Haarausfall nach Laserbehandlung: Ursachen und Lösungen

Die Laser-Haarentfernung ist eine beliebte und effektive Methode, um unerwünschte Haare dauerhaft zu reduzieren. Viele Menschen erwarten jedoch, dass die Haare sofort nach der Behandlung ausfallen, was oft nicht der Fall ist. Um zu verstehen, warum die Haare nach einer Laserbehandlung nicht sofort ausfallen, ist es wichtig, den Haarzyklus zu kennen.

So wie jeder Teil unseres Körpers hat auch das Haarwachstum seinen eigenen Rhythmus mit festen Phasen.

Der Haarzyklus

Der Lebenszyklus der Haare umfasst drei Phasen:

  • Aktive Wachstumsphase (Anagene Phase): In dieser Phase wächst das Haar aktiv und ist fest in der Haarwurzel verankert. Nur Haare, die sich in der aktiven Wachstumsphase befinden, können erfolgreich mit dem Laser behandelt werden, da sich nur in dieser Phase die Haare tief genug in den Haarfollikeln befinden, um dann durch die Wärme ebendiese zu veröden.
  • Übergangsphase (Katagene Phase)
  • Ruhephase (Telogene Phase)In der Ruhephase wird die Ausprägung eines neuen Haares vorbereitet.

Da sich nicht alle Haare gleichzeitig in der anagenen Phase befinden, ist es notwendig, mehrere Behandlungen der Laserhaarentfernung durchzuführen, um alle Haarfollikel effektiv zu zerstören.

Wie funktioniert die Laser-Haarentfernung?

Die Laser-Haarentfernung basiert auf der gezielten Zerstörung der Haarfollikel mithilfe von Lichtenergie. Die Laserenergie wird vom Melanin, dem dunklen Farbpigment in den Haaren, absorbiert und in Wärme umgewandelt. Diese punktuelle Wärmeeinwirkung verödet Haarwurzel und Follikel.

Bei der Behandlung wird ein Lichtstrahl mit einer bestimmten Wellenlänge auf das Haar gerichtet. Dieses Licht wird vom Melanin absorbiert. Durch diese Absorption entsteht Wärme, die die Haarwurzeln und die Haarfollikel verödet - so wird verhindert, dass die Haare wieder nachwachsen können.

Die Laser-Haarentfernung ist am effektivsten, wenn die Haare sich in der aktiven Wachstumsphase befinden, weil dann das Haar mit der Haarwurzel und dem Haar-Follikel fest verbunden ist. So kann das Melanin die Lichtenergie des Lasers in die Haarwurzel leiten und dann die umliegenden Zellen veröden.

Vor der Behandlung wird die zu behandelnde Stelle rasiert. Sie sollten davon absehen, die Haare direkt vor der Behandlung zu Zupfen: der Laser hat dann weniger Angriffsfläche.

Die Laserepilation ist besonders wirksam, wenn die zu entfernenden Haare dunkel und relativ dick sind. Auch ist die Therapie schwieriger, wenn die Haare zwar dunkel, aber sehr, sehr fein sind - das Laserlicht hat dann wenig Angriffsfläche.

Es ist wichtig zu betonen, dass die Laser-Haarentfernung ein Prozess ist, der ein wenig Geduld erfordert. Mit jeder Behandlung werden mehr Haare effektiv entfernt - so werden die finalen Ergebnisse im Laufe der gesamten Behandlungsperiode immer sichtbarer.

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Was passiert nach der Laserbehandlung?

Direkt nach der Laserbehandlung werden Sie möglicherweise eine gewisse Reduktion der Haare feststellen. Manche Haare werden geschwächt oder abgestoßen, wodurch sie ausfallen werden. Aber es werden nicht alle Haare sofort nach der Haarentfernung verschwinden.

In den nächsten 2-3 Wochen nach der Laser-Haarentfernung werden nach und nach die behandelten Haare ausfallen. Manche Haare werden aber auch ein paar Wochen nach einer Behandlung bleiben. Das liegt daran, dass nicht alle Haare in der Wachstumsphase waren und somit nicht alle Haarfollikel bei der Behandlung getroffen wurden.

Sie sollten jedoch beachten, dass während des gesamten Behandlungsprozesses neue Haare nachwachsen können. Diese neuen Haare sind jedoch oft feiner und heller als zuvor. Mit jeder weiteren Behandlung werden mehr Haarfollikel geschwächt und das Haarwachstum reduziert sich weiter.

