Bartwachs oder Bartöl – Was ist der Unterschied?

Nicht nur der Schnauzer, sondern der ganze Bart verträgt Pflege und Styling. Es gibt heute eine große Palette an wirksamen Produkten, mit denen du deinen Bart pflegen und/oder stylen kannst. Du solltest dich aber ein wenig mit der Materie befassen, um das richtige Mittel für deine Bedürfnisse zu finden und es auch richtig anzuwenden.

Auf den ersten Blick ähneln sich die Produkte in ihrer Zusammensetzung, aber bei genauerem Hinsehen stellen sich doch feine Unterschiede heraus. Es mag ein paar auserwählte Glückspilze geben, die von Natur aus schon top aussehen, wenn sie aus dem Bett springen. Alle anderen haben die Möglichkeit, nachzuhelfen.

In diesem Artikel werden wir die Unterschiede zwischen Bartwachs und Bartöl untersuchen, um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen, welches Produkt für Ihre Bedürfnisse am besten geeignet ist.

Bartöl oder Bartbalsam - wann verwende ich was?

Historischer Hintergrund der Bartpflege

Schon früh entwickelte sich eine sorgfältige Pflege, z.B. mit Ölen, die den Bart weich und glänzend machen. Er durchlebte viele Kulturen, in denen er unterschiedlichste Bedeutungen angenommen hat. Der Höhepunkt der Bartkultur liegt allerdings im 19. Jahrhundert: In Zeiten der Revolutionen stand der Bart für Stärke, Intellekt und Widerstand (Bsp. Karl Marx). Daraufhin entdeckten auch Herrscher den Bart für sich, als Zeichen der Volksnähe. Jeder sollte das Gesichtshaar sehen und bewundern.

Bei dem Begriff Wichse fangen heute viele verlegen an zu kiechern. Dabei ist Wichse nichts anderes als eine Politur - Hier gibt es z.B. noch die Bodenwichse und allen voran die Schuhwichse. Bartwichse sollte dem Bart (vor allem Oberlippenbart) prachtvolle Formen verpassen. Einer der bekanntesten Hersteller und Verwender von Bartwichse war Kaiser Wilhelm II, dessen Schnurrbart Geschichte schrieb. Sie besteht in erster Linie aus Wachs und Schmierfett.

Früher wurden Bienenwachs, vermutlich Stearin, ein pflanzlicher Schmierstoff, oder Talg genutzt. Heute findet man in traditionellen Bartwichsen meist Paraffin, das aus Erdöl gewonnen wird. Tubenprodukte basieren auch auf Gummi arabicum, dessen Ursprung in der Akazie liegt. Es hält Produkte bis zur Verwendung elastisch haftet lange im Haar.

Viele Hersteller setzen heute wieder auf rein natürliche Inhalts- bzw. Rohstoffe. Bartbalsam basiert deshalb oft auf Bienenwachs, Carnaubawachs oder Candelillawachs. Da gerade Bienenwachs recht hart ist, wird es häufig mit der weicheren Sheabutter oder mit Kakaobutter angereichert. Beide bringen starke Pflegeeigenschaften für die Haut mit. Außerdem enthält ein guter Balsam reichhaltige Öle, die Bart und Haut schützen, pflegen und die Bartpracht weich hinterlassen.

Was ist Bartwachs?

Bartwachs (auch Bartwichse genannt) ist wohl die Mutter aller Bartpflegeprodukte, da diese bereits im 19. Jahrhundert von Bartträgern geschätzt und angewendet wurde. Bartwachs ist dabei ein Feststoff, der mit den Fingern aus einer Dose oder Tube entnommen, in der Hand warm gemacht und verrieben wird, um anschließend in den Bart eingearbeitet zu werden. Auch die Pflege von einzelnen Partien des Bartes sind möglich.

Aufgrund der festeren Konsistenz verbleibt das Bartwachs am Haar und zieht weniger in die Haut ein. Hersteller natürlicher Produkte setzen auch hier auf Bienenwachs, das durch Anwärmen schön geschmeidig wird und bei anschließend harte und stabile Form gibt. Viele Produkte basieren allerdings auch auf dem etwas günstigeren Paraffin.

Gerade der Schnurrbart sollte ab einer gewissen Länge in die Schranken gewiesen werden - meist geht die Richtung entgegen der Schwerkraft. Zum Zwirbeln ist es wichtig, dass das Stylingprodukt nach der Verwendung hart wird und der Schmelzpunkt nicht zu niedrig ist.

Sie ist wieder eine Mischung aus formgebendem Bienen-, Woll- und/oder Beerenwachs, der Konsistenz Geschmeidigkeit verleihende Vaseline, Kakao- und/oder Sheabutter, pflegenden Trägerölen und duftenden ätherischen Ölen. Bartpomade hat jedoch einen Ticken weniger Wachs, dafür einen Ticken mehr von den anderen Inhaltsstoffen.

