Statisch aufgeladenes Haar: Ursachen und effektive Lösungen

Es knistert, und die Strähnen fliegen unkontrolliert umher - statisch aufgeladenes Haar kann besonders im Winter eine echte Herausforderung sein. Die trockene Heizungsluft, fehlende Feuchtigkeit und Reibung laden die Haare elektrisch auf. Doch es gibt zahlreiche Abhilfen, von Sofortmaßnahmen bis hin zu langfristigen Vorbeugungsstrategien.

Warum laden sich Haare statisch auf?

Wenn du dich an den Chemieunterricht erinnerst, dann weißt du bereits, dass alles aus Atomen besteht, die wiederum aus Protonen, Neutronen und Elektronen zusammengesetzt sind. Elektronen haben eine negative Ladung. Statisch aufgeladenes Haar entsteht, wenn dein Haar zusätzliche Elektronen aufnimmt und sich dadurch elektrisch auflädt. Diese Ladung deines Haares führt dazu, dass sich die Strähnen wie Magnete gegenseitig abstoßen.

Statisch aufgeladene Haare entstehen durch die Reibung zwischen deinem Haar und einem anderen Gegenstand. Das kann zum Beispiel deine Haarbürste, dein Wintermantel oder ein Schal sein. Wenn die Luft feucht ist, verschwindet diese statische Aufladung normalerweise einfach.

Statisch aufgeladenes Haar wird durch trockene Umstände deutlich verschlimmert. Deshalb sind elektrisierte Haare im Winter noch schlimmer. Kalte Temperaturen draußen und trockene, heiße Luft drinnen führen zu trockenen Umständen, die viel statische Aufladung verursachen.

Rund 30 Prozent aller Frauen in Deutschland haben trockenes Haar, oft durch Styling oder Färben strapaziert. Strapaziertes, aufgerautes Haar reagiert stärker auf Wetter und Temperaturschwankungen, was die statische Aufladung begünstigt. Die Haare geben negativ geladene Elektronen ab und bekommen im Gegenzug eine positive Ladung. Teilchen mit gleicher Ladung stoßen sich gegenseitig ab.

Das ist weder gefährlich noch schädlich für die Haare, kann aber durchaus lästig sein.

Der Unterschied zwischen statisch aufgeladenem Haar und Frizz

Sie sehen zwar gleich aus - widerspenstige, unkontrollierbare Strähnen -, aber statisch aufgeladenes Haar und Frizz sind etwas ganz unterschiedliches. Frizz entsteht, wenn trockene, geschädigte Strähnen die Luftfeuchtigkeit aufsaugen und das Haar sich dadurch biegt und kräuselt. Statik entsteht hingegen bei trockenem, geschädigtem Haar, wenn die Luftfeuchtigkeit niedrig ist.

SOS-Hilfe und Sofortmaßnahmen

Stehen Ihnen auch immer öfter die Haare zu Berge? Dann können Sie mit einigen Tricks die fliegenden Strähnchen schnell wieder unter Kontrolle kriegen. Vollständig beseitigen lässt sich der Effekt der statisch aufgeladenen Haare jedoch nicht.

  • Kosmetisches Feuchttuch: Einfach damit über die Strähnen streichen, um die Haare schnell zu beruhigen.
  • Befeuchtete Hände: Wer kein Tuch zur Hand hat, kann auf die Schnelle auch die Hände befeuchten und diese ans Haar halten. Eine direkte Berührung ist nicht notwendig, die Haare entladen sich dennoch.
  • Handcreme: Einfach etwas davon auf die Handflächen geben und den Haarschopf damit glätten. Das beruhigt ebenso statisch aufgeladene Haare.
  • Wasser: Auch ganz normales Wasser hilft. Handcreme: Ist wirklich nur der letzte Ausweg.
  • Haarspray: Falls Du gerade unterwegs bist und nicht unbedingt Wasser zur Hand hast, erzielst Du den gleichen Effekt mit etwas Haarspray. Es beschwert und hält Deine Mähne am gewünschten Ort.

Vorbeugende Maßnahmen und langfristige Lösungen

Die gute Nachricht? Wie ich bereits erwähnt habe, verschlimmern trockene Bedingungen statisch aufgeladene Haare. Daher muss jede Haarpflege, die elektrisierte Haare entladen soll, das Haar mit leichter Feuchtigkeit versorgen. Angriff ist eben die beste Verteidigung. Schütze dein Haar also vor statischer Elektrizität, indem du diese einfachen Tipps gegen elektrische Haare befolgst.

