Viele Menschen greifen von Zeit zu Zeit zu Haarfärbemitteln, um ihre Haarfarbe aufzufrischen oder zu verändern. Dank der passenden Colorationsprodukte für den Heimgebrauch ist es ganz einfach, sich die Haare selber zu färben. Damit das Ergebnis vom ersten Tag an gut aussieht, finden Sie im Folgenden ein paar wichtige Tipps und Tricks.
In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihre Haare richtig abteilen, um ein gleichmäßiges und professionelles Farbergebnis zu erzielen. Egal, ob Sie Ihren Ansatz nachfärben oder eine komplett neue Farbe ausprobieren möchten, diese Anleitung hilft Ihnen, Fehler zu vermeiden und Ihre Haare optimal zu pflegen.
Bevor Sie mit dem Färben beginnen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie alle notwendigen Utensilien zur Hand haben. Eine gute Vorbereitung sorgt für einen reibungslosen Ablauf und bessere Ergebnisse.
Hast du die perfekte Farbe gefunden, um deinen Ansätzen einen frischen Anstrich zu verleihen, solltest du sie zunächst an einer versteckten Hautstelle testen, um zu sehen, ob du die Formulierung verträgst. Treten innerhalb von 24 Stunden keine Irritationen auf, kannst du die Farbe bedenkenlos verwenden und es kann mit der Vorbereitung losgehen.
Vor dem Haare selber färben sorgt eine gute Vorbereitung für einen reibungslosen Ablauf und bessere Ergebnisse. Ihre Haare sollten Sie mindestens einen Tag vorher nicht mehr waschen. Durch den produzierten Talg wird die Haarfarbe besser von den Haaren aufgenommen und schützt gleichzeitig die Kopfhaut. Ratsam ist es ferner einige Tage vor dem Haare selber färben, eine Pflegekur anzuwenden. Das sorgt dafür, dass die Haarfarbe gleichmäßig aufgenommen wird.
Da Du hierbei mit einer flüssigen Textur arbeitest, kann schnell mal etwas daneben gehen. Schaffe alles in Deinem Badezimmer beiseite, was von Farbklecksen gefährdet sein könnte, zieh Dir alte Kleidung an und häng Dir ein altes Handtuch über die Schultern. Lege direkt Tücher zum Aufwischen bereit. Creme Schläfen, Stirn und Ohren mit Vaseline ein. Diese verhindert das Anhaften von Farbe. Lege Dir alle Materialien und Tools bereit. Ready? Dann geht es jetzt mit dem Haare selber färben los!
Unser Färbe-Fahrplan verrät dir nun Schritt für Schritt, wie du deinen Ansatz selber färben kannst. Es spielt dabei keine Rolle, ob du eine Coloration, Tönung oder Intensivtönung verwendest - das Prozedere ist dabei nahezu immer das gleiche. Halte dich jeweils genau an die Packungsbeilage.
Hier ist eine detaillierte Anleitung, wie du vorgehen solltest:
Ziehe ein ausrangiertes Oberteil an oder lege dir einen Friseurumhang um. Denn das Haarfärbemittel kann tropfen und permanente Flecken verursachen. Hast du beides nicht zur Hand, kannst du dir auch ein altes Handtuch um die Schultern legen.
Bevor du mit dem Färben beginnst, solltest du deine Haare gut durchkämmen und sicherstellen, dass sie trocken sind. Am besten sind sie ein bis zwei Tage nicht gewaschen, damit keine Rückstände von Stylingprodukten wie Haarspray oder Haarpuder vorhanden sind, die das Eindringen der Farbe behindern könnten. Gleichzeitig bleibt so die natürliche Talgschicht der Kopfhaut erhalten, die vor Irritationen und allergischen Reaktionen schützen kann. Frisch gewaschene Haare wären zwar völlig sauber, jedoch ist dann auch der schützende Säureschutzmantel der Kopfhaut entfernt, was die Haut empfindlicher macht und dazu führen kann, dass Farbrückstände schlechter abgehen.
