Haarefärben bei Läusebefall: Mythos oder Wahrheit?

Igitt! Läuse! - Viele Menschen reagieren auf die lästigen Parasiten mit Ekel und Scham, werden Läuse doch oft mit mangelnder Hygiene in Verbindung gebracht. Doch damit hat ein Lausbefall nicht das Geringste zu tun - Kopfläuse können jeden treffen.

Die wichtigsten Fragen zu diesem Thema sind:

  • Wie erkenne ich, ob ich Kopfläuse habe?
  • Wie werde ich die Kopfläuse schnell wieder los?
  • Was muss ich bei einem Kopflausbefall beachten?

In diesem Artikel gehen wir diesen Fragen auf den Grund und räumen mit einigen Mythen auf.

Mythos Haarefärben

In diversen Foren liest man, dass sich das Haarefärben gegen Kopfläuse bewährt hat. Vor allem Mütter tauschen diesen Tipp untereinander aus, wenn es in den Klassen nach den Sommerferien mal wieder rund geht.

Doch Läuse interessiert die Haarfarbe nicht: Sie siedeln sich am Haaransatz an - die Haarfarbe ist ihnen dabei allerdings egal.

Auch das Färben der Haare soll Kopfläuse und Nissen abtöten: Jedoch gibt es auch hierzu keine glaubwürdigen Untersuchungen.

Die Vorstellung auf eine mit Kopfläusen befallene Kopfhaut Färbemittel aufzutragen und diese somit mitzufärben, ist außerdem nicht wirklich appetitlich.

Weitere Mythen sind die Behandlung mit dem Glätteisen, die Behandlung der Haare mit Essig oder mittels Haarspray.

Kopfläuse und Nissen erkennen und richtig behandeln | NYDA® Läuse- und Nissenkamm

Anzeichen für einen Kopflausbefall

Die Stärke der Symptome bei einem Kopflausbefall ist oft unterschiedlich, aber treten diese Anzeichen auf, sollte man seine Familie auf Kopfläuse untersuchen:

  • Juckreiz auf dem Kopf: Läuse saugen Menschenblut und beißen dafür in die Kopfhaut. Diese Bisse können einen schlimmen Juckreiz verursachen. Daher ist eine juckende Kopfhaut oft ein Indiz für einen Kopflausbefall. Bei manchen Personen tritt ein Lausbefall aber auch ohne Juckreiz auf.
  • Weiße, klebrige „Schuppen“: Läuse legen Eier (Nissen) um sich zu vermehren. Die Nissen kleben nahe der Kopfhaut fest am Haar. Sie sind etwa so groß wie der Kopf einer Stecknadel. Ist die Laus noch im Ei, haben die Nissen eine bräunliche Farbe. Sind die Läuse bereits geschlüpft sind die Nissen weiß.
  • Lausbefall im eigenen Umfeld: Läuse vermehren und übertragen sich rasch. Tritt in der Schule, im Kindergarten oder im Freundeskreis ein Kopflausbefall auf, sollte man zur Sicherheit regelmäßig die Familie auf Kopfläuse prüfen.

Kopfläuse erkennen - Technik des feuchten Auskämmens

Eine zuverlässige Methode um einen Kopflausbefall zu erkennen ist das Auskämmen der Haare mit einem Nissenkamm.

Benötigtes Material: Shampoo, Pflegespülung, Handtuch, Küchenpapier, Nissenkamm

Zeitbedarf: Kurzes Haar ca. 10 Minuten / Langes Haar ca. 30 Minuten.

  1. Haare waschen und Spülung auftragen: Die Haare ganz normal waschen und anschließend eine Spülung auftragen. Diese nicht auswaschen!
  2. Haare gut durchkämmen: Die Haare mit einem normalen Kamm oder Bürste kämmen bis nichts mehr „ziept“.
  3. Läusekamm anwenden: Den Läusekamm Strähne für Strähne von der Kopfhaut bis zu den Spitzen durch das Haar führen.
  4. Nissenkamm ausstreichen: Nach jeder Strähne den Nissenkamm gründlich auf Läuse und Nissen untersuchen.

Nach dem Auskämmen die Haare gründlich ausspülen.

Wenn Kopfläuse oder Nissen im Kamm gefunden werden sollte SOFORT mit der Behandlung begonnen werden!

Wie werde ich Kopfläuse wieder los?

Silikonöle - die erste Wahl bei der Kopflausbehandlung: Produkte mit Silikonöl zeichnen sich neben ihrer einfachen und schnellen Anwendung auch durch ihre hohe Verträglichkeit aus.

Wichtig ist dabei allerdings, dass nicht alle Silikonölprodukte gleich geeignet sind: In einigen Produkten werden anstelle von reinen Silikonölen Mischungen verwendet.

Solche Mischpräparate sind sehr leicht entflammbar, weshalb die Haare während der Anwendung unbedingt von Zündquellen ferngehalten werden müssen.

Jacutin Pedicul Fluid dagegen besteht aus 100% reinem Silikonöl und ist deshalb nicht entflammbar, wie ein Bericht des TÜV Süd bestätigt.

