Haarausfall ist ein weit verbreitetes Problem, das sowohl Männer als auch Frauen betrifft. Normalerweise verliert ein erwachsener Mensch pro Tag bis zu 100 Haare, bei Kindern können es bis zu 80 sein. Fallen über einen längeren Zeitraum täglich deutlich mehr Haare aus, sodass ein sichtbarer Haarverlust entsteht, spricht man von Haarausfall. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Haarausfall, die verfügbaren Behandlungen und gibt Auskunft darüber, wann der Haarausfall aufhört.
Haare erneuern sich beim Menschen ständig. Sie hören nach einer bestimmten Zeit auf zu wachsen und fallen aus, neue Haare wachsen nach. Und auch lichteres Haar ist mit zunehmendem Alter keine Seltenheit. Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als hundert Haare aus oder es entstehen haarfreie Stellen, liegt Haarausfall vor.
Formen von Haarausfall
Haarausfall tritt in unterschiedlichen Formen auf:
- Erbliche Haarausfall (Androgenetische Alopezie): Ist die häufigste Ursache von Haarausfall - bei Männern und Frauen.
- Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten. Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen.
- Diffuser Haarausfall: Ist eine häufige Form von Haarverlust. Gleichmäßig, über den ganzen Kopf verteilt, fallen die Haare aus. Die Ursachen sind vielfältig.
- Einige Kopfhauterkrankungen: Können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen. Dazu zählen schwere Ekzeme der Kopfhaut oder Pilzerkrankungen.
- Auch Druck und Zug auf die Haare: Kann zum Ausfall führen.
Haarausfall kann zur Haarlosigkeit führen. Ärztinnen und Ärzte sprechen dann von Alopezie oder Alopecia.
Je nach Form des Haarausfalls, kann der Haarverlust nur vorübergehend sein oder dauerhaft bestehen. Medizinerinnen und Mediziner benutzen oft die Begriffe "nicht vernarbend" und "vernarbend", um die Wachstumsfähigkeit zu beschreiben. Ist Haarausfall vernarbend, bedeutet das, dass die Haare nicht nachwachsen können.
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Ursachen von Haarausfall
Die möglichen Ursachen für Haarausfall sind vielfältig. Sie reichen von Fehlern bei der Haarpflege, über bestimmte Erkrankungen bis hin zur Einnahme von Medikamenten und manchen Krebstherapien. Nährstoffmangel, Stress, Vererbung und Hormone spielen bei Haarausfall ebenfalls eine Rolle. Manchmal kann es sein, dass sich keine Ursache für den Haarausfall finden lässt.
Häufige Ursachen im Überblick
- Pflegefehler: Zu viel oder falsche Pflege strapazieren und schädigen die Haare. Intensives heißes Fönen, häufiges Bleichen oder Dauerwellen setzen den Haaren zu.
- Erkrankungen: Verschiedene Erkrankungen können mit Haarausfall in Verbindung stehen, darunter Autoimmunerkrankungen, Infektionen der Kopfhaut, fieberhafte Infektionskrankheiten, Erkrankungen des Hormonsystems und chronische Erkrankungen.
- Einnahme von Medikamenten: Manchmal tritt diffuser Haarausfall als Nebenwirkung von Medikamenten auf.
- Therapien bei Krebs: Krebsbehandlungen können ebenfalls mit Haarausfall einhergehen, insbesondere Chemotherapien.
- Nährstoffmangel: Mitunter führt ein Mangel an Mineralstoffen wie Eisen oder Zink zu Haarausfall.
- Hormone: Veränderungen im Hormonhaushalt können Haarausfall begünstigen. Bei der Entstehung von anlagebedingtem Haarausfall spielen männliche Geschlechtshormone eine wichtige Rolle.
- Vererbung: Der anlagebedingte Haarausfall ist genetisch bedingt und wird häufig vererbt.
- Stress: Akute Stress-Situationen werden ebenfalls als Auslöser angesehen.
