Viele Menschen tragen Perücken, um ihr Aussehen zu verändern, Haarausfall zu kaschieren oder einfach, um einen neuen Stil auszuprobieren. Eine der Herausforderungen beim Tragen einer Perücke ist jedoch, sicherzustellen, dass sie sicher und bequem sitzt. Hier kommt das Haarband ins Spiel. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ein Haarband unter einer Perücke verwenden, um optimalen Halt und Komfort zu gewährleisten. Zudem werden wir andere Befestigungsmethoden beleuchten.
Vorbereitung ist alles: Eigenhaar richtig vorbereiten
Bevor Sie Ihre Perücke richtig aufsetzen, bereiten Sie Ihr Eigenhaar vor - eine glatte und ebene Basis sorgt für besten Tragekomfort und einen authentischen Look. Je nach Haarlänge gibt es unterschiedliche Methoden, das Haar unsichtbar und ohne eine große Ausbeulung unter der Perücke zu verstauen:
- Kurzes Haar: Kürzeres Haar kann man zu ein paar flachen Haarknoten drehen und leicht seitlich, im Nacken oder am hinteren Scheitel mit Haarnadeln feststecken.
- Langes Haar: Wenn Ihr Haar überschulterlang ist, ziehen Sie einen Mittelscheitel, teilen es in zwei Teile und drehen es in sich zu einem lockeren Zopf. Legen Sie den einen lockeren Zopf überkreuz über die andere Seite von unten nach oben um Ihren Kopf und stecken Sie ihn fest. Sie können Ihr Haar auch flechten, bevor Sie die Zöpfe überkreuz um den Kopf wickeln.
💡Hinweis: Bevor Sie Ihre Wig Cap richtig aufsetzen, verwenden Sie bei Bedarf ein leichtes Haarspray, um Ihre Frisur zu fixieren.
Haarnetz oder Unterziehhaube?
Haarnetze und Unterziehhauben dienen in erster Linie dazu, noch vorhandene Haare darunter zu verstecken. Das können beide Lösungen gleich gut. Weiter bieten beide Lösungen einen besseren Halt der Perücke und vereinfachen das Anziehen bzw. Überziehen über den Kopf. Die Unterziehhaube ist aus Nylon und hat eine raue Oberfläche.
- Die Unterziehhaube ziehen Sie über Ihren Kopf und verstecken alle Haare, die noch hervorschauen, unter der Haube. Dafür können Sie einen dünnen langen Gegenstand nehmen, oder spezielles Werkzeug verwenden.
- Vorne sollte die Haube ca. einen Zentimeter hinter dem Haaransatz beginnen. Viele Leute nutzen nichts weiter und ziehen nur noch die Perücke über den Kopf.
Das Haarband: Zusätzlicher Halt und Komfort
Ein Haarband kann eine wertvolle Ergänzung sein, um den Halt und den Tragekomfort Ihrer Perücke zu verbessern. Es gibt verschiedene Arten von Haarbändern, die für diesen Zweck geeignet sind:
- Samtband: Ein Samtband (oder auch Velvet Band genannt) ist ein Kopfband, das hauptsächlich aus Samt gefertigt ist. Die Größe lässt sich mithilfe eines Klettverschlusses verstellen. Samt ist aufgrund der Gewebestruktur rutschhemmend.
- Silikonband: Das Silikonband besteht aus Silikon. Die Bänder sind meistens nur in einer Einheitsgröße verfügbar und sind elastisch, sodass sie sich Ihrem Kopfumfang anpassen. Die meisten Bänder haben auf beiden Seiten Noppen, die den entsprechenden Halt garantieren sollen.
- Klassisches Haarband: Der Klassiker, das Haarband, ist jeder Frau bekannt und nützlich. Es gibt sie in allen Farben, Größen und Materialien. Für Perückenträger sind sie immer dann besonders nützlich, wenn ein Extra an Halt erforderlich ist.
Anwendung des Haarbands
- Setzen Sie das Silikon- oder Samt-Haarband auf und schneiden Sie gegebenenfalls kleine Streifen vom Klettband ab.
- Das Gegenstück vom Klettband kleben Sie an die gleiche Position in der Perücke und setzen sie auf.
- Ein klassisches Haarband wird einfach über der Perücke getragen. Achten Sie darauf, dass es nicht zu eng ist, um die Perücke nicht zu beschädigen und keine Kopfschmerzen auszulösen.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Haarbänder
Hier ist eine Übersichtstabelle, die die Vor- und Nachteile der verschiedenen Haarbänder zusammenfasst:
| Haarband-Typ | Vorteile | Nachteile |
| Samtband | Angenehm auf der Haut, wenig sichtbar (mit Netz), warm im Winter | Sehr warm im Sommer, kann Schweiß nur begrenzt aufnehmen, Kopfumfang wird größer |
| Silikonband | Rutschfest, leicht zu reinigen | Keine Luftdurchlässigkeit, kann eng sein, Abdrücke auf der Haut |
| Klassisches Haarband | Günstig, variabel, guter Halt, leicht erhältlich | Sichtbar, kann Haare aus der Perücke scheuern |
Lace Perücke/Wig richtig aufsetzen
Weitere Befestigungsmethoden für Perücken
Neben Haarbändern gibt es noch weitere Methoden, um eine Perücke sicher zu befestigen:
- Kämme: Kämme können direkt in die Montur eingenäht werden. Sie werden in das Eigenhaar gesteckt, um die Montur am Kopf zu fixieren.
