Unerwünschte Haare am Kinn in den Wechseljahren: Ursachen und Lösungen

Die dunklen Haare am Kinn sind Ihnen wahrscheinlich erst in den letzten Jahren aufgefallen. Sie treten vor allem dann auf, wenn sich der Hormonhaushalt des Körpers verändert, wie etwa zu Beginn der Wechseljahre. Obwohl sie als störend empfunden werden, da sie an einer auffälligen Stelle im Gesicht wachsen und oft dicker erscheinen, ist der erste Impuls, zur Pinzette zu greifen und sie vorsichtig zu entfernen. Wir erläutern Ihnen, worauf Sie dabei unbedingt achten sollten und welche weiteren Ursachen Hexenhaare haben können.

Hormonelle Veränderungen als Hauptursache

In den meisten Fällen sind Hexenhaare am Kinn ein Zeichen hormoneller Veränderungen und absolut harmlos. Denn in den Wechseljahren nimmt die Produktion der weiblichen Hormone wie Östrogen grundsätzlich stark ab, während männliche Hormone wie Testosteron fleißig weiter oder sogar vermehrt produziert werden. Die Folge ist ein hormonelles Ungleichgewicht, das ein Wachstum der Haare im Gesicht begünstigt. Dazu kommt, dass sich die bislang eher feinen Härchen in deinem Gesicht in kleine, dunkle Borsten verwandeln.

Konkreter gesagt: die Geschlechtshormone Östrogen und Testosteron. Verändert sich ihr Zusammenspiel, können sich auf einmal einzelne Haare zeigen, wo vorher keine waren. Etwa im Zuge einer Schwangerschaft oder auch rund um die Wechseljahre. In der Menopause etwa geht das Östrogen zurück, das Testosteron gewinnt etwas mehr Oberhand. Und das wirkt sich aufs Haarwachstum aus, sagt Schlossberger. Haben Frauen vergleichsweise viele Körperhaare, deutet das auf einen Überschuss an Testosteron und einen Mangel an Östrogen in ihrem Körper hin. Das kann sich auch in Form von drahtigen Haaren im Gesicht, am Kinn oder am Hals zeigen.

Weitere Ursachen für verstärkten Haarwuchs

  • Diabetes: In seltenen Fällen können sie jedoch auch ein Diabetes-Symptom sein. Eine Resistenz gegen Insulin kann auch den Testosteronspiegel im Blut erhöhen. Je nachdem, wie weit dieser in die Höhe steigt, sprießen die dunklen Härchen. Weitere Anzeichen für Diabetes Typ 2 oder eine Insulinresistenz sind extremer Durst und übermäßiges Wasserlassen.
  • Genetische Veranlagung: Wenn Mutter oder Großmutter ebenfalls unter vereinzelten Kinnhaaren leiden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Neigung dazu vererbt wurde. Die genetische Prädisposition spielt besonders dann eine Rolle, wenn Hexenhaare schon in jungen Jahren auftreten.
  • Andere Faktoren: Auch Übergewicht kann den Hormonhaushalt beeinflussen und zu einem relativen Testosteronüberschuss führen. Zudem kann Stress über die Ausschüttung von Cortisol indirekt den Hormonspiegel verändern. In manchen Fällen wachsen Hexenhaare auch aus Muttermalen - was besonders sensibel zu behandeln ist und keinesfalls leichtfertig manipuliert werden sollte.

Umgang mit unerwünschten Haaren

Solange deine Bad Hair Days dir keine allzu großen Sorgen bereiten, solltest du sie als natürliche Veränderungen deines Körpers betrachten. Deine Mama hat diese Härchen bestimmt auch schon gehabt. Zupfen, Wachsen, Wegcremen: Es gibt viele effektive Möglichkeiten, Gesichtshaare zu Hause sanft zu entfernen. Ob du rasieren solltest, wird seit Jahrzehnten rege diskutiert.

Temporäre Methoden für zu Hause:

  • Pinzette: Für eine schnelle und unkomplizierte Entfernung einzelner Härchen eignet sich die Pinzette. Sie ist präzise und ermöglicht das Entfernen der Haare samt Wurzel. Da dieser Vorgang die Haarfollikel reizt, können sich Rötungen oder kleine Irritationen bilden.
  • Wachsen und Sugaring: Wachsen und Sugaring sind besonders effektiv, um mehrere Haare auf einmal zu entfernen. Beide Methoden reißen die Haare samt Wurzel heraus, was das Nachwachsen unerwünschter Haare verlangsamt. Wachs kann die Haut jedoch stark beanspruchen, insbesondere wenn sie mit den Wechseljahren trockener oder empfindlicher geworden ist.
  • Haarentfernungscremes: Haarentfernungscremes sind eine weitere Option dem vermehrten Haarwachstum in den Wechseljahren Herr zu werden. Sie enthalten chemische Wirkstoffe, die die Haarstruktur auflösen, sodass sich die Haare einfach abwischen lassen. Diese Methode ist schmerzfrei, allerdings können einige Produkte aggressive Inhaltsstoffe enthalten, die Hautreizungen oder allergische Reaktionen auslösen können. Da chemische Methoden die Haut empfindlicher machen können, ist eine milde Pflege wie die MINÉRAL 89 72h Feuchtigkeitscreme mit beruhigenden und feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen ratsam.

Allerdings: Einmal rausgezupft, kommen die einzelnen Haare am Kinn immer wieder. Sie wollen sich einfach nicht entfernen lassen. „Das liegt daran, dass man dabei nicht die Haarwurzel zerstört. Die bleibt drin und das Härchen wächst nach“, sagt Uta Schlossberger.

