Wer kennt es nicht? Der Besuch beim Friseur ist gerade beendet, das Haar fühlt sich geschmeidig und wunderschön an und dann - eine Haarwäsche später ist der Glanz schon wieder weg. Aber wie machen Friseure das überhaupt? Welche Pflege wird verwendet und welche Tipps haben sie? So gutaussehendes Haar wie ein Friseur zu haben, ist also gar nicht so unmöglich, wie man vielleicht denken mag.
Das Prozedere scheint einfach: Haare nass machen, einshampoonieren, auswaschen, fertig. Damit deine Mähne allerdings richtig glänzt und lange frisch aussieht, erklären wir dir Schritt für Schritt, wie du deine Haarwäsche noch effektiver machen kannst.
Wichtig: Vor dem Haarwaschen sollten die Haare gründlich ausgebürstet werden. Kämme deine Haare am besten schon vor der Haarwäsche gründlich durch. Dabei entfernst du Rückstände von Stylingprodukten wie Haarspray und löst kleine Knötchen. So lässt sich das Shampoo im nächsten Schritt gleichmäßiger verteilen. Zudem lassen sich dann nachher auch deine nassen Haare leichter und vor allem schonender kämmen - nass sind sie nämlich besonders empfindlich.
Vor dem Waschen kannst du auch schonmal ein Pre-Shampoo oder ein Haaröl in die trockenen Haare geben, um sie mit Feuchtigkeit zu versorgen. So schützt du bereits geschädigte Längen und poröse Stellen vor dem Kontakt mit Wassers, das sie aufquellen lässt und empfindlicher macht.
Bei Bedarf Conditioner von der Haarmitte zu den Spitzen aufbringen und nach einer kurzen Einwirkzeit ebenfalls gründlich ausspülen. Einmal wöchentlich kittet eine zusätzliche Kur poröse Stellen und verleiht Ihnen ein Extra an Gesundheit, Glanz und Schwung. Im Unterschied zu den meisten anderen Kuren können unsere paraben- und silikonfreien Kuren über Nacht einwirken.
Im Normalfall reicht es aus, die Haare alle 2- 3 Tage mit einem milden Shampoo für den entsprechenden Haartyp zu waschen. Ein Zuviel an Reinigung oder Shampoo-Rückstände können die Kopfhaut reizen, zu Juckreiz führen sowie Haare und Kopfhaut austrocknen. Die Barriere-Funktion der Haut könnte so geschwächt, Kopfhautprobleme wie Schuppen oder das seborrhoische Ekzem (Hautausschlag: rötliche Flecken, häufig mit gelblichen Schuppen, starker Juckreiz möglich) verstärkt werden.
Am liebsten waschen Sie Ihre Haare jeden Tag? Dann sollten Sie Ihre Waschgewohnheiten umstellen - Ihre Kopfhaut wird es Ihnen danken. Bei feinem Haar ist es vollkommen ausreichend, etwa dreimal pro Woche zu Shampoo & Co. zu greifen. Bei Lockenköpfen und allen mit dicker Haarstruktur reicht es, zweimal pro Woche die Haare zu waschen. Neben der Haarstruktur ist auch der Hauttyp für die ideale Waschfrequenz entscheidend: Je öliger der Teint, desto eher fetten die Haare nach und müssen gewaschen werden.
Auch die Wasserhärte hat Einfluss auf die Haarwäsche. Bei sehr hartem Wasser dringen Kalzium und Magnesium in das Haar ein und machen es fester und griffiger, was die Kämmbarkeit oft erschwert. In diesem Fall empfiehlt sich vor allem bei feinem Haar das Verwenden einer Leave-in-Creme, also eine Spülung ohne Ausspülen. Weiches Wasser hingegen bewirkt, dass die Haare elastischer werden und abstehen. Fragen Sie sich, wie Sie die Wasserhärte in Ihrer Region bestimmen können? Ganz einfach: Wenn das Shampoo sehr stark schäumt, ist das Wasser besonders weich.
In New York macht eine simple Haarwasch-Technik mit 3 Schritten die Runde. Hierzulande unterscheidet man die Methoden ÖWC, CWC und MWC. Was dahintersteckt … Was ist das Shampoo-Sandwich?
Die Sandwich-Methode besteht aus folgendem Ablauf beim Haarwasch-Service: Pflege - Reinigung - Pflege. Das Shampoo wird somit zwischen zwei Pflegeschritten eingebettet. Bei der Sandwich-Methode wird vor dem Shampoonieren eine pflegende Schicht auf Längen und Spitzen gelegt, um sie während der Reinigung zu schützen - danach kommt die zweite Pflegephase als Abschluss. Das Ziel: Kopfhaut und Ansatz werden sauber, die Längen nicht unnötig strapaziert.
