Viele Frauen erleben im Laufe ihres Lebens Veränderungen in ihrem Menstruationszyklus. Schwankungen sind völlig normal, aber das vollständige Ausbleiben der Periode, auch Amenorrhoe genannt, kann ein Zeichen für ein tieferliegendes Problem sein. In Kombination mit Haarausfall kann dies besonders besorgniserregend sein. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Amenorrhoe und Haarausfall und bietet Informationen zu Diagnose und Behandlung.
Als Amenorrhoe bezeichnen Ärzte das Ausbleiben der Regelblutung (Menstruation). Sie wird auch Regelblutung oder Menstruation genannt. Während dieser Zeit stößt der Körper der Frau die Gebärmutterschleimhaut ab, die sich dort in Vorbereitung auf eine mögliche Schwangerschaft gebildet hat. Mediziner unterscheiden dabei zwei Formen:
Eine regelmäßige Periode ist ein Zeichen von Gesundheit. Das Ausbleiben der Periode bei nicht vorliegender Schwangerschaft, während der Stillzeit oder nach der Menopause kann auf ein Gesundheitsproblem hindeuten und sollte medizinisch abgeklärt werden.
Warten Frauen vergeblich auf ihre Monatsblutung, kann das verschiedene Ursachen haben. Gründe für eine primäre Amenorrhoe sind:
Ursachen für eine sekundäre Amenorrhoe sind unter anderem:
Der Lebensstil hat einen großen Einfluss auf den Menstruationszyklus. Starker Gewichtsverlust und Untergewicht können zum Beispiel die hormonellen Abläufe im Körper unterbrechen. Die mögliche Folge: Der Eisprung und die Monatsblutung bleiben aus. Auch intensiver Sport verlangt dem Körper viel ab - ein geringer Körperfettanteil, der hohe Energieverbrauch und auch der Stress des starken Trainings können den Menstruationszyklus stoppen.
Stress ist ein wesentlicher Faktor bei Amenorrhoe. Das Stichwort heißt hier: „hypothalamische Amenorrhoe“. Tatsächlich kann psychischer Stress die Funktionsweise des Hypothalamus, einem speziellen Gehirnbereich, beeinflussen. Hintergrund ist, dass der Hypothalamus Hormone reguliert, die den Menstruationszyklus steuern. Nicht zuletzt können Arzneimittel wie Blutdruckmedikamente, Antidepressiva und sogar Präparate bei Allergien eine Amenorrhoe verursachen.
Auch wenn Haarausfall bei Männern häufiger auftritt, ist er auch bei Frauen keine Seltenheit. Auch Stress ist eine häufige Ursache von Haarausfall bei Frauen, welcher sich durch diffusen Haarausfall bemerkbar macht. Da eine schöne, volle Haarpracht vor allem bei Frauen als Schönheitsideal gilt, stellt der Haarverlust häufig eine starke seelische Belastung dar.
In der Menopause macht der Körper einer Frau viele Veränderungen durch. Der Umschwung des Hormon-Haushalts führt nicht nur zum Ausbleiben der Periode: Der sinkende Östrogen-Spiegel bewirkt bei Frauen, deren Haarwurzeln genetisch bedingt überempfindlich gegenüber männlichen Hormonen (Dihydrotestosteron (DHT)) sind, zudem Haarausfall. Auch bei Einnahme oder Absetzen der Pille, kann der Hormonhaushalt ins Wanken kommen. Frauen, die anfällig für hormonell bedingten Haarausfall sind, stellen dann häufig fest, dass ihre Haare dünner werden und sogar ausfallen.
Während der Schwangerschaft haben Frauen meist aufgrund der vermehrten Produktion von Östrogenen sogar kräftigere und glänzendere Haare. Aufgrund des Eisenmangels kann es jedoch auch in der Schwangerschaft zu Haarausfall kommen (diffuser Haarausfall). Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel wieder und macht sich häufig durch Haarausfall bemerkbar. Es ist zwar selten, aber bei manchen Frauen lichten sich die Haare am Scheitel, so dass sie wie Geheimratsecken aussehen. Meist sind in dem Bereich noch feine Haare vorhanden, die jedoch sehr dünn und weich sind.
Neben der hormonell-genetischen Veranlagung (androgenetische Alopezie) können auch andere Faktoren Haarausfall bedingen: Probleme mit der Schilddrüse (Unterfunktion und Überfunktion), Haarausfall durch bestimmte Medikamente, der Haarverlust durch Stress sowie Haarprobleme durch eine ungesunde Lebensweise (Rauchen, falsche Ernährung).
Zyklusbedingter Haarausfall tritt bei Frauen auf und wird durch hormonelle Veränderungen im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus verursacht.
