Haarentfernungscreme Test: Glatte Haut ohne Risiko?

Enthaarungscremes versprechen glatte Haut an Achseln, Beinen und im Intimbereich - und das schmerzfrei. Doch wie sicher sind diese Produkte wirklich? ÖKO-TEST hat 17 konventionelle Enthaarungscremes für Frauen und Männer getestet und dabei bedenkliche Inhaltsstoffe entdeckt. Erfahren Sie, worauf Sie bei der Wahl Ihrer Enthaarungscreme achten sollten.

Was Enthaarungscremes versprechen

Enthaarungscremes sollen unerwünschte Körperhaare schnell und schmerzfrei entfernen. Anders als bei der Nassrasur kommt es bei der chemischen Enthaarung nicht zu Verletzungen, und es dauert länger, bis wieder Stoppeln kommen. Bei Frauen sind sie nach Rasierern und Epilierern recht beliebt. Männer benutzen sie dagegen kaum.

Die Cremes werden auf die zu enthaarende Stelle aufgetragen und lässt man sie einwirken. Bestimmte Inhaltsstoffe - meist Thioglykolsäure - schwächen in dieser Zeit das Keratin, also die Hornsubstanz im Haar. Dadurch löst es sich auf. Was übrig bleibt, lässt sich mit dem mitgelieferten Spachtel entfernen.

Die Inhaltsstoffe unter der Lupe

Dieser Hinweis ist sinnvoll, denn die Produkte im Test wirken mit Salzen der Thioglykolsäure (Thioglykolat), die die Hornschicht der Haare auflöst, sodass diese sich nach der Einwirkzeit abschaben lassen. Neben dem erwünschten Effekt können die Säure und ihre Salze aber auch zu Hautirritationen führen und die Haut möglicherweise sensibilisieren. Darüber hinaus sind wir im Test noch auf weitere bedenkliche Inhaltsstoffe gestoßen:

  • Aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH): Unter den MOAH können sich krebserregende und erbgutschädigende Substanzen befinden.
  • Die umstrittenen Duftstoffe Tonalid und Cashmeran: Beide reichern sich im menschlichen Fettgewebe an. Tonalid steht zudem im Verdacht, das Hormonsystem beeinträchtigen zu können.
  • PEG-Verbindungen können die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen.
  • Kunststoffverbindungen gelangen beim Abspülen ins Abwasser und am Ende möglicherweise durch die Kläranlage in Gewässer oder mit dem Klärschlamm auf die Felder. Dort bauen sie sich nur langsam wieder ab.

Die Testverlierer

Die meisten problematischen Inhaltsstoffe im Test enthalten die beiden Produkte der bekannten Enthaarungscreme-Marke Veet. Sie fallen mit "ungenügend" durch und sind damit Testverlierer. In beiden Enthaarungscremes stecken MOAH, Thioglykolat, PEG-Verbindungen und Kunststoffverbindungen.

Weiteren Punktabzug kassierten einige Enthaarungscremes für Auslobungen wie "sensitiv" und/oder "für empfindliche Haut". Was sie auf Kosmetik bedeutet, ist nicht geregelt. Bei einem weiteren Produkt fehlte uns zudem der wichtige Hinweis, einen Kontakt der Creme mit den Schleimhäuten zu vermeiden.

Ein Manko in Sachen Umweltschutz sehen wir zudem bei den Verpackungen. Gerade einmal ein Anbieter legte uns Dokumente zum Einsatz von Recyclingmaterial in der Plastikverpackung seiner Produkte vor. Das Ergebnis: Immerhin 55 Prozent Rezyklatanteil.

Wie ÖKO-TEST bewertet

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "mangelhaft" ist, verschlechtert das Gesamturteil um zwei Noten. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "ausreichend" oder "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "gut" ist, verschlechtert das Gesamturteil nicht.