Spezifische Ursachen bei Frauen
Frauen sind deutlich häufiger von diffusem Haarausfall betroffen, was durch einen Blick auf die häufigsten Ursachen erklärt wird. Auch Autoimmunerkrankungen, die mit Haarausfall einhergehen können, treten bei Frauen häufiger auf. Ein Nährstoffmangel, insbesondere Eisenmangel kommt bei Frauen durch erhöhten Blutverlust während der Menstruation häufig vor. Schwankende Spiegel der weiblichen Geschlechtshormone kommen häufig vor: In der Pubertät, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei Einnahme oder Absetzen der Pille oder einer Hormonspirale oder nach der Menopause. Aber auch andere hormonelle Störungen können Haarverlust verursachen. Häufig ist eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse Auslöser.
Ursachen von diffusem Haarausfall
Der diffuse Haarausfall ist auch unter den Namen Alopecia diffusa, diffuse Alopezie oder Effluvium diffusum bekannt. Die möglichen Ursachen sind:
- Hormonschwankungen
- Vitamin- oder Nährstoffmangel
- Stress
- Nebenwirkungen von Medikamenten
- Erkrankungen oder Infektionen der Kopfhaut
- Chemotherapie oder Bestrahlung
- Vergiftungen
Diagnose von Haarausfall
Um Haarausfall zu diagnostizieren, ist ein ausführliches Gespräch wichtig. Daneben genügt es häufig schon, das Muster des Haarausfalls zu prüfen und die Kopfhaut zu betrachten.
Ärztliches Gespräch
Hier geht es unter anderem darum zu ermitteln:
- Wann der Haarausfall eingesetzt hat, wie lange er bereits anhält und ob er voranschreitet
- Ob weitere Symptome wie Schmerzen und Juckreiz bestehen
- Ob und welche Medikamente man einnimmt
- Ob man andere Erkrankungen hat und es Haarausfall in der Familie gibt
- Wie die Ernährungsgewohnheiten aussehen
- In welcher Lebensphase und welchen Lebensumständen man sich befindet
- Ob man kürzlich ein Kind geboren hat, operiert wurde oder Umweltbelastungen ausgesetzt war
- Wie die Haare gepflegt und frisiert werden
Äußerliche Untersuchung der Kopfhaut
Mithilfe eines Auflichtmikroskops (Dermatoskop) kann sich die Ärztin der der Arzt die Kopfhaut stark vergrößert anschauen. So lässt sich zum Beispiel erkennen, ob es an den haarlosen Stellen noch Poren der Haarbälge (Haarfollikel) gibt. Ist das der Fall, deutet das darauf hin, dass die Haare wieder nachwachsen können. Zudem lassen sich Zeichen für eine mögliche Erkrankung der Kopfhaut finden.
Weiterführende Untersuchungen
Darüber hinaus gibt es weitere Tests und Laboruntersuchungen, die Hinweise zur Form des Haarausfalls und deren Ursachen liefern:
- Untersuchung von Nägeln und Körperhaar
- Zupftest
- Erregerkultur
- Gewebeprobe aus der Kopfhaut
- Blut-Tests
- Mikroskopie der Haarwurzeln (Trichogramm)
- Phototrichogramm und Trichoscan
Behandlung von Haarausfall
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Haarausfall zu behandeln. Wichtig: In vielen Fällen muss man die Behandlung selber bezahlen. Lassen Sie sich gut über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Therapie und die anfallenden Kosten beraten.
Die Behandlung des diffusen Haarausfalls hängt von der Ursache ab. Manche Gründe, wie eine Hormonumstellung nach der Schwangerschaft oder das Ende einer Chemotherapie geben sich von selbst. Andere können unterstützend behandelt werden.
Medikamente
- Minoxidil und Finasterid: Bei Frauen mit anlagebedingtem Haarausfall (androgenetische Alopezie) kommen Präparate mit dem Wirkstoff Minoxidil infrage, bei Männern zusätzlich mit dem Wirkstoff Finasterid.
- Kortison: Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) wird meist mit entzündungshemmend wirkendem Kortison behandelt.
- Anti-Androgene: Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.
Andere medizinische Maßnahmen
- Haartransplantation: Die Verpflanzung von Eigenhaar findet bei Menschen mit anlagebedingtem Haarausfall Einsatz.
- Reiz- und Immuntherapien: Sie dienen gewissermaßen dazu, das Immunsystem bei Menschen mit kreisrundem Haarausfall „umzulenken“.
