Strähnchen leicht gemacht: Die Kammtechnik für zu Hause

Helle oder dunkle Strähnchen sind eine schonende Methode, um langweilige Haarfarben aufzuwerten und dem Haar Frische, Lebendigkeit und Dimension zu verleihen. Sie lassen das Haar voller wirken und setzen wunderschöne Highlights, die das Gesicht umrahmen und die Haarfarbe auflockern. Mit der richtigen Technik und etwas Übung können Sie professionelle Ergebnisse erzielen, ohne den Gang zum Friseur antreten zu müssen.

Unter den verschiedenen Strähnentechniken sind Kammsträhnen sehr beliebt, weil das Verfahren schnell und einfach geht. Mit dieser Anleitung können Sie sich die Highlights selbst in die Haare kämmen.

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Vorbereitung und Materialien

Damit das Strähnchen selbst färben reibungslos gelingt, sollten Sie alle notwendigen Materialien bereitlegen. Dazu gehören:

  • Eine geeignete Blondierung oder Haarfarbe
  • Ein Entwickler
  • Handschuhe
  • Ein grobzinkiger Kamm
  • Ein altes Handtuch zum Schutz der Kleidung

Wählen Sie aus dem Sortiment eines Drogeriemarkts eine Farbe, die für Ihre natürliche Haarfarbe empfohlen wird. Orientieren Sie sich dabei an den Aufdrucken auf den Packungen oder an den ausgelegten Farbtonkarten. Testen Sie die Farbe, bevor Sie damit Strähnen ins Deckhaar färben. Kämmen Sie Ihr Haar nach oben, um es mit einem Haargummi zusammenzuhalten. Rühren Sie eine kleine Portion der gewählten Farbe an. Die so entstandene Paste wird nur auf eine dünne Strähne im Unterhaar aufgetragen. Sie können die Farbe erst beurteilen, wenn Sie die Farbe nach dem Ende der Einwirkzeit ausgespült haben und das Haar trocken ist. Führen Sie den Test immer durch, egal nach welcher Anleitung Sie eine der Strähnentechniken anwenden wollen.

Kämmen Sie Ihr Haar so, wie Sie es später tragen wollen. Das ist wichtig, weil Sie nach dieser Anleitung nur die Haare färben, welche sich oben befinden. Falls Sie die Frisur später ändern, ist es möglich, dass Sie von den Strähnchen nichts mehr sehen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Kammsträhnen

  1. Vorbereitung: Ziehen Sie Handschuhe an und bedecken Sie Ihre Kleidung mit einem alten Handtuch.
  2. Farbe auftragen: Die angerührte Farbe wird auf einen grobzinkigen Kamm aufgetragen. Achten Sie darauf die Zwischenräume zwischen den Zinken komplett zu füllen.
  3. Strähnchen einkämmen: Setzen Sie den Kamm etwa zwei Zentimeter unterhalb des Haaransatzes auf. Dabei ist es wichtig, dass Sie den Kamm gleichmäßig durchs Haar ziehen. Die Zinken tauchen dabei immer tiefer ins Haar ein.
  4. Wiederholen: Streichen Sie erneut Farbe auf, um den Vorgang an der nächsten Strähne zu wiederholen. Fahren Sie mit dem Kamm an unterschiedlichen Stellen wie beschrieben durch das Haar. Jede Strähne darf nur einmal auf diese Art gekämmt werden, damit die Farbe gleichmäßig verteilt wird.
  5. Weniger ist mehr: Verfahren Sie insgesamt nach dem Motto: Weniger ist mehr. Falls Sie nach dem Ausspülen und Trocknen der Meinung sind, dass Sie mehr Strähnchen möchten, können Sie sich weitere einkämmen.

Beachten Sie unbedingt die angegebene Einwirkzeit und lassen Sie die Blondierung auf keinen Fall länger einwirken, da die Haarstruktur durch das Aufhellen dann zu stark angegriffen wird.

Weitere Strähnchen-Techniken

Es gibt verschiedene Methoden, um Strähnchen ins Haar zu bringen. Die Wahl hängt von der Ausgangshaarfarbe, dem gewünschten Effekt und Ihrer Erfahrung ab.

  • Strähnchen mit Haube: Eine spezielle Haube mit kleinen Löchern wird verwendet, durch die einzelne Haarsträhnen mit einer Häkelnadel gezogen und anschließend gefärbt werden. Diese Methode eignet sich besonders für feine, gleichmäßige Strähnen und ist ideal für Anfänger.
  • Freihand-Strähnchen: Die Blondierung oder Haarfarbe wird mit einem Pinsel oder den Fingern direkt aufgetragen, ohne klare Abtrennungen. Diese Technik eignet sich gut für ein sonnengeküsstes Ergebnis und sorgt dafür, dass die Strähnchen weich in das Haar übergehen.
  • Strähnchen mit Zahnbürste: Die Farbe wird mit einer sauberen Zahnbürste in die Haare gestrichen, wodurch feine, natürliche Highlights entstehen. Diese Methode ist besonders praktisch, wenn Sie gezielt einzelne Partien, wie den Ansatz oder die vorderen Strähnen, aufhellen möchten.

