Zwischen 75.000 und 150.000 Haare haben wir auf dem Kopf. Sie schützen unsere Kopfhaut vor der UV-Strahlung und verhindern ein zu schnelles Abkühlen des Kopfes. Täglich verlieren wir bis zu 100 Haare beim Kämmen, Waschen oder Stylen. Das ist ganz normal und sie wachsen wieder nach. Aber was ist, wenn viel mehr Haare ausfallen oder an einigen Stellen keine Haare nachwachsen? Ab wann man von einem krankhaften Haarausfall spricht und welche Ursachen sich dahinter verbergen, lesen Sie im Beitrag.
Der Fachbegriff für übermäßigen Haarausfall ist Alopezie. Verliert man mehr als 100 Haare pro Tag über einen längeren Zeitraum, die nicht nachwachsen, deutet das auf eine Erkrankung hin. Dabei werden die Haare dünner, es entstehen kahle Stellen und später eine Glatze. Die häufigste Form ist der sogenannte anlagebedingte Haarausfall bei Männern.
Im Folgenden werden die verschiedenen Arten von Alopezie, ihre Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten detailliert beschrieben.
Es gibt verschiedene Arten von Haarausfall, die sich in ihren Ursachen und Erscheinungsformen unterscheiden.
Diese Art von Haarausfall wird auch Androgenetische Alopezie genannt und ist genetisch vorbestimmt. Betroffen sind sowohl Frauen als auch Männer, wobei diese Form bei Männern weitaus häufiger auftritt. Ursache ist eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Sexualhormonen, insbesondere dem Hormon Dehydrotestosteron. Dadurch verkürzen sich die Wachstums- und Lebensdauer der Haare. Sie werden dünner und fallen aus. Bei Männern beginnt der anlagebedingte Haarausfall mit der Entstehung von Geheimratsecken und lichtem Haar im Scheitelbereich. Die lichten Stellen vergrößern sich mit der Zeit, bis letztendlich alle Haare ausfallen. Meist beginnt der Prozess bei Männern zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr. Jedoch bedeutet die beginnende Entstehung von Geheimratsecken nicht, dass alle Betroffenen zwingend über die Zeit eine Glatze bekommen. Wie weit sich der Haarverlust fortsetzt, ist individuell unterschiedlich und lässt sich schwer voraussagen.
Bei Frauen mit einer androgenetischen Alopezie dünnt das Haus am ganzen Kopf aus. Betroffen ist etwa ein Drittel der Frauen über 40 Jahren. Eine Glatze bekommen sie aber in den seltensten Fällen. Bei beiden Geschlechtern schreitet der Ausfall nur langsam voran und kann sich über Jahre hinziehen.
Der kreisrunde Haarausfall, in der Fachsprache auch Alopecia Areata genannt, ist eine Autoimmunreaktion. Die Haare fallen an einzelnen Stellen aus und bilden meist runde Flecken. Bei vielen Betroffenen wachsen die Haare auch ohne Behandlung wieder nach. Bis sie die Länge der vorhandenen Haare erreicht haben, dauert es jedoch einige Monate oder sogar Jahre. Kreisrunder Haarausfall ist nicht alters- oder geschlechtsspezifisch. Häufig tritt er aber bei Teenagern und jungen Erwachsenen auf. Grund dafür sind nach heutigem wissenschaftlichen Stand Hormonumstellungen, psychischer Stress oder bestimmte Medikamente.
Wenn über den Kopf verteilt gleichmäßig viele Haare ausgehen und das gesamte Haar dadurch dünner wird, spricht man von einer diffusen Alopezie. Das telogene Effluvium wird durch einen bestimmten schädigenden Auslöser verursacht. Das können Hormonstörungen, Schilddrüsen-Erkrankungen, Traumata, Nährstoffmangel oder langanhaltender negativer Stress sein. Dieser Auslöser sorgt dafür, dass die Haarfollikel verfrüht aus der Wachstumsphase in die Ruhephase übertreten und drei Monate später anfangen auszufallen. Es ist möglich, dass Betroffene bis zu 30 Prozent ihrer Haare verlieren. Das Haar wächst nach, wenn die schädigenden Ursachen beziehungsweise der Auslöser überwunden sind.
