Allergische Reaktion auf Haarfarbe: Was tun?

Allergien nehmen zu, und viele Menschen entwickeln eine Überempfindlichkeit gegen Haarfarben. In diesem Artikel werden die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten zusammengefasst, um Ihnen zu helfen, sicher mit Haarfarben umzugehen.

Verträglichkeit von Haarfärbemitteln

Haarfärbemittel sind beliebt, um die Haarfarbe zu verändern, werden aber oft mit gemischten Gefühlen betrachtet, besonders von Allergikern. Diese fragen sich, wie verträglich synthetische Produkte sind und ob es natürliche Alternativen gibt.

Ob rot, schwarz, blond oder pink - fast kein Wunsch bleibt offen. Auch die Langlebigkeit der Farbveränderung kann scheinbar frei gewählt werden. Mit einer Haartönung ist das Ergebnis bereits nach wenigen Haarwäschen wieder weg. Die sogenannten Oxidationshaarfarben sorgen dagegen für eine dauerhafte Farbveränderung, die entweder auswachsen muss und mit einem Haarschnitt behoben wird oder eine erneute Färbung notwendig macht.

Risiken beim Haarefärben

Wer färbt, geht auch ein gewisses Risiko ein und muss mit Reizungen und sogar mit Kontaktallergien rechnen, denn die Farbveränderung ist ohne Risiken kaum machbar. Bedenkliche Inhaltsstoffe in den Haarfärbemitteln können die Farbstoffe sein, aber auch Hilfsstoffe wie Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak, die zwar nicht sensibilisierend sind, aber zum Teil stark reizende Wirkung zeigen.

Das aromatische Amin PPD ist bekannt durch seine hohe Sensibilisierungspotenz, es gehört zu den 10 häufigsten Auslösern einer Kontaktallergie (Hitliste der Kontaktallergene, IVDK, 2009). Der Einsatz dieser Haarfarben-Vorstufe ist in Oxidationsfarben durch die Kosmetikverordnung geregelt und ihre Höchstkonzentration auf 2 % im Anwendungsprodukt begrenzt. Notwendige Voraussetzung für das Färben mit PPD ist die Anwesenheit einer Kupplersubstanz wie z. B. Resorcin im Produkt. Fehlt hier ein Kuppler, so kann PPD unter oxidativen Bedingungen mit sich selber reagieren zu einer stark sensibilisierenden Verbindung - der sogenannten Bandrowski-Base, die zudem erbgutverändernde Eigenschaften zeigt.

Nach einer Haarfärbung treten die Symptome im Gesicht und an den Augen, die anschwellen und sich schmerzhaft entzünden. Ursache hierfür ist meistens das PPD. Beschrieben sind auch schwere allergische Schocks auf PPD, die zwar sehr selten, aber lebensbedrohlich sein können.

Eine PPD-Kontaktallergie ist wie bereits dargestellt vergleichsweise häufig, der Auslöser muss nicht zwangsläufig die Anwendung von oxidativen Haarfarben sein, auch andere Produkte, die diese Chemikalie enthalten, können eine Sensibilisierung hervorrufen. Para-Phenylendiamin kann beispielsweise in Textilfarben eingesetzt werden, in dunklen Henna-Tattoos oder Henna-Haarfarben. Außerdem wird PPD in Leder, Pelzen, Textilien, Schuhputzmitteln, Lacken, Gummi, Tinte, Kontrastmitteln, technischen Ölen, Autoreifen und fotografischen Entwicklern eingesetzt.

Da eine Kreuzreaktion auf andere Substanzen mit ähnlicher chemischen Struktur möglich ist, wie z. B. auf das para-Toluylendiamin (PTD), p-Aminophenol oder Azofarbstoffe, können auch diese Stoffe beim Hautkontakt eine allergische Reaktion auslösen. Seit 2011 gibt es eine Einschränkung der oxidativen Haarfarben für Jugendliche und Kinder, um für diese Personengruppe das Allergierisiko zu minimieren.

Das Blondieren mit Wasserstoffperoxid gilt als weniger problematisch, da hier keine sensibilisierenden Substanzen eingesetzt werden. Die Haare mit einer Wasserstoffperoxid-Ammoniak-Lösung behandelt. Die aufhellende Wirkung beruht darauf, dass die Wasserstoffmoleküle in die Haare eindringen und dort die Farbpigmente zerstören. Beide Wirkstoffe haben reizende, irritierende Eigenschaften, die eine empfindliche Kopfhaut belasten und reizen.