Während des Menstruationszyklus durchlaufen Frauen mehrere Phasen, in denen sich das Hormonspiegel im Körper verändert. Während des Menstruationszyklus gibt es zwei Hauptphasen, die den Haarwachstumszyklus beeinflussen: die anagene Phase und die telogene Phase. Die anagene Phase ist die Wachstumsphase, in der sich das Haar aktiv verlängert. Wenn sich der Hormonspiegel im Körper verändert, kann dies den Haarwachstumszyklus beeinflussen. Zum Beispiel kann ein Anstieg des Hormons Östrogen in der ersten Hälfte des Menstruationszyklus zu einer Verlängerung der anagenen Phase führen, was zu einer dickeren und volleren Haarstruktur führt.
Zyklusbedingter Haarausfall zeigt sich durch einen allmählichen Rückgang der Haardichte, der normalerweise in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus auftritt. Die Haare können auch schwächer und dünner werden und brechen leichter ab. Zyklusbedingter Haarausfall ist normalerweise vorübergehend und erfordert keine spezielle Behandlung.
Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um das Haarwachstum zu unterstützen und die Haare gesund zu halten. In seltenen Fällen kann zyklusbedingter Haarausfall auch ein Symptom für eine zugrunde liegende Erkrankung sein, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine Autoimmunerkrankung.
Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich um einen normalen Teil des Menstruationszyklus handelt und normalerweise keine spezielle Behandlung erfordert. Wenn Sie besorgt sind oder der Haarausfall anhält, ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, um eine genaue Diagnose und Behandlung zu erhalten.
Je nach zugrunde liegender Ursache können, neben der ausbleibenden Blutung, weitere Anzeichen oder Symptome hinzukommen: Frauen können bei einer Amenorrhoe einen milchigen Ausfluss aus den Brustwarzen oder Haarausfall bemerken.
Nach einem Gespräch und einer körperlichen Untersuchung kommen gegebenenfalls apparative Untersuchungen oder Laboruntersuchungen infrage. Das können Hormontests, bildgebende Verfahren, etwa eine Ultraschalluntersuchung, oder die Spiegelung der Gebärmutter sein. Auch der Ausschluss einer Schwangerschaft ist wichtig. Auf Grundlage der Ergebnisse kann dann eine Diagnose gestellt werden.
Erster wichtiger Schritt bei der Abklärung einer Amenorrhoe ist die Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese). Im Gespräch mit der Patientin sammelt der Arzt dabei wichtige Informationen, zum Beispiel, wann die letzte Regelblutung war, beziehungsweise ob die Frau überhaupt schon einmal einen Zyklus hatte. Er kann auch fragen, ob die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht und ob sich neben der Amenorrhoe noch weitere Symptome zeigen.
An das Anamnesegespräch schließt sich eine gynäkologische Untersuchung an, zu der auch ein Scheidenabstrich und eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane zählen.
Hormonmessungen können ebenfalls wichtige Hinweise auf die Ursachen einer Amenorrhoe liefern. Bestimmt werden Prolaktin, Progesteron, Östrogene, die männlichen Geschlechtshormone (Androgene) und die von der Hirnanhangsdrüse produzierten Hormone FSH und LH. Bei Verdacht auf eine gestörte Schilddrüsenfunktion als Ursache der Amenorrhoe, sieht sich der Arzt die Schilddrüsenwerte (TSH, T3, T4) genau an.
Hinzu kommen bestimmte Funktionstests. Einige Beispiele: Für den sogenannten Gestagen-Test nimmt die Patientin einige Tage ein Gestagenpräparat ein. Kommt es nach dem Absetzen zu einer Blutung, zeigt dies, dass die Gebärmutterschleimhaut tatsächlich ausreichend ausgebildet war - zuvor also ausreichende Mengen an Östrogen produziert wurden, weil diese den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut stimulieren. Die Amenorrhoe muss dann andere Ursachen haben.
Fällt der Test negativ aus, kommt ein Östrogen-Gestagen-Test infrage. Damit prüft der Arzt, ob die Gebärmutterschleimhaut überhaupt ausreichend aktiviert werden kann. Dabei erhält die Patientin zunächst Östrogene, die den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut anregen, und im Anschluss daran Gestagen. Tritt in der Folge eine Blutung auf, weist dies darauf hin, dass die Gebärmutterschleimhaut intakt ist.
Je nach vermuteter Ursache für die Amenorrhoe können weitere Untersuchungen notwendig sein. Dazu zählen zum Beispiel bildgebende Verfahren - etwa bei Verdacht auf einen Tumor im Gehirn - oder eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), um den Zustand der Eierstöcke zu beurteilen.
Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose und kann von Halten eines normalen Gewichtes, Stressmanagement, Regulierung des körperlichen Trainings bis hin zu medikamentösen oder operativen Verfahren reichen.
Sobald du bei dir erste Anzeichen für hormonell bedingten Haarausfall bemerkst, suche einen Hautarzt oder eine Hautärztin auf. Diese können anhand verschiedener Untersuchungen herausfinden, um welche Art Haarausfall es sich bei dir handelt. Sind die Wechseljahre die Ursache, kommen unterschiedliche Mittel und Medikamente infrage.
