Haare und Nägel sind sogenannte Hautanhangsgebilde, die aus Hornschuppen bestehen. Sie erfüllen wichtige Funktionen im menschlichen Körper.
Haare erinnern an unser animalisches Erbe. Warum der Mensch sein ehemals dichtes Haarkleid im Lauf der Evolution verloren hat, ist noch nicht geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass unsere starke Schweißabsonderung etwas damit zu tun hat.
Doch wirklich nackt ist der Mensch selbst heute noch nicht: Mit Ausnahme von Fußsohlen und Handinnenflächen sowie den Schleimhäuten und Lippen wachsen am ganzen Körper Haare - beim einen mehr, beim anderen weniger. Diese Behaarung erfüllt bestimmte Funktionen.
Die wichtigste Funktion der Kopfbehaarung liegt im sozialen und sexuellen Bereich. Volles Haar war seit jeher ein mythisches Symbol für Kraft, Erotik, Gesundheit und Jugend. Im Spiegel der Weltkulturen gilt volles Haar als schön, während dünnes, schütteres Haar sich wenig Beliebtheit erfreut. Es ist eher die Ausnahme, dass ein Sympathieträger schütteres Haar oder gar eine Glatze hat. Doch genau vor diesem Problem stehen Millionen Menschen.
Blonde Menschen haben im Schnitt feinere, dafür aber auch die meisten, nämlich volle 150.000 Haupthaare.
Jedes menschliche Haar hat einen eigenen Wachstumsrhythmus. Es wächst rund zwei bis sechs Jahre lang, und zwar jeden Tag um etwa 0,35 Millimeter. Wenn diese aktive Phase endet, beginnt eine zweiwöchige Übergangsphase.
Jeder Mensch hat Haarausfall: Ein einzelnes Haar kann bis zu sieben Jahre alt werden. Dann fällt es aus und nach einer kurzen Ruhepause wächst ein neues Haar. 50 bis 100 Haare nehmen so täglich ihren Abschied. Bei durchschnittlich 100.000 Haaren, die der Mensch auf dem Kopf trägt, fällt dies nicht weiter auf. Nicht jeder Haarausfall ist krankhaft bedingt.
So können hormonelle Veränderungen im Körper, beispielsweise nach Schwangerschaften oder in den Wechseljahren, zu Haarausfall führen. Das Haar regeneriert sich in diesen Fällen aber meistens von selbst, wenn sich der Hormonspiegel wieder normalisiert. Auch die männliche Glatze zählt in der Regel nicht zu den Haarkrankheiten. Sie ist genetisch bedingt und eher ein kosmetisches Problem.
Eine Vielzahl von Faktoren kann Haarausfall auslösen: Wissenschaftlich anerkannt sind Vergiftungen, Pilzinfektionen der Kopfhaut, chronische Erkrankungen und die Einnahme bestimmter Medikamente. Daneben werden noch andere Ursachen genannt: Stress, Umweltgifte oder Vitaminmangel. Und es gibt Firmen, die von den Ängsten der Betroffenen profitieren und ihnen Wundermittel offerieren. Eines haben diese leider alle gemeinsam: Ihre Wirkung ist - wenn überhaupt - bescheiden.
Statt Unsummen für leere Werbeversprechen auszugeben, lohnt sich ein Besuch beim Hautarzt. Dauerwellen, Colorationen, Lockenstäbe, sengende Urlaubssonne, Chlor- und Salzwasser und enge Kopfbedeckungen sind enorme Strapazen für Haare und Kopfhaut. Eine irritierte und gereizte Kopfhaut, vermehrte Schuppenbildung, stumpfes und sprödes Haar können die Folge sein.
Da das Haar sich nicht selbst regenerieren kann, braucht es je nach Typ und Problem eine spezielle Pflege. Auch hier versprechen die meisten Produkte mehr als sie halten. Egal wie sehr man sein Haar wäscht und pflegt - vor der Kopflaus ist niemand gefeit. Sie breitet sich überall dort aus, wo genügend Köpfe zusammenstecken. Für Kindergärten und Schulen sind sie ein lästiges Haustier geworden. Ihre Präsenz macht sich schnell durch unangenehmes Jucken bemerkbar. Doch keine Sorge: Die Zeiten, in denen man dann den Kopf kahl schor, sind vorbei.