Trage an der Stirn etwas Hautschutzcreme oder eine fettigere Körpercreme auf, um die Haut dort vor Farbflecken zu schützen. Achte dabei darauf, die Creme nicht in die Haare, sondern nur auf die Haut zu geben.
Zu Anfang teilst du deine Haare in 4 Bereiche ein. Ziehe mit einem Stielkamm eine horizontale Linie von Ohr zu Ohr und teile die Haare dann in zwei Hälften. So entstehen 4 große Haarpartien.
Ziehe anschließend mit einem Stielkamm eine horizontale Linie von Ohr zu Ohr und stecke die obere Haarpartie am Oberkopf fest. Die unteren Haare bleiben offen, damit du die Farbe gleichmäßig und kontrolliert auftragen kannst.
Bereite die Farbe nach Gebrauchsanweisung des Herstellers zu und ziehe die Einmalhandschuhe an. Bei den meisten Haarfarben liegen sie der Packung bei.
Trage die Farbe nun mit einem (mitgelieferten) Haarfärbe-Pinsel auf. Das geht meist besser, weil Du die Haare nach oben weghalten kannst, um die Scheitel zu ziehen. Vertikale Scheitel sind da durchaus herausfordernder und ungenauer. Färbe Partie nach Partie. Hier ist Millimeterarbeit gefragt: Trage die Farbe wenige Millimeter über die Grenze zu den bereits colorierten Haaren auf, damit keine neue Linie entsteht. Ziehe die Farbe aber nicht weiter als nötig in die bereits gefärbten Längen, um diese nicht unnötig zu strapazieren.
Das klappt am besten, wenn du die Haare straff vom Kopf weg ziehst, und die Farbe auf die gespannte Strähne aufpinselst. So vermeidest du Farbüberlagerungen, an denen die Farbe deine Haare mehr einfärben kann und so die Farbe stellenweise intensiver aussehen lässt.
Wenn du die untere Partie fertig hast, löst du die Haarklammern und arbeitest dich genauso Scheitel für Scheitel vertikal durch die Haare am Oberkopf. Falls dir das alles zu tricky ist, kannst du auch eine*n Freund*in oder deine*n Parter*in um Hilfe bitten - gerade am Hinterkopf ist der präzise Farbauftrag manchmal schwieriger.
Am Ende sollte die ganze Kopfhaut voller Farbe sein.
Hast du alle Ansätze mit Farbe bedeckt, beginnt die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit. Halte dich hier bitte genau an die Angaben und stelle dir dazu am besten einen Timer. In den letzten fünf Minuten der Einwirkzeit kannst du, wenn nötig, den Rest der Farbe auf alle Haare auftragen, um ein harmonisches Finish zu erzielen.
Das solltest du aber wirklich nur bei äußerstem Bedarf tun, da die Farbmasse eine höhere Konzentration an chemischen Wirkstoffen enthält, als es die Längen eigentlich benötigen. Schonender und professioneller ist es, die Farbmasse am Ansatz mit etwas Wasser aufzuschäumen (aufemulgieren) und die so entstandene cremig-wässrige Emulsion in die Längen einzuarbeiten. Dadurch wird die chemische Konzentration durch das Wasser reduziert, und da die Einwirkzeit ohnehin fast abgeschlossen ist, ist ein Großteil der Farbstoffe bereits ausoxidiert.
Anschließend spülst du das Färbemittel gründlich mit lauwarmem, klarem Wasser aus.
Nach der Färbe-Action brauchen deine Haare eine Extraportion Pflege. Verwende dazu - falls vorhanden - das beiliegende Pflege-Fluid oder eine Kur oder Spülung aus einer entsprechenden Farbschutz-Pflegeserie.
In den meisten Fällen enthalten die Packungen einen Balsam, den man nach dem selber Färben auf die Haare gibt und einwirken lässt. Dieser schließt die Haarfasern und sorgt zusätzlich für einen schönen Glanz.
