Haarewaschen bei Bettlägerigen: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Verschiedene Umstände können verursachen, dass sich ein Verwandter nicht mehr selbst versorgen kann. Ein Großteil der Angehörigen entscheidet sich dann dazu, sie zu Hause zu betreuen. Die Pflege von Angehörigen zu Hause bedeutet für die Pflegeperson meist einen extremen Einschnitt in das eigene Leben: Unter anderem muss der Tagesablauf neu strukturiert werden, es bleibt weniger Zeit für sich selbst, Freunde oder den Partner und die finanzielle Belastung steigt.

Hinzu kommen Aufgaben und Pflichten, mit denen sich viele erst einmal vertraut machen müssen, beispielsweise die nun gegebenenfalls notwendige Unterstützung bei Körperpflege. Körperpflege und Hautpflege sind fester Bestandteil des Pflegealltags. Dabei ist besonders die Körperpflege sowohl für Pflegebedürftige als auch für Pflegende nicht immer einfach: Wenn es beispielsweise an Wissen mangelt oder Schamgefühle bestehen.

Körperpflege dient der Reinigung des Körpers - und trägt damit nicht nur dazu bei, die Gesundheit zu erhalten, sie nimmt auch einen hohen Stellenwert ein, wenn es um das Wohlbefinden und das Körpergefühl von Pflegebedürftigen geht. Körperpflege kann im Pflegealltag verschiedene Dimensionen annehmen: Einige Betroffene sind noch größtenteils selbstständig und brauchen nur leichte Unterstützung. Bei starken körperlichen Einschränkungen wird die Reinigung und Hautpflege hingegen oft vollständig von pflegenden Angehörigen oder professionellen Pflegekräften übernommen.

In Sachen Gesundheit und Wohlbefinden ist eine gründliche Körperpflege unerlässlich. Dabei sollte sie für beide Seiten so angenehm wie möglich verlaufen. Seien Sie nicht zu streng mit sich, wenn nicht alles von Anfang an glattläuft. Berücksichtigen Sie immer die persönlichen Vorlieben und Abneigungen Ihres pflegebedürftigen Angehörigen. Wenn Sie wissen, dass es Ihrer Mutter beispielsweise sehr wichtig ist, sich jeden Tag die Haare zu waschen, dann sollten Sie diesen Wunsch respektieren.

Ebenfalls sollten Sie aber offen äußern, wenn Ihnen persönlich etwas widerstrebt. Die richtige Atmosphäre spielt eine entscheidende Rolle, damit sich alle Beteiligten wohlfühlen. Es sollte weder zu warm noch zu kalt sein. Wenn es möglich ist, sollte maximal eine Person die Körperpflege durchführen. Das Gefühl, bei der Körperpflege von pflegenden Angehörigen oder anderen Familienmitgliedern abhängig zu sein, ist gerade anfangs für viele Pflegebedürftige schwer.

Achten Sie auf eine achtsame Kommunikation: Wenn Sie auf die Gefühle des Betroffenen eingehen und diese ernstnehmen, kann sich die Situation entspannen. Grundsätzlich kommt es nicht nur auf verbale Kommunikation an, sondern auch auf die nonverbale. Möglicherweise sprechen pflegebedürftige Menschen in einer so sensiblen Situation bestimmte Dinge nicht an, die sie als unangenehm wahrnehmen. Daher sollten Sie versuchen, auf die Mimik oder Körperhaltung der Person zu achten und diese zu deuten, während Sie sie waschen. Fällt Ihnen etwas Negatives auf, gehen Sie im Gespräch damit behutsam um.

