Die Frage, ob Frauen ihre Körperhaare rasieren sollten, ist ein viel diskutiertes Thema. Während einige die Haarentfernung als Schönheitsideal betrachten, bevorzugen andere einen natürlichen Look. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile der Haarentfernung bei Frauen, insbesondere im Hinblick auf Achsel- und Beinbehaarung.
„Achselhaare sind einerseits ein Überbleibsel aus einer Zeit, als wir behaarter waren als jetzt“, erklärt Dermatologin Uta Schlossberger. „Aber sie haben auch einen Sinn.“ So helfen die Haare dem Körper bei der Temperaturregulierung.
„Über die Schweißbildung erzeugen die Achselhaare eine Art Verdunstungskälte, die dann im Sommer hilft, die Körpertemperatur zu regulieren und zu reduzieren“, sagt die Dermatologin Sabine Stangl. Außerdem können Haare unter den Achseln das Risiko für Reibungsekzeme und Entzündungen lindern. Und sie helfen bei der Entsendung von Sexuallockstoffen.
Riecht es unter der Achsel, ist das nicht der Schweiß selbst - der ist nämlich geruchsneutral. Der muffige Geruch, den wir kennen, entsteht laut Uta Schlossberger erst dann, wenn der Schweiß durch Bakterien zersetzt wird.
Die Bakterien-Besiedlung in einer behaarten Achsel ist eine andere und deutlich stärkere als in einer rasierten Achsel. Daher gilt: „Der Geruch kann tatsächlich intensiver sein, als in einer nicht behaarten Achselhöhle“, sagt Sabine Stangl.
Generell gilt: je weniger Achselhaare, desto weniger bakterielle Besiedlung. Dadurch entsteht weniger Schweißgeruch und man muss weniger Deo verwenden.
Die Haut unter den Armen lässt sich, laut Sabine Stangl, bei enthaarten Achseln außerdem besser reinigen. Denn im Vergleich zu behaarten Achseln können sich Hautschuppen dann nicht zwischen den Haaren festhalten. Auch kann das Rasieren dazu führen, dass weniger Schweißflecken auf der Kleidung entstehen.
Wenn ich mich für die Haarentfernung entscheide: Welche Methode ist am besten für die Haut?
Wovon Uta Schlossberger abrät, ist Epilieren oder Waxing, da die Haut unter der Achsel empfindlich ist und sich schnell entzünden kann. Auch Enthaarungscremes vermeidet man besser, um die Hautbarriere zu schützen.
Schonender ist die Rasur - auch wenn sie weniger lange hält. Dabei gilt: „Gründlicher, schärfer, sauberer ist die Nassrasur, schonender für die Haut ist die elektrische Rasur“, sagt Sabine Stangl. Aber häufig bleiben beim Rasieren mit dem Elektrorasiergerät gräuliche Schattierungen - gerade bei dunklen Haaren.
Bei der Nassrasur sollte man beachten: Um die Vermehrung von Bakterien und potenzielle Infektionen zu verhindern, muss der verwendete Rasierer sauber sein und sollte nicht vorher an einer anderen Körperstelle benutzt worden sein. Zumindest aus hygienischer Sicht gilt also: lieber zu einem Einmalrasierer greifen.
Um Hautreizungen und eingewachsene Haare zu verhindern, sollte man eine scharfe Klinge wählen. Die Haut sollte außerdem gut auf das Rasieren vorbereiten werden. Das heißt: Die Achselregion zunächst mit warmem Wasser reinigen und etwas Rasierschaum auftragen, um die Haut zu schützen und das Gleiten der Rasierklinge besser zu ermöglichen.
Auch Lasern gilt als hautschonende Methode zum Entfernen der Haare - dafür sind aber mehrere Sitzungen notwendig. Zusätzlich: „Die Haare müssen schwarz sein, weil der Laser sonst nicht auf den Farbstoff reagiert, dann wird man sie auch ganz los“, so Uta Schlossberger. Lasern eignet sich vor allem für Menschen mit sensibler Haut, bei denen normales Rasieren zu Rötungen und kleinen Wunden führen kann.
Ob man nun Achselhaare trägt oder nicht: „Wenn Schweiß entsteht und man ihn schnell abwäscht, kann es gar nicht dazu kommen, dass sich Bakterien sammeln und den Geruch produzieren“, sagt Uta Schlossberger. Generell ist es wichtig, die Achseln regelmäßig zu waschen - am besten mit milder Seife.
Und dann gibt es natürlich auch Deo als Helfer gegen den Schweißgeruch - ob als Spray, Roller, Stick oder Creme. Das sollte nicht auf bereits vorhandenen Schweiß aufgetragen werden.
Schwitzt man also schon, ist es notwendig die Achseln, vorab zu waschen und abzutrocknen, bevor das Deo benutzt wird - gerade wenn man Achselhaar trägt. Sonst verklebt der Schweiß zusammen mit dem Deo die Achselhaare. Frisch wird es so nicht in der Achselhöhle.
