Haare waschen wie ein Profi: So gelingt die perfekte Haarwäsche zu Hause

Wer kennt es nicht? Der Besuch beim Friseur ist gerade beendet, das Haar fühlt sich geschmeidig und wunderschön an und dann - eine Haarwäsche später ist der Glanz schon wieder weg. Aber wie machen Friseure das überhaupt? Welche Pflege wird verwendet und welche Tipps haben sie? So gutaussehendes Haar wie ein Friseur zu haben, ist also gar nicht so unmöglich, wie man vielleicht denken mag.

Das Prozedere scheint einfach: Haare nass machen, einshampoonieren, auswaschen, fertig. Damit deine Mähne allerdings richtig glänzt und lange frisch aussieht, erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du deine Haarwäsche noch effektiver machen kannst.

Die richtige Vorbereitung

Wichtig: Vor dem Haarwaschen sollten die Haare gründlich ausgebürstet werden. Kämme deine Haare am besten schon vor der Haarwäsche gründlich durch. Dabei entfernst du Rückstände von Stylingprodukten wie Haarspray und löst kleine Knötchen. So lässt sich das Shampoo im nächsten Schritt gleichmäßiger verteilen. Zudem lassen sich dann nachher auch deine nassen Haare leichter und vor allem schonender kämmen - nass sind sie nämlich besonders empfindlich.

Vor dem Waschen kannst du auch schonmal ein Pre-Shampoo oder ein Haaröl in die trockenen Haare geben, um sie mit Feuchtigkeit zu versorgen. So schützt du bereits geschädigte Längen und poröse Stellen vor dem Kontakt mit Wassers, das sie aufquellen lässt und empfindlicher macht.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur perfekten Haarwäsche

  1. Ein passendes Shampoo verwenden: Wähle ein Shampoo, das genau zu deinem Haartyp passt. Denn fettige Haare benötigen eine andere Pflege als trockene und lockige eine andere als glatte. Falls du dir unsicher bist, was deine Haare brauchen, solltest du zunächst deinen Haartyp bestimmen. Deine Haarpflege kannst du dann entsprechend anpassen. Auch kommt es beim Shampoo auf die Häufigkeit deiner Haarwäsche an. Wenn du sie jeden Tag oder jeden zweiten Tag wäschst, raten wir dir zu einem milderen Shampoo. Falls du deine Haare nur einmal in der Woche reinigst, solltest du lieber zu einem Tiefenreinigungsshampoo greifen. Das gilt auch, wenn du viele Stylingprodukte benutzt.
  2. Haare gut anfeuchten: Nur wenn deine Haare richtig nass sind, kannst du das Shampoo auch einfach und gleichmäßig auf deiner Kopfhaut verteilen. Nimm dir also Zeit und hebe eventuell auch einzelne Haarpartien hoch, bei denen du deinen Ansatz mit dem Wasser schlecht erreichen kannst.
  3. Shampoo richtig dosieren: Nimmst du mehr Shampoo als deine Haare brauchen, wäscht sich das Produkt nur schwer heraus. Wenn Rückstände am Ansatz oder in den Längen zurückbleiben, können deine Haare schnell fettig oder strähnig wirken. Mehr ist also nicht gleich mehr: Für kurze bis mittellange Haare genügt schon eine haselnussgroße Portion Shampoo, für lange Haare etwa die doppelte Menge.
  4. Produkte sanft einmassieren: Schäume das Shampoo leicht in den Händen auf und massiere es am Haaransatz ein. Hier produziert deine Kopfhaut Talg, der deine Haare fettig aussehen lässt. Arbeite hierbei in Abschnitten, um sicherzugehen, dass du das Shampoo gleichmäßig verteilst - das ist der wichtigste Schritt beim Haarewaschen. Die Kopfhaut mit den Fingerkuppen leicht massieren. Nacken- und Schläfenbereich besonders aufmerksam behandeln, denn hier ist die Haut sehr zart und empfindlich. Um deine Längen und Spitzen zu reinigen, genügen die Reste des Shampoos, die beim Waschen von deinem Ansatz aus nach unten laufen. Denn hier ist dein Haar meist trockener und weniger fettig.
  5. Shampoo lauwarm ausspülen: Spüle das Shampoo gründlich mit Wasser aus, damit keine Rückstände zurückbleiben - wenn deine Haare quietschen, sind sie richtig sauber. Verwende beim am besten lauwarmes Wasser. Der Grund: Deine Haare bestehen aus hitzeempfindlichen Proteinen - heißes Wasser greift sie an und raut ihre Schuppenschicht auf. Das macht sie spröde und glanzlos. Außerdem sind sie dadurch anfälliger für Spliss und Haarbruch. Mit lauwarmem Wasser schonst du deine Haare hingegen.
  6. Conditioner verwenden: Während Shampoo die Haarstruktur aufraut, versiegelt Conditioner sie wieder. Außerdem macht er das Haar dank seiner Pflegewirkung widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen wie UV-Strahlung, Hitze oder deinem Styling. Häufig findest du ihn als Ergänzung zu einem Shampoo. Verwende am besten zusammengehörende Produkte - denn sie sind optimal aufeinander abgestimmt und ergänzen sich in ihrer Wirkung. Davon profitiert dein Haar. Meide den Haaransatz, wenn du den Conditioner aufträgst. Wegen seiner reichhaltigen Formel nimmt er deinem Haar dort Volumen und macht es platt. Gib ihn stattdessen in die Längen und Spitzen. Diese sind häufig trocken und profitieren deshalb von der reichhaltigen Formel des Conditioners. Unser Tipp: Kämme den Conditioner mit einem Kamm oder einer Bürste ein, der für nasse Haare geeignet ist. So verteilst du das Produkt optimal in den Längen und arbeitest es besonders gut ein.
  7. Einwirken lassen und ausspülen: Lasse den Conditioner etwa ein bis drei Minuten lang einwirken. Das genügt vollkommen, damit die pflegenden Wirkstoffe tief ins Haar eindringen und sich dort entfalten können. Spüle das Produkt danach gründlich aus. Unser Tipp: Haare mit kaltem Wasser waschen oder nachspülen. Das schließt die Schuppenschicht der Haare und fördert den Glanz.

