Haarausfall bei Meerschweinchen: Ursachen und Behandlung von Pilzinfektionen

Haarausfall bei Meerschweinchen kann verschiedene Ursachen haben. Meerschweinchenhalter sollten die häufigsten Erkrankungen kennen, um erste Anzeichen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können. Wichtig ist, auf jede Abweichung der Normalität beim „Meeri“ zu achten, sei es das Fressverhalten, der Stuhlgang, Haarausfall, Schwellungen, Kratzen und vieles mehr.

Zu den häufigsten Ursachen für Hautprobleme und Haarausfall bei Meerschweinchen gehören:

  • Pilzinfektionen
  • Parasitenbefall
  • Tumore und Geschwüre
  • Zahnprobleme
  • Schilddrüsenerkrankungen

Dieser Artikel konzentriert sich auf Pilzinfektionen als Ursache für Haarausfall bei Meerschweinchen.

Pilzinfektionen bei Meerschweinchen

Meerschweinchen neigen zu Pilzinfektionen. Einige Tiere können Träger des Pilzes sein, ohne Krankheitszeichen zu zeigen. Belastende Einflüsse wie unzureichende Ernährung, mangelhafte Haltung, Stress durch zu viele weitere Meerschweinchen können zum Ausbruch der Krankheit führen. Meist betroffen sind das Gesicht, der Kopf und die Ohren. Der Pilzbefall kann sich jedoch auch auf Rücken und Beine ausbreiten. Die Stellen jucken, das Meerschweinchen verliert dort Haare und es bildet sich gewöhnlich Schorf. Pilzinfektionen können auf andere Meerschweinchen sowie auf Menschen übertragen werden.

Beim Meerschweinchen am häufigsten vertreten ist T. mentagrophytes, welcher für ganze 97% der im Labor eingereichten Fälle verantwortlich ist. Weitere Hautpilzarten wie z.B. Microsporum (M.) canis (3 %), M. gypseum (3 %), T. terrestre (0,9 %), M. equinum (0,2 %) und M.

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Etwa 8,5% der Meerschweinchen sind Träger von Hautpilz ohne selbst daran zu erkranken. Ihr Abwehrsystem ist gut, so dass der Pilz keine Chance hat. Durch Stress, (nicht erkannte) Krankheiten und andere Faktoren, die das Immunsystem beeinträchtigen, kann der Hautpilz sich plötzlich ausbreiten, es kommt zu Haarausfall (oft, aber nicht immer kreisrund), Krusten und Kahlstellen mit Schuppen. Juckreiz zeigen hingegen nur etwa die Hälfte der Tiere. Besonders häufig wird Hautpilz beim Meerschweinchen an den Ohren, im Kopfbereich und weniger häufig an den Gliedmaßen festgestellt. Die Stelle(n) sind oft mit einem weißlichen Schleier überzogen, schorfig (Schuppen), wund oder sogar nässend, ähnlich einer Wunde.

Die genaue Diagnose stellt der Tierarzt anhand des klinischen Bildes und durch das Anlegen einer Kultur (Hautgeschabsel oder Haarprobe), dies dauert jedoch meistens eine gute Woche. Einige, aber nicht alle Pilzarten leuchten unter einer UV-Lampe auf (Fluoreszenz). Eine schnellere und zuverlässige Diagnose ist durch eine Dermatophyten-PCR im Labor möglich, der Tierarzt entnimmt dafür eine Probe von Haut und Haaren.

Symptome von Hautpilz bei Meerschweinchen:

  • Haarausfall (oft kreisrund)
  • Schuppenbildung
  • Rötungen
  • Juckreiz
  • Entzündungen
  • Krusten und Kahlstellen

Wird ein Pilz nicht behandelt, werden großflächige Bereiche der Haut betroffen sein. Das ständige Aufkratzen der betroffenen Stellen kann Infektionen begünstigen.

Ursachen, die Hautpilz begünstigen bzw. auslösen:

  • Andere (chronische) Krankheiten, die das Meerschweinchen schwächen
  • Antibiotikagaben
  • Cortisongabe (schwächt das Immunsystem)
  • Andere Hautkrankheiten, auf die sich ein Pilz setzt
  • Feucht-warmes Klima durch schlechte Belüftung, Isolierungen, luftdichter Abdeckung („Stallhüllen für den Winter“), etc.
  • Unharmonische Gruppen, Vergesellschaftung, Rangordnungskämpfe
  • Schlechtes Handling, häufiges Hochnehmen, Herumtragen, Kuscheln mit dem Meerschweinchen
  • Unhygienische oder feuchte Umgebung, seltenes Ausmisten

Da das Immunsystem des Meerschweinchens augenscheinlich geschwächt ist, müssen Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems getroffen werden.

