Haarausfall nach Corona-Impfung: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Haarausfall nach einer Corona-Erkrankung oder COVID-Impfung wird zunehmend ein Thema in Gesundheitsforen und bei Betroffenen. Viele berichten von verstärktem Haarverlust als Teil des Long-Covid-Syndroms.

Was ist Telogenes Effluvium?

Dieser Zustand, bekannt als Telogenes Effluvium (TE), tritt auf, wenn der Körper nach einer Krankheit oder Stress die Haarwachstumsphasen verändert. Ein Ereignis, das Ihren Körper übermäßig belastet (wie z. B. Covid-19), kann jedoch den Lebenszyklus Ihres Haarwachstums verändern.

TE tritt in der Regel mit einer Verzögerung von 3 Monaten nach dem auslösenden Ereignis auf. Ungefähr 90 % unseres Haares befinden sich in der so genannten Wachstums- oder Anagenphase. Die Anagenphase dauert in der Regel etwa 3 Jahre, während die Telogenphase zwischen 2 und 6 Monaten dauern kann.

TE tritt in der Regel in Form von übermäßigem Haarausfall auf, d. h. TE verursacht keinen subtilen Haarverluist oder leichten Haarausfall wie die frühe androgenetische Alopezie (genetischer Haarausfall).

Bei einem von zehn Patienten kann eine schwerere Form von TE auftreten, das so genannte chronische Telogeneffluvium.

Ursachen von Haarausfall nach Corona

Die Virusinfektion COVID-19 stellt eine massive Belastung für den menschlichen Körper dar, die er mit all seiner Energie bekämpfen muss. In solchen Fällen stellt sich ein 'Telogenes Effluvium' ein, eine Veränderung der Phase, in der sich das Haar der Patienten befindet.

Die Forschung ist noch nicht abgeschlossen, aber bisher konnte noch niemand einen eindeutigen Zusammenhang feststellen.

Der Stress, der für TE verantwortlich ist, kann physischer oder emotionaler Natur sein. Dieser Zustand ist auch für den Haarverlust verantwortlich, der bei Frauen nach der Entbindung auftritt.

Ursache dafür könnte laut mehrerer Experten sein, dass sich durch die Covid-Erkrankung auch Gefäßveränderungen an den Haarwurzeln ergeben. Den Haaren fehlt damit der Treibstoff, Blutversorgung und Verankerung werden schwächer. Dadurch fällt das Haar zwar nicht direkt aus, löst sich aber in einem langsamen Prozess ab. Dieser Vorgang kann bis zu sechs Monaten dauern.

Nachdem das Haarfollikel in die Ausfallphase gewechselt ist, löst es sich nicht sofort vom Kopf. Bis zum tatsächlichen Haarverlust können noch mehrere Monate vergehen. Das liegt daran, dass natürliches Haar nur langsam nachwächst, denn Ihr Haar wächst nur etwa einen Zentimeter pro Monat.

Haarausfall kann als eines der Symptome von Long Covid sein. Die Virusinfektion bzw. die dadurch bedingten internistischen Erkrankungen wie eine Lungenentzündung stellen eine starke Belastung für den Körper da. Eine solche Belastung kann zur Entwicklung eines sog. Telogenen Effluviums führen.

Der Haarausfall wird oft zwei bis drei Monate nach den ersten Coronabeschwerden bemerkt. Auffällig ist, dass die Wahrscheinlichkeit von Haarausfall umso größer ist, je stärker die Coronabeschwerden waren. Wenn Sie darüber nachdenken, ist das verständlich.

Haarausfall nach Corona-Infektion? Das kannst du tun!

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia Areata)

Der "kreisrunde Haarausfall" (Alopecia areata, AA) ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung und kann in jedem Lebensalter auftreten, wobei das 2. und 3. Lebensjahrzehnt bevorzugt sind.

Typischerweise liegen am behaarten Kopf eine oder mehrere kreisrunde kahle Stellen vor. Darüber hinaus gibt es ausgedehnte Formen wie die Alopecia areata reticularis (netzförmiger Typ) oder die Alopecia areata vom Ophiasis-Typ mit Haarausfall vor allem im Schläfenbereich.

Jeder Haarfollikel des Körpers kann betroffen sein, auch Augenbrauen, Wimpern, Achsel- und Schamhaare. Von einer Alopecia areata totalis spricht man, wenn alle Haare auf dem Kopf ausfallen.