Da sich die Haare auf dem Körper in unterschiedlichen Wachstumsphasen befinden, sind mehrere Behandlungen im Abstand von einigen Wochen erforderlich, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Normalerweise sind 6 bis 8 Behandlungen notwendig, um einen Großteil der Haare zu entfernen. Die genaue Anzahl variiert je nach individuellen Faktoren wie Haarfarbe, Haardicke und Hauttyp.

Regelmäßige Behandlungen, gemäß dem empfohlenen Zeitplan, sind entscheidend, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Lassen Sie sich von anfänglichen Verzögerungen beim Haarausfall nicht entmutigen.

Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen

  • Haarfarbe und Hauttyp: Die Laser-Haarentfernung ist besonders wirksam bei dunklen Haaren auf heller Haut.
  • Hormonelle Unterschiede: Das Haarwachstum zwischen Männern und Frauen zeigt Unterschiede, die auf hormonelle Eigenheiten eines jeden Körpers zurückzuführen sind. Bei Männern ist das Haarwachstum häufig stärker ausgeprägt als bei Frauen. Dies liegt an den männlichen Sexualhormonen, insbesondere dem Testosteron. Das Haarwachstum bei Frauen wird unter anderem durch Hormone wie Östrogen und Progesteron beeinflusst. Das führt oft zu feinerem Haar an bestimmten Körperstellen. Diese hormonellen Unterschiede können die Anzahl der erforderlichen Laserbehandlungen beeinflussen.

Paradoxe Hypertrichose

In seltenen Fällen kann es nach Laserbehandlungen zu einer paradoxen Hypertrichose kommen, d.h. zu einem verstärkten Haarwuchs an den behandelten Arealen. Dieses Phänomen wurde bereits 2005 in der Zeitschrift "JOURNAL OF THE AMERICAN ACADEMY OF DERMATOLOGY" beschrieben. Es scheint häufiger bei Frauen mit dunklem Hauttyp und dunklen Körperhaaren aufzutreten.

Die Annahme ist berechtigt, dass sowohl der Laser als auch die Photoepilation zur Haarentfernung das Risiko von verstärktem Haarwuchs als Folge der Behandlung in sich bergen und zwar anwenderunabhängig. Auf einer Schweizer Internetseite habe ich den Hinweis gefunden, dass zu niedrig dosierte Laserepilationen im unglücklichsten Fall einen sogenannten paradoxen Haarwuchs auslösen können.

Die "Deutsche Apotheker Zeitung" warnt 2018, dass bei Frauen aus dem Mittelmeerraum und dem mittleren Osten die Fotoepilation mit Vorsicht angewendet werden sollte, da eine paradoxe Hypertrichose auftreten kann.

Weitere Ursachen für Haarausfall

Grundsätzlich können alle Formen des Haarausfalls beide Geschlechter betreffen, doch treten bestimmte Varianten aufgrund geschlechtsspezifischer Unterschiede häufiger auf.

  • Androgenetischer Haarausfall: Bei Männern kann der erblich bedingte Haarausfall bereits im Alter von 20 Jahren beginnen. Bei Frauen beginnt er später, oft erst nach der Menopause (um das 40. Ursache: Die Haarfollikel reagieren überempfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), ein männliches Sexualhormon. Bei Frauen kann eine gestörte Östrogenproduktion oder eine erhöhte Testosteronproduktion die Ursache sein - oder eine andere Veränderung im Hormonhaushalt (Schwangerschaft, Wechseljahre).
  • Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Der Kreisrunde Haarausfall (Alopecia areata) kann schon in jungen Jahren beginnen. Ursache: Ursache sind Entzündungsreaktionen im Körper. Auch wenn viele Details unklar sind, geht man von einer Autoimmunerkrankung aus. Das körpereigene Abwehrsystem greift die Haarwurzeln an. Typisch sind kreisrunde, kahle Stellen.
  • Diffuser Haarausfall: Wenn die Haare am ganzen Kopf ausfallen, spricht man von diffusem Haarausfall. Ursache: Die Ursachen sind vielfältig und liegen meist in Mangelzuständen oder Erkrankungen, die zu einer Unterversorgung der Haarwurzeln mit Sauerstoff und Nährstoffen führen. Dadurch wird der Wachstumsprozess gestört und es kann zu Haarausfall kommen. Ursachen können u.a.
  • Vernarbende Alopezie: Bei der vernarbenden Alopezie kommt es zu Juckreiz, Schuppung und Rötung der Kopfhaut. Typisch sind auch Schmerzen und eine helle, haarlose Haut, die glatt und glänzend erscheint. Die Haarwurzeln sind nicht mehr sichtbar.

