Glatze mit Haaren: Ursachen und Lösungen für Männer

Haarausfall kann das Selbstbewusstsein erheblich beeinträchtigen und viele Männer fühlen sich dadurch in ihrem Alltag eingeschränkt. Dieser „Glatzen Guide“ befasst sich mit den Anzeichen und Symptomen von Haarausfall. Es ist wichtig zu wissen, dass androgenetische Alopezie nicht die einzige Ursache für Haarausfall und Kahlheit ist. So belastend der Haarausfall auch ist, es gibt Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und einem weiteren Haarausfall entgegenzuwirken.

Ursachen von Haarausfall und Glatzenbildung

Wie kommt es also überhaupt zu Haarausfall? Um Haarausfall besser zu verstehen, muss man zunächst wissen, wie das Haar wächst. Haare wachsen in drei Phasen: der Wachstumsphase, der Übergangsphase und der Ruhephase.

  • Wachstumsphase (Anagenphase): Das Haar wächst aktiv. Diese Phase dauert typischerweise zwischen zwei bis sechs Jahren. Das Haar wächst dann gleichmäßig etwa einen Zentimeter pro Monat. Etwa 85 bis 90 % unserer Haare befinden sich gleichzeitig in der Wachstumsphase.
  • Übergangsphase (Katagenphase): In der etwa zweiwöchigen Übergangsphase befinden sich dauerhaft nur 1 % unserer Haare. In dieser Phase hört das Haar auf zu wachsen, und der Haarfollikel schrumpft.
  • Ruhephase (Telogenphase): In dieser rund dreimonatigen Phase befinden sich ca. 9 % unserer Haare. Das Haar ruht und fällt schließlich aus, um Platz für neues Haar zu machen. Anschließend beginnt der Zyklus von vorne, indem ein neues Haar im Follikel wächst.

Haarausfall wird sichtbar, wenn mehr Haare ausfallen als nachwachsen.

Die häufigsten Ursachen für Haarausfall bei Männern sind:

  1. Androgenetische Alopezie: Im Allgemeinen wird der Begriff „Androgene Alopezie“ verwendet, und als solche weist sie alle Symptome auf. Sie ist eine der häufigsten Krankheiten weltweit und kann Sie in jedem Alter treffen, sogar schon in Ihren Zwanzigern. Obwohl alle Symptome miteinander verbunden sind, ist die Genetik der größte Einflussfaktor für die Entwicklung von androgenetischer Alopezie. Das liegt daran, dass Sie aufgrund Ihrer familiären Veranlagung möglicherweise empfindlicher sind und mehr Androgene produzieren. Wie bereits erwähnt, kann ein hoher Spiegel dieser Sexualhormone wie DHT die Qualität und Quantität der Haare beeinträchtigen. Bei Männern, die von dieser Krankheit betroffen sind, wird sich der Haaransatz zweifellos zurückbilden, und die Kopfhaut wird merklich dünner.
  2. Alopecia areata: Wenn Sie in einem bestimmten Bereich Ihrer Kopfhaut unter Haarausfall leiden, haben Sie möglicherweise Alopecia areata entwickelt. Alopecia areata hat viele Unterformen.
  3. Traktionsalopezie: Bei der Traktionsalopezie fallen die Haare aufgrund wiederholter und starker Belastung aus.
  4. Toxische Alopezie: Wenn Sie sich kürzlich von einer schweren Krankheit erholt haben und Haarausfall bemerken, kann es sich um toxische Alopezie handeln.
  5. Narbige Alopezie: Narbenalopezie ist eine entzündliche Erkrankung, bei der die Haarfollikel zerstört und durch Narbengewebe ersetzt werden. Erkrankungen wie Lupus, Sarkoidose, Tuberkulose, Pilzinfektionen der Haut und Krebserkrankungen können die Krankheit auslösen. Zu den Symptomen gehören Juckreiz, ein brennendes Gefühl oder eine übermäßige Empfindlichkeit der Haut gegenüber Berührungen. Es gibt jedoch viele verschiedene Formen der narbigen Alopezie.
  6. Telogenes Effluvium: Telogenes Effluvium ist eine häufige Form des Haarausfalls, die durch hohe Stress- und Schockbelastungen ausgelöst wird. Auch andere Lebensereignisse wie eine Krankheit, eine Operation oder ein dramatischer Gewichtsverlust können eine Rolle bei der Entstehung spielen.
  7. Tinea capitis: Tinea capitis, auch bekannt als Ringelflechte, ist ein Ausschlag, der durch eine Pilzinfektion verursacht wird.
  8. Psychischer Stress: Hoher Leistungsdruck und Stress im Alltag, sei es beruflich oder privat, können ebenfalls zu Haarausfall führen. Stress kann die Haarwurzeln schwächen und zu vorzeitigem Haarverlust führen. Wer langanhaltend großen Stress verspürt, kann dadurch Haarausfall provozieren. Auch emotionaler Stress, wie eine Scheidung oder der Tod eines geliebten Menschen, kann vorübergehend zu Haarausfall führen.
  9. Erkrankungen und Nährstoffmangel: Bestimmte Erkrankungen oder ein Mangel an wichtigen Nährstoffen wie Aminosäuren und B-Vitaminen können Haarausfall verursachen. Hierbei bleibt die Haarwurzel oft intakt, bekommt jedoch nicht genügend Nährstoffe. Dadurch verkürzt sich die Lebensdauer des Haares und es fällt vorzeitig aus.
  10. Falsche Haarpflege: Zu heißes Wasser, heiße Föhnluft, aggressive Shampoos, reibende Mützen, grobe Kämme und Bürsten. Auch dieser physische Stress im Rahmen des Stylings und die falsche Haarpflege können Ursachen für den Haarausfall bei Männern sein.
  11. Weitere Ursachen: Neben dem erblich bedingten Haarausfall, Stress und Erkrankungen können auch weitere Ursachen für (vorübergehenden) Haarausfall bei Männern sorgen:
    • Autoimmunerkrankungen
    • Hormonelle Überempfindlichkeit
    • Mangelernährung
    • Medikamente, z. B. Chemotherapie
    • Schilddrüsenprobleme
    • Jahreszeitenwechsel
    Diese vielfältigen Ursachen zeigen, dass Haarausfall bei Männern durch eine Kombination aus genetischen, körperlichen und emotionalen Faktoren ausgelöst werden kann. Für die Behandlung von Haarausfall ist es wichtig, die genaue Ursache zu identifizieren, um geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen zu können.

Haarausfall bei Männern: Häufigkeit, Arten, Ursachen

Formen des Haarausfalls

  • Geheimratsecken: Geheimratsecken gelten als erste Anzeichen des erblichen bedingten Haarausfalls bei Männern, der schlussendlich zur Glatze führen kann. Bei Geheimratsecken fallen die Haare nach und nach an einer spitz zulaufenden kahlen Stelle oberhalb der Schläfen aus. Dieser Prozess ist meist genetisch bedingt und kann durch das Hormon Dihydrotestosteron (DHT) verstärkt werden, das die Haarfollikel schrumpfen lässt.
  • Kreisrunder Haarausfall: Kreisrunder Haarausfall, auch als Alopecia areata bekannt, wird nicht durch genetische Faktoren verursacht. Stattdessen entstehen bei den betroffenen Männern scharf begrenzte, kahle Stellen auf der Kopfhaut. Diese Art des Haarausfalls kann durch Autoimmunerkrankungen oder als Reaktion auf starken Stress ausgelöst werden. Dabei greift das Immunsystem fälschlicherweise die Haarfollikel an.
  • Diffuser Haarausfall: Beim diffusen Haarausfall kommt es zu einem schnellen und gleichmäßigen Haarverlust über den gesamten Kopf hinweg. Diese Art des Haarausfalls kann durch verschiedene Faktoren wie die Einnahme bestimmter Medikamente, Strahlentherapie, Stoffwechselstörungen, Nährstoffmangel oder Schilddrüsenprobleme ausgelöst werden.

