Haare richtig abteilen und färben: Eine detaillierte Anleitung für zu Hause

Viele Menschen greifen von Zeit zu Zeit zu Haarfärbemitteln, um ihre Haarfarbe aufzufrischen oder zu verändern. Dank der passenden Colorationsprodukte für den Heimgebrauch ist es ganz einfach, sich die Haare selber zu färben. Damit das Ergebnis vom ersten Tag an gut aussieht, finden Sie im Folgenden ein paar wichtige Tipps und Tricks.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihre Haare richtig abteilen, um ein gleichmäßiges und professionelles Farbergebnis zu erzielen. Egal, ob Sie Ihren Ansatz nachfärben oder eine komplett neue Farbe ausprobieren möchten, diese Anleitung hilft Ihnen, Fehler zu vermeiden und Ihre Haare optimal zu pflegen.

Haare selber färben. Ansätze färben. DIY Anleitung

Vorbereitung ist das A und O

Bevor Sie mit dem Färben beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie alle notwendigen Utensilien zur Hand haben. Eine gute Vorbereitung sorgt für einen reibungslosen Ablauf und bessere Ergebnisse.

Was Sie benötigen:

  • Ein altes Shirt, einen Friseurumhang oder ein altes Handtuch
  • Einweghandschuhe
  • Stielkamm
  • Haarklammern aus Kunststoff
  • Haarfärbemittel
  • Vaseline oder eine fettigere Körpercreme

Hast du die perfekte Farbe gefunden, um deinen Ansätzen einen frischen Anstrich zu verleihen, solltest du sie zunächst an einer versteckten Hautstelle testen, um zu sehen, ob du die Formulierung verträgst. Treten innerhalb von 24 Stunden keine Irritationen auf, kannst du die Farbe bedenkenlos verwenden und es kann mit der Vorbereitung losgehen.

Vor dem Haare selber färben sorgt eine gute Vorbereitung für einen reibungslosen Ablauf und bessere Ergebnisse. Ihre Haare sollten Sie mindestens einen Tag vorher nicht mehr waschen. Durch den produzierten Talg wird die Haarfarbe besser von den Haaren aufgenommen und schützt gleichzeitig die Kopfhaut. Ratsam ist es ferner einige Tage vor dem Haare selber färben, eine Pflegekur anzuwenden. Das sorgt dafür, dass die Haarfarbe gleichmäßig aufgenommen wird.

Da Du hierbei mit einer flüssigen Textur arbeitest, kann schnell mal etwas daneben gehen. Schaffe alles in Deinem Badezimmer beiseite, was von Farbklecksen gefährdet sein könnte, zieh Dir alte Kleidung an und häng Dir ein altes Handtuch über die Schultern. Lege direkt Tücher zum Aufwischen bereit. Creme Schläfen, Stirn und Ohren mit Vaseline ein. Diese verhindert das Anhaften von Farbe. Lege Dir alle Materialien und Tools bereit. Ready? Dann geht es jetzt mit dem Haare selber färben los!

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Haareabteilen und Färben

Unser Färbe-Fahrplan verrät dir nun Schritt für Schritt, wie du deinen Ansatz selber färben kannst. Es spielt dabei keine Rolle, ob du eine Coloration, Tönung oder Intensivtönung verwendest - das Prozedere ist dabei nahezu immer das gleiche. Halte dich jeweils genau an die Packungsbeilage.

Hier ist eine detaillierte Anleitung, wie du vorgehen solltest:

1. Schützen

Ziehe ein ausrangiertes Oberteil an oder lege dir einen Friseurumhang um. Denn das Haarfärbemittel kann tropfen und permanente Flecken verursachen. Hast du beides nicht zur Hand, kannst du dir auch ein altes Handtuch um die Schultern legen.

2. Haare abteilen

Bevor du mit dem Färben beginnst, solltest du deine Haare gut durchkämmen und sicherstellen, dass sie trocken sind. Am besten sind sie ein bis zwei Tage nicht gewaschen, damit keine Rückstände von Stylingprodukten wie Haarspray oder Haarpuder vorhanden sind, die das Eindringen der Farbe behindern könnten. Gleichzeitig bleibt so die natürliche Talgschicht der Kopfhaut erhalten, die vor Irritationen und allergischen Reaktionen schützen kann. Frisch gewaschene Haare wären zwar völlig sauber, jedoch ist dann auch der schützende Säureschutzmantel der Kopfhaut entfernt, was die Haut empfindlicher macht und dazu führen kann, dass Farbrückstände schlechter abgehen.