Haar Aufbau
Finger- und Zehennägel werden von Hautzellen gebildet. Sie zählen deshalb - wie zum Beispiel die Haare - zu den sogenannten Hautanhangsgebilden.
Was man umgangssprachlich als Nagel bezeichnet, nennen Fachleute Nagelplatte. Die Nagelplatte besteht vor allem aus harter Hornsubstanz (Keratin), ist etwa einen halben Millimeter dick und leicht gewölbt.
Der Nagel ist fest mit dem darunterliegenden Nagelbett verwachsen. An der Finger- oder Zehenkuppe trennen sich Nagel und Nagelbett aber, sodass der Nagel frei vorragt. Dadurch lassen sich zum Beispiel die Fingernägel als Kratzwerkzeuge einsetzen. Außerdem sind die Nägel ein wichtiger Bestandteil des Tastsinns.
Die Hautkanten, die den Nagel rechts und links einfassen, heißen Nagelwall. Der untere Hautrand ist der Nagelfalz. Am Nagelfalz steckt der Nagel in einer Hauttasche. Dieser Bereich wird als Matrix bezeichnet.
Wer auf einen Nagel schaut, sieht einen Teil der Matrix als hellen Bogen durch die Nagelplatte durchschimmern. Den hellen Bereich nennen Fachleute aufgrund seiner Halbmondform Nagelmond oder Lunula (lateinisch für „Möndchen“).
In der Matrix entsteht ständig neue Hornsubstanz, die sich an die Nagelplatte anlagert und den Nagel langsam vorschiebt.
Aufbau des Nagels
Fingernägel wachsen im Durchschnitt ungefähr 0,1 Millimeter pro Tag. Die Geschwindigkeit des Nagelwachstums kann jedoch von verschiedenen Faktoren abhängen, wie Alter, Geschlecht, Ernährung, Gesundheit und Jahreszeit. Die individuelle Wachstumsgeschwindigkeit eines menschlichen Nagels ist abhängig von Alter, Ernährung, Geschlecht und auch genetischen Faktoren. Die durchschnittliche Wachstumsgeschwindigkeit eines menschlichen Nagels liegt bei 2 bis 4 mm pro Monat.
Es gibt eine Vielzahl von Erkrankungen bei der es zu Farb- und auch Formveränderungen der Nägel kommen kann. Verfärbt sich der Nagel weiß, spricht man von Leukonychie. Bei einer Grünfärbung von Chloronychie, bei einer Gelbfärbung vom Yellow-Nail-Syndrom und bei einer schwarzen Nagelverfärbung spricht man von einer Melanonychie.
Bei der Onchomykose handelt es sich um eine den Nagel zerstörende Pilzinfektion. Bis zu 30 Prozent aller Menschen sind betroffen. Klinisch sind weißliche, graue oder gelbliche Nagelverfärbungen zu sehen und die betroffenen Nägel weisen einen bröckeligen Zerfall und Glanzlosigkeit auf. Maßnahmen sind eine lokale Therapie und Hygiene. Fehlen ein oder mehrere Nägel bezeichnet man dies als Anonychie. Brüchige und weiche Fingernägel stellen meist ein kosmetisches Problem dar.
In den Nagelfalz eingewachsener Finger- oder Fußnagel mit oder ohne begleitende schmerzhafte Entzündung. Am häufigsten ist die Großzehe betroffen. Gefördert wird das Einwachsen eines Nagels durch falsche Nagelpflege und zu enges Schuhwerk.
Das Einwachsen von Nagelrändern in die umgebenden Hautbereiche tritt am häufigsten an den Großzehen auf. Oft kommt es zusätzlich zum Einwachsen zu eitrigen Entzündungen mit Rötung, Schwellung, pochenden Schmerzen und Eiteraustritt. Betroffen sind vor allem jüngere Menschen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren, Männer etwas häufiger als Frauen.
Beim eingewachsenen Nagel muss der Arzt sowohl die Nagelstellung korrigieren als auch die vorliegende Entzündung eindämmen.
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser lässt sich ein eingewachsener Nagel behandeln. Nagelspangen brauchen dabei allerdings Zeit. Wenn der Nagel nur leicht eingewachsen ist, genügt ein regelmäßiges Fußbad mit Kernseife, Kamille oder 1%iger Kaliumpermanganat-Lösung.
tags: #haare #und #nagel #aufbau #und #funktion
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.