Haare natürlich färben: Sanfte Methoden ohne Chemie

Viele Menschen wünschen sich eine Veränderung ihrer Haarfarbe, möchten aber auf aggressive Chemikalien verzichten. Das natürliche Haarefärben bietet eine sanfte und umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen chemischen Haarfärbemitteln. Dabei werden pflanzliche Inhaltsstoffe und Hausmittel genutzt, um die Haare zu färben oder den Grundton zu intensivieren. Schon seit Jahrtausenden existieren pflanzliche Mittel, mit denen sich die Haare natürlich färben oder aufhellen lassen.

Die Geschichte des natürlichen Haarefärbens

Schon in der Antike wurden Extrakte der Brautmyrte verwendet, um Haare schwarz zu färben. Die alten Römerinnen bleichten ihr Haar mit Tinkturen aus alkalischer Birkenasche. Erst etliche Jahrhunderte später wurden Colorationen populär, die auf chemischen Inhaltsstoffen basieren und dank smarter Formeln die gewünschten Farbergebnisse erzielen.

Vorteile des natürlichen Haarefärbens

Der Prozess des natürlichen Färbens erfordert oft mehr Zeit und Geduld als herkömmliche Methoden, bietet dafür aber - je nach Mittel und je nach individueller Ausgangssituation - einige Vorteile:

  • Weniger Haarschädigung: Da keine Chemie enthalten ist.
  • Geringere Umweltbelastung
  • Kopfhaut wird nicht strapaziert: Sondern bleibt gesund.
  • Vermeidet allergische Reaktionen
  • Pflanzenhaarfarben werden nicht an Tieren getestet.
  • Pflanzliche Haarfarben sind nicht krebserregend.

Nachteile des natürlichen Haarefärbens

Wiegen Sie die Nachteile gründlich gegen die Vorteile ab, bevor Sie sich für eine natürliche Haarfarbe entscheiden:

  • Eingeschränkte Farbpalette
  • Hellerfärbung nicht möglich
  • Je nach vorheriger Haarfarbe werden natürliche Farben weniger intensiv
  • Farbergebnis lässt sich nur schwer voraussagen.
  • Farben waschen sich meist nach wenigen Wochen aus.

Viele Menschen bevorzugen natürliche Färbemethoden aufgrund ihrer Sanftheit und der natürlichen Ergebnisse. Auch beim Haarefärben in der Schwangerschaft wollen viele Frauen lieber auf Nummer sicher gehen und pflanzliche Alternativen nutzen, auch wenn eine schädliche Wirkung von Haarfärbemitteln auf das Ungeborene bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte.

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Natürliche Mittel zum Haarefärben

Von Henna über Walnussschalen bis hin zu Kamille - bei natürlichen Haarfarben gibt es eine Vielzahl von Optionen für verschiedene Farbnuancen. Hier sind einige der gängigsten Methoden:

Henna

Diese Pflanzenfarbe verbindet man in erster Linie mit roten Haaren, doch ist je nach Ausgangshaarfarbe und Anwendung auch ein warmes Rotbraun möglich. Henna dringt nicht in die Haarstruktur ein, sondern legt sich pflegend um die Haare. Zusätzlich sorgt es für Fülle und Glanz. Allerdings musst du beim Färben mit Henna auch beachten, dass das Ergebnis von deiner individuellen Haarfarbe und -Struktur sowie von der Einwirkzeit abhängt und somit sehr unterschiedlich ausfallen kann. Das Färben mit Henna erfordert also etwas Übung und Erfahrung.

Kaffeesatz

Kaffeesatz kann helles Haar dunkler bzw. braun bekommen und verleiht ihm einen schönen Glanz. Bereite starken Kaffee mit viel Kaffeepulver zu. Zum Färben wird allerdings nur der Satz verwendet: Verrühre den Kaffeesatz mit Conditioner, bis du eine Paste erhältst. Die Paste verteilst du anschließend in dem frisch gewaschenen Haar. Lasse alles eine Stunde einwirken und spüle das Haar anschließend aus. Kaffee soll übrigens auch den Haarwuchs fördern.

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee kann deine Haare eine Nuance dunkler färben. Achte bei dem Tee aber auf ein reines Produkt und eine hohe Qualität. Gib 3 EL schwarzen Tee in eine Kanne und gieße 300 ml kochendes Wasser darüber. Lasse den Tee für 30 Minuten ziehen. Wäschst du deine Haare mit einem milden Shampoo und wringe die Haare anschließend aus. Gieße den Tee danach durch ein Sieb ab und fange den Sud in einer Schüssel auf. Nun wird der Sud langsam über die Haare gegossen. Wenn du deinen Braunton verstärken möchtest, eignen sich Zwiebelschalen. Für Haare mittlerer Länge benötigst du 100 g Zwiebelschalen: Koche die Schalen mit 250 ml Wasser auf. Lasse den Sud eine Weile ziehen - du wirst feststellen, dass sich die Farbe merklich verändert.

