Frischgebackene Mütter klagen nach der Geburt ihres Kindes oft über Haarausfall. Die veränderte Hormonsituation spielt hierbei eine wichtige Rolle, doch auch andere Faktoren können eine Rolle spielen.
In den meisten Fällen wirkt sich die Schwangerschaft positiv auf die Haarpracht aus: Die Haare wirken voller, kräftiger und glänzender. "Ab der achten Schwangerschaftswoche bildet der Körper vermehrt Östrogen", sagt Vivian Fassbender, ausgebildete Hebamme und Expertin in der telemedizinischen Onlineberatung von Kinderheldin. "Östrogen sorgt dafür, dass sich die Lebensphase der Haare verlängert und die Haare schneller wachsen. Zugleich wird die Kopfhaut verstärkt durchblutet, was die Nährstoffversorgung der Haarwurzeln verbessert."
Nach der Geburt sinken die Östrogenspiegel dann recht plötzlich ab. Der Geburtsstress kann zusätzlich dazu beitragen, dass die Haarfollikel, in denen die Haare verwurzelt sind, kurz nach der Schwangerschaft in die Ruhephase (Telogenphase) eintreten, bis die Haare etwa zwei bis vier Monate später ausfallen.
Haarausfall während der Schwangerschaft ist laut der Expertin selten und ein Hinweis auf einen Eisenmangel - eine häufige Ursache für Haarausfall bei Frauen. "Im Rahmen der ersten Vorsorgeuntersuchung um die fünfte Schwangerschaftswoche herum, wird der Eisenwert kontrolliert. Es kann aber durchaus sein, dass sich im Laufe der Schwangerschaft ein Eisenmangel ausbildet", sagt Fassbender.
In den Wochen nach der Geburt finden Frauen oft viele Haare in der Bürste. In der Regel ist das kein Grund zur Sorge. Schuld daran ist vor allem der Östrogenspiegel, der nach der Geburt abfällt, sich aber im Laufe der Zeit wieder auf ein neues Niveau einpendelt.
In den meisten Fällen beginnt dieser postpartale Haarausfall etwa zwei bis vier Monate nach der Geburt. Nach drei bis sechs Monaten normalisieren sich die Hormonspiegel von allein und der Lebenszyklus der Haare verläuft wieder normal. Es kann jedoch bis zu einem Jahr nach der Geburt dauern, bis sich das Haarwachstum sichtlich gebessert hat. Der Haarausfall nach der Schwangerschaft ist harmlos und hört in der Regel auf, sobald sich die Hormone wieder eingependelt haben.
Wenn der Haarausfall nach der Geburt nicht innerhalb eines halben Jahres nachlässt, sprechen Sie bitte mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt darüber.
Zink ist ein essentielles Spurenelement, das an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist - von der Zellteilung und dem Wachstum bis hin zur Funktion des Immunsystems. Während der Stillzeit steigt der Zinkbedarf deutlich an, da das Spurenelement über die Muttermilch an das Kind abgegeben wird.
Um den täglichen Zinkbedarf in der Stillzeit zu decken, sind insbesondere tierische Lebensmittel mit hoher Bioverfügbarkeit sowie bestimmte pflanzliche Quellen empfehlenswert. Tierische Lebensmittel liefern Zink in besonders gut verwertbarer Form. Pflanzliche Quellen enthalten oft Phytate, die die Zinkaufnahme hemmen können - durch Einweichen, Keimen oder Fermentieren lässt sich die Bioverfügbarkeit jedoch verbessern.
Ein Zinkmangel kann bei der Mutter zu Appetitlosigkeit, Hautveränderungen, Haarausfall oder erhöhter Infektanfälligkeit führen. Zink ist in der Stillzeit von zentraler Bedeutung für die Gesundheit von Mutter und Kind.
Laut der Nationalen Verzehrsstudie II erreichen jedoch nur etwa 70 % der Frauen im Alter zwischen 35 und 50 Jahren die empfohlene tägliche Zufuhr. Besonders schlecht versorgte Frauen nehmen im Durchschnitt 2,7 mg Zink pro Tag weniger auf als empfohlen - das entspricht einem Defizit von rund 34 %.
Empfohlene Tagesmengen an Zink laut DGE:
| Alter | Tagesbedarf (weiblich) in Milligramm | Tagesbedarf (männlich) in Milligramm |
|---|---|---|
| 0 bis 4 Monate | 1,5 | 1,5 |
| 4 bis 12 Monate | 2,5 | 2,5 |
| 1 bis 4 Jahre | 3 | 3 |
| 4 bis 7 Jahre | 4 | 4 |
| 7 bis 10 Jahre | 6 | 6 |
| 10 bis 13 Jahre | 8 | 9 |
| 13 bis 15 Jahre | 10 | 12 |
| 15 bis 19 Jahre | 11 | 14 |
| ab 19 Jahre | 7 | 10 |
| Schwangere | 10 | - |
| Stillende | 11 | - |
Neben hormonellen Veränderungen und Nährstoffmängeln können auch andere Faktoren Haarausfall begünstigen:
Chronischer Stress zählt zu den häufig unterschätzten Ursachen für Haarausfall. Dabei wirkt das Stresshormon Cortisol direkt auf unseren Stoffwechsel ein und kann die Haarwurzeln in ihrer Funktion erheblich stören. In der Folge verkürzt sich die Wachstumsphase des Haares, mehr Haare gelangen vorzeitig in die Ruhe- oder Ausfallphase - und fallen vermehrt aus.
Gegen den Haarausfall nach einer Schwangerschaft und Geburt brauchen Sie in der Regel nichts zu tun. Es handelt sich um normale körperliche Vorgänge. Nach der Geburt braucht der Körper vor allem Ruhe und Zeit zur Regeneration. Die Anstrengungen der Entbindung, Schlafmangel, Stress und Mangelernährung können den Haarausfall verstärken. Beherzigen Sie daher folgende Ratschläge:
Haarausfall nach der Schwangerschaft ist normal und meist nicht behandlungsbedürftig. Aufgrund der rasch sinkenden Östrogenspiegel nach der Geburt treten mehr Haare als üblich in die Ruhephase über und fallen zwei bis vier Monate später aus.
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