Vorbereitung der Haarwäsche

Nicht jeder Mensch ist in der Lage, seine Haare kopfüber im Waschbecken zu waschen. Das Haare waschen im Bett kann eine notwendige Maßnahme für Menschen sein, die aufgrund von Krankheit oder Mobilitätseinschränkungen bettlägerig sind. Hier ist eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung, die diesen Prozess so angenehm und effektiv wie möglich gestaltet:

Es ist wichtig, alle benötigten Materialien griffbereit zu haben, um den Prozess so reibungslos wie möglich zu gestalten:

  • Materialien bereitstellen: Sie benötigen ein wasserfestes Bettlaken oder eine große Plastikplane, um das Bett vor Nässe zu schützen.
  • Weitere Hilfsmittel: Halten Sie außerdem eine Schüssel mit warmem Wasser, ein paar Handtücher, Shampoo, einen Becher oder eine Gießkanne und optional einen Haartrockner bereit.
  • Haare entwirren: Bürsten Sie die Haare gründlich durch, um Knoten zu entfernen. Dies erleichtert das Waschen und Ausspülen der Haare.

Bevor Sie beginnen, stellen Sie sicher, dass Sie alle notwendigen Utensilien griffbereit haben:

  • Wasserfeste Unterlage: Ein großes wasserdichtes Laken oder eine Plastikfolie, um das Bett vor Nässe zu schützen.
  • Schüssel mit warmem Wasser: Bereiten Sie eine Schüssel mit warmem Wasser vor, die Sie bequem neben dem Bett platzieren können.
  • Milde Haarpflegeprodukte: Wählen Sie ein sanftes Shampoo und ggf. einen Conditioner, die speziell für den Haartyp geeignet sind.
  • Weiche Handtücher: Mehrere weiche Handtücher zum Nassmachen der Haare und zum Trocknen nach der Wäsche.
  • Becher oder kleine Kanne: Zum Übergießen der Haare mit Wasser.
  • Haarbürste oder Kamm: Zum sanften Entwirren der Haare vor und nach der Wäsche.

Zuallererst ist es wichtig, alle benötigten Materialien griffbereit zu haben, um den Prozess so reibungslos wie möglich zu gestalten:

  • Wasserdichte Unterlage: Nutzen Sie ein spezielles wasserdichtes Laken oder eine große Plastikfolie, um das Bett vor Feuchtigkeit zu schützen.
  • Schüssel mit warmem Wasser: Eine große Schüssel oder ein Eimer mit warmem Wasser sollte in Reichweite sein.
  • Shampoo und Conditioner: Wählen Sie milde Produkte, die für den Haartyp und die Kopfhaut geeignet sind.

Das Becken ist mit einer Ausbuchtung für den Hals ausgestattet, damit der Kopf besser abgelegt werden kann. Zur Illustration der im Ratgeber "Hilfsmittel für die häusliche Pflege" beschriebenen Gegenstände verwendet Barrierefrei Leben e.V. neben eigenen Fotos Bildmaterialien von Dritten (z.B. Vereinen, Verbänden, Herstellern und Händlern). Die Darstellung und Nennung von Produkten und Herstellern dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Empfehlung dar. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Barrierefrei Leben e.V.

Weitere Hilfsmittel:

  • Wasserrutsche/Haarwaschtablett: Die Wasserrutsche hat die Form eines Tabletts. Eine integrierte Nackenaussparung ermöglicht ein bequemes Beugen des Kopfes nach hinten. Die Person setzt sich mit dem Rücken zum Waschbecken. Das Haarwasch-Brett wird auf die Schultern gelegt und am Wachbeckenrand abgestützt. Der Kopf kann dann nach hinten gebeugt werden, um sich die Haare waschen zu lassen.
  • Kopfwaschbecken auf einem Gestell: Das Kopfwaschbecken besteht aus einer erhöhten Wanne mit Nackenaussparung und einem Schlauchabfluss. Das Becken ist auf einem fahrbaren, höhenverstellbaren Metallgestell montiert. Das Haarwaschbecken wird zwischen Badewanne/Dusche und sitzender Person platziert. So kann eine Hilfsperson die Brause der Badewanne/Dusche zum Haare waschen benutzen und das verbrauchte Wasser kann über den Abflussschlauch in die Dusche/Badewanne abfließen.