Die Anwendung von Bartwichse ist einfach, aber doch eine „Gewusst-wie-Sache“ und eine Frage der Übung. Bartwichse ist durch den hohen Wachsanteil sehr hart. Du kratzt sie daher am besten mit dem Fingernagel aus der Dose heraus. Die Menge hängt von der Länge und Fülle deines Moustache ab, da musst du etwas experimentieren.

Verreibe sie zwischen deinen Fingern, bis sie gut warm und schön weich ist, massiere sie dann zügig in den Oberlippenbart ein und zwirble auch die Enden schnell, bevor die Wichse wieder erstarrt. Bartwichse musst du täglich auswaschen, sonst wird dein Moustache zum Knochen und bricht irgendwann ab.

Eigenschaften von Bartwachs:

  • Starker Halt: Bietet einen stärkeren Halt als Bartöl und eignet sich hervorragend, um widerspenstige Barthaare zu bändigen und den Bart in die gewünschte Form zu bringen.
  • Bartkontrolle: Ermöglicht eine bessere Kontrolle und hilft, den Bart ordentlich aussehen zu lassen, besonders bei einem Bart, der zu wild wächst oder verschiedene Richtungen einschlägt.
  • Formbarkeit: Hilft, den Bart in Form zu halten. Durch das enthaltene Wachs bietet der Balsam leichten Halt, der widerspenstige Haare zähmt und dem Bart eine definierte Form gibt. Dies ist besonders hilfreich bei längeren Bärten, die dazu neigen, unkontrolliert abzustehen oder sich zu kräuseln.
  • Mehr Volumen und Struktur: Bartbalsam ist besonders für Männer geeignet, die ihrem Bart mehr Volumen verleihen möchten. Die Mischung aus Buttern und Wachs hebt die Barthaare leicht an und sorgt für eine fülligere Optik.

Was ist Bartöl?

Für viele Bartträger ist Bartöl ein bekanntes Produkt. Viele benutzen es jeden Tag, bei manchen grenzt es schon an eine Sucht. Das ist kaum verwunderlich, da der Duft, das Gefühl und die Pflegewirkung es zu einem außergewöhnlichen Produkt machen. Ein Produkt von dem man schnell süchtig wird.

Bartöl ist eine Ölmischung, normalerweise aus natürlichen Zutaten. Natürlich gibt es auch synthetische Alternativen, bei denen manche der natürlichen Zutaten durch z.B. Silikon ersetzt wurden. Diese Öle enthalten wenig bis gar keine Allergene und können leicht von der Haut und dem Bart absorbiert werden. Der Duft des Bartöls stammt von Essentiellen Ölen.

Essentielle Öle werden produziert indem man Blumen, Blätter, Wurzeln oder Früchte von Pflanzen, die Aromastoffe enthalten destilliert. Essentielle Öle sind oft sehr wertvoll.

Sowohl Bartöl als auch Bartcreme sind Feuchtigkeitsspendend, ziehen schnell in Bart und Haut ein und reduzieren die Schuppenbildung. Der Hauptunterschied zwischen ihnen ist die Zusammensetzung. Bartöl ist etwas schwerer als Bartcreme und kann aus diesem Grund den Bart besser in Form bringen. Die Bartcreme andererseits kann aufgrund der leichteren Konsistenz effektiver vom Bart und der Haut aufgenommen werden.

Sowohl Bartöl als auch Bartcreme eigenen sich bestens für alle Bartlängen von einem 3 Tage Bart bis hin zu einem Vollbart. Die Bartcreme ist wahrscheinlich ein angenehmeres Produkt für einen kurzen Bart, da sie keine Rückstände auf der Haut hinterlässt. Am meisten kann man den Unterschied zwischen den beiden Produkten am Aussehen und Gefühl der haut sehen. Bartöl - wie der Name schon sagt - kann ein leicht öliges Gefühl auf der Haut hinterlassen und sorgt für Glanz. Die Creme auf der anderen Seite, wird nahezu komplett von der Haut absorbiert, so dass der Bart sich natürlich anfühlt.

Eigenschaften von Bartöl:

  • Spendet Feuchtigkeit: Eines der Hauptziele von Bartöl ist die Befeuchtung und Hydratisierung des Bartes. Es enthält natürliche Öle wie Jojobaöl, Arganöl oder Mandelöl, die tief in den Bart eindringen und ihm Feuchtigkeit spenden.
  • Hautpflege unter dem Bart: Bartöl hat auch positive Auswirkungen auf die Haut unter dem Bart. Es beruhigt die Haut, lindert Juckreiz und reduziert Irritationen.
  • Leichtes Styling: Durch die Anwendung von Bartöl wird der Bart weicher und geschmeidiger, was das Styling erleichtert. Es macht den Bart leichter formbar und verleiht ihm einen gepflegten Look.
  • Weiches Barthaar: Die regelmäßige Anwendung von Bartöl macht die Barthaare spürbar weicher und glatter. Vor allem bei störrischem oder sprödem Haar wirkt das Öl wie eine Soforthilfe, die die Haarstruktur glättet und Spliss verhindert.
  • Leichter, natürlicher Glanz: Bartöl verleiht dem Bart einen gesunden, natürlichen Glanz, der weder übertrieben noch unnatürlich wirkt. Dieser dezente Schimmer bringt die Struktur der Barthaare besonders gut zur Geltung und lässt den Bart frisch und lebendig erscheinen.