Bei vermehrtem Schwitzen können sogenannte Antitranspirant-Tücher oder Cremes helfen, da sie nicht nur den Geruch, sondern auch die Schweißproduktion an sich reduzieren. Wer das Gefühl hat, übermäßig stark zu schwitzen, für den ist es empfehlenswert, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen.
Die Entscheidung, ob man sich die Beine rasiert, ist eine persönliche. Viele Frauen beginnen bereits in jungen Jahren mit der regelmäßigen Rasur. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von gesellschaftlichen Erwartungen bis hin zum persönlichen Wohlbefinden.
Es begann damit, dass ich überhaupt erst mal registrierte, dass sämtliche Frauen um mich herum ihre Beine rasierten. Die glänzende nackte Wade, die an der Ampel bei der Fahrradfahrerin vor mir unter der Hose aufblitzte. Die Freundin, die mit dickem Babybauch kaum noch in ihre Schuhe kam, aber betonte, Beine rasieren, das müsse sein. Die beiden Anfang 40-Jährigen, die am Rande eines Sportwettkampfes von ihrer Laserbehandlung schwärmten. Ja, es sei schrecklich teuer, aber tue kaum weh und sei es absolut wert gewesen. Selbst die hippe Bekannte, die in ihrem Bad eine Postkarte mit nackten Menschen in allen Formen und Farben mit Haaren in allen Formen und Farben ausstellte, trug ihre Beine blank.
Nein, frierend unter der Dusche meine Beine zu rasieren, machte mir keinen Spaß. Ich fand es lästig. Also begann ich es zu lassen.
Im Büro trug ich erst mal lange Hosen und keine Sandalen. Man hätte ja Haare hervorsprießen sehen können. Aber mit der Zeit wurde ich nachlässiger. Dann scannte ich die Blicke auf mich und brachte mich in Angriffsstimmung. Blieb jemand an meinem Beinhaar hängen? Der würde was zu hören bekommen! Aber nichts.
Als ich Freundinnen von meinem Schritt erzählte, vielen die Antworten schon anders aus. „Ja gut, du hast aber auch blonde Haare, das sieht man ja kaum.“ oder „Ich hab meine Haare auch gerade zwei Wochen wachsen lassen. Weil ich nächste Woche ein Waxing hab. Hat mich auch null gestört.“ und „Echt, das könnte ich nicht. Für mich ist rasieren auch so ein Um-Mich-Kümmern.“ Ich war zugegeben etwas enttäuscht. Ich hatte mir mehr „Gemeinsam-Gegen-Bescheuerte-Schönheitsideale“-Spirit erhofft. Aber gut.
Die einfache Antwort lautet: Das liegt ganz bei dir. Das Oberschenkelrasieren ist eine ganz persönliche Entscheidung und absolut keine Notwendigkeit. Manche Menschen lieben einfach das Gefühl glatter Beine, während andere ihre Haare am Oberschenkel als gar nicht störend empfinden - beide Optionen sind völlig normal.
Wenn Rasieren nichts für dich ist, kannst du die folgenden Methoden zur Entfernung der Haare am Oberschenkel ausprobieren:
| Methode | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Enthaarungscremes | Schnell und schmerzfrei | Kann empfindliche Haut reizen |
| Waxing | Länger anhaltende Ergebnisse (3-6 Wochen) | Kann schmerzhaft sein und zu eingewachsenen Haaren führen |
| Laser-Haarentfernung | Langfristige Lösung zur Reduzierung der Haare | Teuer, erfordert mehrere Sitzungen, weniger effektiv bei bestimmten Haarfarben |
| Trimmen | Gute Option, wenn keine vollständige Entfernung gewünscht | Haare bleiben sichtbar, sind aber kürzer |
Aus medizinischer Sicht gibt es Argumente für und gegen die Ganzkörperrasur.
Feuchte und warme behaarte Körperstellen bieten einen idealen Lebensraum für potenziell schädliche Keime und Bakterien. Durch die Rasur wird der Ansiedlung solcher Erreger vorgebeugt.
Nicht nur Hautkrankheiten wie Hautpilz wird so vorgebeugt: Auch unangenehmer Körpergeruch entsteht durch das fehlende Haar in der Regel weniger schnell.
Das Rasieren birgt das Risiko von Mikroverletzungen, kleinste Verletzungen der Haut, die als Eintrittspforte von schädlichen Substanzen oder Erregern Entzündungen bis Krankheiten auslösen können.
Körperbehaarung ist von der Natur unter anderem deshalb vorgesehen, um Reibung zu minimieren. Unter den Achseln und im Intimbereich wird so dem Wundscheuern der Haut vorgebeugt.
Der Kauf von Rasierer, Klingen und Rasierschaum geht ins Geld - vor allem, wenn man sich am gesamten Körper rasiert.
Forscher der University of South Queensland in Australien fanden heraus, dass ein dichter Bart bis zu 95 Prozent vor UV-Strahlung schützt. Neben Hautkrebs wird so auch frühzeitiger Hautalterung vorgebeugt.
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