Auch braune Haare mit grauen Spitzen sind in Mode. Aber auch helleres Haar wird mit bunten Spitzen zum Statement. Hier eignen sich zum Beispiel Pastellfarben wie Rosa, Apricot oder Hellblau besonders gut, weil sie nicht so kontrastreich sind wie knallige Farben.

Bei blonden Haaren müssen Sie die Spitzen auch nicht färben: Hier reicht oft auch schon eine (Intensiv‑)Tönung aus, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Der Vorteil: Eine Tönung wäscht sich mit der Zeit heraus. Wenn Sie hingegen gefärbte Haarspitzen loswerden möchten, müssen Sie in der Regel zur Schere greifen (lassen).

Babylights: Feine Strähnchen für einen natürlichen Look

Inspiriert von feinen Kinderhaaren, die um das Gesicht etwas heller erscheinen, sind Babylights geradezu ideal, um die Haarfarbe mit dezenten oder prägnanten Lichteffekten ein wenig aufzupeppen und dabei trotzdem einen natürlichen Look beizubehalten. Das Markenzeichen der Babylights sind sehr feine Strähnen, die sanft nach unten verlaufen. Es gibt allerdings kein Muster, nach dem sie gesetzt werden. Es liegt in der Hand des Friseurs oder besser gesagt im Auge des Profis, wo und wie viele Strähnen gesetzt werden. Denn der Colorist beobachtet ganz genau, wie das Haar fällt und wie die Sonne sich auf ihm spiegeln würde.

Babylights beginnen klassischerweise nicht direkt am Ansatz, sondern erst etwa zwei Zentimeter darunter. Vor allem den Strähnen links und rechts vom Gesicht wird dabei besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet.

Es gibt verschiedene Techniken, um Babylights zu erzeugen:

  • Painting-Technik: Ähnlich wie bei den Färbetechniken Balayage oder Ombré wird hier die Farbe freihändig mit einem Pinsel vom Friseur auf die Haare aufgebracht.
  • Folientechnik: Die Folientechnik eignet sich besonders, wenn ein etwas präziseres Ergebnis gewünscht ist. Mit einem Stielkamm werden winzige Haarsträhnen separiert und dann die Haarfarbe aufgetragen. Anschließend werden sie mit Alufolie umschlossen, solange die Coloration einwirkt.
  • Biolight Hair Color Strips: Statt der klassischen Aluminiumfolie lassen sich auch Baumwollstreifen, sogenannte Biolights verwenden. Das Ergebnis liegt dann zwischen den besonders natürlichen Babylights der Freihand-Technik und den exakten Strähnchen der Folientechnik.

Generell sollten Babylights höchstens ein bis zwei Töne heller als die Naturhaarfarbe sein, um den natural Beauty Look zu kreieren. Blondtöne eignen sich hierfür besonders gut. Optimalerweise wird der Colorist die Babylights auf den Hautton und die Naturhaarfarbe abstimmen. Somit stehen die Strähnchen im Prinzip jedem. Auch für Frauen, die ihre grauen Strähnen abdecken wollen, sind Babylights perfekt.

Insbesondere bei normal bis feinem Haar funktionieren Babylights besonders gut, um mehr Volumen ins Haar zu zaubern. Denn sie konturieren das Haar und geben ihm einen gewissen 3D-Effekt. So wirkt es dicker und fülliger.

Babylights sind etwas aufwendiger als normale Highlights, da viel mehr und viel dünnere Strähnchen aus dem Haar gewebt werden. Der Zeitaufwand, der bei dieser Färbetechnik entsteht, ist daher etwas höher, was sich letztendlich auch in den Kosten niederschlägt.

Einflussfaktoren für Zeit und Geld sind beispielweise:

  • wie viele Babylights gesetzt werden
  • wie lang das Haar ist
  • ob mehrere Nuancen eingesetzt werden

Um ein natürliches Ergebnis zu erhalten, sind Babylights nur etwas für geübte Hände. Wir empfehlen daher die ultra feinen Strähnen vom Profi im Friseursalon machen zu lassen. Der Friseur berät nicht nur bei der passenden Coloration zur Naturhaarfarbe und zum Hautton, sondern kann die Strähnen auch gleichmäßig setzen beziehungsweise berücksichtigen, wie die Haare natürlich fallen.