Bartöl vs. Bartbalsam

Ein Bartbalsam ist die perfekte Mischung aus Bartöl und Bartwachs. Hier werden die pflegenden Eigenschaften des Bartöls mit den Styling-Möglichkeiten des Bartwachs vereint.

Die Wahl zwischen Bartöl und Bartbalsam hängt von deinen individuellen Bedürfnissen und dem gewünschten Look ab. Bartöl ist vor allem für Bartträger geeignet, die Wert auf Pflege und Feuchtigkeit legen, ohne auf ein natürliches Finish zu verzichten. Es zieht schnell ein, hinterlässt keinen Fettfilm und sorgt für einen gesunden, leichten Glanz.

Bartbalsam bietet neben der Pflege auch leichten Halt und ist damit ideal für mittellange bis lange Bärte, die in Form gebracht werden sollen. Die enthaltenen Wachse zähmen unruhige Haare und sorgen für ein gepflegtes, definiertes Erscheinungsbild.

Anwendungsbereiche

  • Kurzer Bart oder Stoppelbart: Hier ist Bartöl die beste Wahl. Es pflegt Haut und Haar intensiv, zieht schnell ein und hinterlässt keine Rückstände.
  • Mittellanger bis langer Bart: Bartbalsam bietet dir die nötige Kontrolle über deinen Bart. Die Kombination aus Pflege und Halt hilft, den Bart in Form zu halten und sorgt dafür, dass er auch bei längerer Tragedauer gepflegt aussieht.
  • Empfindliche Haut mit Juckreiz: Wenn du zu Juckreiz oder trockener Haut neigst, ist Bartöl besonders zu empfehlen. Es pflegt intensiv und beruhigt die Haut.
  • Perfekter Halt und gepflegter Look: Wenn du deinen Bart nicht nur pflegen, sondern auch stylen möchtest, kommst du an Bartbalsam nicht vorbei.

Für das ultimative Pflege- und Stylingerlebnis können Bartöl und Bartbalsam auch kombiniert werden. Bartöl eignet sich perfekt für die morgendliche Routine direkt nach dem Duschen. Es pflegt intensiv und bereitet den Bart auf den Tag vor. Bartbalsam kann danach verwendet werden, um dem Bart den gewünschten Halt zu geben und ihn in Form zu bringen.

Weitere Bartpflegeprodukte

Neben Bartöl und Bartwachs gibt es noch weitere Produkte, die zur Bartpflege verwendet werden können:

  • Bartshampoo: Reinigt den Bart und entfernt Schmutz und Öl.
  • Bartconditioner: Macht den Bart weicher und leichter kämmbar.
  • Bartbürste: Hilft, den Bart zu entwirren und zu stylen.
  • Bartkamm: Zum präzisen Styling und Entwirren des Bartes.

Fazit

Beide Produkte, sowohl das Bartöl, sowie das Bartbalsam, sind wichtige Grundprodukte, wenn es um die Bartpflege und der dazugehörigen Haut geht. Bartöl und Bartbalsam sind zwei hervorragende Produkte, die den Bart auf unterschiedliche Weise pflegen. Während Bartöl vor allem auf Feuchtigkeit und Pflege setzt, bietet Bartbalsam zusätzlichen Halt und Form. Die Wahl zwischen den beiden hängt von deinem Barttyp, deinen Pflegegewohnheiten und deinen Vorlieben ab.

Grundsätzlich sind beide Produkte zur Pflege Deines Bartes, da sie dem Bart und der darunter liegenden Haut Feuchtigkeit spenden. Entdecke das Geheimnis eines perfekt gepflegten Bartes! Experimentiere mit den verschiedenen Produkten. Wenn du von jedem einen Tiegel zu Hause hast, kannst du jeden Tag spontan entscheiden, welches Styling du dir zauberst.

Hier ist eine Tabelle, die die wichtigsten Unterschiede zwischen Bartöl und Bartwachs zusammenfasst:

Merkmal Bartöl Bartwachs
Konsistenz Flüssig Fest
Halt Kein Halt Starker Halt
Anwendung Einmassieren Einreiben und Formen
Hauptwirkung Pflege und Feuchtigkeit Styling und Formgebung
Geeignet für Alle Bartlängen Mittellange bis lange Bärte

tags: #Bartwachs #oder #Bartöl #unterschiede

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