Vorsichtshalber sollte bei geröteter, entzündeter Kopfhaut auf eine Blondierung verzichtet bzw. eine Besserung des Hautzustandes abgewartet werden. Wichtig sind hier die Empfehlungen in Bezug auf die Anwendungskonzentration bzw. Anwendungsdauer, sie sollten unbedingt eingehalten werden. Fachgerecht ist das Blondieren beim Friseur.

Symptome einer PPD-Allergie

Die Symptome einer PPD-Allergie können vielfältig sein und sich auf unterschiedliche Weise äußern. Viele Menschen erleben zunächst Juckreiz oder Rötungen an der Kopfhaut, oft als Reaktion auf bestimmte Haarfärbemittel, die PPD enthalten. Diese allergischen Reaktionen können sich weiterentwickeln und zu ernsthaften Beschwerden führen, darunter Atemprobleme oder sogar Anaphylaxie in extremen Fällen.

Besonders bei Kontaktallergien ist es wichtig, Auslöser wie Duftstoffe oder Farbstoffe im Alltagsleben genau im Auge zu behalten. Häufig fühlen sich Betroffene irritiert und verwirrt, wenn sie diese Reaktionen feststellen, da die Symptome oft mit anderen Allergien verwechselt werden können. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind unerlässlich, um schwerwiegendere Folgen zu vermeiden. Daher ist es ratsam, bei Verdacht auf eine PPD-Allergie einen Fachmann aufzusuchen.

Typische Symptome einer Kontaktallergie:

  • Juckreiz
  • Hautbläschen
  • Rötungen
  • Hautausschlag

Die Symptome können sich deutlich von anderen Allergien abheben, weshalb es wichtig ist, diese Unterschiede zu erkennen. Häufig äußern sich allergische Reaktionen auf PPD durch Juckreiz und Rötungen, vor allem nach dem Färben der Haare. Während viele Menschen mit Allergien vergleichbare Symptome wie Atembeschwerden oder Hautirritationen erleben, können PPD-spezifische Reaktionen auch schwerwiegendere Folgen wie Anaphylaxie hervorrufen. Die Differenzierung zwischen diesen Reaktionen ist oft herausfordernd, da die Symptome überlappend sein können.

Ein sorgfältiges Beobachten und Dokumentieren der Reaktionen nach Kontakt mit PPD oder verwandten Substanzen erleichtert die Identifizierung.

Seltene, aber ernsthafte Symptome:

  • Anaphylaxie (erfordert sofortige medizinische Behandlung)
  • Atembeschwerden
  • Asthmaanfälle

Es ist von grundlegender Bedeutung, die Auslöser dieser Allergie zu identifizieren, um schwerwiegende und potenziell gefährliche Reaktionen zu vermeiden. Duftstoffe und Färbemittel in Haarfärbemitteln sind bekannte Auslöser, deshalb sollten Betroffene besonders achtsam sein.

Die Kenntnis Ihrer Allergien und das Verständnis der möglichen Reaktionen ermöglichen Ihnen, besser auf Ihre Gesundheit zu achten. Bei Verdacht auf ernsthafte Symptome sollten Sie umgehend einen Arzt konsultieren, um geeignete Maßnahmen zur Behandlung und Prävention zu ergreifen.

Die Dauer einer PPD-allergischen Reaktion kann stark variieren, abhängig von verschiedenen Faktoren wie der individuellen Empfindlichkeit des Betroffenen und dem Schweregrad der Reaktion. In der Regel treten Symptome innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach dem Kontakt mit PPD (Para-Phenylenediamin) auf, welches häufig in Haarfärbemitteln verwendet wird.

Eine milde Reaktion kann innerhalb weniger Tage abklingen, während schwerere allergische Reaktionen, wie beispielsweise eine Kontaktdermatitis, mehrere Wochen andauern können. In manchen Fällen kann die Haut über einen längeren Zeitraum empfindlich bleiben, selbst nachdem die sichtbaren Symptome abgeklungen sind.

Es ist wichtig, die betroffene Stelle gut zu beobachten und gegebenenfalls einen Dermatologen aufzusuchen, um geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen. Zusätzlich ist zu beachten, dass die Verwendung von PPD-haltigen Produkten bei einer bekannten Allergie vermieden werden sollte, da wiederholter Kontakt die Reaktion verstärken kann.

Behandlung der Überempfindlichkeit gegen Haarfärbemittel

Sollten Sie auf Haarfarbe allergisch reagieren, dürfen Sie diese zukünftig nicht mehr verwenden. Die Allergie selbst kann der Arzt nicht heilen.

