Aktinische Keratose und die Behandlung mit Efudix®: Ein umfassender Überblick

Die aktinische Keratose (AK) ist eine der häufigsten Hauterkrankungen, die vor allem hellhäutige Menschen betrifft. Sie entsteht durch langfristige Einwirkung von UV-Strahlung und kann sich zu einer Vorstufe von weißem Hautkrebs entwickeln. Eine frühzeitige Behandlung ist daher von großer Bedeutung. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten der aktinischen Keratose, mit einem besonderen Fokus auf die Anwendung von Fluorouracil-Creme (Efudix®) und die damit verbundenen Nebenwirkungen.

Aktinische Keratose auf der Kopfhaut

Was ist Aktinische Keratose?

Die aktinische Keratose - eine durch Sonneneinstrahlung ausgelöste Schädigung der Oberhaut, die mit vermehrtem Wachstum der Hautzellen einhergeht - gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten in der weißen Bevölkerung. Eine vermehrte Exposition von Sonnenlicht kann das Erbgut von Zellen der Oberhaut schädigen und übermäßiges Zellwachstum auslösen. Solche aktinische Keratosen, die vor allem auf der Kopfhaut auftreten, stellen eine Vorstufe zum bösartigen Plattenepithel­karzinom dar. Eine frühzeitige Behandlung der betroffenen Hautbereiche ist deshalb sinnvoll.

Ursachen und Risikofaktoren

Aktinische Keratosen entstehen bevorzugt auf Hautbereichen, die dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sind, wie die unbehaarte Kopfhaut, Stirn, Nasenrücken, Ohrmuscheln, Wangen, Unterarmen und Handrücken. Am stärksten betroffen sind hellhäutige Menschen, von denen etwa jeder Dritte über 50 Jahren aktinische Keratosen aufweist.

Weitere Risikofaktoren sind:

  • Geschlecht: Männer sind häufiger betroffen als Frauen.
  • Geschwächtes Immunsystem: Patienten, die Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einnehmen müssen.
  • Angeborene klinische Syndrome: Genetisch bedingte Anfälligkeit für Hautkrebs.
  • Hauttyp und Haarfarbe: Sehr hellhäutige Menschen mit blonden oder rötlichen Haaren.
  • Lange Aufenthalte in der Sonne: Berufliche oder freizeitbedingte Exposition gegenüber direktem Sonnenlicht.

Symptome

Zu Beginn zeigen sich hautfarbene oder rötlich bis rotbraune Stellen auf der Haut. Sie können wenige Millimeter bis Zentimeter im Durchmesser haben und eine leichte, weißliche Schuppung aufweisen. Die Symptome von aktinischer Keratose nehmen im Verlauf zu. Insbesondere die Schuppung verstärkt sich mit der Zeit, wodurch sich die Haut rau und verhärtet anfühlt. Oft treten keine weiteren Beschwerden auf, in manchen Fällen kommt es bei aktinischer Keratose jedoch zu Juckreiz, Stechen oder Brennen.

Die aktinische Keratose kann in verschiedenen Bereichen des Körpers auftreten:

  • Aktinische Keratose im Gesicht: Hier tritt die Hautveränderung bevorzugt an der Stirn, an der Nase und am Nasenrücken auf.
  • Aktinische Keratose am Kopf: Im Bereich des Kopfes findet sich die aktinische Keratose vor allem auf der Kopfhaut und am Ohr.
  • Aktinische Keratose an den Händen: Typischerweise bildet sich die aktinische Keratose verstärkt am Handrücken.
  • Aktinische Keratose am Körper: Grundsätzlich können die Hautveränderungen am ganzen Körper auftreten.

Diagnose

In den meisten Fällen kann der Dermatologe eine aktinische Keratose anhand der sicht- und tastbaren Anzeichen auf der Haut erkennen. In manchen Fällen kann das Entnehmen einer Hautprobe sinnvoll sein. Nach der Diagnosestellung wählt der Hautarzt das passende Behandlungsverfahren anhand verschiedener Kriterien aus.

Behandlungsmöglichkeiten der Aktinischen Keratose

Aktinische Keratosen bilden sich nicht dauerhaft von selbst zurück und müssen dermatologisch therapiert werden. Da es sich bei der aktinischen Keratose um eine Vorstufe von Hautkrebs handelt, ist die frühzeitige Behandlung von großer Bedeutung. Nur so kann der Entstehung von Hautkrebs entgegengewirkt werden.

Es gibt verschiedene Behandlungsmethoden, die je nach Art, Lokalisation, Größe und Anzahl der AK sowie je nach Alter und Gesundheitszustand des Patienten angewendet werden.

Therapieoptionen

Prinzipiell lassen sich läsionsgerichtete von flächengerichteten (Feldkanzerisierung) Therapien unterscheiden und neben chirurgischen physikalische, chemische und immunmodulierende Verfahren. Unabdingbar ist ein konsequenter UV-Schutz (Hut, langärmelige Hemden) sowie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Da sich nicht vorhersehen lässt, welche Läsion sich zu einem invasiven Plattenepithelkarzinom entwickeln wird, ist eine frühzeitige Therapie dieser Präkanzerosen ratsam.