Bei Bedarf Conditioner von der Haarmitte zu den Spitzen aufbringen und nach einer kurzen Einwirkzeit ebenfalls gründlich ausspülen. Einmal wöchentlich kittet eine zusätzliche Kur poröse Stellen und verleiht Ihnen ein Extra an Gesundheit, Glanz und Schwung. Im Unterschied zu den meisten anderen Kuren können unsere paraben- und silikonfreien Kuren über Nacht einwirken.

Die richtige Waschfrequenz

Im Normalfall reicht es aus, die Haare alle 2- 3 Tage mit einem milden Shampoo für den entsprechenden Haartyp zu waschen. Ein Zuviel an Reinigung oder Shampoo-Rückstände können die Kopfhaut reizen, zu Juckreiz führen sowie Haare und Kopfhaut austrocknen. Die Barriere-Funktion der Haut könnte so geschwächt, Kopfhautprobleme wie Schuppen oder das seborrhoische Ekzem (Hautausschlag: rötliche Flecken, häufig mit gelblichen Schuppen, starker Juckreiz möglich) verstärkt werden.

Am liebsten waschen Sie Ihre Haare jeden Tag? Dann sollten Sie Ihre Waschgewohnheiten umstellen - Ihre Kopfhaut wird es Ihnen danken. Bei feinem Haar ist es vollkommen ausreichend, etwa dreimal pro Woche zu Shampoo & Co. zu greifen. Bei Lockenköpfen und allen mit dicker Haarstruktur reicht es, zweimal pro Woche die Haare zu waschen. Neben der Haarstruktur ist auch der Hauttyp für die ideale Waschfrequenz entscheidend: Je öliger der Teint, desto eher fetten die Haare nach und müssen gewaschen werden.

Spezielle Tipps für kurze und lange Haare

  • Tipps für das Waschen kurzer Haare: Es ist kein Problem, wenn Sie kurzes Haar täglich waschen möchten. Gerade bei Kurzhaarfrisuren bietet sich die tägliche Haarwäsche an, damit die Frisur perfekt liegt. Verwenden Sie am besten ein sehr mildes Shampoo für die tägliche Haarwäsche und lassen Sie die Finger von Shampoos für strapaziertes Haar. Deren Pflegewirkung ist oft zu intensiv, was zum Beschweren des Haares führt.
  • Tipps für das Waschen längerer Haare: Versuchen Sie das Waschen langer Haare ein bis zwei Tage oder gar länger hinauszuzögern - das funktioniert besonders gut mit Trockenshampoo. Denn auch wenn der Ansatz schnell fettet, die Haarlängen sind meist trocken und strapaziert. Achten Sie beim Waschen und Pflegen darauf, dass Sie Ihr Haar immer gut ausspülen. Vor der Wäsche sollten Sie Ihr Haar bürsten, damit es beim Waschen nicht zu sehr verknotet. Eine kleine Shampoo-Menge reicht zum Einschäumen der nassen Haare aus. Wichtig: Schäumt es beim ersten Mal nicht so stark, sollten Sie Ihr Haar ein zweites Mal shampoonieren. Massieren Sie das Shampoo gründlich am Ansatz, der Stirnlinie und den Schläfen ein.