Bei einer PPD-Allergie ist es entscheidend, schnell und richtig zu handeln, um Symptome zu lindern und weitere Reaktionen zu vermeiden. Zunächst sollte der Kontakt mit der Substanz, die Para-Phenylenediamin (PPD) enthält, sofort eingestellt werden. PPD ist häufig in Haarfärbemitteln und einigen Kosmetika enthalten.

Sobald die Allergie festgestellt wird, ist es ratsam, einen Dermatologen oder Allergologen aufzusuchen. Diese Fachleute können einen Allergietest durchführen, um die genaue Ursache der Reaktion zu bestätigen und geeignete Behandlungsmöglichkeiten anzubieten.

Zur Linderung von akuten Symptomen wie Juckreiz, Rötung oder Schwellung können Antihistaminika eingenommen werden. In schwereren Fällen kann eine Kortisoncreme verschrieben werden, um Entzündungen zu reduzieren.

Was tun bei einer allergischen Reaktion?

  • Kontakt mit PPD-haltigen Produkten sofort einstellen.
  • Dermatologen oder Allergologen aufsuchen.
  • Antihistaminika zur Linderung von Juckreiz, Rötung und Schwellung einnehmen.
  • In schwereren Fällen Kortisoncreme verwenden.

Die beste - aber auch radikalste Lösung - ist daher, die gefärbten Haare abzuschneiden, wie Stefan Wöhrl, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, im Interview mit dem Standard erklärte. Leiden Patienten unter starken Schwellungen, können auch Cortison-Präparate helfen.

Wer zu sehr an seinen Haaren hängt, sollte den Kontakt zwischen Haut und Haaren möglichst verhindern. So kann es meist schon helfen, einen Rollkragenpullover aus Baumwolle zu tragen oder die Haare in einem Zopf zusammen zu binden. Heilen lässt sich eine Allergie gegen Haarfarbe jedoch nicht.

Schonende Alternativen?

Pflanzenfarben gelten als relativ schonende und besser verträgliche Alternative zu den synthetischen Färbemitteln. Für die Farbveränderung kommen hier folgende Naturstoffe zum Einsatz: Henna, Auszüge aus Kamille, Rhabarber sowie Indigo- und Kaffeepulver, wobei Henna die weit größte Bedeutung hat. Die Farbvielfalt, die mit den Naturstoffen erreicht werden kann, ist etwas eingeschränkt, doch auch hier ist eine allergische Reaktion nicht ausgeschlossen.

Reine Henna beispielsweise zeigt geringe sensibilisierende Potenz und löst sehr selten eine allergische Reaktion aus. Um mit dem Henna-Farbstoff eine intensivere und dunklere Färbung zu erreichen, wird der Henna para-Phenylendiamin zugesetzt.

Als weniger problematisch als die Oxidationsfarben gelten die Tönungen. Hier kommen größere Farbmoleküle zum Einsatz, die schlechter in die Haut eindringen können. Im Unterschied zu dauerhaften Farben dringen die Farbstoffe nicht ins Haarinnere, sondern verbleiben weitgehend auf der Haaroberfläche, von wo sie mit der Haarwäsche nach und nach entfernt werden können.

Allerdings auch hier berichten Allergologen über Reaktionen der Kopf- und Gesichtshaut auf die Inhaltsstoffe der Tönung, die mit jeder Wäsche von der Haaroberfläche mobilisiert werden und auf die Haut gelangen. Auch hier gilt, wer tönen möchte, sollte die Hände mit Handschuhen schützen und die Einwirkzeit unbedingt einhalten.

Es gibt mittlerweile viele hochwertige Haarfärbemittel, die auf pflanzlicher Basis oder mit weniger schädlichen Inhaltsstoffen formuliert sind. Zusätzlich kann ein Patch-Test vor der Anwendung eines neuen Färbemittels durchgeführt werden. Tragen Sie dazu eine kleine Menge des Produkts auf eine unauffällige Hautstelle auf und warten Sie 48 Stunden, um mögliche Reaktionen zu beobachten. Dies kann helfen, allergische Reaktionen im Vorfeld zu erkennen.

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DAAB-Tipps zur Vorbeugung

Wer eine Farbveränderung der Haare wünscht, sollte dies sorgfältig abwägen. Gründe, die gegen eine Färbung sprechen, sind beispielsweise Beschwerden wie juckende Entzündung, Hautbläschen oder ein Ausschlag an der Stelle, wo im Urlaub ein Henna-Tattoo angebracht war. Die Ursache sollte nicht bagatellisiert, sondern beim Hautarzt abklärt werden.