Kopfwaschbecken auf einem Gestell

Wenn Sie gesetzlich versichert sind: Einige Kopfwaschbecken (freistehend) sind im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufgeführt. Wenn Sie privat versichert sind: Bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung (Privatrezept) können die Kosten für das Hilfsmittel von der Privaten Krankenkasse (PKV) erstattet werden, wenn dies im Versicherungsvertrag vereinbart wurde. Bitte fragen Sie vorher gegebenenfalls bei Ihrer Privaten Krankenkasse nach.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Haarwäsche im Bett

Die Haare waschen im Bett kann eine notwendige Maßnahme für Menschen sein, die aufgrund von Krankheit oder Mobilitätseinschränkungen bettlägerig sind. Hier ist eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung, die diesen Prozess so angenehm und effektiv wie möglich gestaltet:

1. Haare vorbereiten

  • Haare bürsten: Beginnen Sie damit, die Haare gründlich zu bürsten, um Verknotungen zu lösen. Dies erleichtert den Waschvorgang und verhindert Haarbruch. Entfernen Sie alle Knoten und Verwicklungen mit einer weichen Bürste oder einem Kamm. Dies verhindert Ziehen und Reißen während des Waschvorgangs.
  • Haare bürsten: Beginnen Sie damit, die Haare gründlich zu bürsten, um Verknotungen zu lösen. Dies erleichtert den Waschvorgang und verhindert Haarbruch. Entfernen Sie alle Knoten und Verwicklungen mit einer weichen Bürste oder einem Kamm. Dies verhindert Ziehen und Reißen während des Waschvorgangs.

2. Kopf positionieren

  • Kopf positionieren: Benutzen Sie ein Kissen oder ein gerolltes Handtuch, um den Kopf der Person leicht anzuheben und zu stützen. Positionieren Sie den Kopf so, dass die Haare leicht über den Rand des Bettes oder in eine große Schüssel hängen können. Lagern Sie den Kopf so, dass er leicht über den Rand des Bettes oder auf einer erhöhten Stütze liegt. Dies ermöglicht es, die Haare ohne große Unordnung zu waschen.
  • Kopf positionieren: Der Kopf sollte so gelagert sein, dass die Haare leicht über das Bett hinausragen oder in eine dafür vorgesehene Schüssel reichen.

3. Haare anfeuchten

  • Haare nass machen: Verwenden Sie den Becher oder die Gießkanne, um die Haare langsam und vorsichtig mit warmem Wasser zu benetzen.
  • Haare anfeuchten: Verwenden Sie den Becher oder die Kanne, um die Haare langsam mit warmem Wasser zu benetzen. Verwenden Sie den Becher oder das Wasserkännchen, um die Haare vorsichtig anzufeuchten.

4. Shampoo auftragen

  • Shampoo auftragen: Geben Sie eine kleine Menge Shampoo auf das nasse Haar und massieren Sie es sanft ein. Achten Sie darauf, das Shampoo gleichmäßig zu verteilen. Geben Sie eine kleine Menge Shampoo auf die Handflächen und verteilen Sie es gleichmäßig in den Haaren. Massieren Sie die Kopfhaut sanft, um Schmutz und Öl zu entfernen.
  • Shampoo anwenden: Tragen Sie eine kleine Menge Shampoo auf die Handflächen auf und massieren Sie es sanft in die Kopfhaut und die Haare ein. Achten Sie darauf, die Kopfhaut gründlich zu reinigen.

5. Ausspülen

  • Haare ausspülen: Spülen Sie das Shampoo gründlich mit klarem, warmem Wasser aus. Wiederholen Sie diesen Vorgang, bis alle Shampoo-Reste entfernt sind. Spülen Sie das Shampoo gründlich mit sauberem, warmem Wasser aus. Achten Sie darauf, dass kein Shampoo in den Augen oder auf der Haut zurückbleibt.
  • Gründlich ausspülen: Entfernen Sie das Shampoo sorgfältig mit klarem Wasser, indem Sie mehrmals spülen, um alle Rückstände zu beseitigen.