Fallen die Haare bereits in der Wachstumsphase aus, spricht man von einem anagenen Effluvium. Dann beginnt der Haarausfall meist ein bis zwei Wochen nach einem schädigenden Ereignis:
Geheimratsecken treten vorwiegend bei Männern auf und sind ein typisches Anzeichen für erblich bedingten Haarausfall. Über den Schläfen zieht sich der Haaransatz immer weiter nach hinten zurück und es entsteht eine Stirnglatze. Meist folgen darauf kahle Stellen am Hinterkopf.
Die vernarbende Alopezie ist selten und für Laien relativ schwer eindeutig zu erkennen. Es handelt sich hierbei um einen meistens langsam voranschreitenden Haarausfall, der zu asymmetrischen kahlen Stellen am Kopf führt. Neben dem Haarausfall kommt es zu Entzündungen und einer verstärkten Narbenbildung an den betroffenen Hautstellen. Weil an den bereits vernarbten Stellen keine Haare mehr wachsen können, sollte man bei Verdacht auf eine vernarbende Alopezie einen Arzt zur Abklärung und Behandlung hinzuziehen.
Bei der sekundär vernarbenden Alopezie ist der Haarfollikel nicht das eigentliche Ziel des entzündlichen Prozesses. Die vernarbende Alopezie tritt meist ohne erkennbaren Grund und gleichermaßen bei Männern und Frauen auf. Hierbei sollte man sich möglichst schnell medizinisch versorgen lassen, denn diese Form der Alopezie zerstört die Haarfollikel unwiederbringlich.
Empfinden Sie Ihren Haarausfall als übermäßig viel, ist es ratsam ärztliches Fachpersonal aufzusuchen und Ihre Vermutung abklären zu lassen. Durch ein persönliches Gespräch und Untersuchungen kann Ihr Arzt eine gesicherte Diagnose stellen und eine geeignete Behandlung vorschlagen. Eine einheitliche Behandlung bei Haarausfall gibt es nicht. Sie richtet sich immer nach den Ursachen. In einigen Fällen setzt auch ohne Behandlung das Wachstum der Haare wieder ein. Liegt beispielsweise ein Mangel an Vitaminen vor, kann eine gezielte Einnahme der fehlenden Mineralstoffe den Haarausfall stoppen. Es gibt auch verschiedene Haarwasser oder Medikamente, die bei einigen Ursachen angewendet werden können, um den Haarverlust zu verlangsamen.
Bei einer extremen Alopezie bedeckt oftmals nur ein künstlicher Haarersatz beispielsweise eine Perücke oder Toupet die betroffenen Stellen.
Es gibt wenige wirksame Mittel, die Männer bei Haarausfall anwenden können. Die evidenzbasierte (S3)-Leitlinie zur Behandlung der androgenetischen Alopezie bei Männern empfiehlt die Wirkstoffe Minoxidil und Finasterid. Minoxidil ist eigentlich ein Wirkstoff gegen Bluthochdruck. In fünfprozentiger Lösung oder als Schaum kann er, zweimal täglich auf die Kopfhaut aufgetragen, Haare leicht nachwachsen lassen und den Verlauf des Haarausfalls abmildern. Eine andere Option für Männer ist Finasterid, einmal täglich als Tablette eingenommen. Dieser Wirkstoff kann den Haarausfall über längere Zeit stabilisieren. Doch bei beiden Substanzen gibt es keine Wirkgarantie. Außerdem können Männer bei akuten Schüben vom anlagebedingten Haarausfall trotz der Anwendung Haare verlieren. Nebenwirkungen wie Kopfhautreizungen oder Verlust des sexuellen Antriebs sind je nach Wirkstoff ebenfalls möglich.
Wer keine Präparate einnehmen möchte, kann sich für Haarersatzteile oder Halbperücken entscheiden - diese können in einem Haarstudio individuell auf den Kopf angepasst werden.