Einfach und schnell wieder lausfrei - mit Jacutin Pedicul Fluid (100% Silikonöl)

  1. Fluid auftragen: Das Silikonöl im trockenen Haar gleichmäßig verteilen bis es vollständig durchfeuchtet ist.
  2. Fluid wirken lassen: Lassen Sie das Fluid für 10 Minuten einwirken.
  3. Läuse auskämmen: Tote Läuse, Larven und Nissen mit dem Jacutin®Nissenkamm Strähne für Strähne auskämmen.
  4. Haare auswaschen: Haare gründlich mit normalem Shampoo auswaschen.

Zur vollständigen Beseitigung des Kopflausbefalls empfiehlt das Robert Koch-Institut eine zweite Behandlung am Tag 9. Am Tag 13 bzw. 17 sollte noch eine abschließende Läusekontrolle erfolgen.

Was muss ich bei einem Kopflausbefall beachten?

Wichtige Informationen und Tipps zum Thema Kopflausbefall

Zunächst einmal heißt es Ruhe zu bewahren - mit der richtigen Behandlung sind die Kopfläuse schnell wieder verschwunden.

Damit sich die Läuse aber nicht weiter ausbreiten oder gar zurückkommen gibt es ein paar wichtige Tipps, die Sie auf jeden Fall befolgen sollten:

  1. Kontaktpersonen sofort informieren: Keine falsche Scham! Es ist wichtig, dass umgehend die Schule oder Kindertagesstätte sowie alle Freunde über den Lausbefall informiert werden. Nur so kann einer Ausbreitung rasch entgegengewirkt werden. Das Infektionsschutzgesetz schreibt vor, dass Eltern einen Kopflausbefall in der Familie umgehend der Gemeinschaftseinrichtung, z. B. Schule oder Kindergarten, melden müssen (§34 Abs. 5) umgekehrt ist auch die Gemeinschaftseinrichtung verpflichtet zu informieren, wenn ein Läusebefall auftritt.
  2. Behandlung richtig durchführen und nachkontrollieren: Damit die Läuse auch verschwunden bleiben ist es wichtig, Behandlungsfehler zu vermeiden und nach der Behandlung regelmäßig auf einen Rückfall zu prüfen. Um eine Weiterverbreitung ganz auszuschließen, ist eine Zweitbehandlung nach acht Tagen unbedingt durchzuführen.

Weitere Mythen und Fakten über Kopfläuse

Kopfläuse sind in Europa schon immer verbreitet. Und genauso weit gestreut sind auch die Binsenweisheiten, die sich über die kleinen Krabbler halten. Hier der Realitätscheck:

  1. Blonde Menschen bekommen keine Läuse: Diesen Satz gibt es in passender Abwandlung für andere Haarfarben auch: Rothaarige haben immer Läuse. Oder: Läuse gehen nur auf dunkle Haare. Doch das ist schlicht falsch, bestätigt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA): "Ob blond oder dunkelhaarig, glatt oder kraus, lang oder kurz: Kopfläuse machen keine Unterschiede zwischen ihren Wirten - Hauptsache Haare zur Eiablage und Blut als Nahrung", heißt es in der Antwort des BZGA auf Anfrage von sächsische.de. Und auch das Gesundheitsamt des Landkreises Görlitz ist sicher: "Es gibt keine wissenschaftlich belegten Erkenntnisse zum Befall von blond- oder rothaarigen Menschen", teilt Pressesprecherin Julia Bjar mit. Solche Daten werden auch schlichtweg nicht erfasst.
  2. Langhaarige haben häufiger Läuse als Kurzhaarige: Auch das ist eine Legende, wie die Bundeszentrale beteuert. Die Hauptsache ist, die Läuse haben Haare zur Eiablage und können Blut saugen, um sich zu ernähren.

Vorbeugung

Ist ein Kopflausbefall im Umfeld bekannt, empfiehlt es sich, den Kopf und die Haare des Nachwuchses regelmäßig gründlich auf Läuse und Nissen zu kontrollieren.

Kopfläuse kommen bei Kindern häufig vor - vor allem bei kleineren.

Das liegt daran, dass sie ihre Köpfe beim Spielen eng zusammenstecken, was den Parasiten die ideale Gelegenheit bietet, von einem Kopf auf den anderen zu krabbeln.

Aber auch Teenager ermöglichen es den Krabblern beim Aufnehmen von gemeinsamen Selfies, sich über ihre Köpfe weiterzubewegen.

Denn Kopfläuse können weder springen noch fliegen - das ist eines von vielen Gerüchten, die um Läuse kursieren.

Natürlich sollen die Kinder weiterhin miteinander herumtoben und spielen dürfen.

Du kannst aber trotzdem versuchen, deine Kleinen auf die Problematik aufmerksam zu machen: Erkläre ihnen, dass sie in der Zeit, in der Läuse in ihrer Kita oder Schule umgehen, wenigstens den Haar-zu-Haar-Kontakt zu anderen Kindern vermeiden sollten, um Kopfläusen vorzubeugen.

Umso eher ein Lausbefall erkannt wird, desto weniger haben die Plagegeister vor der Behandlung die Möglichkeit, sich zu vermehren und sich auf andere Kinder auszubreiten.

Am einfachsten geht die Suche nach Läusen und Nissen mithilfe eines Läusekamms, der bei richtiger Anwendung einen Befall mit den Parasiten sofort aufdeckt.

Gerade bei langen Haaren, empfiehlt es sich, dass du sie bei deinem Kind flechtest oder zusammenbindest, bevor es außer Haus geht.

tags: #Haarfarben #bei #Läusenbefall

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