Haarausfall pro Tag: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Zwischen 80.000 und 120.000 Haare haben wir auf dem Kopf und bis zu 100 davon verlieren wir natürlicherweise pro Tag. Manchmal kann sich hinter dem Verlust der Haare aber auch krankhafter Haarausfall verbergen.

Arten von Haarausfall

Experten unterscheiden verschiedene Arten des Haarausfalls. Dieser kann kreisrund, fleckförmig oder diffus sein. Beim diffusen Haarausfall werden die Haare überall am Kopf weniger.

Es gibt drei Hauptformen, zwischen denen die Medizin unterscheidet:

  • Androgenetische Alopezie
  • Diffuser Haarausfall
  • Kreisrunder Haarausfall

Androgenetische Alopezie

Die häufigste Form ist der anlagebedingte Haarausfall. Die androgenetische Alopezie, auch anlagebedingter oder männlicher Haarausfall genannt, ist die häufigste Form des Haarausfalls. In etwa 95 Prozent der Fälle ist er auf diese Form zurückzuführen.

Er wird durch genetische und hormonelle Faktoren beeinflusst und tritt meist ab dem mittleren Lebensalter auf. Da das Hormon in geringen Mengen auch bei Frauen vorkommt, können sie ebenfalls von dieser Form betroffen sein.

Bei betroffenen Frauen werden die Haare oftmals dünner, der Scheitel breiter. Bei Männern zeigt er sich in Form von Geheimratsecken, Tonsur oder Glatzenbildung.

Hierbei verändern sich die Follikel, aus welchen die Haare wachsen. Die aktive Wachstumsphase der Haare verkürzt sich, bis schließlich kein Wachstum mehr stattfindet und das Haar ausfällt. Die Haare werden dünner und kürzer.

Bei Frauen tritt meist nur eine Verdünnung der Haare auf. Kahle Stellen sind selten. Bei Männern weicht das Haar hingegen an den Schläfen zurück und es bilden sich die typischen Geheimratsecken.

Allerdings in einer unterschiedlichen Ausprägung: Während die androgenetische Alopezie bei Frauen zu lichterem Haar führt, wird sie bei Männern zunächst durch „Geheimratsecken“ sichtbar und kann zu einer vollständigen Glatze führen.

Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)

Die zweithäufigste Form ist der kreisrunde Haarausfall, bei dem sich im Kopfhaar kahle runde Stellen bilden. Kreisrunder Haarausfall weist hingegen auf Autoimmunerkrankung hin.

Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt, wird jedoch oft mit einer Autoimmunerkrankung in Verbindung gebracht. Dabei greift das Immunsystem fälschlicherweise die Haarfollikel an.

Je nach Schwere können die Haare nachwachsen oder dauerhaft ausgehen. Dann kann der Arzt entscheiden, ob ein Medikament hilft.

Stattdessen entstehen bei den betroffenen Männern scharf begrenzte, kahle Stellen auf der Kopfhaut. Obwohl der kreisrunde Haarausfall nicht gefährlich ist, beeinträchtigt er das Leben betroffener Männer durch das veränderte äußere Erscheinungsbild.

Diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall dünnt das Haar über den gesamten Kopf aus. Mitunter fällt das vermehrt am Vorderkopf und Scheitel auf.

Diese Form ist oft vorübergehend und kann durch Faktoren wie Stress, Nährstoffmangel oder Krankheiten ausgelöst werden. Eine Ursache des diffusen Haarausfalls kann ein Eisen- oder Zinkmangel sein.

Häufig ist dies bei Vegetariern der Fall, da bei ihnen das Eisen aus dem rotem Fleisch fehlt. Ebenso können Haare durch radikale Fastenkuren ausfallen.

Die Haarwurzeln werden hier nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt und verkümmern. Weitere Ursachen sind Krankheiten, wie beispielsweise eine Schilddrüsenstörung sowie die Einnahme von Medikamenten (Beta-Blocker, Blutverdünner).

Diese Art des Haarausfalls kann durch verschiedene Faktoren wie die Einnahme bestimmter Medikamente, Strahlentherapie, Stoffwechselstörungen, Nährstoffmangel oder Schilddrüsenprobleme ausgelöst werden. Oft reicht es, die zugrunde liegende Ursache zu beheben, um das Haarwachstum bei Männern wieder anzuregen.

Haarausfall bei Frauen | Was tun | Ursachen | Vorbeugung | Erklärungen | Therapie

Weitere Ursachen für Haarausfall

Neben dem erblich bedingten Haarausfall, Stress und Erkrankungen können auch weitere Ursachen für (vorübergehenden) Haarausfall bei Männern sorgen:

  • Autoimmunerkrankungen
  • Hormonelle Überempfindlichkeit
  • Mangelernährung
  • Medikamente, z. B. Chemotherapie
  • Schilddrüsenprobleme
  • Jahreszeitenwechsel

Hoher Leistungsdruck und Stress im Alltag, sei es beruflich oder privat, können ebenfalls zu Haarausfall führen. Stress kann die Haarwurzeln schwächen und zu vorzeitigem Haarverlust führen.

Auch emotionaler Stress, wie eine Scheidung oder der Tod eines geliebten Menschen, kann vorübergehend zu Haarausfall führen.

Bestimmte Erkrankungen oder ein Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Aminosäuren und B-Vitaminen können Haarausfall verursachen. Hierbei bleibt die Haarwurzel oft intakt, bekommt jedoch nicht genügend Nährstoffe. Dadurch verkürzt sich die Lebensdauer des Haares und es fällt vorzeitig aus.