Auch die Wasserhärte hat Einfluss auf die Haarwäsche. Bei sehr hartem Wasser dringen Kalzium und Magnesium in das Haar ein und machen es fester und griffiger, was die Kämmbarkeit oft erschwert. In diesem Fall empfiehlt sich vor allem bei feinem Haar das Verwenden einer Leave-in-Creme, also eine Spülung ohne Ausspülen. Weiches Wasser hingegen bewirkt, dass die Haare elastischer werden und abstehen. Fragen Sie sich, wie Sie die Wasserhärte in Ihrer Region bestimmen können? Ganz einfach: Wenn das Shampoo sehr stark schäumt, ist das Wasser besonders weich.

Die Sandwich-Methode und andere Waschtechniken

In New York macht eine simple Haarwasch-Technik mit 3 Schritten die Runde. Hierzulande unterscheidet man die Methoden ÖWC, CWC und MWC. Was dahintersteckt … Was ist das Shampoo-Sandwich?

Die Sandwich-Methode besteht aus folgendem Ablauf beim Haarwasch-Service: Pflege - Reinigung - Pflege. Das Shampoo wird somit zwischen zwei Pflegeschritten eingebettet. Bei der Sandwich-Methode wird vor dem Shampoonieren eine pflegende Schicht auf Längen und Spitzen gelegt, um sie während der Reinigung zu schützen - danach kommt die zweite Pflegephase als Abschluss. Das Ziel: Kopfhaut und Ansatz werden sauber, die Längen nicht unnötig strapaziert.

Ablauf der Sandwich-Methode

  1. Pflege in feuchte Längen & Spitzen einarbeiten und einwirken lassen
  2. Oberkopf nass machen
  3. Shampoo mit Fokus auf die Kopfhaut (bei Bedarf eine 2. Runde)
  4. Alles ausspülen
  5. Pflege erneut in die Längen/Spitzen
  6. Ausspülen - fertig

Der Effekt: Die erste Pflegeschicht wirkt wie ein „Puffer“ für sensible, trockenere Partien. Gleichzeitig wird die Kopfhaut gründlich gereinigt wird. Das Haar zeigt deutlich mehr Glanz und Geschmeidigkeit. Laut Vogue ist gerade diese Vorgangsweise in New Yorker Salons, die so simpel wie effektiv ist, absoluter Trend.

Für welche KundInnen eignet sich die Sandwich Methode?

  • Wer mit trockenen Haar-Spitzen und trotzdem schnell fettendem Ansatz zu kämpfen hat, kann damit das „Zwei-Welten-Problem“ lösen.
  • Für coloriertes Haar: Weil die Längen beim Waschen weniger „ausgelaugt“ werden sollen.
  • Wellen und Locken, die schnell Feuchtigkeit verlieren und zu Frizz neigen.

ÖWC, CWC und MWC

Friseur und Influencer Dejan Garz' erste Haarpflege Regel ist: "Das Haar vor Shampoo und Wasser zu schützen", da Wasser und Shampoo das Haar aufquellen lassen und folgedessen austrocknen. Das wiederum führt zu Spliss und schädigt die Haare langfristig. Seine UserInnen weist er auf die Sandwich Methode für die Haarpflege-Routine hin. Er unterteilt diese in drei Kategorien:

  • ÖWC = Öl - Waschen - Conditioner
  • CWC = Conditioner - Waschen - Conditioner
  • MWC = Maske - Waschen - Conditioner

Sie alle verfolgen denselben Kern wie das Shampoo-Sandwich: Längen schützen, Kopfhaut sauber bekommen - nur mit anderen „Schutzschichten“.