Nicht jeder kann sich gut mit dem Haarverlust und der anschließenden Leere auf dem Kopf abfinden. Eine Haartransplantation kann dann eine Lösung sein. Da sie eine kosmetische Behandlung darstellt, müssen Männer die Transplantation genau wie die Haarwuchsmittel aus eigener Tasche bezahlen. Dabei haben sie die Wahl zwischen der günstigeren Streifentechnik oder der aufwendigeren Einzelhaartechnik. Bei beiden Transplantationsarten entnehmen Mediziner oder Medizinerinnen Haare vom Hinterkopf - die hier wachsenden Haare reagieren nicht empfindlich auf Hormone. Eingepflanzt auf dem Oberkopf wächst die Haarwurzel an.
Um das Haar natürlich zu stärken, helfen einfache Tipps. Einige haben wir hier für Sie zusammengetragen:
Dem anlagebedingten Haarausfall können Männer weder mithilfe von speziellen Nahrungsergänzungsmitteln noch Shampoos oder Tinkturen auf Kräuterbasis vorbeugen - schließlich bestimmt die Genetik darüber, wann das Haar ausfällt. Eine gesunde Ernährung ist aber in jedem Fall empfehlenswert, um der Haarwurzel genügend Nährstoffe für ein gutes Wachstum zu liefern. Erfahrungen zeigen, dass Crashdiäten oder sehr einseitige Ernährungsweisen tatsächlich einen diffusen Haarverlust provozieren können.
Wenn die Haare immer lichter werden und den Blick auf die Kopfhaut freigeben, ist das für Männer oft sehr belastend. Verlieren Männer übermäßig viele Kopfhaare, liegt besonders häufig ein anlagebedingter Haarausfall vor. Klassischerweise kommt es dabei zur Bildung von „Geheimratsecken“ oder dem Verlust von Haaren im Oberkopfbereich bis hin zu einer Halbglatze. Der anlagebedingte Haarausfall heißt deshalb so, weil bereits bei der Geburt genetisch festgelegt ist, wann die Haare ausfallen - das kann mit 20 Jahren oder erst mit 70 Jahren passieren. Fest steht jedoch, dass das Haar dabei im Laufe des Lebens plötzlich sehr sensibel auf Testosteron und das zugehörige Stoffwechselprodukt 5alpha-Dihydrotestosteron (DHT) reagiert. Dihydrotestosteron verkürzt den Lebenszyklus des Haares, es fällt eher aus und wächst dünner nach. Im weiteren Verlauf verkümmert die Haarwurzel - sie ist dann nicht mehr in der Lage, ein neues Haar zu bilden.
Neben dem anlagebedingten Haarausfall beim Mann gibt es auch andere Ursachen für einen Haarverlust. Bilden sich kreisrunde haarfreie Stellen auf dem Kopf, kann es sich um kreisrunden Haarausfall handeln. Die lichten Areale entstehen dadurch, dass sich das Immunsystem gegen die Haarfollikel richtet. Kreisrunder Haarausfall kann bei einer besonders starken Ausprägung auch zu einem vollkommenen Haarverlust führen. Die Erkrankung tritt vornehmlich bei jüngeren Menschen auf. Liegt ein Haarausfall bei einem Mann mit 20 Jahren vor, ist es also durchaus sinnvoll, in diese Richtung zu denken.
Kreisrunde haarfreie Stellen können ebenfalls auf eine Pilzinfektion der Kopfhaut hindeuten, die sogenannte Tinea capitis. Auch ein vernarbender Haarausfall kann eine mögliche Ursache sein. Der Haarverlust tritt hier aber nicht plötzlich auf, denn meistens gehen entzündliche Erkrankungen der Kopfhaut voraus. Männer können ihre Haare ebenfalls durch Infektionen wie COVID-19 verlieren. Dabei liegt ein diffuser Haarausfall beim Mann vor - die Haare fallen also nicht in einem Muster aus. Vitaminmangel spielt weniger eine Rolle, denn hierzulande sind Menschen mit Nährstoffen in der Regel ausreichend versorgt. Eine Ausnahme können allerdings Männer mit Essstörungen sein. Es gibt also vieles, was die Wachstumsphase der Haare stören oder vorzeitig beenden kann.
