Haare auf den Fingern: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Viele Frauen und Männer stören sich an ihrer Körperbehaarung. Besonders an Armen und Händen ist ein stark ausgeprägter Haarwuchs für Betroffene optisch störend. Während Handflächen und Fußsohlen zum einzigen Bereich des menschlichen Körpers gehören, der komplett frei von Haaren ist, können sich auf den Fingern durchaus Haare zeigen. Aber was sind die Ursachen?

Im Folgenden werden die Ursachen von Haaren auf den Fingern, mögliche Behandlungen und damit zusammenhängende psychische Aspekte beleuchtet.

Ursachen von Haaren auf den Fingern

Keine Panik, in den seltensten Fällen hängt übermäßige Behaarung bei Frauen mit einem Hormonungleichgewicht zusammen und ist in der Regel auch kein Anzeichen für eine Erkrankung. Meist sind es einfach die Gene, die über die Ausprägung der Körperbehaarung entscheiden. Hier sind einige mögliche Ursachen:

  • Genetische Veranlagung: Die Ausprägung der Körperbehaarung wird hauptsächlich durch die Gene bestimmt.
  • Hormonelle Faktoren: In seltenen Fällen kann ein Hormonungleichgewicht bei Frauen zu übermäßiger Behaarung führen.
  • Hirsutismus: Ein sehr starker Haarwuchs bei Frauen, der eher dem männlichen Behaarungsmuster entspricht. Häufig wachsen vermehrt Haare im Gesicht, beispielsweise als Oberlippen- oder Kinnbart, sowie am Rücken und auf der Brust. Frauen mit Hirsutismus haben meist mehr männliche Geschlechtshormone im Körper als Frauen ohne Hirsutismus. Die häufigste Ursache ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), eine Hormonstörung der Eierstöcke.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Evolution in diesem Prozess eine Rolle spielt. Die Haare sind verschwunden, da Greifen, Tasten und Haare schlecht zusammenpassen. Die Unterseiten der Füße und Hände sind komplett unbehaart, ebenso die Endglieder von Zehen und Fingern.

Umgang mit störender Behaarung

Ein gepflegtes Äußeres ist sowohl im Privatleben als auch im Berufsalltag extrem wichtig. Anders als Beinhaare, lassen sich störende Härchen auf den Armen und Händen nur schwer verstecken. Sieht die Arm- und Handpartie gepflegt aus, hinterlässt dies einen guten Eindruck. Betroffene versuchen meist, die lästige Körperbehaarung mit herkömmlichen Haarentfernungsmethoden wie Rasieren, Waxen oder Enthaarungscremes zu entfernen.

Allerdings kann das Ergebnis gerade im empfindlichen Armbereich eher ernüchternd sein. Stoppeln und Pusteln an Armen und Händen sind unerwünscht. Der Wunsch nach einer dauerhaften Haarentfernung hat aber nicht immer nur ästhetische Gründe. Gerade im Sportbereich kann glatte, haarfreie Haut einen positiven Effekt auf die Effizienz des Körpers haben.

Methoden zur Haarentfernung

Es gibt verschiedene Methoden, um unerwünschte Haare zu entfernen:

  • Rasieren: Eine schnelle, aber nicht dauerhafte Lösung.
  • Waxing: Entfernt die Haare an der Wurzel, hält aber nicht ewig und kann schmerzhaft sein.
  • Enthaarungscremes: Können Hautreizungen verursachen.
  • Photoepilation und Elektrolyse: Dauerhafte Methoden, bei denen Haarfollikel mithilfe von Licht oder Strom geschädigt werden.
  • Laser-Haarentfernung: Im Fachzentrum für Ästhetik wird eine dauerhafte Haarentfernung an Armen und Händen sowohl bei Männern als auch bei Frauen durchgeführt. Der Einsatz von moderner Medizintechnik sorgt dafür, dass die Haarwurzeln zerstört werden und die Härchen so nicht mehr nachwachsen können.

Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die verschiedenen Haarentfernungsmethoden:

Methode Dauerhaftigkeit Vorteile Nachteile
Rasieren Kurzzeitig Schnell, einfach Stoppeln, Hautreizungen
Waxing Länger anhaltend Haare werden feiner Schmerzhaft, erfordert Nachwachsen
Enthaarungscremes Kurzzeitig Schmerzfrei Kann Hautreizungen verursachen
Photoepilation / Elektrolyse Dauerhaft Langfristige Lösung Teuer, mehrere Sitzungen erforderlich
Laser-Haarentfernung Dauerhaft Effizient, babyweiche Haut Kann teuer sein, erfordert mehrere Sitzungen

Psychische Aspekte und Verhaltensweisen

Für viele körperliche Angewohnheiten kann man Stress und Ängste verantwortlich machen. Auch das Um-den-Finger-Wickeln von Haaren kann ein solches Symptom sein. Es gibt auch psychische Erkrankungen die dazu führen, dass man sich die Haare ausreißt.

  • Haarezwirbeln:
  • Das Zwirbeln kann verschiedene Gründe haben; von einfacher Langeweile bis hin zum Stress- oder Angstabbau. Es ist weit verbreitet und nicht unbedingt ein Symptom für eine ausgeprägte Angststörung oder innere Unruhe.

  • Trichotillomanie:
  • Die Trichotillomanie ist eine Störung der Impulskontrolle, bei der sich Betroffene zwanghaft die Haare ausreißen, was zu kahlen Stellen führen kann. Manche Expert*innen sind überzeugt, Haare ausreißen sei eine Art Sucht. Je mehr Haare du dir ausreißt, desto stärker wird das Bedürfnis danach“, sagt Simone. „Die Störung kann aber auch ein Bewältigungsmechanismus für psychische Probleme wie Stress oder Ängste sein.“

    Symptome der Skin-Picking-Disorder

    • Drang, an der Haut zu knibbeln, Pickel auszudrücken oder Unebenheiten wie Schorf immer wieder abzukratzen.
    • An einzelnen Muttermalen, Sommersprossen, Flecken oder Narben zu zupfen und zu kratzen, um sie vermeintlich zu „glätten“.
    • Durch das Knibbeln Blutungen zu verursachen.

    Weitere Anzeichen für zwanghaftes Hautknibbeln:

    • Gescheiterte eigene Versuche, dieses störende Verhalten zu verringern oder zu beenden.
    • Deutliche Hautverletzungen als Resultat dieses Verhaltens.
    • Signifikante seelische Beeinträchtigung oder signifikante Beeinträchtigung im persönlichen, sozialen oder öffentlichen Leben durch dieses Verhalten.

    Ursachen der Skin-Picking-Disorder

    Die Ursachen der Skin-Picking-Disorder sind noch nicht vollständig geklärt. Forschende vermuten, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. So zeigt sich die Störung oft mit dem Beginn der Pubertät. Auch eine dermatologische Erkrankung kann ein Auslöser sein: Wenn das Hautleiden abgeklungen ist, bearbeiten Betroffene ihre Haut weiter. Bei vielen Menschen haben emotionale Faktoren wie Langeweile, Angst oder Stress einen Einfluss. In diesen Fällen wirkt das Knibbeln an der Haut auf die Betroffenen entspannend und beruhigend.

    Wann ist professionelle Hilfe sinnvoll?

    Psychologische Hilfe ist immer dann nötig, wenn Betroffene unter einem großen Leidensdruck stehen - es sich also nicht nur um ein störendes Verhalten handelt, das keine weitere negative Auswirkung hat. Dann ist eine ärztliche oder psychotherapeutische Diagnostik notwendig. Eine Kombination aus kognitiver Verhaltenstherapie, Psychopharmaka und Entspannungsverfahren kann sich im Einzelfall bewähren.

    Beim Habit-Reversal-Training (Gewohnheitsumkehr) lernen „Skin Picker“ beispielwiese, schädliche Muster durch andere Verhaltensweisen wie zum Beispiel das Ballen der Fäuste oder Auf-die-Hände-Setzen zu ersetzen.

    "Trichotillomanie" - Hirslanden & TeleZüri: Gesundheitssendung

    tags: #Haare #auf #den #Fingern #Ursachen

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