Die richtige Haarpflege

  • Feuchtigkeitsspendendes Shampoo: Verwenden Sie spezielles Shampoo, das antistatisch wirkt und Feuchtigkeit mit Silikonen oder Seidenproteinen bindet. Shampoos mit Avocado- oder Macadamiaöl haben einen „Anti-Frizz“-Effekt. Der erste Schritt zur Bekämpfung elektrisierter Haare besteht darin, das normale Shampoo durch ein Shampoo für trockenes Haar zu ersetzen.
  • Weniger Haarwäschen: Wenn du dein Haar jeden Tag mit Shampoo wäschst, solltest du die Anzahl der Haarwäschen reduzieren. Dein Haar kann nämlich trocken und anfälliger für statische Aufladung werden, wenn du es zu oft shampoonierst. Um statische Aufladung zu vermeiden, solltest du dein Haar nicht öfter als zwei bis drei Mal pro Woche waschen. Achte außerdem darauf, dass du dein Haar mit lauwarmem Wasser und niemals mit heißem Wasser wäschst.
  • Conditioner und Kuren: Statt Conditioner sollten Sie im Winter lieber zur Kur greifen. Nach dem Shampoo solltest du immer eine hochwertige Spülung verwenden. Diese intensiv feuchtigkeitsspendende Spülung spendet trockenem und krausem Haar Feuchtigkeit und stärkt gleichzeitig die Schuppenschicht, um Feuchtigkeitsverlust zu verhindern. Achte beim Auftragen der Spülung darauf, dass du sie nur auf die Längen und Spitzen aufträgst.
  • Haarmaske: Dieses Produkt ist interessant, weil man es im Gegensatz zu anderen Haarmasken, die man auf das feuchte Haar aufträgt, vor der Haarwäsche anwendet. Warum? Weil trockenes Haar extrem nährende Inhaltsstoffe wie Sheabutter, Jojobakernöl und Sonnenblumenkernöl besser aufnehmen kann.
  • Antistatik-Spray: Wer von stark geladenem Haar gequält ist, kann auch spezielle Antistatik-Sprays für besonders feines Haar verwenden. Diese Produkte beinhalten ebenso feuchtigkeitsbindende Stoffe, wie beispielsweise Seide und pflegendes Panthenol. Wasserabweisendes Haarspray kann ebenso helfen, versorgt die Haare mit einer feinen Schutzschicht und gibt der gewünschten Frisur gleich den richtigen Halt.
  • Haarwachse und Styling-Cremes: Haarwachse und Styling-Cremes glätten die Haarsträhnen einzeln. Haaröle geben dem Haar nicht nur Pflege, sondern beruhigen ebenso fliegende Haare.
  • Leave-In-Produkte: Wenn du statt eines Haaröls eine leichtere Lösung suchst, solltest du dich für eine silikonfreie Leave-in-Spülung entscheiden. Dieses leichte Spray spendet Feuchtigkeit, Nährstoffe und Antioxidantien und macht das Haar geschmeidig, weich und lässt es gesünder aussehen. Diese Leave-In-Behandlung wirkt als Antistatik-Spray für das Haar und verleiht trockenem, geschädigtem oder krausem Haar einen zusätzlichen Feuchtigkeitsschub und Glanz - also dem Haartyp, der am meisten zu statisch aufgeladenen Haaren neigt. Außerdem schützt es vor Sonnenschäden!

Die richtige Ausrüstung

  • Naturborstenbürsten: Wer unter fliegenden Haaren leidet, sollte keine herkömmlichen Kunststoffbürsten verwenden. Denn diese unterstützen den elektrischen Effekt. Naturborsten oder spezielle Antistatikbürsten sind hier besser geeignet. Bei statisch aufgeladenem Haar braucht es weiche Borsten, die abgerundet sind. Auch Kämme und Bürsten aus Metall sind bei statisch aufgeladenem Haar ein No-Go. Suche stattdessen nach Bürsten und Kämmen aus natürlichen Materialien wie Wildschweinborsten, Holz oder Bambus. Besser noch: Lass die Bürste ganz weg. Wenn du stark elektrisierte Haare hast, macht die zusätzliche Reibung beim Bürsten die Sache nur noch schlimmer. Verwende stattdessen einen grobzinkigen Kamm.
  • Ionen-Föhn: Wer das Föhnen nicht vermeiden kann, sollte zu einem Ionen-Föhn greifen. Dieser gibt negativ geladene Teilchen an das Haar ab und gleicht die positive Ladung aus. Ebenso ziehen diese Ionen Feuchtigkeitspartikel aus der Luft und geben diese ins Haar.