Vorbeugende Maßnahmen:

  • Ständige Kontrolle der Tiere
  • Luftfeuchtigkeit auf einem gesunden Maß halten
  • Stress vermeiden

Der Tierarzt wird bei einem Verdacht auf Pilzbefall zunächst etwas Haut abschaben und eine Haarprobe nehmen. Damit wird eine Kultur angelegt um zu bestimmen um welchen Hautpilz es sich handelt.

Behandlung & Pflege: Was kann man gegen Hautpilz tun?

Wichtig ist, grundsätzlich die Ursache zu finden und abzustellen. Hat das Meerschweinchen gute Haltung in einem großen Gehege, ein Partnertier und ist keinem Stress ausgesetzt, sollte die ursächliche Erkrankung gefunden werden. Oft sind es versteckte Erkrankungen wie z. Ohrenentzündungen oder Gebärmuttererkrankungen, welche das Tier chronisch schwächen.

Je nach der Art des Pilzes und der Stärke des Befalls gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Bei schwachem Pilzbefall können noch einfache Hausmittel helfen. Die betroffenen Stellen werden dann zum Beispiel mehrmals täglich (ca. es aus, die befallenen Stellen 2 x tägl. Antimykotika zu behandeln. sollten geschoren und mitbehandelt werden.

Besteht kein Juckreiz oder ist dieser abgeklungen, können einfach wirkende Mittel eingesetzt werde, empfehlenswert sind Mittel mit dem Wirkstoff Clotrimazol (Beispielsweise Canesten®, Clotrimazol AL 1%® oder Clotrigalen®) oder mit dem Wirkstoff Terbinafin (Beispielsweise Terbinafinhydrochlorid AL 10mg®, Terbisil 10mg/g, Terbiderm 10mg/g 15 Gramm N1 oder Lamesil®).

Besteht starker Juckreiz, kann kurzzeitig Surolan® angewendet werden. Sekundärinfektionen auftritt. Surolan® wirkt auch stark rückfettend und beugt damit Hautreizugen vor. Allerdings enthält es eine geringe Menge Cortison (Prednisolon), bei längerer Angwendung besteht die Gefahr von Leberschäden. erhältlich - wichtig ist, dass es vor Gebrauch gut geschüttelt wird. aufbringen.

Bei stärkerem Pilzbefall können Medikamente wie Imaverol® (wird verdünnt und anschließend auf die Haut aufgesprüht), Lamicil Once (wird auf die Haut aufgetragen) oder Itrafungol (wird oral eingenommen) helfen. verabreicht wird. Der Kopf des Tieres ist beim Sprühen zu schützen. Imaverol trocknet die Haut stark aus. Es ist darauf zu achten, die Haut hin und wieder mit einer leicht fettenden Salbe zu behandeln und mehr Sonnenblumenkerne zu verabreichen. nachwächst! Die Mindestbehandlungsdauer ist 3 Wochen, häufig ist eine längere Behandlung nötig.

Bei größeren Ausdehnungen (ist der Pilzbefall größer als 2 Euro) ist es ratsam, mit einem oralem Medikament zu therapieren. Program® (Lufenuron) oder Itrafungol® (Itraconazol) können oral verabreicht werden. Tier ist und durch die Verabreichungsform weniger Stress verursacht. verabreicht, eine dreimalige Anwendung reicht aus. Program ist zwar eigentlich ein Mittel gegen Insekten (Würmer, Flöhe etc.), da aber Zellwände von Pilzzellen aus ähnlichen Stoffen bestehen, wie der Panzer der Parasiten, wirkt Program auch hier und zerstört die Wände der Pilzzellen. jeweils eine Woche Behandlungspause. Itrafungol-Behandlung demnach 5 Wochen.

weitergeführt werden, wenn das Fell schon nachwächst! Eine niedrige Dosierung führt zu einer längeren Behandlungsdauer. Stellen aufgetragen. Einmal täglich dünn auf die befallenen Stellen auftragen. den Heilungsprozess behindert.

