Enthaarungscremes versprechen glatte Haut an Achseln, Beinen und im Intimbereich - und das schmerzfrei. Doch wie sicher sind diese Produkte wirklich? ÖKO-TEST hat 17 konventionelle Enthaarungscremes für Frauen und Männer getestet und dabei bedenkliche Inhaltsstoffe entdeckt. Erfahren Sie, worauf Sie bei der Wahl Ihrer Enthaarungscreme achten sollten.
Enthaarungscremes sollen unerwünschte Körperhaare schnell und schmerzfrei entfernen. Anders als bei der Nassrasur kommt es bei der chemischen Enthaarung nicht zu Verletzungen, und es dauert länger, bis wieder Stoppeln kommen. Bei Frauen sind sie nach Rasierern und Epilierern recht beliebt. Männer benutzen sie dagegen kaum.
Die Cremes werden auf die zu enthaarende Stelle aufgetragen und lässt man sie einwirken. Bestimmte Inhaltsstoffe - meist Thioglykolsäure - schwächen in dieser Zeit das Keratin, also die Hornsubstanz im Haar. Dadurch löst es sich auf. Was übrig bleibt, lässt sich mit dem mitgelieferten Spachtel entfernen.
Dieser Hinweis ist sinnvoll, denn die Produkte im Test wirken mit Salzen der Thioglykolsäure (Thioglykolat), die die Hornschicht der Haare auflöst, sodass diese sich nach der Einwirkzeit abschaben lassen. Neben dem erwünschten Effekt können die Säure und ihre Salze aber auch zu Hautirritationen führen und die Haut möglicherweise sensibilisieren. Darüber hinaus sind wir im Test noch auf weitere bedenkliche Inhaltsstoffe gestoßen:
Die meisten problematischen Inhaltsstoffe im Test enthalten die beiden Produkte der bekannten Enthaarungscreme-Marke Veet. Sie fallen mit "ungenügend" durch und sind damit Testverlierer. In beiden Enthaarungscremes stecken MOAH, Thioglykolat, PEG-Verbindungen und Kunststoffverbindungen.
Weiteren Punktabzug kassierten einige Enthaarungscremes für Auslobungen wie "sensitiv" und/oder "für empfindliche Haut". Was sie auf Kosmetik bedeutet, ist nicht geregelt. Bei einem weiteren Produkt fehlte uns zudem der wichtige Hinweis, einen Kontakt der Creme mit den Schleimhäuten zu vermeiden.
Ein Manko in Sachen Umweltschutz sehen wir zudem bei den Verpackungen. Gerade einmal ein Anbieter legte uns Dokumente zum Einsatz von Recyclingmaterial in der Plastikverpackung seiner Produkte vor. Das Ergebnis: Immerhin 55 Prozent Rezyklatanteil.
Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "ausreichend" oder "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.
Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden.
Es gibt zahlreiche Methoden, um unerwünschte Haare zu entfernen. Viele Methoden lassen sich problemlos zu Hause durchführen - es gibt aber auch Formen der Haarentfernung, die besser in die Hände einer Fachkraft gehören. Hier ein Überblick:
| Methode | Beschreibung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Nassrasur | Das Haar wird an der Hautoberfläche abgetrennt. | Praktisch, schnell, kostengünstig | Hält nicht lange an, Stoppeln, Hautirritationen möglich |
| Epilieren | Das Haar wird mit einer rotierenden Pinzette an der Wurzel herausgerissen. | Länger Ruhe, Haut kann sich gewöhnen | Anfangs schmerzhaft, teurer |
| Waxing | Haare werden mit Wachs an der Wurzel herausgerissen. | Bis zu einem Monat haarfrei | Schmerzhaft, erfordert Übung |
| Sugaring | Ähnlich wie Waxing, aber mit Zuckerpaste. | Weniger schmerzhaft als Waxing, gut verträglich | Erfordert Übung |
| Laser/IPL | Haarwurzeln werden durch Lichtenergie zerstört. | Dauerhafte Haarentfernung möglich | Teuer, nicht für alle Haartypen geeignet, Risiken |
Menschen, die zu Allergien und sensibler Haut neigen, sollten vorsichtig sein. Am besten die Creme an einer kleinen Stelle testen. Im Intimbereich aufpassen, dass die Creme nicht in Berührung mit Schleimhäuten kommt.
Enthaarungscremes können eine bequeme Alternative zur Rasur sein, bergen aber auch Risiken. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe und testen Sie die Creme vor der Anwendung auf einer kleinen Hautstelle. Informieren Sie sich über alternative Methoden, um die beste Wahl für Ihre Bedürfnisse zu treffen.
Es ist wichtig zu beachten, dass Enthaarungscremes nicht für alle Hauttypen geeignet sind und bei empfindlicher Haut möglicherweise Reizungen verursachen können. Daher ist es ratsam, vor dem Gebrauch einer Enthaarungscreme diese zunächst auf kleinen Stellen des Körpers auszuprobieren und die Reaktion der Haut abzuwarten.
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