Warum sind meine Haare immer elektrisch geladen? Ursachen und Lösungen

Viele von uns kennen das Problem: Man ist fertig gestylt, zieht schnell einen Pullover über den Kopf und schon stehen die Haare in alle Richtungen ab. Dieses Phänomen, bekannt als "elektrische Haare", kann frustrierend sein. Aber was sind die Ursachen dafür und was kann man dagegen tun?


Elektrische Haare können durch verschiedene Faktoren verursacht werden.

Die Physik hinter elektrischen Haaren

Den Grund für elektrische Haare finden wir in der Physik. Alles besteht aus Atomen, die wiederum aus Protonen, Neutronen und Elektronen zusammengesetzt sind. Elektronen haben eine negative Ladung. Wenn an den Haaren Reibung entsteht, wie zum Beispiel beim Kämmen oder Absetzen einer Wollmütze, werden negativ geladene Elektronen vom Haar abgegeben, und das Haar selbst bekommt eine positive Ladung. Das normalerweise ausgeglichene Verhältnis von positiver und negativer Ladung gerät ins Ungleichgewicht. Die Folge davon ist, dass sich die Haare gegenseitig abstoßen und zu Berge stehen.

Thales von Milet und die Triboelektrizität

Erstmals beschrieben hat solche elektrostatischen Phänomene der griechische Naturforscher Thales von Milet. Thales beschreibt bereits um 550 vor Christus, dass sich Bernstein durch das Reiben an einem Tierfell elektrisch auflädt. Kleine Federn und Strohstückchen, so Thales, bleiben nach der Prozedur an dem Bernstein kleben. Aus seiner Sicht war die Ursache dafür Reibung, weshalb das Phänomen noch heute als Reibungselektrizität oder - abgeleitet vom altgriechischen Wort für „Reiben“ - als Triboelektrizität bezeichnet wird.

Wissen vor acht Wie kommt es zur elektrostatischen Aufladung?

Warum sind Haare besonders im Winter elektrisch aufgeladen?

Wenn die Temperaturen niedriger werden, treten elektrisch aufgeladene Haare öfter auf. Im Winter ist die Luftfeuchtigkeit zumeist wesentlich niedriger, wodurch die elektrische Leitfähigkeit der Luft geringer ist. Durch die trockene Heizungsluft und feuchtigkeitsarme Luft sind die Haare häufig trockener und strapazierter und können sich nicht so gut entladen. Außerdem zieht man sich im Winter deutlich wärmer an und Mützen, Strickpullover und Wollschals begünstigen die statische Aufladung der Haare bekanntlich zusätzlich.


Trockene Luft im Winter verstärkt die statische Aufladung der Haare.

Warum elektrisieren sich Haare beim Kämmen?

Damit die Haare beim Kämmen nicht elektrisieren, ist die Wahl der richtigen Bürste oder des Kammes wichtig. Metall- oder Plastikborsten rauen die Schuppenschicht der Haare auf und schädigen sie, wodurch sich die Haare statisch aufladen. Man sollte beim Kämmen und Bürsten daher eher auf Materialien wie Carbonfasern, Nylon, Celcon oder Holz, das antistatisch wirkt, und schonend abgerundete Borsten setzen.

Warum habe ich elektrische Haare nach dem Föhnen?

Beim Föhnen ist die Luft besonders trocken und auch die Haare verlieren an Feuchtigkeit. Je trockener das Haar, desto schneller lädt es sich elektrisch auf. Um das zu vermeiden, sollten die Haare im besten Fall an der Luft getrocknet werden.

Wenn du jedoch auf einen Föhn bestehst, solltest du darauf achten, einen Föhn mit Ionen-Technologie zu verwenden. Ionen-Haartrockner produzieren negativ geladene Elektronen, die positiv geladenes Haar neutralisieren. Außerdem werden dadurch die Wassertropfen in kleine Einheiten geteilt und das Föhnen geht schneller.