Chirurgische Verfahren

Die Exzision bietet sich bei Vorliegen nur einzelner Läsionen und/oder bei Verdacht auf invasives Wachstum an, bietet sie doch den großen Vorteil einer histologischen Aufarbeitung des Exzidats. Von Nachteil sind der höhere logistische Aufwand mit Notwendigkeit einer Lokalanästhesie und mögliche Risiken wie Wundinfektionen und Narbenbildung.

Abwandlungen der klassischen Exzision stellen die Kürettage und das oberflächliche Abtragen mit dem Skalpell (Shave-Exzision) dar. Die histologische Beurteilung kann bei diesem Vorgehen nicht immer ein invasives Wachstum ausschließen.

Physikalische Verfahren

Physikalische Verfahren nutzen vor allem Kälte und Hitze zur Zerstörung der Läsionen. Vorteil ist die Möglichkeit der Behandlung größerer Areale (Feldkanzerisierung) und des geringeren Aufwands gegenüber einem operativen Eingriff. Zu beachten ist jedoch die fehlende Möglichkeit einer histologischen Beurteilung.

  • Kryotherapie: Kältetherapie mit Stickstoff, die sich besonders für vereinzelte, punktuelle Hautveränderungen eignet.
  • Elektrodesikkation: Zerstörung des Gewebes durch Hochfrequenzströme.
  • Lasertherapie: Ablative Verfahren mittels Laser (Erbium-YAG-Laser, CO₂-Laser).
  • Photodynamische Therapie (PDT): Kombination einer medikamentösen Behandlung mit einer Bestrahlung.

Chemische Verfahren

Bereits seit Ende der 1960er Jahre ist 5-Fluorouracil (5-FU, Efudix®) zur Behandlung von aktinischen Keratosen zugelassen.

Weitere topische Therapiemöglichkeiten sind:

  • 3-prozentiges Diclofenac-Na in Hyaluronsäure-haltiger Gelgrundlage (Solaraze®).
  • Ingenolmebutat (Picato®).

Immunmodulierende Verfahren

Imiquimod, ein Immunmodulator aus der Gruppe der Toll-like-Rezeptor-Agonisten, stimuliert nach Bindung an den entsprechenden Rezeptor die örtliche Immunreaktion im Rahmen einer sterilen Entzündungsreaktion.

Efudix® (Fluorouracil): Anwendung und Wirkung

Fluorouracil ist ein topisches Zytostatikum, das das Zellwachstum hemmt und zur örtlichen Behandlung bestimmter Hautveränderungen dient. Es wird bei prämaligen Hautveränderungen wie aktinischen Keratosen oder Morbus Bowen angewendet. Als Behandlungsversuch kann Efudix statt der vorzuziehenden chirurgischen Therapie auch zur Behandlung oberflächlicher Basaliome angewendet werden, wenn chirurgische oder radiologische Maßnahmen erfolglos waren oder nicht anwendbar sind, z. B. bei multiplen (zahlreichen) Läsionen oder an Stellen, die schwierig zu behandeln sind.

Efudix sollte vorzugsweise mit Fingerlingen, einem nichtmetallischen Applikator oder einem geeigneten Handschuh aufgetragen werden. Wenn Efudix direkt mit den Fingern aufgetragen wird, sollen die Hände unmittelbar danach gewaschen werden. Efudix darf weder mit Schleimhäuten noch mit den Augen in Kontakt kommen.

Die Behandlung soll so lange fortgesetzt werden, bis die entzündliche Reaktion das Erosionsstadium (oberflächlich, narbenlos verheilende Gewebeschädigung) erreicht hat. Dann soll die Anwendung von Efudix abgesetzt werden. Gewöhnlich dauert die Therapie bei aktinischen Keratosen 2 bis 4 Wochen. Eine vollständige Abheilung der Läsionen kann unter Umständen erst nach 1 bis 2 Monaten sichtbar werden.

Behandlung der aktinischen Keratose

Nebenwirkungen von Efudix®

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Viele Nebenwirkungen von Efudix sind auf die örtliche Wirkung auf Ihrer Haut zurückzuführen. Die Hautreaktionen können ein Zeichen sein, dass Efudix wie beabsichtigt wirkt. Folgende Reaktionen können als Folgen der Einwirkung von Fluorouracil an den behandelten Läsionen auftreten: Bläschenbildung, Schuppung, Erosion, Reepithelisierung, Brennen, Schorfbildung, Hyperpigmentierung (vermehrte Pigmentierung der Haut), Schmerzen, Juckreiz, Narbenbildung, Ausschlag, Entzündungen und Ulzerationen.

Die gesunde Haut im unmittelbaren Bereich des mit Efudix behandelten Gebietes wird gelegentlich gerötet. Diese Rötung bildet sich nach Beendigung der Behandlung rasch zurück.

