Sind Inhaltsstoffe in Haarfarben schädlich? Eine umfassende Betrachtung

Haare färben ist heutzutage eine gängige Praxis, um graue Haare abzudecken oder einfach einen neuen Look auszuprobieren. Viele Menschen fragen sich, ob das Färben der Haare schädlich ist. Unsere KEUNE Haarexperten beantworten diese Frage in diesem Blog. Doch Vorsicht: Viele herkömmliche Haarfärbemittel stecken voller Chemikalien, die nicht nur deinen Haaren schaden können.

Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Risiken und gesundheitlichen Auswirkungen von Inhaltsstoffen in Haarfarben und bietet einen Überblick über sicherere Alternativen.

Was steckt in Haarfarben?

Die meisten Haarfärbemittel enthalten eine Vielzahl von Chemikalien, die für die Farbveränderung verantwortlich sind. Hier sind einige der häufigsten und bedenklichsten Inhaltsstoffe:

  • Ammoniak: Ein beißend riechender chemischer Stoff, der bei permanenten Haarfärbemitteln kaum zu übersehen ist. Ammoniak führt dazu, dass sich die Haarkutikeln öffnen, wodurch die Farbe in die Haarfaserschicht eindringen kann. Wenn dir beim Färben schon einmal die Augen getränt haben oder deine Kopfhaut gebrannt hat, war das der Ammoniak.
  • Wasserstoffperoxid: Zur Aktivierung der Farbe wird Wasserstoffperoxid verwendet. Ohne Wasserstoffperoxid entwickelt sich die Haarfarbe nicht.
  • P-Phenylendiamin (PPD): PPD ist ein häufiger Bestandteil in dunklen Haarfarben und wird oft für tiefe, natürlich aussehende Farbtöne verwendet. PPD reagiert mit Wasserstoffperoxid, um langanhaltende Farbtöne bei brünetten Haaren zu erzeugen.
  • Resorcin: Resorcin ist in Haarfärbemitteln für zu Hause weniger bekannt. Resorcin ist als hormonell wirksamer Stoff bekannt und kann die Funktion deiner Schilddrüse beeinträchtigen, was zu Hormonstörungen führt.
  • Formaldehyd: Formaldehyd ist als krebserregend bekannt, erhöht dein Krebsrisiko und wurde mit Haut- und Lungenreizungen in Verbindung gebracht.
  • Phthalate: Phthalate sind heimtückische Chemikalien, die sich in der Zutatenliste unter dem Begriff "Duftstoffe" verstecken.
  • Ethanolamine: Ethanolamine sind Emulgatoren, die Öl und Wasser verbinden und am häufigsten in "ammoniakfreien" Haarfarben zu finden sind. Ethanolamine können trotzdem deine Kopfhaut und Haut reizen und mit der Zeit zu Organschäden oder sogar erhöhtem Krebsrisiko führen.
  • Bleiacetat: Bleiacetat ist eine metallbasierte Chemikalie, die oft in Produkten zur schrittweisen Haarverdunklung zu finden ist, besonders in Produkten gegen graue Haare! Dieser Inhaltsstoff bindet sich an ein Protein in deinem Haar und verdunkelt es bei mehrmaliger Anwendung. Bei wiederholter Anwendung kann es im Laufe der Zeit zu Bleivergiftungen führen.

Viele Menschen glauben, dass Haarfärbemittel über die Kopfhaut vom Körper aufgenommen werden. Das ist absolut nicht wahr.

Gesundheitliche Risiken

Die in Haarfarben enthaltenen Chemikalien können verschiedene gesundheitliche Probleme verursachen:

  • Allergische Reaktionen: Studien zeigen, dass etwa 25% der Menschen, die Haarfarbe verwenden, unter allergischen Reaktionen leiden. Insbesondere PPD und PTD sind als Auslöser für Kontaktallergien bekannt.
  • Hautreizungen: Bedenkliche Inhaltsstoffe in den Haarfärbemitteln können die Farbstoffe sein, aber auch Hilfsstoffe wie Resorcin, Wasserstoffperoxid oder Ammoniak, die zwar nicht sensibilisierend sind, aber zum Teil stark reizende Wirkung zeigen.
  • Hormonelle Störungen: Resorcin ist als hormonell wirksamer Stoff bekannt und kann die Funktion deiner Schilddrüse beeinträchtigen.
  • Krebsrisiko: In der Vergangenheit standen Haarfärbemittel im Verdacht, Krebs auszulösen. Einige Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Haarfarben und einem erhöhten Risiko für Blasenkrebs oder Brustkrebs festgestellt. Laut Analysen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sind die heutzutage verwendeten chemischen Haarfarben demnach sicher und nicht krebserzeugend.
  • Umweltauswirkungen: Die Chemikalien in herkömmlichen Haarfärbemitteln wie Ammoniak und Phthalate gelangen beim Auswaschen in die Wassersysteme und schädigen das Leben im Wasser und tragen zur Umweltverschmutzung bei.

Es ist wichtig zu beachten, dass schwangere Frauen besonders gefährdet sind, da einige Chemikalien die Plazenta durchdringen können.

7 Fakten über Henna / Pflanzenhaarfarbe

Regulierungen und Sicherheitsstandards

Die Europäische Kosmetikverordnung regelt alle Anforderungen an kosmetische Mittel, einschließlich Haarfarben. Dies soll die Sicherheit von Kosmetika über ein mögliches Krebsrisiko hinaus sicherstellen. Teil der Verordnung sind beispielsweise umfangreiche Listen von Stoffen, die in Kosmetika verboten sind (Negativlisten) und von Stoffen, die erlaubt sind (Positivlisten). Fachleute überprüfen diese Listen fortlaufend.