Was hilft gegen elektrische Haare? Unsere Tipps

Um elektrische Haare zu verhindern oder sie wieder loszuwerden, muss man nur ein paar ganz einfache Tipps befolgen. Hier sind unsere besten Tricks gegen aufgeladene Haare:

  1. Feuchtigkeitsspendendes Shampoo verwenden: Eine häufige Ursache für aufgeladene Haare ist Feuchtigkeitsmangel. Deswegen sollte man da mit feuchtigkeitsspendenden Shampoos entgegenwirken. Enthält das Feuchtigkeitsshampoo auch noch Silikone oder Seidenproteine, ist eine besonders effektive Anti-Statik-Wirkung zu spüren, da die Feuchtigkeit gebunden wird.
  2. Zu Conditioner, Haarkuren und Haarölen greifen: Ausreichend Pflege mit Conditioner, Haarkuren und Haarölen sorgt nicht nur für mehr Feuchtigkeit bei trockenen Haaren, sondern glättet auch die Haaroberfläche. Dadurch entsteht weniger Reibung und somit auch weniger statische Aufladung.
  3. Anti-Frizz-Haarspray anwenden: Eigene Haarsprays mit Anti-Frizz-Effekt sorgen dafür, dass fliegende Haare gebändigt werden, ohne zu verkleben. Einfach auf die Bürste sprühen und damit kurz durch die Haare fahren. Schon gehören elektrische Haare der Vergangenheit an.
  4. Hand- oder Styling-Creme einsetzen: Du bist auf der Suche nach einem SOS-Helfer unterwegs? Dann nimm einfach die Handcreme, die du sowieso immer in der Handtasche hast. Eine kleine Menge zwischen den Händen verreiben und anschließend über das Haar streichen. Dabei ist besonders wichtig, nicht zu viel Creme zu erwischen, da die Haare sonst fettig aussehen.
  5. Zum Seidenschal greifen und Polyester-Kleidung vermeiden: Wenn du zu elektrischen Haaren neigst, solltest du bei der Wahl des Schals besonders auf das Material achten. Seide hat eine besonders gute Leitfähigkeit und verhindert, dass sich die Haare elektrisch aufladen. Polyester, Microfaser oder andere künstliche Stoffe hingegen begünstigen fliegende Haare.
  6. Aufgeladene Haare? Hausmittel können Abhilfe schaffen: Als einfachstes Hausmittel gegen aufgeladene Haare gilt Wasser. Hast du mit elektrischen Haaren zu kämpfen, kannst du die Hände einfach mit Wasser anfeuchten und diese an die Haare halten. Du musst die Haare nicht berühren, es reicht schon, sie dicht an die Haare zu halten. Die Feuchtigkeit sorgt für eine schnelle Entladung.
  7. Die besten Frisuren gegen elektrische Haare: Egal was du tust, die Haare laden sich immer wieder elektrisch auf? Dann hilft nur noch eine andere Frisur. Flechtfrisuren, Buns oder Zöpfe sind besonders praktisch und halten die Haare gut zusammen. So fliegen die statisch geladenen Haare nicht mehr ins Gesicht.

Weitere Tipps und Tricks

  • Shampoos mit Silikonen: Ein Gegenmittel sind silikonhaltige Shampoos, welche die Haare mit einer Art Wachsschicht ummanteln und so die Übertragung elektrischer Ladungen von Haar zu Haar verringern. Allerdings sind Silikonshampoos in letzter Zeit in Verruf geraten, da sie die Kopfhautporen verstopfen und dadurch den Sauerstoff- und Nährstoffaustausch der Haarwurzeln behindern können.
  • Kleidung und Schuhe: Dieses Phänomen kann mit der Auswahl der Kleidung und/oder des Schuhwerkes zusammenhängen! Insbesondere Synthetik-Stoffe laden sich durch Reibung elektrostatisch auf und können bei Berührung ihre Ladung auf die Haare übertragen.

Mit diesen Tipps sollten Sie in der Lage sein, elektrische Haare effektiv zu bekämpfen und Ihre Frisur unter Kontrolle zu halten.

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