Sehr selten können Störungen des Blutbildes in Verbindung mit einer systemisch toxischen Wirkung von Efudix auftreten (z. B. Panzytopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie, Leukozytose, Eosinophilie), Myelosuppression, toxische Granulation.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Überempfindlichkeitreaktionen
  • Psychische Störungen, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Neurotoxizität, Geschmacksstörung
  • Bindehautreizung, Hornhautenzündung, Tränensekretion verstärkt
  • Reizung der Nasenschleimhaut
  • Blutiger Durchfall, Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Entzündung und Geschwürbildung der Mundschleimhaut
  • Übelkeit
  • Hautreaktionen wie z. B. Hautreizung, Hautausschlag, Druckempfindlichkeit, Erythem, brennendes Gefühl auf der Haut, Hautschwellung, Hautschmerzen, Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria), Exzemartige Hautentzündungen (Dermatitis (z. B. Erythema multiforme)), Kontaktdermatitis, Blasen (z. B. bullöses Pemphigoid), Bläschen an der Applikationsstelle, Hautulkus, Narbenbildung an der Applikationsstelle (Reepithelisierung), Exfoliation der Haut, Schorfbildung an der Applikationsstelle, Erosion an der Applikationsstelle, Hyperpigmentierung, Verhornungsstörungen der Haut, Erweiterungen oberflächlich gelegener kleinster Blutgefäße, Lichtempfindlichkeitsreaktionen, Haarausfall.

Besonders wichtig ist es, bei der Behandlung mit Efudix UV-Strahlung (z.B. natürliches Sonnenlicht, Sonnenstudio) zu vermeiden.

Hautpflege bei Aktinischer Keratose

Durch die Therapie gegen aktinischen Keratosen kann es zu vorübergehenden Reizungen und Irritationen der umliegenden Haut kommen. Je nach Verfahren entstehen kleine Blessuren, die oft von Rötungen und Juckreiz begleitet werden. Auch trockene bis sehr trockene Haut ist keine Seltenheit. Eine sorgfältige Hautpflege ist deshalb während und nach der Behandlung von aktinischen Keratosen besonders wichtig.

Die tägliche Basispflege sollte mit möglichst wenigen Inhaltsstoffe formuliert und für empfindliche Haut geeignet sein. Darüber hinaus ist eine schützende Sonnenpflege für jeden Tag wichtig.

Empfohlene Wirkstoffe in der Hautpflege sind:

  • Panthenol
  • Thermalwasser
  • Niacinamid
  • Madecassoside

Achte außerdem darauf, dass die Hautpflege möglichst keine Konservierungsstoffe oder Duftstoffe enthält.

Intensiver Sonnenschutz ist ein unverzichtbarer Bestandteil der täglichen Hautpflege und bewahrt die Haut vor den Auswirkungen der schädlichen UV-Strahlung. Ein Sonnenschutzmittel bei aktinischer Keratose sollte für sensible, trockene Haut geeignet sein. Zudem ist ein möglichst hoher Lichtschutzfaktor empfehlenswert. Ideal ist eine Sonnenpflege mit LSF 30 oder höher.

Bitte beachte: Eine Sonnenpflege kann niemals 100 % garantierten Schutz vor UV-Strahlung bieten. Vermeide daher nach Möglichkeit längere Aufenthalte in der prallen Sonne und schütze dich zusätzlich mit einer leichten Kopfbedeckung, einer Sonnenbrille und atmungsaktiver, lockerer Kleidung.

Prävention von Aktinischer Keratose

Das Haut­krebs­risiko lässt sich ganz einfach verringern - durch Schutz vor Sonnenbrand. Für Babys bis sechs Monate ist direkter Sonnen­kontakt tabu.

Weitere Tipps zur Prävention:

  • Vermeide intensive Sonnenbestrahlung, besonders in der Mittagszeit.
  • Trage schützende Kleidung, wie Hüte und langärmlige Hemden.
  • Verwende regelmäßig Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor.
  • Gehe regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge.

Tabelle: Vergleich verschiedener Behandlungsverfahren bei Aktinischer Keratose

Behandlungsverfahren Vorteile Nachteile Wirksamkeit
Fluorouracil-Creme (Efudix®) Hohe Wirksamkeit, großflächige Behandlung möglich Hautreizungen, Rötungen, Schwellungen Ca. 75% Erfolgsrate
Imiquimod-Creme (Aldara®) Immunmodulierende Wirkung Weniger wirksam als Fluorouracil Ca. 54% Erfolgsrate
Ingenolmebutat-Gel (Picato®) Kurze Anwendungsdauer Geringere Wirksamkeit, stärkere Nebenwirkungen Ca. 29% Erfolgsrate
Photodynamische Therapie (MAL-PDT) Gute Wirksamkeit bei großflächigen Arealen Schmerzhaft, längere Behandlungsdauer Ca. 38% Erfolgsrate

Was sind aktinische Keratosen?

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