Ausgefallene Haare: Für so gut wie jede Frau ist der Schreck groß, wenn sie feststellt, dass ihr vermehrt Haare ausgehen. Hat man dann noch beim kräftigen Griff in die Haare ein kleines Büschel in der Hand, spielen sich schnell Horrorbilder vor dem inneren Auge ab. Jetzt sollte man einen Termin beim Haus- oder Hautarzt zur Abklärung der Ursache vereinbaren, um gezielt etwas gegen das dünner werdende Haupthaar zu unternehmen. Die medizinische Klärung ist gerade bei Frauen wichtig.
Auch bei Frauen ist die Überempfindlichkeit gegenüber dem männlichen Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT), das auch vom weiblichen Körper in geringen Mengen produziert wird, der Auslöser des androgenetischen Haarausfalls. Dieser tritt jedoch nicht ein, solang das von Frauen gleichzeitig produzierte weibliche Sexualhormon Östrogen ausreicht, um eine Überempfindlichkeit zu neutralisieren. Erst wenn sich die Produktion von Östrogen deutlich verringert, beispielsweise in der Menopause, bei einer Schwangerschaft oder durch Einnahme bzw.
Weil sich der androgenetische Haarausfall bei Frauen anders als bei Männern entwickelt, verwenden die Mediziner die hierfür besser geeignete Ludwig-Skala (Ludwig-Schema). In der ersten Stufe nach der Ludwig-Skala verringert sich das Volumen der Haare bei Frauen vom Scheitel aus. In der zweiten Stufe ist bereits eine Verbreiterung des Scheitels erkennbar, die sich zunehmend schwerer durch eine Frisur kaschieren lässt.
Die Antibabypille verhindert eine ungewollte Schwangerschaft, indem sie dem weiblichen Körper die Hormone Östrogen und Gestagen zur Schwangerschaftsverhütung zuführt. Die Wirkung der beiden Hormone in Bezug auf die Haare ist gegenläufig, denn Östrogene können sogar dafür sorgen, dass die Haare zunächst kräftiger, glänzender und allgemein gesünder aussehen. Doch zyklusabhängig führt die Pille dem Körper auch Gestagene zu. Diese synthetischen Gestagene (Progestine) haben eine ähnliche Wirkung wie das männliche Sexualhormon Dihydrotestosteron (DHT), das auch bei Männern für Haarverlust verantwortlich ist. Derselbe Mechanismus, allerdings weitaus seltener als bei Männern, kann auch bei Frauen in Gang gesetzt werden, wenn ihre Haarfollikel überempfindlich auf steigende Gestagenspiegel reagieren.
Aber auch beim Absetzen der Pille kann es vorübergehend zu einem verstärkten Haarverlust kommen. Denn dadurch sinkt auch der Östrogenspiegel, und der positive Nebeneffekt, mit dem das Hormon den Haarfollikel am Anfang schützte, bleibt aus. Darüber hinaus kann es zu einer verstärkten Intoleranz der Haarfollikel gegenüber dem Hormon Gestagen kommen. Zwar reguliert der Körper diesen Unterschied in der Regel selbstständig aus, was mehrere Zyklen dauern kann, doch in einigen Fällen versagt die Selbstregulation der Haarfollikel. Der genaue Mechanismus ist dabei nicht abschließend geklärt.
Ursache für den Haarausfall kann der erhöhte Nährstoffbedarf sein, der durch den Embryo im Wachstum entsteht. Da es die Natur so eingerichtet hat, dass der Fötus zuerst versorgt wird, kann ein Nährstoffmangel bei der Mutter entstehen, der den Haarverlust zur Folge hat.
Ob ein Nährstoffmangel vorliegt, kann anhand einer Blutuntersuchung geklärt werden. Oft ist es ein Eisenmangel, der schnell entsteht, weil eine schwangere Frau einen um etwa 60 % erhöhten Eisenbedarf hat. Während der Schwangerschaft stellt sich der weibliche Körper zur Versorgung und zum Schutz des Fötus um. Dazu wird auch vermehrt das Hormon Östrogen produziert. Neben vielen anderen positiven Effekten wird auch das Haarwachstum gestärkt. Die meisten Frauen haben während der Schwangerschaft dickere, gesündere und kräftigere Haare. Aber nicht alle. Vor allem in der Zeit nach der Schwangerschaft ist Haarausfall keine Seltenheit. Der Grund liegt darin, dass sich der Körper auf den nach der Entbindung erneut veränderten Hormonhaushalt, der weniger Östrogen produziert, einstellen muss. Östrogen unterstützt das Haarwachstum. Entsprechend reagieren viele Frauen nach der Schwangerschaft mit Haarausfall auf die verminderte Produktion von Östrogen.