Trage an der Stirn etwas Hautschutzcreme oder eine fettigere Körpercreme auf, um die Haut dort vor Farbflecken zu schützen. Achte dabei darauf, die Creme nicht in die Haare, sondern nur auf die Haut zu geben.

Zu Anfang teilst du deine Haare in 4 Bereiche ein. Ziehe mit einem Stielkamm eine horizontale Linie von Ohr zu Ohr und teile die Haare dann in zwei Hälften. So entstehen 4 große Haarpartien.

Ziehe anschließend mit einem Stielkamm eine horizontale Linie von Ohr zu Ohr und stecke die obere Haarpartie am Oberkopf fest. Die unteren Haare bleiben offen, damit du die Farbe gleichmäßig und kontrolliert auftragen kannst.

3. Farbe anmischen

Bereite die Farbe nach Gebrauchsanweisung des Herstellers zu und ziehe die Einmalhandschuhe an. Bei den meisten Haarfarben liegen sie der Packung bei.

4. Farbe auftragen

Trage die Farbe nun mit einem (mitgelieferten) Haarfärbe-Pinsel auf. Das geht meist besser, weil Du die Haare nach oben weghalten kannst, um die Scheitel zu ziehen. Vertikale Scheitel sind da durchaus herausfordernder und ungenauer. Färbe Partie nach Partie. Hier ist Millimeterarbeit gefragt: Trage die Farbe wenige Millimeter über die Grenze zu den bereits colorierten Haaren auf, damit keine neue Linie entsteht. Ziehe die Farbe aber nicht weiter als nötig in die bereits gefärbten Längen, um diese nicht unnötig zu strapazieren.

Das klappt am besten, wenn du die Haare straff vom Kopf weg ziehst, und die Farbe auf die gespannte Strähne aufpinselst. So vermeidest du Farbüberlagerungen, an denen die Farbe deine Haare mehr einfärben kann und so die Farbe stellenweise intensiver aussehen lässt.

Wenn du die untere Partie fertig hast, löst du die Haarklammern und arbeitest dich genauso Scheitel für Scheitel vertikal durch die Haare am Oberkopf. Falls dir das alles zu tricky ist, kannst du auch eine*n Freund*in oder deine*n Parter*in um Hilfe bitten - gerade am Hinterkopf ist der präzise Farbauftrag manchmal schwieriger.

Am Ende sollte die ganze Kopfhaut voller Farbe sein.

5. Farbe einwirken lassen

Hast du alle Ansätze mit Farbe bedeckt, beginnt die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit. Halte dich hier bitte genau an die Angaben und stelle dir dazu am besten einen Timer. In den letzten fünf Minuten der Einwirkzeit kannst du, wenn nötig, den Rest der Farbe auf alle Haare auftragen, um ein harmonisches Finish zu erzielen.

Das solltest du aber wirklich nur bei äußerstem Bedarf tun, da die Farbmasse eine höhere Konzentration an chemischen Wirkstoffen enthält, als es die Längen eigentlich benötigen. Schonender und professioneller ist es, die Farbmasse am Ansatz mit etwas Wasser aufzuschäumen (aufemulgieren) und die so entstandene cremig-wässrige Emulsion in die Längen einzuarbeiten. Dadurch wird die chemische Konzentration durch das Wasser reduziert, und da die Einwirkzeit ohnehin fast abgeschlossen ist, ist ein Großteil der Farbstoffe bereits ausoxidiert.

Anschließend spülst du das Färbemittel gründlich mit lauwarmem, klarem Wasser aus.

6. Pflegen

Nach der Färbe-Action brauchen deine Haare eine Extraportion Pflege. Verwende dazu - falls vorhanden - das beiliegende Pflege-Fluid oder eine Kur oder Spülung aus einer entsprechenden Farbschutz-Pflegeserie.

In den meisten Fällen enthalten die Packungen einen Balsam, den man nach dem selber Färben auf die Haare gibt und einwirken lässt. Dieser schließt die Haarfasern und sorgt zusätzlich für einen schönen Glanz.