6. Conditioner verwenden (optional)

  • Conditioner und Hilfsmittel verwenden: Falls gewünscht, können Sie einen Conditioner anwenden, der hilft, die Haare zu entwirren und zusätzlichen Glanz zu verleihen. Lassen Sie den Conditioner gemäß den Anweisungen einwirken und spülen Sie ihn dann vollständig aus.
  • Conditioner: Wenn verwendet, tragen Sie den Conditioner auf die Haarlängen auf, um zusätzliche Feuchtigkeit zu spenden. Lassen Sie den Conditioner entsprechend der Anleitung einwirken und spülen Sie ihn dann aus.
  • Conditioner auftragen: Nach dem Shampoonieren kann ein Conditioner helfen, die Haare zu entwirren und Feuchtigkeit zu spenden. Lassen Sie den Conditioner gemäß den Anweisungen einwirken, bevor Sie ihn ausspülen.

7. Haare trocknen

  • Haare trocknen: Tupfen Sie die Haare vorsichtig mit einem Handtuch trocken, um überschüssiges Wasser zu entfernen. Vermeiden Sie es, die Haare zu rubbeln, da dies zu Haarbruch führen kann. Tupfen Sie die Haare mit einem weichen Handtuch ab, um überschüssiges Wasser zu entfernen. Vermeiden Sie starkes Rubbeln, um Haarbruch zu vermeiden.
  • Haare abtupfen: Verwenden Sie ein weiches Handtuch, um die Haare vorsichtig zu trocknen.
  • Föhnen oder Lufttrocknen: Je nach Vorliebe und Gesundheitszustand der Person können Sie die Haare mit einem Föhn bei niedriger Temperatur trocknen oder einfach an der Luft trocknen lassen.
  • Föhn (optional): Wenn ein Föhn verwendet wird, stellen Sie sicher, dass er auf eine niedrige Wärme eingestellt ist, um die Haare nicht zu schädigen.

8. Aufräumen

  • Aufräumen: Entfernen Sie das wasserfeste Laken oder die Plastikplane und wechseln Sie ggf. die Bettwäsche, um den Komfort zu gewährleisten. Entfernen Sie die wasserfeste Unterlage und tauschen Sie die Bettwäsche aus, wenn nötig, um Komfort und Hygiene zu gewährleisten.

Durch diese Schritte können Sie die Haarpflege im Bett effektiv und schonend gestalten, was insbesondere für Menschen mit eingeschränkter Mobilität eine große Erleichterung darstellen kann

Wichtige Aspekte und Tipps

Neben der eigentlichen Durchführung der Haarwäsche gibt es noch einige Aspekte, die beachtet werden sollten, um den Prozess so angenehm und sicher wie möglich zu gestalten:

  • Hygienemaßnahmen: Achten Sie darauf, dass Sie sich vor und nach der Haarwäsche gründlich die Hände waschen.
  • Kommunikation: Sprechen Sie während der gesamten Prozedur mit der Person, um ihr Sicherheit zu geben und eventuelle Unannehmlichkeiten frühzeitig zu erkennen.
  • Hautbeobachtung: Nutzen Sie die Gelegenheit, die Kopfhaut auf Veränderungen wie Rötungen, Schuppen oder Druckstellen zu untersuchen.
  • Individuelle Bedürfnisse: Berücksichtigen Sie die individuellen Vorlieben und Bedürfnisse der Person bezüglich Shampoo, Wassertemperatur und Trocknungsmethode.

Herausforderungen und Lösungen

Wie bei jeder Pflegetätigkeit können auch beim Haarewaschen im Bett Herausforderungen auftreten. Hier einige Beispiele und mögliche Lösungen:

  • Angst vor Nässe: Verwenden Sie ein trockenes Handtuch, um das Gesicht und den Nackenbereich abzudecken und so ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.
  • Unbequeme Position: Experimentieren Sie mit verschiedenen Kissen und Lagerungstechniken, um die bequemste Position für die Person zu finden.
  • Hautirritationen: Verwenden Sie milde, parfümfreie Shampoos und spülen Sie die Haare gründlich aus, um Reizungen zu vermeiden.

Bedeutung der Haarwäsche für das Wohlbefinden

Eine regelmäßige und sorgfältige Haarwäsche trägt nicht nur zur Hygiene bei, sondern hat auch einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden der bettlägerigen Person. Saubere und gepflegte Haare können das Selbstwertgefühl stärken und das Gefühl von Normalität und Lebensqualität verbessern.