Zu heißes Wasser, heiße Föhnluft, aggressive Shampoos, reibende Mützen, grobe Kämme und Bürsten. Auch dieser physische Stress im Rahmen des Stylings und die falsche Haarpflege können Ursachen für den Haarausfall bei Männern sein.

Diagnose von Haarausfall

Die Diagnose von Haarausfall erfolgt in der Regel durch einen Dermatologen.

Weitere Diagnosemöglichkeiten sind:

  • Mikroskopie der Haarwurzeln (Trichogramm)
  • Phototrichogramm und Trichoscan

Mikroskopie der Haarwurzeln (Trichogramm)

Hiermit kann überprüft werden, wie viele Haare sich im Wachstum befinden und wie viele aufgehört haben zu wachsen. Dafür wird eine bestimmte Anzahl an Haaren ausgezupft und unter dem Mikroskop analysiert.

Mit dem Trichogramm lässt sich einschätzen, wie hoch der Haarverlust sein wird und wie wahrscheinlich die Haare nachwachsen. Zudem kann man die Haarwurzeln auf Schäden untersuchen.

Phototrichogramm und Trichoscan

Hier werden kleine Haarareale rasiert und angefärbt, ohne die Haare auszupfen zu müssen. Die angefärbten Bereiche werden direkt nach dem Rasieren und einige Tage später fotografiert.

Ein Vorher-Nachher-Vergleich erlaubt es dann, das Wachstumspotenzial genauer einzuschätzen. Schäden an den Haarwurzeln lassen sich damit nicht beurteilen.

Hierbei handelt es sich um ein Verfahren, mit dem die Haarzahl, die Haardichte und das Verhältnis der Haare in der Wachstums- und Ruhephase bestimmt werden.

Behandlung von Haarausfall

Ob eine Therapie notwendig ist und welche Art der Behandlung in Frage kommt, entscheidet die Art und die Ursache des Haarausfalls. Ist ein krankhafter oder übermäßiger Haarausfall festgestellt, bieten sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten an.

Dies können anzuwendende Tinkturen, Medikamente zur Einnahme, Nahrungsergänzungsmittel, Mesotherapien (Injektionen mit homöopathischen oder niedrig dosierten Medikamenten) oder die Eigenblutbehandlung mit PRP-Plasma sein.

Bei anlagebedingtem Haarausfall können Präparate mit den Wirkstoffen Minoxidil oder Finasterid helfen. Kreisrunder Haarausfall wird häufig mit Kortison behandelt. In vielen Fällen muss man die Behandlung selbst zahlen.

Wenn die Behandlung von Haarausfall kein zufriedenstellendes Ergebnis liefert, entscheiden sich viele Betroffene für einen Haarersatz. Moderne Perücken und Haarteile bieten eine natürliche Optik, können individuell angepasst werden und schützen die Kopfhaut vor UV-Strahlung und Verletzungen.

Anders die Haartransplantation: Bei dieser Methode werden gesunde Haarfollikel aus einem Spenderbereich (meist vom Hinterkopf) entnommen und in die kahlen Stellen transplantiert.

Männer, die frühzeitig mit einer Behandlung der restlichen Haare beginnen, können den Haarausfall stoppen oder zumindest verlangsamen und für mehr Volumen beim verbleibenden Haar sorgen.

Allgemeine Tipps zur Behandlung von Haarausfall

  • Konsultieren Sie einen Dermatologen, um die genaue Ursache des Haarausfalls zu bestimmen und die passende Behandlung zu wählen.
  • Vermeiden Sie aggressives Bürsten und zu straffe Frisuren, die an der Haarwurzel ziehen und das Haar schädigen können. Verwenden Sie milde Shampoos und Pflegemittel, um die Kopfhaut gesund zu halten und Haarbruch zu verhindern.
  • Vermeiden Sie heiße Haarbehandlungen wie Föhnen oder chemische Behandlungen, die das Haar schwächen und Haarausfall verursachen können.
  • Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen, Zink und B-Vitaminen ist, um die Gesundheit der Haarwurzeln zu unterstützen.
  • Reduzieren Sie Stress durch regelmäßige Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation oder autogenes Training, um den negativen Einfluss von Stress auf das Haarwachstum zu minimieren.
  • Massieren Sie täglich Ihre Kopfhaut für etwa zwei Minuten, um die Durchblutung zu fördern und die Nährstoffversorgung der Haarwurzeln zu verbessern.

Wirkstoffe zur Behandlung von Haarausfall

Viele Männer wissen nicht, dass eine Kombination aus verschiedenen Wirkstoffen und einer gesunden Lebensweise den Haarausfall deutlich verlangsamen kann. Insbesondere die Anwendung von Minoxidil und die Einnahme von Biotin haben in klinischen Studien positive Ergebnisse gezeigt.

Hier sind einige der bekanntesten Wirkstoffe, die Männern bei der Behandlung von Haarausfall helfen können:

Wirkstoff Wirkung
Minoxidil Verbessert die Durchblutung der Haarfollikel und verlängert die Wachstumsphase des Haares.
Finasterid Blockiert das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), welches die Haarfollikel schrumpfen lässt und so den Haarausfall verursacht.
L-Cystein Unterstützt die Bildung von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haarstruktur.
Methionin Fügt sich in die Keratinstruktur ein und kann so das Haarwachstum fördern.
Biotin (Vitamin B7) Ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt, einschließlich der Bildung von Keratin.

Auch Heilkräuter und andere natürliche Inhaltsstoffe werden seit Jahrhunderten gegen den Haarausfall bei Männern eingesetzt:

  • Mariendistel-Extrakt
  • L-Lysin
  • Buschklee
  • Heidelbeer-Extrakt
  • Schachtelhalm-Extrakt
  • Frauenhaarfarn

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