Behandlung von Haarausfall

Die schlechte Nachricht vorneweg: Erblich bedingter Haarausfall ist bei Männern weder heilbar noch umkehrbar. Die gute Nachricht ist aber: Männer, die frühzeitig mit einer Behandlung der restlichen Haare beginnen, können den Haarausfall stoppen oder zumindest verlangsamen und für mehr Volumen beim verbleibenden Haar sorgen.

Allgemeine Maßnahmen zur Behandlung von Haarausfall:

  • Früherkennung und Diagnose: Konsultieren Sie einen Dermatologen, um die genaue Ursache des Haarausfalls zu bestimmen und die passende Behandlung zu wählen.
  • Sanfte Haarpflege: Vermeiden Sie aggressives Bürsten und zu straffe Frisuren, die an der Haarwurzel ziehen und das Haar schädigen können. Verwenden Sie milde Shampoos und Pflegemittel, um die Kopfhaut gesund zu halten und Haarbruch zu verhindern.
  • Vermeidung von Haarschäden: Vermeiden Sie heiße Haarbehandlungen wie Föhnen oder chemische Behandlungen, die das Haar schwächen und Haarausfall verursachen können.
  • Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen, Zink und B-Vitaminen ist, um die Gesundheit der Haarwurzeln zu unterstützen.
  • Nahrungsergänzung: Bei Bedarf können Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, um Nährstoffdefizite auszugleichen.
  • Stressreduktion: Reduzieren Sie Stress durch regelmäßige Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation oder autogenes Training, um den negativen Einfluss von Stress auf das Haarwachstum zu minimieren.
  • Kopfhautmassage: Massieren Sie täglich Ihre Kopfhaut für etwa zwei Minuten, um die Durchblutung zu fördern und die Nährstoffversorgung der Haarwurzeln zu verbessern.

Medikamentöse Behandlung:

Wenn der Haarausfall trotz der genannten Gegenmaßnahmen weiter fortschreitet, besprechen Sie mit Ihrem Arzt rezeptfreie und verschreibungspflichtige Medikamente.

  1. Minoxidil: Besser bekannt als Rogaine, ist Minoxidil ein beliebtes Medikament, das von vielen, die Haare verlieren, verwendet wird. Durch die Senkung des Hormonspiegels im Körper trägt das Medikament vermutlich dazu bei, das Wachstum der Haarfollikel zu verlängern und das Schrumpfen zu begrenzen.
  2. Finasterid und Dutasterid: Dutasterid ist ein weiteres Medikament, das darauf abzielt, den DHT-Spiegel im Körper zu senken. Es ist ein Wirkstoff, um den Haarausfall zu begrenzen und zu verhindern, bevor es zu größeren Schäden gekommen ist. Wie Finasterid hemmt es die Alpha-Reduktase-Enzyme des Typs 2 an der DHT-Produktion. Es wirkt, indem es die Produktion von Androgenen im Körper, einschließlich DHT, verlangsamt und einschränkt.
  3. Hormontherapie: Wenn ein Hormonungleichgewicht die Ursache für Ihren Haarausfall ist, kann diese Behandlung ein wirksames Mittel zur Verbesserung der Haardichte sein.

Ästhetische Optionen:

  • Microneedling: Studien belegen, dass Microneedling die Wirksamkeit von haarwachstumsstimulierenden Mitteln erhöht. Die Ergebnisse unterstützen die Verwendung von Dermarollern zur Behandlung von Haarausfall.
  • Platelet-Rich Plasma (PRP): PRP ist zwar noch relativ neu, aber die Ergebnisse sind vielversprechend, auch wenn eine kontinuierliche Behandlung erforderlich ist, um die Ergebnisse zu erhalten. Manche Therapeuten bieten diese, auch als Eigenbluttherapie bezeichnete, Behandlung zur Förderung des Haarwachstums an. Dabei wird Plasma aus Ihrem eigenen Blut in die Kopfhaut injiziert.
  • Low-Level-Lasertherapie: Eine weitere innovative Behandlung gegen Haarausfall ist die Low-Level-Lasertherapie.
  • Haartransplantation: Eine Haartransplantation bietet eine dauerhafte Lösung für Ihr Haarausfallproblem. Bei fortgeschrittenem Haarausfall kann eine Haartransplantation für viele Männer eine dauerhafte Lösung bieten. Hierbei werden gesunde Haarfollikel in kahlen Bereiche verpflanzt.
  • Haarpigmentierung (Scalp Micropigmentation - SMP): Die Haarpigmentierung, auch bekannt als Mikropigmentierung, ist eine hoch spezialisierte Technik, bei der winzige, natürliche Farbpigmente in die oberste Schicht der Kopfhaut eingebracht werden. Dabei werden mikroskopisch kleine Punkte oder Striche erzeugt, die das Erscheinungsbild von Haarfollikeln nachahmen.
    • Natürliches Aussehen: Die Haarpigmentierung wird von erfahrenen Spezialisten durchgeführt, die darauf geschult sind, ein äußerst realistisches Ergebnis zu erzielen.
    • Schnelle Ergebnisse: Im Gegensatz zu langwierigen Behandlungen oder medizinischen Therapien, kannst du bei der Haarpigmentierung sofort Ergebnisse sehen.
    • Geringer Wartungsaufwand: Die Haarpigmentierung erfordert minimalen Pflegeaufwand. Du musst dir keine Gedanken über spezielle Shampoos oder aufwändige Frisuren machen.
    • Keine Schmerzen oder Narben: Im Gegensatz zu invasiven Verfahren wie Haartransplantationen oder Haarimplantaten ist die Haarpigmentierung schmerzfrei.

    Die Haarpigmentierung wird in spezialisierten Studios oder Kliniken von geschulten Experten durchgeführt.

    • Beratung: Der Prozess beginnt mit einer ausführlichen Beratung, bei der du deine Ziele und Erwartungen besprechen kannst.
    • Pigmentierung: Mithilfe spezieller Nadeln oder Nadelmodule werden die Pigmente sanft in die Haut eingebracht.

Tabelle: Übersicht über Wirkstoffe und ihre Funktionen

Wirkstoff Funktion
Minoxidil Verbessert die Durchblutung der Haarfollikel und verlängert die Wachstumsphase des Haares.
Finasterid Blockiert das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), welches die Haarfollikel schrumpfen lässt.
L-Cystein Unterstützt die Bildung von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haarstruktur.
Methionin Fügt sich in die Keratinstruktur ein und kann so das Haarwachstum fördern.
Biotin (Vitamin B7) Beteiligt an der Bildung von Keratin und kann Haarausfall vorbeugen.
Mariendistel-Extrakt Stimuliert das Haarwachstum und bekämpft Haarausfall.
L-Lysin Fördert die Aufnahme von Eisen und Zink, die entscheidend für die Gesundheit der Haarfollikel sind.
Buschklee Normalisiert den Haarzyklus und verlangsamt dadurch den Haarausfall.
Heidelbeer-Extrakt Kann die Mikrozirkulation anregen und das Haarwachstum unterstützen.
Schachtelhalm-Extrakt Bekannt für seine haarwuchsfördernde Wirkung.
Frauenhaarfarn Trägt dazu bei, Haare und Nägel gesund zu erhalten und Haarausfall vorzubeugen.

Präventive Maßnahmen

  • Ernährung: Ihre Ernährung hat einen großen Einfluss auf die Qualität und Quantität Ihres Haares.
  • Körperliche Therapie: Kopfhautmassagen können das Haarwachstum fördern, indem sie die Blutzirkulation in der Kopfhaut verbessern.
  • Lebensstil: Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Rauchen und der männlichen Glatzenbildung geben kann.
  • Vermeiden Sie enge Frisuren: Bestimmte Frisuren, wie Zöpfe, Cornrows und enge Pferdeschwänze, können das Haar belasten und an ihm ziehen, so dass es leichter ausfallen kann.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente, die wir einnehmen, können als Nebenwirkung zu Haarausfall führen.

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