Das Haarewaschen bei älteren Menschen sollte regelmäßig durchgeführt werden und ist daher sehr zeitaufwendig. Die Ganzkörperwäsche eines Pflegebedürftigen gehört zur Grundpflege und erfüllt das menschliche Grundbedürfnis nach Reinlichkeit und Frische. Nicht alle Pflegebedürftigen sind in der Lage, für die Körperpflege noch das Badezimmer zu nutzen. Sie müssen im Bett gewaschen werden.

Für die Ganzkörperwäsche im Bett sollten Sie sowohl sich als auch das Bett sowie den Patienten gründlich vorbereiten. Weiterhin können Sie bei der Ganzkörperwaschung den Gesundheitszustand des Patienten gut überprüfen. Weist seine Haut Verfärbungen, Druckstellen oder Verletzungen auf? Insbesondere bei Druckstellen sollten Sie alarmiert sein.

Achten Sie darauf, dass die Türen und Fenster geschlossen sind und niemand von außen hereinsehen kann. Die Privatsphäre des Pflegebedürftigen muss gewahrt werden. Die Mundhygiene können Sie entweder zu Beginn oder zum Ende der Ganzkörperwäsche durchführen. Konzentrieren Sie sich beim Waschen nur auf das Waschen und sehen Sie die Zahnpflege als einen eigenen Arbeitsschritt an.

Sie können Ihrem Patienten auch im Bett die Haare waschen. Dafür gibt es spezielle Wannen und Liegepositionen, mit denen Sie sich vorher beschäftigen sollten, um nicht alles nasszumachen. Sprechen Sie beim Waschen so viel es geht mit Ihrem Patienten bzw. Bewohner. Wählen Sie tagesaktuelle Themen aus Politik oder Sport oder fragen Sie ihn, wie es ihm geht.

Wenn Sie unsicher mit der Ganzkörperwäsche im Bett sind, können Sie einen Pflegekurs besuchen. Insbesondere wenn Sie die Pflege eines Angehörigen übernehmen, können diese Vorgänge zunächst sehr ungewohnt sein. Hören Sie dabei viel auf sich und Ihre Intuition und fragen Sie sich, wie Sie sich wünschen würden, wie man in einer solchen Situation mit Ihnen umgeht.

Die Rolle der Hautpflege

Die Haut ist unser größtes Organ. Je älter man wird, desto mehr Veränderungen durchlebt der Körper: Die Haut wird trockener, dünner und faltiger. Damit sie ihren Funktionen weiterhin nachgehen kann, ist es wichtig, auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Die Haut von älteren Menschen wird trockener und rissiger. Das erleichtert Krankheitserregern, in die Haut einzudringen. Dadurch sind ältere Menschen anfälliger für Hauterkrankungen, Irritationen oder Entzündungen.

Körperpflege unterstützt nicht nur die natürliche Schutzfunktion der Haut, die sogenannte Hautintegrität. Körpergefühl und Wohlbefinden: Sauberkeit und Frische gehören zu den menschlichen Grundbedürfnissen. Hautbeobachtung und Hautzustand: Während der Körperpflege sollte die Haut beobachtet werden. Eine Einschätzung zum Hautzustand ermöglicht Ihnen beispielsweise, Hautprobleme, Infektionen und allergische Reaktionen frühzeitig zu erkennen. Hygiene und Gesundheit: Die Grundlage der Körperpflege ist eine angemessene Hygiene.

Nachdem Sie Ihrem Angehörigen geholfen haben, sich zu trocknen und eventuell einzucremen, unterstützen Sie ihn beim Anziehen. Wenn möglich, beziehen Sie ihn mit ein. Zur regelmäßigen und gründlichen Körperpflege gehört auch die Hautpflege. Grundsätzlich sollten Sie Cremes und Pflegeprodukte verwenden, die der Pflegebedürftige als angenehm empfindet und vielleicht früher selbst gerne verwendet hat. Alle Pflegeprodukte sollten dem Hautzustand angemessen sein.

