Haarausfall kann nicht nur ein Symptom für ernste Krankheiten sein, sondern belastet auch die Psyche der Betroffenen. Oft kommen mehrere Gründe zusammen - von Hormonschwankungen über Stress bis hin zu Autoimmunerkrankungen - und müssen erstmal eingegrenzt werden. Hier erfahren Sie mehr über die vielfältigen Ursachen von Haarausfall und Kopfschmerzen, sowie über Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten.
Ursachen von Haarausfall
Die Ursachen für Haarausfall sind vielschichtig. Grundsätzlich ist es völlig normal, Haare zu verlieren. Als Fausregel gilt: bis zu 100 Haare pro Tag sind normal. Wie viele genau es sind, ist individuell unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dabei spielt auch die Jahreszeit eine wichtige Rolle. Denn nicht nur Tiere, sondern auch Menschen haben im Sommer eine dünnere Behaarung. Experten vermuten, es hängt von der Art, Intensität und Dauer des Stresses ab.
Häufige Ursachen
- Genetische Veranlagung: Die häufigste Form des Haarverlusts bei Männern und Frauen ist die genetische, familiäre Veranlagung. Beim genetisch bedingten Haarausfall liegt also das Problem direkt an den überempfindlichen Haarfollikeln in der Kopfhaut.
- Hormonelle Veränderungen: Von hormonbedingtem Haarausfall sind vor allem Frauen in der Schwangerschaft, nach der Geburt, in der Stillzeit und in den Wechseljahren betroffen.
- Stress: Auch Stress kann auf das Haarfollikel einwirken und an entzündlichen Reaktionen wie etwa beim kreisrunden Haarausfall beteiligt sein. Die Haarwurzel wird zusätzlich befeuert über benachbarte, ebenfalls gestresste Immun- und Gefäßzellen. Aber Haare reagieren nicht immer auf Stress.
- Mangelernährung: Crash-Diäten und Mineralstoffmangel (vor allem Eisenmangel) führen häufig zu Haarverlust.
- Autoimmunerkrankungen: Besonders bei kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata) wird vermutet, dass hinter eine Autoimmunreaktion steckt, bei der das eigene Immunsystem die Haarwurzeln angreift.
- Infektionskrankheiten: Eine schwere Grippe, Scharlach, Typhus und Tuberkulose können das Haarwachstum hemmen und Haarausfall begünstigen.
- Schilddrüsenüberfunktion und -unterfunktion: Sie tragen zu einer Veränderung des Stoffwechsels bei, in dessen Folge die Haare brüchig werden und schneller ausfallen.
- Medikamente: Antidepressiva und Herz-Kreislauf-Medikamente wie Gerinnungshemmer, Betablocker und Lipidhemmer können zu diffusem Haarausfall führen. Einige Frauen reagieren auch auf die Antibabypille mit Haarausfall.
- Strahlen- und Chemotherapie: Auch diese Therapien infolge von Krebserkrankungen führen oft zu vorübergehendem Haarverlust.
- Narben im Kopfbereich: Sie bilden sich meist infolge von Infektionen und verhindern, dass an diesen Stellen Haar nachwachsen kann.
- Hitzeeinfluss: Zu heißes Fönen und die Benutzung eines Glätteisens schaden der Haarstruktur und begünstigen Haarausfall.
- Mechanische Einflüsse: Anhaltender Zug an den Haarwurzeln durch Flechten und strenges Zurückbinden des Haares kann vor allem im Schläfen und Stirnbereich zu Haarverlust führen.
- Aggressive Shampoos und Pflegeprodukte: Sie verletzen die Haarstruktur und schaden den Haarwurzeln. Das kann ebenfalls zu Haarbruch und Haarverlust führen.
- Haarefärben: Häufiges Färben und minderwertige Färbeprodukte machen das Haar auf Dauer kaputt. Die Folge ist brüchiges Haar und im schlimmsten Fall Haarausfall.