Weitere Faktoren, die Haarausfall beeinflussen können

  • Mangelzustände wie Eisen-, Eiweiß-, Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoffmangel
  • Psychische Erkrankungen wie Trichotillomanie (oder auch besondere Zustände wie Trauer, Depression, Trauma)
  • Zu straffe Frisuren oder Haarextensions
  • Stressbedingter Haarausfall
  • Infektionen (z.B. Corona)
  • Kopfhauterkrankungen wie Pilzinfektionen, Schuppenflechte, Verbrennungen, Unfälle oder angeborene Fehlbildungen
  • Einnahme bestimmter Medikamente wie Betablocker, ACE-Hemmer, Heparin und Zytostatika
  • Krankheiten wie Schilddrüsenerkrankungen sowie Bestrahlungen und Chemotherapien zur Krebsbehandlung
  • Verschiedene Infektionskrankheiten wie HIV, Syphilis, Impetigo contagiosa und Scharlach
  • Schwermetalle wie Amalgam, Palladium und Quecksilber
  • Chemikalien aus Haarfärbemitteln und anderen kosmetischen Behandlungen
  • Ungesunde Lebensweise (Rauchen, Alkohol, Drogen)

Diagnose und Behandlung von Haarausfall

Die Suche nach den Ursachen des Haarausfalls setzt sich im Wesentlichen aus den aufgeführten, diagnostischen Schritten zusammen. Die entsprechenden Antworten und Untersuchungsergebnisse fügen sich schließlich zu einem kompletten und ganzheitlichen Bild zusammen.

Diagnostische Schritte:

  • Selbstanalyse: Fragen Sie sich, was sich in letzter Zeit in Ihrem Leben verändert hat. Nehmen Sie neue Medikamente? Haben Sie Ihre Ernährung umgestellt? Sind Sie besonderem Stress ausgesetzt? Gibt es Fälle von Haarausfall in Ihrer Familie?
  • Professionelle Hilfe: Vereinbaren Sie einen Termin bei einem Experten, im ersten Schritt ist der Hausarzt bzw. Hautarzt eine gute Anlaufstelle.
  • Laboruntersuchung: Da bestimmte Laborwerte wichtige diagnostische Hinweise auf mögliche Ursachen des Haarausfalls geben, führen wir für unsere Patienten, sofern gewünscht, eine Laboruntersuchung durch. Um die gewünschten Laborparameter zu erhalten, werden kleine Mengen Blut des Patienten abgenommen und gezielt nach hormonellen, toxischen und weiteren pathologischen Laborbefunden untersucht.
  • Digitales Trichogramm: Zudem führen wir ein digitales Trichogramm durch.

Behandlungsmöglichkeiten:

Nach einer Beratung und Diagnose der Ursachen erstellen wir für jeden Patienten einen geeigneten und gezielten Therapieplan zur Bekämpfung des Haarausfalls.

Grundsätzlich stehen folgende Behandlungs- und Therapiewege zur Verfügung:

  • PRP-Therapie
  • Low-Laser-Therapie
  • Stammzellen-Therapie
  • Meso-Therapie
  • Infusionstherapie
  • Medikamentöse Behandlung
  • Haartransplantation

Was Sie selbst tun können

  • Nicht in Panik verfallen: Haarausfall ist in vielen Fällen vorübergehend oder gut behandelbar und Panik kann die Situation sogar verschlimmern, da Stress den Haarausfall verstärken kann.
  • Überlassen Sie die Diagnose und Medikation den Experten.
  • Beginnen Sie stattdessen mit einer Selbstanalyse.

Wichtige Hinweise

  • Abgestorbene Haarfollikel sind unwiederbringlich verloren und bilden keine neuen Haare mehr aus.
  • Inaktive Haarfollikel können wieder reaktiviert werden. Aus diesem Grund forschen wir aktiv an bio-regenerativen Therapien. So können wir ein Maximum an inaktiven Haarfollikeln wieder zum Ausprägen von Haaren verleiten. Hier konnten wir mit PRP- sowie Stammzellen-Therapien bereits einige Erfolge vorweisen.
  • Die beste Beratung bei Haarausfall erhalten Sie von einem Haarausfallspezialisten.

Es gibt eine Vielzahl an Behandlungsansätzen gegen Haarausfall. Aber nicht alle sind wirksam und empfehlenswert. Wir empfehlen eine Einschätzung durch unsere Experten und eine zielgerichtete Analyse.

Es ist wichtig zu verstehen, dass die dauerhafte Haarentfernung mit Laser ein fortlaufender Prozess ist, der ein wenig Geduld erfordert. Die Ergebnisse sind nicht sofort sichtbar, sondern entwickeln sich im Laufe der Behandlungen.

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