Weitere Tipps und Tricks

  • Lufttrocknen: Föhnen strapaziert das Haar ebenso. Daher sollten Sie es, wann immer möglich, auf das Föhnen verzichten oder so schonend wie möglich die Haare damit trocknen.
  • Kleidung und Materialien: Ist dir schon einmal aufgefallen, dass die Stoffe, die die meiste statische Elektrizität im Haar verursachen, aus synthetischen Fasern hergestellt sind? Entscheide dich stattdessen für Kopfkissenbezüge und Handtücher aus Naturfasern wie Baumwolle, Seide oder Bambus. Ich empfehle zum Beispiel, den Kopfkissenbezug und den Bettbezug gegen einen Silky Bamboo Pillowcase und ein Silky Bamboo Duvet Cover auszutauschen. Dieser Bambus hat glatte Fasern, die sowohl statisches Haar als auch Verfilzungen verhindern.
  • Frisuren: Hilft alles nicht? Dann ist der letzte Ausweg, die Haare hochzubinden. Dutt, Pferdeschwanz und Co mit auffälligem Zopfgummi sind derzeit im Trend und zähmen mit Sicherheit elektrisch aufgeladenes Haar.
  • Trocknertücher: Es mag albern klingen, aber die Verwendung eines handelsüblichen Trocknertuchs ist eine gute Möglichkeit, statische Aufladung zu beseitigen. Trocknertücher enthalten Inhaltsstoffe, die überschüssige Elektronen in deinem Haar beseitigen. Bewahre eines für einen statischen Notfall in deiner Handtasche auf.

Inhaltsstoffe, die man vermeiden sollte

  • Sulfate: Ob du es glaubst oder nicht: Bestimmte Haarprodukte enthalten Inhaltsstoffe, die dein Haar austrocknen können und es anfälliger für statische Aufladung machen. Sulfate sind einer der größten Übeltäter und trocknen besonders lockiges Haar aus.
  • Austrocknende Haarsprays: Viele Haarsprays trocknen das Haar aus und machen es anfälliger für statische Aufladung.

Zusammenfassung der Tipps gegen statische Aufladung

Um elektrisierte Haare zu entladen, solltest du deine Haarpflegeroutine so ändern, dass sie vor allem Feuchtigkeit spendet, und ein Antistatik-Spray für das Haar in dein Sortiment aufnehmen. Wenn du diese Tipps befolgst, wirst du elektrisierte Haare deutlich reduzieren können.

Besonders im Winter kennt jeder von uns das Problem: Fliegende, elektrische Haare. Du willst gerade aus dem Haus, ziehst Dir noch schnell einen Schal an und schon stehen die Haare zu Berge? Das zerstört nicht nur die Frisur, sondern ist einfach unangenehm. Doch wie kommt es überhaupt dazu? Und wie kannst Du es in Zukunft verhindern? Dazu geben wir Dir im Folgenden jetzt ein paar Tipps.

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Ursachen und Lösungen für statisch aufgeladenes Haar zusammenfasst:

Ursache Lösung
Trockene Luft (Heizungsluft im Winter) Feuchtigkeitsspendende Shampoos und Conditioner verwenden, Luftbefeuchter einsetzen
Reibung (durch Bürsten, Kleidung) Naturborstenbürsten verwenden, Kleidung aus Naturfasern tragen
Trockenes, strapaziertes Haar Regelmäßige Haarkuren und Haaröl verwenden, Hitzestyling vermeiden
Falsche Produkte (mit Sulfaten, Alkohol) Feuchtigkeitsspendende, sulfatfreie Produkte verwenden

Mit diesen Tipps und einer regelmäßigen Pflege retten dich durch die kalten Wintertage ohne, dass deine Haare in alle Richtungen abstehen.

No bad-hair-days!: statisch aufgeladene haare: so sagst du ihnen den kampf an!

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