Als Ursache für den kreisrunden Haarausfall werden Autoimmunreaktionen vermutet. Dies bedeutet vereinfacht, dass der Erkrankung eine Störung des Immunsystems zugrunde liegt. Der Körper bildet Antikörper gegen eigene Strukturen und ruft so eine Entzündung hervor. Dieser Abwehrmechanismus richtet sich in diesem Fall gegen die Haarfollikel, welche zwar nicht zerstört, aber am Wachstum gehindert werden.

In ca. 20% der Fälle lässt sich ein familiär gehäuftes Auftreten beobachten und auch ein möglicher Zusammenhang mit Stressbelastungen wird in der medizinischen Forschung diskutiert.

Der kreisrunde Haarausfall konnte in einigen Fällen nach einer durchgestandenen Coronainfektion nachgewiesen werden. Bei wenigen Patienten konnte dies auch nach einer Corona-Impfung festgestellt werden.

Diese Haarwurzeln werden also von den eigenen Abwehrkräften angegriffen. Es wird zwischen der vernarbender und nicht-vernarbender Alopezie unterschieden. Bei der nicht vernarbenden Alopezie sterben die Haarwurzeln in aller Regel nicht ab. Sie gehen in einen Ruhezustand über.

Auch nach einer Corona-Impfung kann es zu Haarausfall kommen. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedoch viel geringer als nach einer Infektion mit dem Corona-Virus. Der Haarausfall nach einer Impfung äußert sich in einer anderen Form, nämlich als lückenhafte Kahlheit (Alopecia Areata).

Was tun gegen Haarausfall nach Corona?

Nach einer Corona-Infektion ist Haarausfall häufig stressbedingt und vorübergehend. Wichtig ist, dem Körper Zeit zur Regeneration zu geben, auf eine nährstoffreiche Ernährung zu achten und stressreduzierende Maßnahmen in den Alltag einzubauen.

  • Geduld: In der Regel beginnt der Haarausfall zwei bis drei Monate nach der Infektion und kann etwa drei bis sechs Monate andauern, bevor sich das Haarwachstum wieder normalisiert.
  • Gesunde Lebensweise: Am besten hilft eine Kombination aus Geduld, gesunder Lebensweise und eventuell gezielter Einnahme von Mikronährstoffen wie Biotin oder Zink, sofern ein Mangel festgestellt wurde.
  • Ärztliche Abklärung: Bei anhaltendem Haarausfall nach einer Corona-Infektion sollte man mögliche Nährstoffmängel ärztlich abklären lassen und dem Körper durch ausgewogene Ernährung, Pflege und Ruhe optimale Bedingungen für die Erholung bieten.

Es kann auch hilfreich sein, den Stress zu reduzieren, dem Sie ausgesetzt sind. Meditation oder Atemübungen können dabei helfen, die normale Haarfunktion wiederherzustellen.

Vermeiden Sie es, Geräte zu benutzen, die Ihr Haar übermäßiger Hitze aussetzen. Lassen Sie sich auf Nährstoffmängel untersuchen, da ein Mangel an bestimmten Vitaminen und Mineralien zu Haarausfall führen kann. Eisen, Vitamin D, Vitamin B12 und Zink sind für die Erhaltung eines gesunden Haarschopfs unerlässlich.Wenn sich herausstellt, dass Sie an einer Form von Nährstoffmangel leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Da der Haarausfall in der Regel reversibel ist, positiv bleiben, Ruhe bewahren und nicht in ein Gedankenkreisen rund ums Haar geraten. Bitte keine wilde Anwendung von Antihaarausfall-Lotion oder -shampoos etc. Diese können wie bereits beschrieben keinen Wechsel zurück in die Wachstumsphase bewirken. Stattdessen optimale Bedingungen für die neuen Haare schaffen, d. h. z. B.

Behandlungsmöglichkeiten

Aktuell gibt es noch keine Möglichkeit, den kreisrunden Haarausfall ursächlich zu heilen. Daher haben die Therapiemöglichkeiten vor allem das Ziel, die Symptome der Krankheit zu lindern, also den Haarausfall zu bekämpfen. Nach Absetzen der Therapie kann es daher häufig zu einem erneuten Haarverlust kommen. Eine kosmetische Behandlungsmöglichkeit stellt die Haarpigmentierung dar.