Die richtige Haarfarbe finden

Ganz egal, ob du zum Haarefärben zuletzt bei deinem/deiner Friseur*in warst, oder ob du zu den passionierten DIY-Colorist*innen zählst - deinen Ansatz-Balken kannst du in jedem Fall selbst nachfärben. Das A und O für einen harmonischen Übergang zwischen Ansatz und colorierten Haaren ist das Finden der richtigen Farbnuance und des richtigen Färbemittels. Beides sollte genau dem entsprechen, mit dem der Rest der Haare gefärbt wurde.

Generell hast du die Wahl zwischen Coloration, Tönung und Intensivtönung.

  • Coloration: Eine Coloration öffnet die Schuppenschicht der Haare und lagert die Pigmente im Haar dauerhaft an. Sie kann deine Haare super dunkel färben, aber nur um zwei bis drei Nuancen aufhellen. Wenn du heller gehen möchtest, ist eine Blondierung nötig.
  • Tönung: Eine Tönung kann nur dunkler färben, arbeitet dabei aber schonender als die Coloration. Denn sie öffnet die Schuppenschicht nicht und lagert die Pigmente stattdessen nur am Haar an. Die halten demnach auch nicht so lange im Haar und sind nach sechs bis acht Wochen wieder verschwunden.
  • Intensivtönung: Sie ist quasi der Kompromiss zwischen Coloration und Tönung, da sie die Schuppenschicht etwas öffnet und Pigmente eingelagert werden. Sie wäscht sich nach etwa 20 Wäschen wieder aus. Auch kann sie deinen Farbton nicht nur dunkler machen, sondern auch bis zu 1,5 Töne aufhellen.

Welches Färbemittel du letztendlich zum Färben deines Haaransatzes verwendest, hängt von der gewünschten Haarfarbe ab. Folgende Regeln können dir helfen, deine perfekte Ansatz-Farbe zu finden:

  • Falls die letzte Coloration ein*e Friseur*in vorgenommen hat, frag ihn/sie, welches Färbemittel er/sie verwendet hat.
  • Falls du deine Haare selbst gefärbt hast, benutzt du genau dieses Färbemittel auch für deinen Ansatz.
  • Bist du dir bei der Farbwahl unsicher, kannst du auch ein spezielles Ansatz-Set verwenden. Diese Formulierungen sind darauf ausgerichtet, einen harmonischen Übergang zwischen colorierten Haaren und neu gefärbtem Ansatz zu bringen.
  • Bei dunklen Naturhaaren, die du zwei bis drei Nuancen heller färben möchtest, ist eine Coloration sinnvoll. Denn sie hat die Power, die dunklen Pigmente aus den Haaren zu lösen.
  • Möchtest du den Ansatz deiner eher dunklen Haare um mehr als drei Nuancen aufhellen, ist eine Blondierung nötig. Bist du dir mit der Farbwahl unsicher, solltest du hier lieber einen Profi ranlassen.
  • Bei hellen Haaren, die du dunkler färben möchtest, kann eine Tönung ausreichen.

Möchtest du einen grauen Ansatz färben, gelten folgende Regeln:

  • Bei wenigen grauen Haaren ist eine Intensivtönung ideal.
  • Wachsen deine Haare komplett grau nach, ist eine Coloration die bessere Wahl.

Häufige Fehler vermeiden

Sich die Haare selber zu färben ist immer ein Experiment, wenn man keine gelernte Friseurin ist. Deshalb passieren dabei auch öfter mal Fehler:

1. Die richtige Haarfarbe finden

Für die meisten Frauen ist es schwierig, die eigene Haarfarbe zu definieren. Daher empfiehlt es sich, nicht nur die eigenen Haare mit der Farbe auf dem Färbemittel zu vergleichen, sondern auch den Friseur des Vertrauens mal ganz nebenbei, z.B. beim Haare schneiden, zu fragen, wie er deine Haarfarbe bezeichnen würde. Wenn man seine eigene Haarfarbe nur um ein oder zwei Nuancen dunkler oder heller färben möchte, bekommt man das recht gut selber hin. Träumt man von einem krassen Farbwechsel oder komplexeren Färbungen, also einer Strähnchen-Technik wie Balayage oder einen „Ombré"-Look, sollte man besser einen Friseur aufsuchen.

2. Zu wenig Färbemittel

Es passiert recht häufig, dass man sich mit der Menge des Färbemittels verschätzt. Merke: Ab schulterlangem Haar braucht man meistens zwei Packungen Färbemittel, damit die Farbe gleichmäßig aufgetragen werden kann.

3. Anleitung nicht genau gelesen

Auch wenn du dir schon zum gefühlt hundertsten Mal die Haare selbst färbst, gilt: Packungsbeilage genau lesen.