So kann zum Beispiel der negative Effekt, den das männliche DHT-Hormon auf die Haarwurzeln hat, abgeschwächt werden. Solltest du generell unter Beschwerden in den Wechseljahren leiden, kannst du Hormontabletten zu dir nehmen, die den Östrogen- und Progesteronspiegel wieder ausbalancieren und somit ebenfalls einen positiven Effekt auf den Haarverlust haben.
Weitere Tipps zur Behandlung von Haarausfall:
Wie lang der Haarausfall in den Wechseljahren dauert, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Die Symptome können durchaus über mehrere Jahre bestehen - in der Regel so lang, bis die Wechseljahre vorbei sind. Danach regeneriert sich das Haar wieder. Wenn aber die Behandlung anschlägt, kann der hormonell bedingte Haarausfall schon nach einigen Monaten wieder enden.
Das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) ist relativ häufig und betrifft etwa fünf bis zehn Prozent der Frauen. Betroffene haben typischerweise eine unregelmäßige Periode - sie kommt seltener als gewöhnlich - oder die Periode bleibt ganz aus (Amenorrhoe). Zeichen des PCOS ist auch ein Hyperandrogenismus: Bei den Frauen ist der Spiegel der männlichen Geschlechtshormone - der Androgene - erhöht, oder sie haben körperliche Anzeichen wie Akne, Haarausfall oder eine „männliche Behaarung“ - beispielsweise einen Damenbart.
Im Ultraschall sehen Ärztinnen und Ärzte häufig Zysten an den Eierstöcken. Diese können jedoch auch bei Frauen auftreten, die das Syndrom nicht haben. Betroffene haben zudem ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen wie Diabetes Typ 2 und sind oft übergewichtig oder fettleibig.
Die Gynäkologin oder der Gynäkologe wird die Krankengeschichte erfragen, eine körperliche Untersuchung mit Beurteilung der Haut und der Körperbehaarung vornehmen und die Eierstöcke im Ultraschall untersuchen. Um den Hormonstatus festzustellen und Erkrankungen der Hirnanhangsdrüse und der Nebenniere auszuschließen, sind umfangreiche Blutuntersuchungen notwendig: auf männliche Hormone, weibliche (Zyklus-)Hormone und das Anti-Müller-Hormon, das bei Betroffenen häufig erhöht ist.
| Hormon/Parameter | Bedeutung |
|---|---|
| Prolaktin | Förderung der Milchproduktion, Hemmung des Menstruationszyklus |
| Progesteron | Wichtig für den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut |
| Östrogene | Anregung des Gebärmutterschleimhautaufbaus, beeinflusst Haarwachstum |
| Androgene | Männliche Geschlechtshormone, können Haarausfall verursachen |
| FSH und LH | Steuerungshormone der Hirnanhangsdrüse |
| TSH, T3, T4 | Schilddrüsenwerte |
Wenn im Körper ein Eisenmangel herrscht, wird das Eisen zuerst den "unwichtigen" Körperteilen wie Haaren und Nägeln vorenthalten - zugunsten lebenswichtiger Organe und Organfunktionen. Unsere Haarfollikel sind jedoch sehr aktive Zellen, die eine hohe Stoffwechselaktivität aufweisen. Unser Haar wächst ständig - und dafür sind ausreichend Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente notwendig.
Studien zufolge kann Eisenmangel unterschiedliche Formen des Haarausfalls begünstigen: Anlagebedingten Haarausfall, kreisrunden Haarausfall, diffusen Haarausfall oder telogenes Effluvium (zu frühes Eintreten der Ruhephase).
Um einen Eisenmangel festzustellen, reicht eine Blutabnahme aus. Darin werden verschiedene Parameter bestimmt, die ein Abbild des Eisenhaushalts geben. Man bestimmt die Anzahl und Größe der roten Blutkörperchen und deren Gehalt am Blutfarbstoff Hämoglobin. Zusätzlich kann man schauen, ob die Bildung der Blutkörperchen funktioniert und die Vorläuferzellen der roten Blutkörperchen, die Retikulozyten, ausreichend gebildet werden. Ein Abbild über das Speichereisen gibt das Ferritin - es kann jedoch zum Beispiel bei chronischen Krankheiten oder akuten Infekten trotz Eisenmangel erhöht sein.
Eine zu geringe Eisenzufuhr liegt meistens an einer vegetarischen oder veganen Ernährung. Eisen ist vor allem in tierischen Produkten wie Fleisch enthalten. Es gibt auch eisenreiche pflanzliche Nahrungsmittel, insbesondere Hülsenfrüchte wie Linsen, Sojabohnen oder Kichererbsen und Blattgemüse wie Mangold oder Fenchel.
Die prophylaktische Einnahme von Eisen ist nicht sinnvoll, um einem Haarausfall durch Eisenmangel vorzubeugen. Ob ein Eisenmangel für den Haarausfall verantwortlich sein kann, sollte man zunächst durch eine Blutuntersuchung ärztlich abklären lassen.
Bleibt die Periode aus, ist ein Besuch beim Arzt (Frauenarzt) ratsam. Das gilt vor allem, wenn:
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