Dejan Garz empfiehlt ÖWC für eine dicke Haarstruktur, CWC für feines Haar und MWC, um das Haar flexibel zu machen und im „inneren“ anzusetzen.

Tipp: Nutzt die Sandwich-Methode, um euren Produktverkauf anzukurbeln.

Die häufigsten Fehler in der Haarpflege

Es gibt aber ein paar Tipps und Tricks, mit denen Ihre Mähne nach der Wäsche besonders gesund und vital strahlt. Eigentlich kann man bei der Haarwäsche nichts falsch machen.

Allein durch das Verwenden der richtigen Styling-Produkte können Sie das Haarewaschen hinauszögern. Schaumfestiger und viele Styling-Sprays enthalten in der Regel Alkohol. Dieser sorgt dafür, dass die Kopfhaut weniger schnell nachfettet. Zudem erhält Ihr Haar durch derartige Produkte eine Art Ansatz-Lifting. Falls Sie einen Pony tragen, der besonders schnell fettet, hilft leichtes Toupieren. So hat das Haar mehr Abstand zur Kopfhaut.

Achten Sie bei Ihren Styling-Tools außerdem darauf, dass sie sauber sind. Denn auch an ihnen befinden sich Rückstände von Talg, Conditioner oder Styling-Produkten, die das Haar schnell strähnig machen. Wer feines oder schnell fettendes Haar hat, kennt folgendes Szenario nur zu gut: Nach dem Waschen bleibt das Haar nicht lange frisch, sondern hängt schnell schlapp herunter.

Häufige Fehler sind auch:

  • Das Haar nicht ausreichend auszuspülen
  • Zu heißes Wasser verwenden
  • Das falsche Shampoo benutzen
  • Keinen Hitzeschutz beim Föhnen verwenden

Der Besuch beim Friseur: Tipps für die Vorbereitung

In den meisten Fällen gilt folgende Regel: Einen Tag vorm Friseurtermin solltet ihr die Haare nochmal waschen. So sind sie am nächsten Tag schön griffig und dennoch nicht zu fettig. Denn mit öligen Haaren zum Friseur zu gehen, ist nicht nur ziemlich unangenehm, sondern erschwert auch die Behandlung.

Gut zu wissen: Das richtige Timing ist nicht nur beim Haarewaschen entscheidend. Haarexpert*innen raten dazu, auf den Friseurbesuch während der Periode zu verzichten - vor allem, wenn ihr eure Haare färben lassen wollt. Denn rund um die Zeit der Menstruation ist die Schmerzempfindlichkeit erhöht und die Kopfhaut kann eher auf Chemikalien in den Produkten reagieren.

Friseur*innen raten in der Regel davon ab, vor dem Besuch im Haarstudio Styling-Produkte zu verwenden oder die Haare mit Lockenstab oder Glätteisen zu stylen. Denn die Ablagerungen durch Haarspray und Co. können eine anschließende Coloration erschweren.

Da jegliche Oberteile mit einem hohen Kragen beim Schneiden störend sein können, sind Pullis und Shirts mit halsfernem Ausschnitt viel besser. Optimal ist außerdem ein Outfit, an dem die Expert*innen euren Stil direkt erkennen und euch so passend zu eurem Typ viel besser beraten können. Übrigens: Hebt sich eure Haarfarbe deutlich von eurer Kleidung ab, lässt sich der Schnitt im Spiegel viel besser beurteilen. Habt ihr also dunkle Haare, wählt ihr besser helle Farben. Seid ihr blond, dann greift zu dunklen Oberteilen.

Ihr lasst eure Haare regelmäßig bei den Profis färben oder aufhellen? Dann sollte die Haarpflege nicht nur beim Termin selbst, sondern auch schon vorher nicht zu kurz kommen. Denn je gesünder der Schopf, umso schöner wird das Ergebnis. Spätestens ein paar Tage vor der Behandlung gibt eine nährende Kur den Haaren einen schönen Feuchtigkeitsboost. Falls ihr befürchtet, dass das Haar durch Silikone erschwert werden könnte, dann sind Haarmasken und -kuren ohne Silikone eine Alternative.

Wir hoffen, dass ihr nun mit unseren Tipps optimal auf den Termin vorbereitet seid und wir wichtige Fragen klären konnten.

Richtig Haare waschen! Die beste Anleitung fürs Haarewaschen zum Verbessern deiner Haarroutine

tags: #haare #waschen #ablauf #friseur

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