Viele Frauen leiden unter Haarausfall, ein Problem, das oft als reine "Männersorge" abgetan wird. Doch auch Frauen können von Geheimratsecken und dünner werdendem Haar betroffen sein. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für Haarausfall bei Frauen, insbesondere im Zusammenhang mit Frisuren wie Pferdeschwänzen und Ponys, und bietet umfassende Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten und Styling-Tipps.
Von sogenannten Geheimratsecken spricht man, wenn sich am Haaransatz kahle Stellen bilden. Diesen Begriff kennt man unter anderem von Männern, bei denen das Haarwachstum im Alter nachlässt. Aber ebenso betrifft das Beauty-Problem häufig auch Frauen, z.B. nach einer Schwangerschaft.
Die Gründe für Haarausfall und damit verbundene Geheimratsecken sind vielfältig. Oftmals ist dieser erblich bedingt, also eine genetisch bedingte Veranlagung. Selten kann Haarschwund im Schläfenbereich und damit verbundene Geheimratsecken bei Frauen auch Symptom einer Krankheit sein. So können bestimmte Erkrankungen der Schilddrüse, atopischen Erkrankungen, Vitiligo, bestimmte Autoimmunerkrankungen oder Zöliakie mit Haarausfall einhergehen.
Auch auf einen Nährstoffmangel könnte Haarausfall zurückzuführen sein. Besonders Zink, Biotin und bestimmte Fettsäuren sowie Vitamin D sind wichtig für gesundes Haar und tragen zu einem normalen Haarwachstum bei. Erhöhter Stress über einen längeren Zeitraum, die Einnahme bestimmter Medikamente sowie bestimmte Styling-Angewohnheiten wie beispielsweise das Tragen eines streng nach hinten gebundenen Zopfes können noch weitere Gründe für Haarausfall sein.
Ich erfuhr, dass ausgerechnet meine Vorliebe für Pferdeschwänze, Dutts und Co. zumindest teilweise für mein Problem verantwortlich sein könnte, da wiederholtes Ziehen an der Haarwurzel der Haargesundheit schadet. Offiziell nennt sich das Traktionsalopezie und ist tatsächlich eine der wahrscheinlichsten Ursachen eines fliehenden Haaransatzes bei jüngeren Frauen, erklärt mir die Trichologin Kate Holden. „Traktionsalopezie ist ein durch konsequentes Ziehen an der Haarwurzel verursachter Haarverlust, zu dem es meistens wegen straffer Frisuren wie Zöpfen oder Dutts oder dem übermäßigem Gebrauch von Extensions kommt“, sagt sie.
Dafür sind insbesondere Schwarze Frauen anfällig, da viele von ihnen über lange Zeit hinweg straff geflochtene Haarstyles tragen. Kates Behandlungsrat gegen diese Form von Haarverlust: Verzichte (weitestgehend) auf Frisuren, die an der Haarwurzel zerren, und am besten ebenfalls auf Clip-in-Extensions. „Wenn du diese Haarstyles vermeidest, wird sich das Haar allmählich erholen - obwohl es auch sein kann, dass es nicht mehr nachwächst, wenn du diese Frisuren schon seit vielen Jahren trägst“, warnt Kate.
Am einfachsten ist die Bekämpfung der Traktionsalopezie durch Vermeidung des Auslösers. Konkret bedeutet das, nicht ständig die gleiche Frisur zu tragen - gönne deinem Haar immer wieder Erholungspausen, indem du es offen trägst oder nur locker hochsteckst. Falls du unbedingt einen Zopf tragen möchtest, wickle dein Haargummi nicht so oft um deine Haare, bis kein Spielraum mehr vorhanden ist, und ziehe es nicht zu fest an deinen Kopf. Ein Zopf kann auch dann gut aussehen, wenn das Haar nur locker zusammengehalten wird.
Wirkt das Eigengewicht deines langen, dicken Haars - trotz locker geformter Stylings - belastend auf die Haarwurzeln, solltest du erwägen, ein paar Zentimeter davon abschneiden zu lassen. Achte darauf, dass du dein Haar nicht anderweitig überstrapazierst, indem du es häufiger bürstest oder glättest.
