Margot Honecker, geboren als Margot Feist, war eine der prägendsten und zugleich umstrittensten Figuren der DDR-Geschichte. Von 1963 bis 1989 bekleidete sie das Amt der Ministerin für Volksbildung und prägte das Bildungssystem des Landes maßgeblich. Ihr unerbittlicher Glaube an den Sozialismus und ihre kompromisslose Durchsetzung ideologischer Ziele brachten ihr den Beinamen "lila Drache" ein, der sich auf ihre auffällige Haarfarbe und ihren gefürchteten Ruf bezog.
Margot Honecker (Mitte) mit Erich Honecker (rechts) und Willi Stoph (links) bei einer Festveranstaltung zum 40. Jahrestag der DDR, 1989
Geboren im Jahr 1927 in einfachen Verhältnissen, trat Margot Feist bereits 1945 der KPD bei und machte in der SED schnell Karriere. Sie engagierte sich in der FDJ und wurde Abgeordnete der Volkskammer. Ihre Beziehung zu Erich Honecker, der damals FDJ-Chef war, trug maßgeblich zu ihrem Aufstieg bei. 1953 heirateten die beiden, nachdem Honecker sich von seiner ersten Frau scheiden ließ.
Als Ministerin für Volksbildung setzte Margot Honecker auf eine strikt ideologische Ausrichtung des Bildungssystems. Die Erziehung der Jugend im Sinne des Sozialismus stand im Mittelpunkt ihrer Politik. Besonders umstritten war die Einführung des Wehrkundeunterrichts im Jahr 1978, der eine Militarisierung der Gesellschaft vorantrieb und auf Ablehnung stieß. Repressionen gegen Schüler, die sich gegen diesen Unterricht äußerten, waren an der Tagesordnung.
Der Wehrkundeunterricht umfasste:
Trotz des Widerstands von Kirchen und Eltern blieb der Wehrkundeunterricht bis 1989 verpflichtend. Allerdings förderte die Ablehnung dieses Zwangsunterrichts die Bildung von Friedensgruppen.
Georg Melzer, der 15 Jahre lang als Chauffeur für Margot Honecker arbeitete, gewährte nach der Wende Einblicke in seinen Arbeitsalltag. Er beschrieb Margot Honecker als eine konservative Frau, die Wert auf elegante Kleidung legte und sich diese von einem exklusiven Schneider anfertigen ließ. Auffällig war ihr Faible für lila schimmernde Haare. Melzer betonte, dass er Margot Honecker nie beim Einkaufen in gewöhnlichen Geschäften gesehen habe. Zudem hatte sie ein gespaltenes Verhältnis zu den Frauen anderer Staatsoberhäupter.
Margot Honecker bei einer Rede
Nach dem Fall der Mauer und dem Sturz ihres Mannes floh Margot Honecker 1991 über Moskau nach Chile, wo ihre Tochter Sonja lebte. Dort lebte sie zurückgezogen und äußerte sich selten öffentlich. Gegen sie wurde in Deutschland wegen erzwungener Adoptionen ermittelt, das Verfahren jedoch eingestellt. Bis zu ihrem Tod im Mai 2016 hielt Margot Honecker an ihren politischen Überzeugungen fest und verteidigte das DDR-Regime.
Hubertus Knabe, der Leiter der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, bezeichnete sie nach ihrem Tod als "böse, verstockte Frau".
tags: #haarfarbe #margot #honecker
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.