Haarausfall bei Männern
Männer sind grundsätzlich häufiger von Haarausfall betroffen als Frauen. In rund 80 Prozent der Fälle steckt eine angeborene androgenetische Alozepie dahinter. Diese beginnt meist mit Geheimratsecken und Ausdünnungen an den Schläfen. Später kommt eine Stirnglatze hinzu, die sich im Laufe der Zeit immer weiter auf den Oberkopf ausdehnt und sich zur Vollglatze entwickeln kann.
Haarausfall bei Frauen
Gesundes, volles Haar ist gerade für Frauen ein Zeichen von Attraktivität. Umso schlimmer ist es, wenn die Haare ausfallen. In den meisten Fällen sind die Hormone oder die Gene daran schuld. 20 bis 30 Prozent der Frauen in Deutschland leiden unter dieser Form von Haarausfall. Anders als bei Männern äußert sich die Alocepia androgenetica bei Frauen nicht in Geheimratsecken oder einer Glatze am Oberkopf, sondern bevorzugt in der vorderen Kopfregion und im Scheitelbereich. Hier schimmert die Kopfhaut häufig durch das lichte Haar hindurch.
Ursachen von Kopfschmerzen
Kopfschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Spannungskopfschmerzen sind sehr häufig. Sie werden als drückender Schmerz beschrieben und können sich am Abend verschlimmern. Normalerweise spürt man den Kopfschmerz an den Schläfen, am Hinterkopf und im Scheitelbereich.
Mögliche Auslöser
- Stress: Stress, Anspannung und Konzentration gehören heute zu unseren täglichen Begleitern. Viele Menschen spannen bei Stress zusätzlich Ihre Schädelmuskulatur stark und anhaltend an.
- Verspannungen: Nacken- und Schulterverspannungen können bis in die Kopfhaut vordringen. Die Kopfhaut wird angespannt und schlechter durchblutet.
- Enge Frisuren: Enge Frisuren wie Pferdeschwänze, Flechtfrisuren und Dreadlocks ziehen an der Haarwurzel. Wenn Sie dies zu lange tun, kann dies zu Haarausfall führen.
- Eisenmangel: Ein Eisenmangel kann zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Gehirns führen.
- Entzündungen: Eine entzündete Kopfhaut wird als Follikulitis bezeichnet. Sie ist auch als Haarwurzelentzündung bekannt.
Der Zusammenhang zwischen Haarausfall und Kopfschmerzen
Es gibt verschiedene Faktoren, die sowohl Haarausfall als auch Kopfschmerzen verursachen können. Stress ist eine der Hauptursachen für androgenetischen Haarausfall. Dabei wird häufig die obere Schädelmuskulatur angespannt. Die feinen Blutgefäße, die unter der Kopfhaut verlaufen, werden zusammengepreßt. Die Kopfhaut und die Haarfollikel werden schlechter mit Blut, Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Eisenmangel ist ein weitverbreitetes Problem, das vielfältige Symptome haben kann. Oftmals werden die Symptome als diffus wahrgenommen und auf Stress oder Schlafmangel zurückgeführt. Doch gerade bei Frauen ist Eisenmangel häufig die Ursache für Beschwerden wie Müdigkeit, Haarausfall und Kopfschmerzen.
Diagnose von Haarausfall und Kopfschmerzen
Wer wegen seiner Haarprobleme ärztlichen Rat sucht, kann je nach Ursache des Problems auch mit Medikamenten behandelt werden. Sobald Sie einen vermehrten Haarausfall von über 100 Haaren pro Tag bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser führt eine erste Anamnese zur Dauer und Lokalisation des Haarausfalls durch und prüft, ob andere Beschwerden vorliegen. Außerdem wird ein Bluttest durchgeführt, um mögliche Krankheiten oder einen Nährstoffmangel auszuschließen.
Diagnostische Methoden
- Anamnese: Der Arzt wird eine gründliche Anamnese durchführen, einschließlich Fragen zu Haarausfall in der Familie und zu kürzlich aufgetretenen Veränderungen im Lebensstil.
- Blutuntersuchung: Eine Blutprobe kann auf Mangelerscheinungen (z.B. Eisenmangel), hormonelle Störungen und andere Erkrankungen untersucht werden.