Traktionsalopezie ist nicht die einzige mögliche Ursache für Haarausfall bei Frauen - vor allem nicht in stressigen Zeiten wie diesen. Die Trichologin Stephanie Sey erklärt mir, dass stressbedingter Haarverlust (der sich übrigens Telogen-Effluvium nennt) viele potentielle Auslöser hat - zum Beispiel große Operationen oder schwierige Lebensphasen… wie eben eine Pandemie. „Haarverlust verteilt sich normalerweise gleichmäßig über den Kopf, zeigt sich aber manchmal am Haaransatz etwas deutlicher“, sagt Stephanie.
Dabei sorgt der Stress dafür, dass das Haar sprunghaft von der Wachstums- direkt in die Ruhephase wechselt, die dem Ausfall vorausgeht. Das heißt, dass das Haar erst einige Monate nach dem Auslöser ausfällt. „Der Haaransatz geht also nicht mit einem Mal plötzlich zurück, sondern schrittweise. Ab etwa drei Monaten nach dem Auslöser siehst du dann für gewöhnlich kleine nachwachsende Haare rund um den Ansatz“, fügt die Trichologin hinzu.
Auch stressbedingte Erkrankungen wie Trichotillomanie können zum Haarverlust rund um den Ansatz beitragen. Diese Zwangsstörung sorgt bei Betroffenen für ein Gefühl der Erleichterung, wenn sie sich Haare, Wimpern oder Augenbrauen ausreißen. Und während Stephanie zwar betont, dass sich der Haarverlust in diesem Fall ausschließlich auf die Stellen beschränkt, an denen ohnehin schon an den Haaren gezerrt wird, betrifft das bei den meisten Frauen eben den Haaransatz.
Abgesehen vom Stress steht eine der häufigsten Ursachen für Haarverlust unter Frauen im Zusammenhang mit der Entbindung; das nennt sich postpartales Effluvium bzw. Postpartum-Haarausfall. Eine Schwangerschaft stärkt die Produktion von Östrogen - einem Hormon, das der Kopfhaut dabei hilft, an Haaren „festzuhalten“, die sie sonst bereits abgestoßen hätte. Wenn die Östrogenproduktion nach der Schwangerschaft wieder abnimmt, fallen all diese zusätzlichen Haare in kurzer Zeit aus. Dadurch denken Betroffene häufig, plötzlich starken Haarverlust zu haben.
Der postpartale Haarausfall ist zum Glück nur vorübergehend; trotzdem kannst du etwas unternehmen, um diese Phase schnell abzuhaken. Expert:innen empfehlen stimulierende Kopfmassagen, eine protein- und eisenreiche Ernährung, Haar-Supplements wie von Viviscal und Shampoos, die das Haar und seine Wurzeln stimulieren, um ihm einen kleinen Boost zu verleihen.
Bei manchen Frauen geht der Haarverlust rund um den Ansatz und die Schläfen auch auf ein chronisches Hormonungleichgewicht zurück. Ein typischer Fall dafür ist das Polyzystische Ovarsyndrom (PCOS), von dem in Deutschland etwa eine Million Frauen betroffen sind. Das liegt daran, dass der betroffene Körper übermäßig viele Androgene (männliche Hormone) produziert. „Frauen mit PCOS haben meist zwei bestimmte Haarprobleme“, erklärt mir die Dermatologin Dr. Anjali Mahto. „Sie leiden oft unter besonders starkem Haarwachstum im Gesicht oder am Körper (oft ähnlich wie bei Männern; das nennt sich Hirsutismus), verlieren aber gleichzeitig Haare am Oberkopf, meist am Ansatz und den Schläfen.“
Für PCOS-bedingten Haarverlust gibt es glücklicherweise einige mögliche Lösungen. Manchen Frauen hilft die Einnahme der Pille, weil sie die Wirkung männlicher Hormone - die für den Haarverlust verantwortlich sind - einschränken. Außerdem gibt es Medikamente wie beispielsweise das Blutdruckmittel Spironolacton, das aber auch beim Haarwachstum helfen kann, meint Dr. Mahto.
Es gibt einiges, das man gegen Haarausfall und auch speziell gegen Geheimratsecken bei der Frau tun kann. Natürlich ist es wichtig, dass du erst einmal herausfindest, mit welcher Art Haarausfall du es zu tun hast. Danach kannst du dich an die Bekämpfung machen. Die gute Nachricht: Erblich bedingter Haarausfall kann gestoppt werden. Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten.
Du solltest dich gesund und ausgewogen ernähren, damit es gar nicht erst zu Mangelerscheinungen kommt, die Haarausfall verursachen könnten.
Wie viele Frauen tatsächlich unter Haarausfall leiden, sieht man nirgendwo so deutlich wie in den sozialen Netzwerken, wo viele Vlogger und Influencer ihre Erfahrungen teilen.