Babylights sehen nicht nur bei normalen bis feinen Haaren wunderschön aus, sondern schenken auch Locken die richtige Menge an zusätzlicher Definition. Dabei muss man aber auf die Größe der gewählten Haarpartien achten. Werden bei lockigem Haar nämlich zu dünne Strähnen aufgehellt, gehen die Highlights im Wust der Haarpracht verloren, aber zu große Strähnen sehen klobig und unnatürlich aus.

Häufige Fehler und Risiken bei der Anwendung

Beim Strähnchen selbst färben gibt es einige typische Fehler, die vermieden werden sollten. Einer der häufigsten ist eine ungleichmäßige Verteilung der Strähnchen. Werden die Strähnen zu breit oder zu dicht nebeneinander gesetzt, kann das Ergebnis schnell unnatürlich wirken. Besonders beim Strähnchen selbst bei dunklen Haaren ist es wichtig, die richtige Technik zu wählen und die Blondierung gleichmäßig aufzutragen.

Auch die Einwirkzeit spielt eine entscheidende Rolle. Eine zu kurze Zeit kann dazu führen, dass die Strähnen kaum sichtbar sind, während eine zu lange Einwirkzeit das Haar schädigen oder zu einem unerwünschten Gelb- oder Orangestich führen kann.

Pflege und Haltbarkeit der Strähnchen

Nach dem Strähnchen selbst färben braucht das Haar intensive Pflege. Da Blondierungen Feuchtigkeit entziehen, ist es wichtig, regelmäßig feuchtigkeitsspendende Haarmasken und Leave-in-Produkte zu verwenden.

Um den Farbton frisch zu halten, können Silbershampoos helfen, einen möglichen Gelbstich zu neutralisieren. Wer blond gesträhntes Haar hat, sollte außerdem darauf achten, Hitzestyling nur mit einem Hitzeschutzspray zu verwenden, da aufgehelltes Haar empfindlicher auf hohe Temperaturen reagiert.

Falls die Strähnchen nach einiger Zeit aufgefrischt werden sollten, empfiehlt es sich, mindestens vier bis sechs Wochen zu warten.

Nur gesunde Haare sind schöne Haare! Sobald Haarfarbe ins Spiel kommt, braucht die Mähne das Plus an Pflege, um ihre Leuchtkraft und Lebendigkeit zu erhalten. Da bilden Babylights keine Ausnahme.

Bei Babylights besteht wie bei jeder Blondierung das Risiko für Gelbstich. Wer sich ein kühles Farbergebnis wünscht, wie die beliebten Babylights in aschblond, kann auf spezielle Silbershampoos setzen, um dem Gelbstich entgegen zu wirken.

Verliert die Haarfarbe nach einiger Zeit an Glanz, muss nicht zwangsläufig sofort nachgefärbt werden. Ein Glossing kann die feinen Highlights schnell wieder auffrischen und den Farbglanz neu beleben.

Wie bei den meisten Farbtechniken sollte man auch bei Babylights darauf achten, dass Stylingtools wie Glätteisen und Lockenstab nicht zu heiß angewendet werden. Denn durch das Färben ist das Haar häufig bereits gestresst. Durch die Hitzeeinwirkung wird das Haar zusätzlich strapaziert und droht trocken und brüchig zu werden.

Dip-Dye-Style: Haarspitzen in Szene setzen

Ob in Lila, Pink oder Türkis ‒ der Dip-Dye-Style ist nicht zu übersehen. Bei dieser Technik sieht es so aus, als seien die Haarspitzen in einen Farbtopf getaucht worden - daher der Name.

Der Klassiker bei dieser Färbetechnik ist dunkleres Haar, das an den Haarspitzen heller oder bunt gefärbt wird.

Hier eine Tabelle mit den verschiedenen Techniken und ihren Eigenschaften:

Technik Beschreibung Geeignet für
Kammsträhnen Farbe wird mit einem Kamm in die Haare gekämmt Schnelle und einfache Anwendung
Strähnchen mit Haube Haube mit Löchern, durch die Strähnen gezogen werden Gleichmäßige und feine Strähnen
Freihand-Strähnchen Farbe wird freihändig aufgetragen Natürlicher, sanfter Verlauf
Strähnchen mit Zahnbürste Farbe wird mit einer Zahnbürste aufgetragen Gezielte Highlights, z.B. am Ansatz
Babylights Feine, natürliche Strähnchen Dezente Aufhellung, mehr Volumen
Dip-Dye Haarspitzen werden in Farbe getaucht Auffällige, bunte Haarspitzen

Mit der richtigen Technik und etwas Übung können Sie zu Hause professionelle Ergebnisse erzielen und Ihre Haarfarbe individuell aufpeppen.

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