- Trichogramm: Eine Analyse der Haarwurzeln, auch Trichogramm genannt, kann durchgeführt werden. Sie gibt Auskunft über den aktuellen Stand des Haarausfalls.
Behandlung von Haarausfall
Die Behandlung des Haarausfalls richtet sich nach der Ursache. Je nachdem, welche Krankheit oder Störung zugrunde liegt, bieten sich verschiedene Therapien an. Dies können hormonhaltige Tinkturen, Tabletten oder Nahrungsergänzungsmittel sein. Wichtig ist jedoch, dass ein Dermatologe zuvor eine genaue Diagnose gestellt hat.
Medikamentöse Behandlung
- Minoxidil: Minoxidil verbessert die Durchblutung um die Haarwurzeln herum und hilft so, die Haare besser mit Nährstoffen zu versorgen. Minoxidil wird lokal auf die Kopfhaut aufgetragen und wirkt nur solange, wie es angewendet wird.
- Finasterid: Finasterid ist nur für Männer zugelassen. Es senkt den Spiegel des Hormons Dihydrotestosteron (DHT).
- Kortison-Cremes und -Lösungen: Kreisrunder Haarausfall wird häufig mit Kortison-Cremes und -Lösungen behandelt. Sie sollen die entzündliche Immunreaktion an den betroffenen Stellen lindern.
Weitere Behandlungsmethoden
- PRP-Behandlung: Dafür wird Patienten Blut abgenommen und Blutplättchen herausgefiltert. Sie werden in konzentrierter Form wieder in die Kopfhaut injiziert.
- Haartransplantation: Wenn die Haare durch die bekannten Behandlungsmethoden nicht mehr zum Wachsen angeregt werden können, hilft nur eine Transplantation. Für die Transplantation werden Haare vom unteren Hinterkopf entnommen, weil diese resistent gegen das für den erblich bedingten Haarausfall verantwortliche Hormon Dihydrotestosteron sind.
Behandlung von Kopfschmerzen
Ein gesunder Lebensstil kann helfen, die Kopfschmerzen in den Griff zu bekommen. Die Therapie der Trichodynie richtet sich, soweit möglich, nach den Ursachen. Wir schauen uns immer zuerste genau das Aussehen von Haaren und Kopfhaut an. Danach sind unter Umständen verschiedene Untersuchungen notwendig. Nach deren Ergebnis richtet sich die Behandlung.
Mögliche Maßnahmen
- Entspannungstechniken: Muskelrelaxation kann bei Spannungskopfschmerzen helfen.
- Schmerzlindernde Medikamente: Bei Bedarf können Schmerzmittel eingenommen werden.
- Behandlung der Ursache: Wenn die Kopfschmerzen durch eine Grunderkrankung verursacht werden, muss diese behandelt werden.
Vorbeugung von Haarausfall und Kopfschmerzen
Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Haarausfall und Kopfschmerzen vorzubeugen:
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen ist wichtig für gesundes Haar und eine gesunde Kopfhaut.
- Stressmanagement: Vermeiden Sie Stress oder lernen Sie, besser damit umzugehen.
- Schonende Haarpflege: Verwenden Sie milde Shampoos und vermeiden Sie aggressive Behandlungen wie Färben und Dauerwellen.
- Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann helfen, Stress abzubauen und die Durchblutung zu fördern.
- Ausreichend Schlaf: Achten Sie auf ausreichend Schlaf.
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Zusammenfassung
Haarausfall und Kopfschmerzen können verschiedene Ursachen haben. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind wichtig, um die Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten des Haarausfalls zu verlangsamen. Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise und schonende Haarpflege, um Haarausfall und Kopfschmerzen vorzubeugen.
Ursachen und Behandlungen im Überblick | Ursache | Mögliche Behandlungen |
| Genetische Veranlagung | Minoxidil, Finasterid, Haartransplantation |
| Hormonelle Veränderungen | Hormontherapie, Minoxidil |
| Stress | Entspannungstechniken, Stressmanagement |
| Eisenmangel | Eisensupplemente, Ernährungsumstellung |
| Entzündungen der Kopfhaut | Neofollics Scalp Therapy, Shampoos ohne SLS |
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