- Eingenähtes verstellbares Band: Dieses Band ist am Hinterkopf in die Cap eingenäht und durch Haken individuell verstellbar.
- Stretchband zum selbst einnähen: Dieses Befestigungsband wird selbst in die Montur der Perücke eingenäht und erfordert etwas Geschick.
Tressen selber nähen und in die Perücke einarbeiten
Fehlt Ihrer Perücke Volumen oder benötigen Sie eine spezielle Farbe für Ihr Styling, können Sie Tressen auch selber nähen und in die Perücke einarbeiten. Hier ist eine Anleitung wie Sie Tressen selber nähen können:
Benötigte Materialien
- Loses Kunsthaar (Extensions, Braiding Hair, Bulk Hair), am besten „Silky Straight Kanekalon“-Qualität
- Viel Garn (normales Nähgarn, Stärke 100 oder 120) in einer passenden oder dunkleren Farbe
- Tüll in einer passenden Farbe (in Streifen geschnitten, ca. 5-7cm x 40cm)
- Nähmaschine und Ersatznadeln
- Schere, Stecknadeln, Kamm, evtl. Fön und Perücken-Conditioner
- Bänder
Anleitung zum Tressennähen
- Vorbereitung: Breiten Sie eine glatte Unterlage aus. Teilen Sie das Kunsthaar in dünne Strähnen ab und legen Sie diese nebeneinander.
- Tüll vorbereiten: Schneiden Sie ca. 5-7cm breite Streifen aus dem Tüll und bügeln Sie diese glatt.
- Erste Naht: Legen Sie einen Tüllstreifen unter das Füßchen der Nähmaschine. Platzieren Sie eine Haarsträhne so auf dem Tüll, dass die Mitte der Haarsträhne genau vor der Nadel liegt. Nähen Sie die Haare auf den Tüll, indem Sie dünne Strähnen gleichmäßig verteilen.
- Zweite Naht: Ziehen Sie das Teil vorsichtig aus der Nähmaschine und setzen Sie zu einer zweiten Naht an, etwa 5-10 mm von der ersten Steppnaht entfernt.
- Tresse falten: Drehen Sie das Teil mit der Tüllseite nach außen und falten Sie es genau zwischen den beiden Steppnähten.
- Dritte Naht: Legen Sie die Tresse wieder in die Nähmaschine und steppen Sie eine weitere Naht, mit der Sie die Schichten zusammennähen.
- Vierte Naht: Steppen Sie eine Naht dicht am Stoffbruch entlang.
- Tüll entfernen: Schneiden Sie die Enden mit den Fäden ab und schneiden Sie den Tüll bis dicht vor die Naht zurück.
- Entwirren: Entwirren Sie die Haare mit einem Strähnenkamm oder einer Perückenbürste.
- Aufbewahren: Falten Sie die Tresse zusammen und binden Sie die Haare mit Bändchen zusammen, damit sie nicht verfilzen.
Haarteile und ihre Befestigungsmethoden
Haarteile werden anders als Perücken befestigt, da in der Regel noch Eigenhaar vorhanden ist. Hier sind einige gängige Methoden:
- Clips: Haarteile und Extensions können mithilfe von Clips am Eigenhaar befestigt werden. Die Clips sind in der Regel bereits in das Haarteil eingenäht.
- Spangen: Manche Haarteile werden mithilfe von kleinen oder großen Spangen im Eigenhaar befestigt.
- Elastisches Haarband: Wenn das Haarteil über ein elastisches Haarband verfügt, können Sie es so auf den Kopf setzen, dass sich das Stretch-Element im Nackenbereich befindet.
- Kamm: Um ein Haarteil mit einem Kamm zu befestigen, empfehlen wir, die Haare zunächst mit einem Haargummi zu einem Zopf oder einem Dutt zusammenzubinden.
- Haarreif: Haarteile können auch mithilfe eines Haarreifs befestigt werden. Diese werden wie herkömmliche Haarreife verwendet.
- Haargummis: Es gibt auch Haarteile, die bequem und unkompliziert wie Haargummis verwendet werden können.
Die Wahl der richtigen Befestigungsmethode hängt von Ihren persönlichen Vorlieben, der Art der Perücke oder des Haarteils und der Beschaffenheit Ihres Eigenhaars ab. Probieren Sie verschiedene Methoden aus, um die beste Lösung für sich zu finden.
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