Kamille und Zitronensaft

Kamille und Zitronensaft sind eine sehr schonende Art, deine Haare aufzuhellen. Übergieße 3 EL Kamillentee mit kochendem Wasser und lasse ihn eine halbe Stunde ziehen. Gieße den Tee in eine Schüssel ab und lasse den Sud anschließend langsam über dein frisch gewaschenes, noch feuchtes Haar laufen. Wickele dein Haar in ein Handtuch ein oder setze dich in die Sonne. Anschließend das Haar ausspülen. Im Vergleich zu Kamillentee hellt frisch gepresster Zitronensaft deine Haare sogar noch stärker auf. Der pure Saft wird gleichmäßig im Haar verteilt und muss eine Stunde einwirken. Damit die Wirkung sich entfaltet, benötigst du Wärme: Wickele ein Handtuch um den Kopf oder setze dich in die Sonne.

Rote Bete

Rote Akzente lassen sich mit Roter Bete setzen. Dafür benötigst du Rote Bete-Saft und etwas Honig: Vermische die Zutaten, sodass sich eine Emulsion bildet. Wasche deine Haare und trage die Pflanzenhaarfarbe auf. Du kannst damit auch nur einzelne Strähnchen betonen. Achtung: Rote Beete färbt auch stark deine Haut - trage am besten Haushaltshandschuhe. Nach dem Auftragen ist etwas Geduld erforderlich. Die Einwirkzeit beträgt 4 Stunden, wobei Wärme benötigt wird.

Weitere pflanzliche Optionen

Es gibt eine Vielzahl weiterer pflanzlicher Optionen, die für das natürliche Färben der Haare in Frage kommen:

  • Walnussschalen: Für Braunnuancen
  • Hibiskusblüten: Erzeugen einen sanften Violettton.
  • Weizen, Kurkuma: Liefern Blond- und Goldtöne

Anwendung von Pflanzenhaarfarben

In der Regel werden die Stoffe in Form von Pulver angeboten, das mit heißem Wasser vermischt wird und so eine Paste zum Auftragen auf die Haare ergibt. Welche Haarfarbe ist am wenigsten schädlich? Henna, Kamille, Weizen, Kurkuma, Rote Bete, Walnussschalen und Indigo lösen praktisch keine Allergien aus, schädigen die Haare nicht und verleihen ihnen natürlichen Glanz.

Wer seine Haare ohne Haarfarbe färben möchte, muss allerdings Geduld mitbringen, denn die Anwendung ist umständlich und langwierig. Zunächst gilt es, den gewünschten Farbton durch das Mischen verschiedener Pflanzenfarben zu erreichen. Die trockenen Pflanzenteile werden mit Wasser zu einem Brei angerührt und auf die Haare aufgetragen. Je nach Haarstruktur und gewünschter Farbintensität muss die Paste bis zu mehreren Stunden einwirken.

Experten empfehlen häufig, die Farbreaktion durch Wärmezufuhr und das Tragen einer Folienhaube zu verstärken. Wichtig ist es außerdem, den Farbbrei feucht zu halten, damit er nicht antrocknet. Nach der Einwirkzeit schwemmen Sie die Paste mit Wasser aus. Erst danach waschen Sie die Haare mehrfach mit Shampoo.

Worauf Sie achten sollten

Vorsicht ist bei blondiertem Haar geboten. Das Bundesamt für Risikobewertung warnt außerdem vor Henna-Produkten, die zusätzlich synthetische Haarfarbenbestandteile wie p-Phenylendiamin (PPD) oder 2-Nitro-PPD enthalten, um eine dunklere Färbung zu erzielen.

Fazit

Das natürliche Haarefärben bietet eine schonende und umweltfreundliche Alternative zu chemischen Produkten. Mit einer Vielzahl von pflanzlichen Inhaltsstoffen und Hausmitteln können Sie Ihre Haare auf natürliche Weise färben und pflegen. Obwohl die Ergebnisse möglicherweise nicht so intensiv oder langanhaltend sind wie bei chemischen Färbemitteln, bietet das natürliche Haarefärben eine gesunde und nachhaltige Option für alle, die ihre Haarfarbe verändern möchten.

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