Achten Sie darauf, bereits geschädigte Hautstellen nicht durch Ziehen oder Quetschen weiter zu verletzen. Die vorbelastete Haut kann sonst schnell einreißen, vor allem in der Po-Falte. Eine gute Hautpflege führt nicht nur zu mehr Wohlbefinden. Sie vermeidet auch die häufigsten Hautprobleme, die bei Pflegebedürftigen auftreten können: trockene Haut, Reibungen von aneinander liegenden Hautfalten (Intertrigo), Entzündungen der Haut durch Kot oder Urin sowie Wundliegen (Dekubitus).

Weitere Aspekte der Körperpflege

Zur vollständigen Körperpflege gehören auch die Haarwäsche und gegebenenfalls die Rasur. Die Haarwäsche können Sie je nach körperlicher Herausforderung unterschiedlich durchführen. Das Haarewaschen im Sitzen oder Haarewaschen im Rollstuhl sind beispielsweise am Waschbecken möglich. Anschließend kämmen Sie die Haare gut durch. Besonders bettlägerige Menschen leiden oft unter verknoteten Haaren.

Viele ältere Menschen schätzen den regelmäßigen Friseurbesuch. Sie verbinden damit ein besonderes Erlebnis. Deshalb können Sie, sofern möglich, Ihrem Angehörigen auch regelmäßig einen Besuch beim Friseur organisieren.

Berücksichtigen Sie bei der Rasur wie auch bei der Haarwäsche die alten Angewohnheiten des zu Pflegenden. Trug er immer gerne Bart und hat sich nur die Kanten gestutzt, können Sie dies für ihn übernehmen. Wenn pflegebedürftige Männer noch einige Schritte der Rasur oder Bartpflege selber ausführen können, wie zum Beispiel mit dem Rasierpinsel den Rasierschaum auf die Barthaare aufzutragen, dann lassen Sie sie das selber machen.

Die Bartpflege sollte an den alte Gewohnheiten des Pflegebedürftigen ausgerichtet werden. Wenn der Pflegebedürftige noch eigenständig sitzen kann, können Sie die Rasur im Gesicht auch im Sitzen durchführen anstatt im Bett.

Auch bei Frauen kann das Thema Rasur in der Altenpflege präsent sein. Wünscht sich eine Frau eine Intimrasur, rasierte Achseln oder enthaarte Beine, sollten Sie als Pfleger diesem Wunsch möglichst nachkommen und mit einem Rasierer die Haare entfernen. Respektieren Sie dabei die Intimsphäre der Seniorin und lassen Sie den Rest des Körpers bedeckt, während Sie die gewünschten Stellen enthaaren.

Hilfsmittel für die Ganzkörperpflege im Bett

Für die Ganzkörperpflege im Bett werden verschiedene Hilfsmittel verwendet, je nach den individuellen Bedürfnissen der Person:

  • Pflegebetten: Höhenverstellbare Betten erleichtern die Arbeit des Pflegepersonals und ermöglichen eine bessere Positionierung der pflegebedürftigen Person.
  • Inkontinenzmaterialien: Windeln, Einlagen und Bettschutzeinlagen helfen, die Haut trocken zu halten und Hautirritationen vorzubeugen.
  • Waschschüsseln und Handtücher: Für die Reinigung des Körpers werden weiche Waschlappen und Handtücher benötigt.
  • Hautpflegeprodukte: Feuchtigkeitsspendende Lotionen und Cremes helfen, die Haut vor dem Austrocknen zu schützen.

Schlussfolgerung

Die Haarpflege bei bettlägerigen Personen erfordert sorgfältige Vorbereitung, eine strukturierte Vorgehensweise und viel Einfühlungsvermögen. Mit der richtigen Technik und den passenden Hilfsmitteln können Sie jedoch sicherstellen, dass die Haarpflege nicht nur zur Hygiene beiträgt, sondern auch das Wohlbefinden und die Lebensqualität der betroffenen Person verbessert.

Zu pflegende Angehörige: So waschen Sie im Bett die Haare | Hirschhausens Pflege-serie

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