Der Effekt: Die erste Pflegeschicht wirkt wie ein „Puffer“ für sensible, trockenere Partien. Gleichzeitig wird die Kopfhaut gründlich gereinigt wird. Das Haar zeigt deutlich mehr Glanz und Geschmeidigkeit. Laut Vogue ist gerade diese Vorgangsweise in New Yorker Salons, die so simpel wie effektiv ist, absoluter Trend.
Für welche KundInnen eignet sich die Sandwich Methode?
Friseur und Influencer Dejan Garz' erste Haarpflege Regel ist: "Das Haar vor Shampoo und Wasser zu schützen", da Wasser und Shampoo das Haar aufquellen lassen und folgedessen austrocknen. Das wiederum führt zu Spliss und schädigt die Haare langfristig. Seine UserInnen weist er auf die Sandwich Methode für die Haarpflege-Routine hin. Er unterteilt diese in drei Kategorien:
Sie alle verfolgen denselben Kern wie das Shampoo-Sandwich: Längen schützen, Kopfhaut sauber bekommen - nur mit anderen „Schutzschichten“.
Dejan Garz empfiehlt ÖWC für eine dicke Haarstruktur, CWC für feines Haar und MWC, um das Haar flexibel zu machen und im „inneren“ anzusetzen.
Tipp: Nutzt die Sandwich-Methode, um euren Produktverkauf anzukurbeln.
Es gibt aber ein paar Tipps und Tricks, mit denen Ihre Mähne nach der Wäsche besonders gesund und vital strahlt. Eigentlich kann man bei der Haarwäsche nichts falsch machen.
Allein durch das Verwenden der richtigen Styling-Produkte können Sie das Haarewaschen hinauszögern. Schaumfestiger und viele Styling-Sprays enthalten in der Regel Alkohol. Dieser sorgt dafür, dass die Kopfhaut weniger schnell nachfettet. Zudem erhält Ihr Haar durch derartige Produkte eine Art Ansatz-Lifting. Falls Sie einen Pony tragen, der besonders schnell fettet, hilft leichtes Toupieren. So hat das Haar mehr Abstand zur Kopfhaut.
Achten Sie bei Ihren Styling-Tools außerdem darauf, dass sie sauber sind. Denn auch an ihnen befinden sich Rückstände von Talg, Conditioner oder Styling-Produkten, die das Haar schnell strähnig machen. Wer feines oder schnell fettendes Haar hat, kennt folgendes Szenario nur zu gut: Nach dem Waschen bleibt das Haar nicht lange frisch, sondern hängt schnell schlapp herunter.
Häufige Fehler sind auch:
In den meisten Fällen gilt folgende Regel: Einen Tag vorm Friseurtermin solltet ihr die Haare nochmal waschen. So sind sie am nächsten Tag schön griffig und dennoch nicht zu fettig. Denn mit öligen Haaren zum Friseur zu gehen, ist nicht nur ziemlich unangenehm, sondern erschwert auch die Behandlung.
Gut zu wissen: Das richtige Timing ist nicht nur beim Haarewaschen entscheidend. Haarexpert*innen raten dazu, auf den Friseurbesuch während der Periode zu verzichten - vor allem, wenn ihr eure Haare färben lassen wollt. Denn rund um die Zeit der Menstruation ist die Schmerzempfindlichkeit erhöht und die Kopfhaut kann eher auf Chemikalien in den Produkten reagieren.
Friseur*innen raten in der Regel davon ab, vor dem Besuch im Haarstudio Styling-Produkte zu verwenden oder die Haare mit Lockenstab oder Glätteisen zu stylen. Denn die Ablagerungen durch Haarspray und Co. können eine anschließende Coloration erschweren.
Da jegliche Oberteile mit einem hohen Kragen beim Schneiden störend sein können, sind Pullis und Shirts mit halsfernem Ausschnitt viel besser. Optimal ist außerdem ein Outfit, an dem die Expert*innen euren Stil direkt erkennen und euch so passend zu eurem Typ viel besser beraten können. Übrigens: Hebt sich eure Haarfarbe deutlich von eurer Kleidung ab, lässt sich der Schnitt im Spiegel viel besser beurteilen. Habt ihr also dunkle Haare, wählt ihr besser helle Farben. Seid ihr blond, dann greift zu dunklen Oberteilen.
Ihr lasst eure Haare regelmäßig bei den Profis färben oder aufhellen? Dann sollte die Haarpflege nicht nur beim Termin selbst, sondern auch schon vorher nicht zu kurz kommen. Denn je gesünder der Schopf, umso schöner wird das Ergebnis. Spätestens ein paar Tage vor der Behandlung gibt eine nährende Kur den Haaren einen schönen Feuchtigkeitsboost. Falls ihr befürchtet, dass das Haar durch Silikone erschwert werden könnte, dann sind Haarmasken und -kuren ohne Silikone eine Alternative.
Wir hoffen, dass ihr nun mit unseren Tipps optimal auf den Termin vorbereitet seid und wir wichtige Fragen klären konnten.
tags: #haare #waschen #ablauf #friseur
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