Bio-regenerative Methoden
Als unterstützende Maßnahme, um das Haar wieder gesund und voll werden zu lassen, können bio-regenerative Methoden dienen. Besonders infrage kommen diese Therapieformen, wenn keine Ursache für den Haarausfall gefunden werden kann und daher eine spezifische Behandlung nicht möglich ist. Aber auch bei anderen Patienten können bio-regenerative Methoden frühzeitig eingesetzt werden, um nicht unnötig viele Haare zu verlieren.
- PRP-Therapie (Eigenbluttherapie): Dem Patienten wird Blut entnommen und speziell aufbereitet. Das aufbereitete Blut wird dem Patienten in die Kopfhaut injiziert. Dort stimuliert es die Haarwurzel, sodass diese wieder aktiviert wird und das Wachstum neuer Haare beginnen kann.
- Low-Level-Laser-Therapie: Eine weitere Möglichkeit, die Durchblutung der Kopfhaut zu verbessern und das Haarwachstum zu stimulieren.
- Stammzellen-Therapie: Dabei wird dem Patienten Unterhautfettgewebe entnommen und aufbereitet, um es dann in die Kopfhaut zu spritzen.
- Meso-Therapie: Je nach Indikation werden verschiedene Medikamente, Vitamine, Spurenelemente, homöopathische Mittel oder Hyaluronsäure in die Kopfhaut injiziert, um dort die Selbstheilungskräfte anzuregen.
Weitere unterstützende Maßnahmen
- Sanfte Lotionen: Auch spezielle Lotionen können eine gute Unterstützung sein. Die CREASTIM REACTIV Lotion verlangsamt den Haarverlust und lässt das Haar dichter erscheinen.
- Belastungen vermeiden: Um die Haarstruktur zu schonen, reduzieren Sie zudem häufiges Färben oder Tönen sowie den Einsatz von Glätteisen, Lockenstab und heißem Föhnen.
- Sie selbst können mit einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu einer guten Nährstoffversorgung beitragen. Giftstoffe wie Nikotin oder Alkohol sind dem Haarwachstum nicht zuträglich. Achten Sie auf die richtige Haarpflege mit milden Shampoos, wenig Hitzeeinwirkung, seltenes Färben und gönnen Sie sich hin und wieder eine Kopfhautmassage.
- Beim Fönen - und auch bei starker Sonneneinstrahlung - ein Hitzeschutzspray auftragen. Für mehr Volumen Haarspray und Styling-Schaum für den Haaransatz verwenden.
Psychotherapeutische Betreuung
Für manche Menschen ist Haarausfall ein einschneidendes Erlebnis, das emotional stark belastet. Mitunter entwickeln sie psychische Probleme wie Ängstlichkeit und Depressivität. Sich an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten zu wenden, kann dann sehr hilfreich sein.
Wann hört Haarausfall auf?
Die Dauer des Haarausfalls hängt stark von der Ursache ab. Einige Formen von Haarausfall, wie beispielsweise der durch Stress verursachte, können vorübergehend sein und enden, sobald die Stressoren beseitigt sind. Andere Formen, wie die androgenetische Alopezie, sind chronisch und erfordern eine kontinuierliche Behandlung, um den Haarausfall zu verlangsamen oder zu stoppen.
Haarausfall durch Stress
Stress kann den Haarausfall in drei Phasen beeinflussen:
- Stressphase: Ein plötzliches oder anhaltendes Stressereignis bringt den Körper aus dem Gleichgewicht und schüttet Stresshormone wie Cortisol aus.
- Ruhephase (Telogenphase): Bei Stress wird die Wachstumsphase vieler Haare vorzeitig beendet, und sie treten gemeinsam in die Ruhephase ein.
- Haarverlustphase: Nach der Ruhephase fallen die Haare plötzlich aus - meist rund 2 bis 3 Monate nach dem ursprünglichen Stressereignis.
- Regenerationsphase: Sobald die Stressbelastung abnimmt und sich der Körper erholt, beginnt auch das Haar allmählich wieder zu wachsen.
- Langfristige Auswirkungen und Unterstützung: Bei anhaltendem oder wiederkehrendem Stress kann sich dieser Kreislauf wiederholen, was zu dünnerem Haar über die Zeit führen kann.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn:
- die Haare plötzlich in großer Zahl ausfallen
- der Haarausfall von Jucken der Kopfhaut begleitet wird
- deutlich abgegrenzte kahle Stellen am Kopf, im Bart oder den Augenbrauen entstehen
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