4. Ansatz färben

Will man nur den Ansatz färben, riskiert man, dass der Ansatz zwar nicht mehr grau ist, aber trotzdem eine andere Farbe hat als der Rest. Ähnlich: Färbt man das ganze Haar, kann es passieren, dass die grauen Haare am Ansatz das Färbemittel anders aufnehmen als die restlichen Haare.

Zusätzliche Tipps für eine erfolgreiche Coloration

Hier sind einige zusätzliche Tipps, die Ihnen helfen, ein perfektes Ergebnis zu erzielen:

  • Handschuhe nicht vergessen: Sie schützen nicht nur deine Hände vor Verfärbungen, sondern sorgen auch für besseren Halt beim Färbepinsel oder der Applikatorflasche.
  • Ränder schützen: Trage vor dem Färben etwas Vaseline, Babycreme oder eine fetthaltige Pflege um Haaransatz, Stirn, Ohren und Nacken auf. So lassen sich Farbflecke auf der Haut später ganz leicht abwischen - besonders bei dunklen Farben ein Gamechanger.
  • Haarpartien gut abteilen: Teile dein Haar in vier gleich große Sektionen - zwei vorne, zwei hinten - und fixiere sie mit Klammern. So hast du beim Auftragen einen besseren Überblick und erreichst auch schwer zugängliche Stellen wie den Hinterkopf gezielter.
  • Zügig und präzise arbeiten: Trage die Farbe gleichmäßig und zügig auf, damit sie überall gleich lang einwirkt. Verzögerungen beim Auftragen können zu unregelmäßigen Farbergebnissen führen - also lieber systematisch vorgehen.
  • Ansatz zuerst, Spitzen zuletzt: Der Ansatz braucht meist länger, um Farbe aufzunehmen, während die Längen und Spitzen empfindlicher und poröser sind. Deshalb gilt: Zuerst der Ansatz, die Längen erst in der zweiten Hälfte der Einwirkzeit färben.
  • Genug Farbe einplanen: Sei lieber großzügig als sparsam: Zu wenig Produkt führt zu ungleichmäßigen Ergebnissen. Bei mittellangem bis langem Haar solltest du sicherheitshalber zwei Packungen bereithalten.
  • Timer stellen: Stelle einen Timer erst dann, wenn du mit dem Auftragen fertig bist. Nur so stellst du sicher, dass die Farbe überall gleich lange einwirkt. Ein paar Minuten zu viel oder zu wenig können das Farbergebnis deutlich beeinflussen.
  • Kopfhaut beobachten: Sollte während der Einwirkzeit ein starkes Brennen oder Jucken auftreten, spüle die Farbe sofort aus. Das kann ein Zeichen für eine allergische Reaktion sein - besser abbrechen als riskieren.
  • Gründlich ausspülen & pflegen: Spüle die Farbe mit lauwarmem Wasser aus, bis das Wasser klar ist. Vermeide heißes Wasser, da es die Haarstruktur zusätzlich strapaziert. Verwende danach unbedingt die beiliegende Pflegekur. Sie hilft, die Schuppenschicht des Haares zu schließen, und macht die Farbe länger haltbar.

Haarpflege nach der Coloration

Gefärbtes Haar braucht besonders viel Feuchtigkeit. Verwende spezielle Shampoos und Conditioner für coloriertes Haar, die deine Farbe schützen und die Haarstruktur stärken. Einmal pro Woche lohnt sich eine tiefenpflegende Maske oder ein Glossing, besonders bei blonden Haaren, um den Farbton frisch zu halten. Vermeide in den ersten Tagen nach dem Färben Hitze-Styling oder starkes Bürsten. So bleibt dein Farbergebnis lange schön.

Tabelle: Färbemittel im Überblick

Färbemittel Wirkungsweise Haltbarkeit Geeignet für
Coloration Öffnet die Schuppenschicht, lagert Pigmente dauerhaft ein Dauerhaft Dunkler färben, bis zu 2-3 Nuancen aufhellen, Grauabdeckung
Tönung Lagert Pigmente nur am Haar an 6-8 Wochen Dunkler färben, schonender
Intensivtönung Öffnet die Schuppenschicht leicht, lagert Pigmente ein Ca. 20 Haarwäschen Dunkler färben, bis zu 1,5 Töne aufhellen, leichte Grauabdeckung

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