Machen Sie keine Verträglichkeitsprüfung mit den Farbsubstanzen. Allergolog:innen warnen, dass durch die lange Einwirkzeit eine Sensibilisierung entstehen könnte. Da für eine Verträglichkeitstestung die Substanz 24 Stunden auf der Haut verbleiben soll, könnte mit den aggressiven Inhaltsstoffen der Farbmischung eine Irritation bzw. Allergie hervorgerufen werden. Bitte bedenken Sie, dass beim Haarefärben die Farbmischung nur eine kurze Zeit Kontakt mit der Haut und den Haaren haben soll.

Wer zu Hause seine Haare tönen bzw. färben möchte, sollte unbedingt die Hinweise und Empfehlungen des Herstellers beachten. Während der Anwendung sollten die Hände mit Handschuhen geschützt werden, die Anwendungsdauer auf keinen Fall überschritten und die Farbreste sorgfältig ausgespült werden.

Wer akut unter gereizter Kopfhaut leidet, sollte eine Haarfärbung lieber verschieben. Vorteilhaft ist es diese Färbung bei Friseur durchführen zu lassen, so kommt man mit den reaktiven Inhaltsstoffen relativ wenig in Berührung.

Für alle Kontaktallergiker:innen ist es wichtig, dass sie die Inhaltsstoffe der Haarfärbeprodukte auf ihre Allergieauslöser sorgfältig durchgehen.

Weitere Tipps zur Vorbeugung:

  • Bei gereizter Kopfhaut Haarfärbung verschieben.
  • Haarfärbung vom Friseur durchführen lassen.
  • Inhaltsstoffe der Haarfärbeprodukte sorgfältig prüfen.

Haarfarben-Allergieverdachtstest

Muss wirklich bei jedem Färben ein Haarfarbe-Allergieverdachtstest gemacht werden? Natürlich ist es schon verlockend, den Allergieverdachtstest einfach zu überspringen, wenn das Haar bereits zum x-ten Mal rot gefärbt wird. Aber wir bleiben dabei: Der Haarfarben-Patch-Test ist ein obligatorischer Schritt auf dem Weg zur gewünschten Farbveränderung.

Auch wenn die Haare schon seit Jahren coloriert werden, ist es dennoch immer noch möglich, eine allergische Reaktion auf die Haarfarbe auszubilden - sogar, wenn genau dasselbe Produkt in der Vergangenheit schon problemlos angewendet wurde. Allergische Reaktionen sind zwar selten, aber dafür umso unangenehmer. Der Allergieverdachtstest hilft dabei, eine potenzielle Allergie rechtzeitig anzuzeigen. Zudem geht er wirklich super schnell und ist auch ganz einfach durchzuführen.

Ohrschmuck abnehmen und einen kleinen Klecks der Farbe auf ein Wattestäbchen geben. Mit dem Wattestäbchen eine etwa münzgroße Menge der Colorationscreme (aus der Tube) (1-2 cm² reichen) hinter das Ohr tupfen und vollständig trocknen lassen. Dann genau in derselben Manier noch zwei oder drei Schichten auftragen und dazwischen stets trocknen lassen. Danach den Colorationsbehälter wieder fest verschließen und bis zum tatsächlichen Färben - in 48 Stunden - aufbewahren.

Wie lang soll der Haarfarbe-Allergieverdachtstest auf der Haut bleiben? 48 Stunden. Denn solange dauert es, bis der Test vollständige Resultate liefert. Um eine potenzielle allergische Reaktion auf die Haarfarbe festzustellen, muss dem Immunsystem Zeit gelassen werden, damit es reagieren kann. Die meisten allergischen Reaktionen treten innerhalb von 48 Stunden nach Hautkontakt auf - und genau darum sollte dieser Zeitraum auch beim Haarfarbe-Allergieverdachtstest abgewartet werden. 24 Stunden reichen nicht aus, um eine Allergie vollends auszuschließen!

Sobald die 48 Stunden um sind, liegt das Ergebnis des Haarfarbe-Allergieverdachtstest vor. Wenn keine eigenartigen Hautreaktionen auffallen, dann kann es nun endlich losgehen.

Schritt Anweisung
1 Ohrschmuck abnehmen und Farbe auf ein Wattestäbchen geben.
2 Kleine Menge Colorationscreme hinter das Ohr tupfen und trocknen lassen.
3 Zwei bis drei Schichten auftragen und dazwischen trocknen lassen.
4 48 Stunden warten und auf Hautreaktionen achten.

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