Ähnlich wie erstmals in der Pubertät wird auch in den Wechseljahren der Frau ihr gesamter Hormonhaushalt auf den Kopf gestellt. Diese starke hormonelle Veränderung ist nicht nur der Grund für ungewöhnliche Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen, sondern kann auch der Auslöser für Haarausfall sein. Diese Form des Haarausfalls bezeichnet man als telogenes Effluvium, die bereits in den Erbanlagen verankert sein soll.
Ein normaler, gesunder Haarwuchs setzt voraus, dass die Haarwurzeln mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden. Ist diese Zufuhr gestört, können sie ausfallen. Deshalb kann auch eine ganze Reihe anderer Erkrankungen oder Störungen im Körper der Auslöser für den Verlust von Haaren sein. Diese indirekten Zusammenhänge sind mitunter nur schwer zu erkennen und erfordern Erfahrung.
Auch bestimmte Medikamente können als Nebenwirkung Haare ausfallen lassen: Allgemein bekannt ist dies von der Chemotherapie, aber auch andere Immunsupressoren (Tamoxifen, Methotrexat) können einen deutlichen Haarverlust bedingen. Weniger bekannte, aber mögliche Verursacher sind auch einige Antibiotika wie Nitrofurantoin und Erythromycin, Allopurinol, Fibrate und Statine, ACE-Hemmer, Betablocker, Phenprocoumon, Heparine und Methylphenidat. Um dies herauszufinden, ist es wichtig, den untersuchenden Arzt über die Einnahme von Medikamenten zu informieren.
In der Regel wachsen die Haare nach Absetzen des Medikaments nach. Trotzdem sollten Antibiotika nicht vor Ablauf der Therapie eigenmächtig...
Ebenso führen Mangelzustände wie Eisen-, Eiweiß-, Nährstoff-, Vitamin- und Mineralstoffmangel zu Haarausfall. Diese Mangelzustände können durch Diäten, einseitige Ernährung oder Krankheiten hervorgerufen werden und verhindern eine ausreichende Versorgung der Haarfollikel, wodurch das Haarwachstum gestört und Haarausfall begünstigt wird.
Psychische Erkrankungen wie Trichotillomanie (oder auch besondere Zustände wie Trauer, Depression, Trauma) können sich in einer komplexen Störung der Impulskontrolle äußern und zum Ausreißen der eigenen Haare führen.
Zu straffe Frisuren oder Haarextensions können zu Haarausfall führen. Sobald die Belastung der Haare eingestellt wird, wächst das Haar wieder normal nach, sofern die Haarwurzel noch intakt ist. Auf straffe Pferdeschwänze und schwere Haarteile sollte daher verzichtet werden.
Stressbedingter Haarausfall tritt auf, weil Stresshormone wie Cortisol den Haarwachstumszyklus stören. Chronischer Stress kann die Haarfollikel verfrüht in die Ruhephase versetzen, was zu vermehrtem Haarausfall führt. Diese Art von Haarausfall ist oft vorübergehend und das Haarwachstum kann sich erholen, sobald der Stress nachlässt.
Corona verursacht verschiedene Formen von Haarausfall, die oft zusammen auftreten. Zum einen führen Gefäßveränderungen dazu, dass die Haarwurzeln nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden.
Kopfhauterkrankungen wie Pilzinfektionen, Schuppenflechte, Verbrennungen, Unfälle oder angeborene Fehlbildungen können zu haarlosen Stellen auf der Kopfhaut oder an anderen Körperstellen führen. Diese Erkrankungen erfordern spezielle Therapien, um das Haarwachstum wieder anzuregen. Je nach Art des Haarausfalls können kleine, kaum sichtbare Narben zurückbleiben; man spricht dann von vernarbender Alopezie. Die nicht-vernarbende Alopezie hinterlässt keine bleibenden Narben und ist weniger aggressiv.