Ganz egal, ob du zum Haarefärben zuletzt bei deinem/deiner Friseur*in warst, oder ob du zu den passionierten DIY-Colorist*innen zählst - deinen Ansatz-Balken kannst du in jedem Fall selbst nachfärben. Das A und O für einen harmonischen Übergang zwischen Ansatz und colorierten Haaren ist das Finden der richtigen Farbnuance und des richtigen Färbemittels. Beides sollte genau dem entsprechen, mit dem der Rest der Haare gefärbt wurde.
Generell hast du die Wahl zwischen Coloration, Tönung und Intensivtönung.
Welches Färbemittel du letztendlich zum Färben deines Haaransatzes verwendest, hängt von der gewünschten Haarfarbe ab. Folgende Regeln können dir helfen, deine perfekte Ansatz-Farbe zu finden:
Möchtest du einen grauen Ansatz färben, gelten folgende Regeln:
Sich die Haare selber zu färben ist immer ein Experiment, wenn man keine gelernte Friseurin ist. Deshalb passieren dabei auch öfter mal Fehler:
Für die meisten Frauen ist es schwierig, die eigene Haarfarbe zu definieren. Daher empfiehlt es sich, nicht nur die eigenen Haare mit der Farbe auf dem Färbemittel zu vergleichen, sondern auch den Friseur des Vertrauens mal ganz nebenbei, z.B. beim Haare schneiden, zu fragen, wie er deine Haarfarbe bezeichnen würde. Wenn man seine eigene Haarfarbe nur um ein oder zwei Nuancen dunkler oder heller färben möchte, bekommt man das recht gut selber hin. Träumt man von einem krassen Farbwechsel oder komplexeren Färbungen, also einer Strähnchen-Technik wie Balayage oder einen „Ombré"-Look, sollte man besser einen Friseur aufsuchen.
Es passiert recht häufig, dass man sich mit der Menge des Färbemittels verschätzt. Merke: Ab schulterlangem Haar braucht man meistens zwei Packungen Färbemittel, damit die Farbe gleichmäßig aufgetragen werden kann.
Auch wenn du dir schon zum gefühlt hundertsten Mal die Haare selbst färbst, gilt: Packungsbeilage genau lesen.
Will man nur den Ansatz färben, riskiert man, dass der Ansatz zwar nicht mehr grau ist, aber trotzdem eine andere Farbe hat als der Rest. Ähnlich: Färbt man das ganze Haar, kann es passieren, dass die grauen Haare am Ansatz das Färbemittel anders aufnehmen als die restlichen Haare.
Hier sind einige zusätzliche Tipps, die Ihnen helfen, ein perfektes Ergebnis zu erzielen:
Gefärbtes Haar braucht besonders viel Feuchtigkeit. Verwende spezielle Shampoos und Conditioner für coloriertes Haar, die deine Farbe schützen und die Haarstruktur stärken. Einmal pro Woche lohnt sich eine tiefenpflegende Maske oder ein Glossing, besonders bei blonden Haaren, um den Farbton frisch zu halten. Vermeide in den ersten Tagen nach dem Färben Hitze-Styling oder starkes Bürsten. So bleibt dein Farbergebnis lange schön.
| Färbemittel | Wirkungsweise | Haltbarkeit | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Coloration | Öffnet die Schuppenschicht, lagert Pigmente dauerhaft ein | Dauerhaft | Dunkler färben, bis zu 2-3 Nuancen aufhellen, Grauabdeckung |
| Tönung | Lagert Pigmente nur am Haar an | 6-8 Wochen | Dunkler färben, schonender |
| Intensivtönung | Öffnet die Schuppenschicht leicht, lagert Pigmente ein | Ca. 20 Haarwäschen | Dunkler färben, bis zu 1,5 Töne aufhellen, leichte Grauabdeckung |
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