Die aktuell angewandten Therapien richten sich meist gegen die Entzündungsreaktion in den haarlosen Bereichen. Entzündungshemmende Medikamente sind daher oft Therapie der Wahl. Hierbei handelt es sich vor allem um cortisonhaltige Mittel, die entweder oral als Tablette oder auch lokal in Form von Salben oder Haarwässern angewendet werden.

Ein weiterer Therapieansatz besteht darin, in den betroffenen Arealen künstlich eine Entzündung hervorzurufen. Diese Entzündung beansprucht dann die Abwehrmechanismen des Körpers für sich, sodass sich diese nicht mehr so stark gegen die Haarwurzeln richten. Dabei wird die Haut beispielsweise mit flüssigem Stickstoff behandelt oder im Rahmen der sogenannten PUVA-Therapie mit UV-A-Licht bestrahlt.

Auch eine Immuntherapie oder PRP-Therapie bei Haarausfall kann in bestimmten Fällen hilfreich sein. Hierunter versteht man Methoden, die das körpereigene Immunsystem so stärken, dass die Bekämpfung einer Erkrankung erleichtert wird.

Damit der Haarausfall durch COVID-19 gestoppt werden kann, ist möglichst schnell eine gezielte Therapie zu beginnen.

  • Analyse: Zunächst einmal müssen andere Einflüsse ausgeschlossen werden.
  • Immunsuppressive Therapie: Bei dieser Therapie wird das Immunsystem unterdrückt, sodass die Haarwurzeln nicht länger von den Abwehrkräften des Körpers angegriffen werden. Typischerweise wird hier mit Kortison bzw. wirkungsgleichen Medikamenten agiert.
  • Regenerative Therapie: Durch die Injektion von PRP (Plättchenreiches Blutplasma) und zytokin-reichem Plasma kann die schwere Entzündungsreaktion behandelt und die Haarwurzeln wieder regeneriert und ggf. reaktiviert werden. Es handelt sich also um eine gezielte Unterstützung der Haarfollikel, damit diese wieder genesen können.
  • Haartransplantation: Wenn Haarfollikel absterben, können kahle Stellen entstehen. Sind die Follikel bereits abgestorben, dann kann dort kein Haarwachstum mehr stattfinden.

Bei KÖsmetik verstehen wir Ihre Bedenken und bieten effektive Lösungen. Unsere Produkte, wie das KÖ Hair Redensyl Shampoo und die KÖ-HAIR Loading Capsules, enthalten wichtige Wirkstoffe wie Redensyl und Sulforaphan, die nachweislich das Haarwachstum fördern und Haarausfall entgegenwirken.

Fallstudien und Forschungsergebnisse

In einer im Mai 2022 veröffentlichen Studie wurde die Häufigkeit von Haarausfall (telogen effluvium) bei COVID-19-Patienten untersucht. Die Studie ergab, dass von 198 Patienten, die wegen COVID-19 behandelt wurden, 48 (also 24%) unter Haarausfall litten.

Eine im Oktober 2022 veröffentliche Studie untersuchte die Häufigkeit von Haarausfall nach COVID-19-Infektion in Saudi-Arabien und die damit verbundenen Faktoren. Von den 806 Teilnehmern berichteten 52,7 % über Haarausfall nach einer COVID-19-Infektion.

Eine im Juli 2022 veröffentliche Studie der Universtät Birmingham untersuchte Symptome und Risikofaktoren im Zusammenhang mit COVID-19. Die Studie untersuchte 115 Symptome bei 486.149 Erwachsenen mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion und verglich die Häufigkeit von Symptomen mit 1.9 Millionen Menschen ohne Infektion. Unter den 62 Symptomen, die nach 12 Wochen signifikant mit SARS-CoV-2 assoziiert waren, waren Anosmie, Haarausfall, Niesreiz, Ejakulationsschwierigkeiten und verminderte Libido am häufigsten.

Studie Häufigkeit von Haarausfall Teilnehmer
Mai 2022 24% 198 COVID-19 Patienten
Oktober 2022 52.7% 806 Teilnehmer in Saudi-Arabien
Juli 2022 Signifikant assoziiert mit SARS-CoV-2 486.149 Erwachsene mit SARS-CoV-2

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