Die Einnahme bestimmter Medikamente wie Betablocker, ACE-Hemmer, Heparin und Zytostatika kann zu Haarausfall führen. Krankheiten wie Schilddrüsenerkrankungen sowie Bestrahlungen und Chemotherapien zur Krebsbehandlung können ebenfalls zu Haarausfall führen.
Verschiedene Infektionskrankheiten wie HIV, Syphilis, Impetigo contagiosa und Scharlach können Haarausfall verursachen oder begünstigen.
Schwermetalle wie Amalgam, Palladium und Quecksilber können den Wachstumszyklus der Haare erheblich stören. Diese Stoffe gelangen häufig durch Umweltverschmutzung, Zahnmaterialien oder belastete Lebensmittel in den Körper und beeinträchtigen die Haargesundheit. Zusätzlich können Chemikalien aus Haarfärbemitteln und anderen kosmetischen Behandlungen die Haarwurzeln schädigen und zu Haarausfall führen.
Es gibt Hinweise darauf, dass Kreatin auch Haarausfall verursachen kann. Einige Studien und Beobachtungen deuten darauf hin, dass die Einnahme von Kreatinsupplementen den Haarausfall beeinflussen könnte.
Eine ungesunde Lebensweise (Rauchen, Alkohol, Drogen) kann das Risiko für Haarausfall erhöhen und bereits bestehende Haarausfallprobleme wie androgenetische Alopezie verschlimmern.
Vitamin D, B-Vitamine sowie Biotin sind maßgeblich mit verantwortlich für ein gesundes Haar- & Hautwachstum. Auch Vitamin A, C und E, sowie Zink, Kupfer, Eiweiß und Eisen braucht der Körper für eine gesunde Funktion.
| Nährstoff | Funktion | Lebensmittelquellen |
|---|---|---|
| Vitamin A | Unterstützt das Zellwachstum und die Talgproduktion | Süßkartoffeln, Karotten, Spinat |
| Vitamin C | Antioxidans, fördert die Kollagenproduktion | Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Paprika |
| Vitamin D | Spielt eine Rolle bei der Haarwachstumszyklus | Fetter Fisch, Eier, angereicherte Milchprodukte |
| Vitamin E | Antioxidans, schützt die Haarfollikel | Nüsse, Samen, Pflanzenöle |
| Biotin (Vitamin B7) | Unterstützt die Keratinproduktion | Eier, Nüsse, Samen, Süßkartoffeln |
| Eisen | Transportiert Sauerstoff zu den Haarfollikeln | Rotes Fleisch, Hülsenfrüchte, Spinat |
| Zink | Unterstützt das Haarwachstum und die Reparatur | Austern, Rindfleisch, Kürbiskerne |
| Omega-3-Fettsäuren | Entzündungshemmend, fördert die Kopfhautgesundheit | Fetter Fisch (Lachs, Makrele), Leinsamen, Chiasamen |
Es ist völlig normal, dass sich die Haarstruktur und die Haardichte im Alter verändern. Der anlagebedingte Haarverlust ist auch in jungen Jahren nicht selten und stellt keine Erkrankung dar. Männer müssen also nicht automatisch zum Arzt oder zur Ärztin, wenn der Haaransatz weiter nach hinten wandert oder sich lichte Stellen bilden. Rötungen, Juckreiz, andere Veränderungen an der Kopfhaut oder fleckenartige Haaraussparungen lassen Betroffene aber am besten von einem Dermatologen oder einer Dermatologin abklären. Es gibt unterschiedliche Arten von Haarausfall, die verschiedene Ursachen haben können. Doch bis zu 100 Haare am Tag zu verlieren, ist noch normal. Erst wenn es mehr werden, spricht man in der Medizin von krankhaftem Haarausfall (Effluvium). Er sollte behandelt werden, bevor noch mehr Haare verloren gehen. Denn Haarausfall, dessen Ursache in einer anderen Krankheit, Medikamenten oder etwa Stress liegt, ist relativ gut therapierbar.
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