Ein hoher Haaransatz bei Babys und Kindern kann viele Eltern beunruhigen. Oftmals ist er genetisch bedingt und kein Grund zur Sorge. Es gibt jedoch auch bestimmte Syndrome, die mit einem hohen Haaransatz einhergehen können.
Die Veranlagung spielt eine große Rolle bei der Bestimmung des Haaransatzes. Manche Kinder haben von Geburt an einen hohen Haaransatz, der sich im Laufe der Zeit kaum verändert. Bei anderen dauert es länger, bis die Haare an den Seiten und vorne dichter werden. Ein Kinderarzt kann in solchen Fällen beruhigen und bestätigen, dass jedes Kind sein eigenes Tempo bei der Entwicklung des Haarwuchses hat.
Oftmals sind es die sogenannten Babyhaare, die den Haaransatz unregelmäßig erscheinen lassen. Diese feinen, kurzen Härchen (auch Vellushaare genannt) sind nur etwa 0,3 Millimeter dick und können widerspenstig sein. Sie wachsen am Haaransatz, an Stirn, Schläfen und im Nacken. Eigentlich sind sie ein Zeichen dafür, dass die Kopfhaut gesund ist und die Haarfollikel gut mit Nährstoffen versorgt werden.
Vellushaare schaffen es oft nicht, zu stärkeren "Terminalhaaren" heranzuwachsen und fallen vorher aus, meist wenn sie nur wenige Zentimeter lang sind. Je krauser die Haare sind, desto stärker können sich die Babyhaare kringeln. Es ist wichtig, diese Härchen nicht zu entfernen, sondern den richtigen Umgang mit ihnen zu lernen.
Das Noonan-Syndrom ist eine genetisch bedingte Entwicklungsstörung, die bei etwa 1 von 1.000 Neugeborenen auftritt. Eines der Symptome ist ein tiefer Haaransatz im Nacken. Das Noonan-Syndrom kann sehr unterschiedlich verlaufen. Medikamente und Operationen bei Fehlbildungen können den Verlauf positiv beeinflussen. Psychologische und soziale Maßnahmen können die geistige Entwicklung fördern.
Charakteristisch für das Noonan-Syndrom ist eine Vielzahl von Fehlbildungen, die sowohl das äußere Erscheinungsbild als auch innere Organe betreffen. Aufgrund der großen Ähnlichkeit mit dem Ullrich-Turner-Syndrom bezeichnen Mediziner das Noonan-Syndrom auch als "Pseudo-Turner-Syndrom".
Die für das Noonan-Syndrom verantwortlichen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt. Die Krankheit entsteht durch Genveränderungen: Bei jedem dritten Mensch mit Noonan-Syndrom ist ein Gen auf dem Chromosom Nr. 12 verändert - das sogenannte PTPN 11-Gen. Meistens treten in einer Familie nicht mehrere Fälle des Noonan-Syndroms auf - die verantwortliche Genmutation entsteht zufällig. Etwa bei 50 Prozent der Fälle wird das Noonan-Syndrom vererbt, dann meist autosomal-dominant. Dies bedeutet, dass die Kinder von einem Noonan-Betroffenen in der Hälfte der Fälle auch erkranken. Sind beide Elternteile von dieser erblichen Form betroffen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kind ebenfalls am Noonan-Syndrom erkrankt, noch höher.
Das Noonan-Syndrom zeigt sich in erster Linie durch Symptome wie Kleinwuchs, einem tiefen Haaransatz im Nacken sowie gelegentlich durch das sogenannte Pterygium colli. Darunter versteht man eine Hautfalte, die sich beidseits am Hals zwischen einem Knochenvorsprung des Schädels hinter den Ohren und einem Knochenfortsatz des Schulterblatts ausspannt. Häufig fallen Menschen mit Noonan-Syndrom auch durch einen weiten Augenabstand (Hypertelorismus), tief liegende und nach hinten geneigte Ohren sowie durch ein herabhängendes Augenlid (Ptosis) auf.
Menschen mit Noonan-Syndrom zeigen häufig Symptome wie Veränderungen an den inneren Organen. Bei Jungen kann auch die Entwicklung der Geschlechtsorgane gestört sein: Zum Beispiel wandert der Hoden während der Wachstumsphase nicht in den Hodensack (Kryptorchismus) oder ein Hoden fehlt völlig (Hodenaplasie). Bei Mädchen mit Noonan-Syndrom verläuft die Geschlechtsentwicklung bis auf eine zeitliche Verzögerung meist normal.
Beim Noonan-Syndrom stellt der Arzt die Diagnose anhand der äußeren Erscheinung und der Veränderungen der inneren Organe. Ein Bluttest weist die für das Noonan-Syndrom typische Genveränderung nach. Dieser Test gibt den Eltern zudem die Möglichkeit, bei einer neuen Schwangerschaft das Risiko ihres Kindes für ein Noonan-Syndrom abzuschätzen. Ein negativer Bluttest kann das Noonan-Syndrom im Rahmen der Diagnose aber nicht vollständig ausschließen. Zwar ist bereits eine Genveränderung bekannt, die das Noonan-Syndrom hervorruft, möglicherweise gibt es aber weitere, bisher noch unbekannte Mutationen, die es ebenfalls auslösen können.
Die Ursachen des Noonan-Syndroms können nicht mit einer speziellen Therapie behandelt werden. Beim Noonan-Syndrom zählen beispielsweise die operative Korrektur von Herzfehlern oder der Hautfalte zwischen Kopf und Hals (Pterygium colli) zu den Therapie-Optionen. Psychologische und soziale Maßnahmen fördern die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes. Etwa ein Drittel der Kinder hat eine leichte geistige Behinderung. Knapp die Hälfte der Erkrankten ist in ihrem Wachstum verzögert.
Es sind keine Maßnahmen bekannt, die dem Noonan-Syndrom vorbeugen.
Auch wenn ein hoher Haaransatz oder Babyhaare kein gesundheitliches Problem darstellen, können sie beim Styling stören. Hier sind einige Tipps, wie man mit Babyhaaren umgehen kann:
Zusätzlich sollte man die Ursachen für abgebrochene Haare vermeiden. Dazu gehören:
Beim Stylen und Bürsten sollte man sanft durch das Haar gehen und eine weiche Wildscheinborsten-Bürste verwenden. Hitzeschutz beim Föhnen und Glätten ist unerlässlich.
| Ursache | Maßnahme |
|---|---|
| Heißes Föhnen | Mittlere Temperaturstufe, Hitzeschutz |
| Stylen mit Hitze | Selten Glätteisen benutzen, Hitzeschutz |
| Harte Bürsten | Weiche Wildscheinborsten-Bürste |
| Chemikalien beim Färben | Schonende Produkte verwenden |
| Strenge Frisuren | Lässige Frisuren bevorzugen |
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.
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