Chriselle Lim zeigt, wie sie mit einer Kombi aus Eyeliner, Contouring-Sticks und Puder ihren Ansatz kaschiert. Wer da dann doch lieber beim regulären Make-up bleiben möchte, hat inzwischen zum Glück eine große Auswahl an Produkten, die versprechen, einen zurückgehenden Ansatz zu kaschieren, indem sie die echte Haarfarbe imitieren. Einige der beliebtesten Produkte sind zum Beispiel das Root Cover-Up Ansatzpuder von Color Wow, der Josh Wood Colour Root Marker oder der Haarstylist:innen-Favorit von Rita Hazan, der Root Concealer. Beide lassen sich einfach auftragen. Wenn du deinem ganzen Haar ein bisschen mehr optische Fülle verleihen willst, sind Ansatz-Sprays die beste Wahl - wie zum Beispiel das L’Oréal Paris Magic Retouch Spray, das es in zahlreichen Nuancen gibt.
Ein neuer, schmeichelhafter Schnitt kann deinem angeknacksten Selbstbewusstsein schnell wieder auf die Sprünge helfen, wenn du auf Ansatz-Schminke verzichten möchten. Laut Anita Rice, Gründerin des Haarstudios Buller and Rice, vermeidest du dazu am besten lange Frisuren mit starkem Scheitel, um zu vermeiden, dass das Haar von seinem eigenen Gewicht heruntergezogen wird und sich kahle Stellen so umso deutlicher zeigen. Stattdessen empfiehlt sie kürzere Frisuren, die das Haar dicker und dichter aussehen lassen.
„Versuche, die Länge dabei über den Schultern zu halten“, rät Anita. „Ponys verstecken einen zurückgehenden Haaransatz super und sorgen für Extra-Volumen“, meint Anita.
Deine Haarwurzeln kannst du langfristig stärken, indem du sie mit wichtigen Mikronährstoffen versorgst, die sie für ein gesundes Wachstum benötigen:
Wende eine Haarpflege an, die den Haarausfall bekämpft und die notwendigen Nährstoffe enthält. Achte bei der Haarwäsche darauf, nicht zu stark über die Kopfhaut zu reiben oder an den Haaren zu ziehen. Damit du sie leichter durchkämmen kannst, solltest du einen Conditioner verwenden.
Im Alltag kannst du noch mehr tun, damit deine Haarwurzeln wieder aufatmen können:
Auch im Teenageralter kann es zu Haarausfall kommen. Hormonelle Probleme, schlechte Ernährung, unbewusstes Ziehen an den Haaren oder Alopezie können die Ursachen sein.
Auch wenn dein Haar dünner wird, muss man es nicht unbedingt sehen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, schütteres Haar so zu stylen, dass es voller aussieht.
Wenn dünner werdendes Haar ein Grund zur Besorgnis ist, haben die Produkte von Nioxin zur Haarverdichtung nachweislich Wirkung gezeigt. Im Gegensatz zu anderen Produkten, die dünner werdendes Haar nur kaschieren, verfolgt Nioxin einen innovativen Ansatz, der von der hochwertigen Hautpflege inspiriert ist. Die Produkte von Nioxin machen dünner werdendes Teenagerhaar gesund, erfrischt und stärker. Sie sind für alle Haartypen geeignet und helfen, die Feuchtigkeit wiederherzustellen, während sie die Haarstruktur und -dichte verbessern.
Haarausfall bei Frauen ist ein komplexes Thema mit vielfältigen Ursachen. Eine frühzeitige Diagnose und die richtige Behandlung sind entscheidend, um den Haarverlust zu stoppen und das Selbstbewusstsein wiederzugewinnen. Mit den richtigen Styling-Tipps und einer gesunden Lebensweise können Frauen ihren Haaransatz kaschieren und ihr Haarwachstum fördern.
| Ursache | Behandlung/Lösung |
|---|---|
| Traktionsalopezie | Vermeidung straffer Frisuren, gesunde Haarpflege |
| Stress | Stressbewältigungstechniken, Entspannung |
| Postpartaler Haarausfall | Stimulierende Kopfmassagen, proteinreiche Ernährung |
| PCOS | Hormonelle Behandlung (Pille, Spironolacton) |
| Genetische Veranlagung | Minoxidil, Kopfmassagen, Koffein-Shampoos |
tags: #Haarausfall #Ursachen #Frau #Pony
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