  • EU: Die EU hat einige der strengsten Richtlinien und hat bisher über 1.300 potenziell schädliche Chemikalien in Kosmetika verboten, einschließlich bestimmter Inhaltsstoffe in Haarfärbemitteln. Als Verbraucher in der EU bist du durch die strengeren Regularien besser geschützt.
  • USA: Die Food and Drug Administration (FDA) erlaubt viele Chemikalien, die in der EU verboten sind. In den letzten Jahren wurde Bleiacetat auch in den USA in frei verkäuflichen Haarfärbemitteln verboten, und immer mehr Marken verzichten auf Haarfarben, die Formaldehyd und Ammoniak enthalten.

Die richtige Pflege nach einer Farbbehandlung hilft, das Haar gesund zu halten. Denken Sie beispielsweise an die Vital Nutrition Mask oder ein vegan Keratin Spray.

Sicherere Alternativen

Glücklicherweise gibt es sicherere Alternativen zu herkömmlichen Haarfarben:

  • Pflanzenhaarfarben: Reine Henna- oder Indigo-Haarfarben bewerten Experten als sicher. Aber nicht alle pflanzlichen Haarfarben enthalten ausschließlich diese Pflanzenfarbstoffe: Es gibt Produkte, die zusätzlich Pflanzenschutzmittel oder chemische Färbestoffe enthalten können, die gesundheitsschädlich sein können.
  • Ammoniakfreie Formeln: Neuere Haarfarben verzichten auf Ammoniak und ersetzen es oft durch Ethanolamine (MEA, DEA, TEA). Diese Verbindungen wirken ähnlich wie Ammoniak, aber mit weniger Geruch und geringerer anfänglicher Reizung.
  • Innovationen im Bereich der Clean Beauty:
    • Pflanzenbasierte Biotech-Farben: Laboratorien haben kürzlich damit begonnen, im Labor gezüchtete Pigmente aus natürlichen Quellen herzustellen.
    • Nanotechnologie: Diese Technologie verbessert die Art und Weise, wie Farbpigmente in die Kopfhaut eingebracht werden. Sie ermöglicht eine bessere Farbaufnahme, wodurch die Hersteller geringere Konzentrationen giftiger Chemikalien wie PPD oder Ammoniak verwenden können.

Wählen Sie eine hochwertige Haarfarbe und pflegen Sie Ihr Haar mit pflegenden Produkten, um es in Topzustand zu halten. Sie wünschen eine fachliche Beratung? Besuchen Sie einen KEUNE-Salon für eine Farbbehandlung, die perfekt zu Ihrem Haar passt.

Tipps für eine sicherere Anwendung

Wer trotzdem seine Haare selbst färbt, sollte unbedingt Handschuhe tragen und die Farbe von Augen und Schleimhäuten fernhalten. Hier sind einige DAAB-Tipps für eine sicherere Anwendung:

  • Wer eine Farbveränderung der Haare wünscht, sollte dies sorgfältig abwägen. Gründe, die gegen eine Färbung sprechen, sind beispielsweise Beschwerden wie juckende Entzündung, Hautbläschen oder ein Ausschlag an der Stelle, wo im Urlaub ein Henna-Tattoo angebracht war.
  • Machen Sie keine Verträglichkeitsprüfung mit den Farbsubstanzen. Allergolog:innen warnen, dass durch die lange Einwirkzeit eine Sensibilisierung entstehen könnte.
  • Wer zu Hause seine Haare tönen bzw. färben möchte, sollte unbedingt die Hinweise und Empfehlungen des Herstellers beachten. Während der Anwendung sollten die Hände mit Handschuhen geschützt werden, die Anwendungsdauer auf keinen Fall überschritten und die Farbreste sorgfältig ausgespült werden.
  • Wer akut unter gereizter Kopfhaut leidet, sollte eine Haarfärbung lieber verschieben. Vorteilhaft ist es diese Färbung bei Friseur durchführen zu lassen, so kommt man mit den reaktiven Inhaltsstoffen relativ wenig in Berührung.
  • Für alle Kontaktallergiker:innen ist es wichtig, dass sie die Inhaltsstoffe der Haarfärbeprodukte auf ihre Allergieauslöser sorgfältig durchgehen.

Zusammenfassung

Obwohl das Haarefärben ein chemischer Prozess ist und vorübergehende Auswirkungen auf das Haar haben kann, ist er nicht gesundheitsschädlich. Moderne Haarfärbeprodukte entsprechen den strengen EU-Richtlinien und enthalten keine gesundheitsschädlichen Stoffe. Es ist jedoch wichtig, sich über die potenziellen Risiken im Klaren zu sein und sicherere Alternativen in Betracht zu ziehen. Durch die Wahl von Produkten mit natürlichen Inhaltsstoffen und die Einhaltung der Sicherheitshinweise können Sie das Risiko minimieren und Ihre Haare gesund und schön erhalten.

Inhaltsstoff Potenzielle Risiken Sicherere Alternativen
Ammoniak Reizung der Kopfhaut, Schädigung der Haarstruktur Ammoniakfreie Formeln
PPD Allergische Reaktionen Pflanzenhaarfarben
Resorcin Hormonelle Störungen Produkte ohne Resorcin
Formaldehyd Krebserregend, Hautreizungen Formaldehydfreie Produkte

tags: #Haarfarben #Inhaltsstoffe #schädlich

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