Die Testkriterien im Detail

  • Inhaltsstoffe: Geprüft wurden Allergie auslösende und aus anderen Gründen problematische Duftstoffe wie künstliche Moschusverbindungen, bedenkliche Konservierungsmittel, die Formaldehyd abspalten, und halogenorganische Verbindungen. Paraffinhaltige Produkte wurden zudem auf die problematischen Mineralölbestandteile MOAH geprüft.
  • Weitere Mängel: Es wurde geprüft, ob alle vorgeschriebenen Anwendungshinweise vorhanden waren, sowie der, die Creme von den Schleimhäuten fern zu halten. Anhand der für die Hersteller verpflichtenden Zutatenlisten erhoben wir, ob die Cremes PEG/PEG-Derivate und weitere synthetische Polymere enthalten, die die Umwelt belasten.

Soweit nicht abweichend angegeben, handelt es sich bei den hier genannten Abwertungsgrenzen nicht um gesetzliche Grenzwerte, sondern um solche, die von ÖKO-TEST festgesetzt wurden.

Alternativen zur Enthaarungscreme

Es gibt zahlreiche Methoden, um unerwünschte Haare zu entfernen. Viele Methoden lassen sich problemlos zu Hause durchführen - es gibt aber auch Formen der Haarentfernung, die besser in die Hände einer Fachkraft gehören. Hier ein Überblick:

Methode Beschreibung Vorteile Nachteile
Nassrasur Das Haar wird an der Hautoberfläche abgetrennt. Praktisch, schnell, kostengünstig Hält nicht lange an, Stoppeln, Hautirritationen möglich
Epilieren Das Haar wird mit einer rotierenden Pinzette an der Wurzel herausgerissen. Länger Ruhe, Haut kann sich gewöhnen Anfangs schmerzhaft, teurer
Waxing Haare werden mit Wachs an der Wurzel herausgerissen. Bis zu einem Monat haarfrei Schmerzhaft, erfordert Übung
Sugaring Ähnlich wie Waxing, aber mit Zuckerpaste. Weniger schmerzhaft als Waxing, gut verträglich Erfordert Übung
Laser/IPL Haarwurzeln werden durch Lichtenergie zerstört. Dauerhafte Haarentfernung möglich Teuer, nicht für alle Haartypen geeignet, Risiken

Tipps für die Anwendung von Enthaarungscremes

Menschen, die zu Allergien und sensibler Haut neigen, sollten vorsichtig sein. Am besten die Creme an einer kleinen Stelle testen. Im Intimbereich aufpassen, dass die Creme nicht in Berührung mit Schleimhäuten kommt.

Die 24- und 72-Stunden-Regeln

  • Nach der Verwendung von Enthaarungscreme sollte man 24 Stunden lang keine Deodorants, alkoholhaltige Lotionen und Parfüms benutzen und zudem kein Sonnenbad nehmen.
  • Zwischen zwei Anwendungen müssen mindestens außerdem 72 Stunden vergangen sein. Das zählt nicht nur für diese Enthaarungsmethode. Auch wer sich vorher rasiert oder epiliert hat, sollte den Zeitraum abwarten.

Fazit

Enthaarungscremes können eine bequeme Alternative zur Rasur sein, bergen aber auch Risiken. Achten Sie auf die Inhaltsstoffe und testen Sie die Creme vor der Anwendung auf einer kleinen Hautstelle. Informieren Sie sich über alternative Methoden, um die beste Wahl für Ihre Bedürfnisse zu treffen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Enthaarungscremes nicht für alle Hauttypen geeignet sind und bei empfindlicher Haut möglicherweise Reizungen verursachen können. Daher ist es ratsam, vor dem Gebrauch einer Enthaarungscreme diese zunächst auf kleinen Stellen des Körpers auszuprobieren und die Reaktion der Haut abzuwarten.

DIY-Sugaring - Rezept für Zuckerpaste zur Haarentfernung - Anleitung - Talu.de

tags: #Haarentferner #Schaum #Test

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