Wichtig: Wenn dunkle Hexenhaare auf einem Muttermal oder Leberfleck wachsen, sollten Sie sie nicht selbst auszupfen. Das passiert nicht selten, denn Muttermale entstehen durch Pigmentstörungen, die häufig gleichzeitig die Haarproduktion an dieser Stelle begünstigen. Lassen Sie sich in diesem Fall am besten von einem Dermatologen beraten.

Dauerhafte Haarentfernungsmethoden

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Wer sich dauerhaft davon verabschieden und die Haare am Kinn entfernen will, kommt um das Thema Lasern nicht herum. Eine dauerhafte Methode, wie etwa das Lasern, ist beispielsweise bei dunklen Haaren empfehlenswert, weil bei intensiver Haarpigmentierung die besten Ergebnisse erzielt werden: Das Licht des Lasers wird vom haareigenen Farbpigment Melanin absorbiert und lässt das Haar veröden. Über Nacht geht das aber nicht, in der Regel werden mehrere Behandlungstermine angesetzt. Und: Hellgraue oder wenig pigmentierte Haare lassen sich durch Lasern generell nicht entfernen.

Professionelle Methoden zur dauerhaften Entfernung:

  • Laserbehandlung: Hier kann eine Laserbehandlung beim Spezialisten (z. B. Dermatologe) helfen. Lichtimpulse zerstören dabei die Haarwurzeln, sodass sie keine weiteren Haare mehr produzieren können. Je nach Anzahl der Hexenhaare werden dafür zwei bis vier Sitzungen benötigt (Kosten pro Sitzung ca. 50 - 100 Euro). Ein dauerhafter Erfolg kann jedoch auch beim Lasern nicht garantiert werden. Bei einer Epilationslasertherapie werden die Haarwurzeln der Hexenhaare durch Lichtimpulse zerstört, sodass sie nicht mehr nachwachsen können. Allerdings führt sie laut klinischen Studien in nur 68 Prozent der Fälle zu einer vollständigen oder nahezu vollständigen Haarentfernung.

Laserbehandlung mit Alexandrit- oder YAG-Laser: Die Lichtenergie des Lasers wird vom Melanin im Haar absorbiert und in Wärme umgewandelt. Diese zerstört die Haarwurzel gezielt, ohne das umliegende Gewebe zu schädigen.

Mit einer Pinzette lässt sich das Haar schnell entfernen. Diese sollte aber sauber sein, um Infektionen zu vermeiden. „Eine schöne Alternative ist auch das Threading, also die Haarentfernung mit einem Faden“, sagt Uta Schlossberger. Ein Verfahren, das im Nahen Osten und in Südasien verbreitet ist. Mit Wachs würde die Dermatologin die Haare allerdings eher nicht entfernen. „Das kann zu Entzündungen führen, es ist eine große Reizung der Haut.“ Und auch, wer ständig mit den Fingern am Haar zugange ist, muss mit Hautreizungen rechnen.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Einzelne, drahtige Haare am Kinn können für viele Frauen eine unangenehme Überraschung sein - vor allem dann, wenn sie scheinbar aus dem Nichts auftauchen und hartnäckig immer wieder nachwachsen. Diese sogenannten Hexenhaare - oder auch Teufelshaare, wie sie manchmal genannt werden - sind meist dicker, dunkler und auffälliger als die restliche Gesichtsbehaarung - und sorgen nicht selten für Verunsicherung. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen sind sie harmlos und lassen sich effektiv behandeln.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

  • mehrere neue, auffällige Haare plötzlich auftreten,
  • sich der Haarwuchs verstärkt oder verändert,
  • zusätzliche Symptome wie Zyklusstörungen, Akne oder Gewichtszunahme hinzukommen.

Insbesondere bei Verdacht auf Hirsutismus, PCO, eine Schilddrüsenunterfunktion oder andere hormonelle Störungen ist eine medizinische Abklärung durch Gynäkologin oder Endokrinologin empfehlenswert.

Weitere Informationen:

Neben Haarveränderungen kann es in den Wechseljahren auch zu trockener, geröteter Haut und Juckreiz kommen. Grund dafür ist die Rückbildung von Kollagen aufgrund des Östrogenmangels, wodurch die Haut ihre Elastizität und das Bindegewebe die Fähigkeit verliert, Feuchtigkeit zu speichern. Zudem wird mit dem Alter auch die Erneuerung der Hautzellen immer langsamer. Auch die Fähigkeit zur Wundheilung lässt nach.

Auch der Körpergeruch kann sich verändern. Mit Beginn der Pubertät prägen die unterschiedlichen Hormone den geschlechtsspezifischen Geruch. Zum Beispiel konnte gezeigt werden, dass der Eisprung (Ovulation) einen Einfluss auf die Geruchsattraktivität hat, in dieser Phase des Zyklus beeinflussen vor allem die Östrogene den Geruch. Aber auch Androgene können einen Einfluss auf das Geruchsbild haben.

Überblick über Haarentfernungsmethoden
Methode Dauerhaftigkeit Geeignet für Hinweise
Pinzette Temporär (mehrere Wochen) Einzelne Haare Kann zu Reizungen führen
Rasieren Sehr kurz (wenige Tage) Größere Flächen Stoppelbildung
Wachsen/Sugaring Temporär (mehrere Wochen) Größere Flächen Kann schmerzhaft sein, Hautreizungen möglich
Haarentfernungscremes Temporär (wenige Tage) Größere Flächen Kann Hautreizungen verursachen
Laserbehandlung Dauerhaft (Reduktion) Dunkle Haare Mehrere Sitzungen notwendig, teuer

tags: #haare #am #kinn #ursachen #wechseljahre

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