verbindungen, Diethylphthalat: Extraktion und GC-MS.
  • MOSH/MOSH-Analoge, MOAH (in Produkten mit Paraffinen): LC-GC/FID.

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