Weitere wichtige Punkte bei der Behandlung:

  • Zusätzlich sollte das Immunsystem unterstützt und aufgebaut werden.
  • Fettsäuren, z.B. aus Leinöl, Leinsamen, Sonnenblumenkernen Schwarzkümmelsaaten oder deren Pressprodukte unterstützen die Heilung und Regeneration der Haut.
  • UV-Licht (UV-Lampe oder Sonnenlicht ohne Fensterglas dazwischen) wirkt ebenfalls heilungsfördernd.

Ansteckung: Ist der Hautpilz ansteckend?

Achtung! Hautpilz kann auf den Menschen übertragen werden. Kinder sollten von erkrankten Tieren ferngehalten werden.

Bei einem Befall kann dieser auf andere geschwächte Tiere oder den Menschen übertragen werden (Zoonose), deshalb ist Hygiene Pflicht. Allerdings sind Pilzsporen oft auf vielen Tieren zu finden ohne das diese erkranken, nur Tiere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind betroffen.

Ist ein Tier in der Gruppe befallen, so tragen die anderen Gruppenmitglieder oft bereits Pilzsporen, so dass eine Trennung wenig Sinn macht. Zudem setzt die Einzelhaltung und die Vergesellschaftung nach der Behandlung das Meerschweinchen unter starken Stress, so dass der Pilz kaum richtig abheilen kann bzw.

Weitere Informationen:

  • Bei einem Pilzbefall wird das Gehege gründlich gereinigt, Holzteile werden heiß ausgewaschen und anschließend für 40 Minuten bei knapp 100°C im Ofen ausgebacken werden (bitte dabei bleiben, sind die Holzteile zu trocken, dauert es nicht so lang!).
  • Heunester und Einstreureste müssen entsorgt werden.

Das ist notwendig um die Sporenmenge wieder auf ein normales und ungefährliches Maß zu reduzieren. Es ist zwar so, dass immer Pilz- und Schimmelsporen in Gehegen, an Einrichtungsgegenständen und in der Luft zu finden sind, aber bei einer Erkrankung nehmen diese Sporen überhand und vermehren sich massenhaft.

Es kommt bei Hauterkrankungen häufig zu Sekundärinfektionen, also zu weiteren Erkrankungen der Haut. Mitunter kommt es zu einer bakteriellen Dermatitis, einer Erkrankung, bei der die Haut von Bakterien angegriffen wird und es zu Juckreiz, Ausschlag und weiteren Symptomen kommt, die den Symptomen des Hautpilzes ähneln. Ebenfalls kann es zu einem Grabmilbenbefall kommen.

Wenn der Pilzbefall nach einigen Wochen trotz Behandlung noch besteht, sollte abgeklärt werden, ob wirklich noch immer ein Pilz vorhanden ist oder eine andere Erkrankung die entsprechenden Symptome auslöst.

Beim Meerschweinchen kommt es mitunter zu einer massenhaften Besiedelung des Darmes durch Hefepilze. Die Ursachen dafür sind weitgehend unbekannt. Wenn Meerschweinchen häufiger Durchfall, Aufgasungen oder auch Verstopfungungen haben, sollte eine Kotprobe beim Tierarzt zur Untersuchung abgegeben werden.

Die Tiere nehmen stetig ab und so ist ein Hefepilzbefall meist schon an einer kontinuierlichen Gewichtsabnahme zu erkennen. Es kann durch einen starken Hefepilzbefall im Darm ebenso zu Haut- und Fellschäden kommen, auch Zahnbruch kann ein Hinweis auf einen Befall mit Hefepilzen sein.

Ein Meerschweinchenerfahrener Tierarzt kann eine Kotprobe vor Ort untersuchen. Unter dem Mikroskop lassen sich die Sporen bei einer 400fachen Vergrößerung gut erkennen.

Die Behandlung von Darmpilzen ist unkompliziert. Verabreicht wird Nyastin, bevorzugt als Saft (Beispielsweise Nystatin Lederle Tropfen®, Hersteller: Valeant; 1 ml enthalten 22,73 mg Nystatin). Zu Beginn der Behandlung werden dem betroffenen Meerschweinchen 3 x täglich 0,8 ml/ pro kg Gewicht verabreicht. Auch wenn eine schneller Besserung der Darmproblematik eintritt (das Mittel wirkt innerhalb weniger Tage) sollte das Präparat mindestens 10 Tage gegeben werden, oft wird eine Behandlungsdauer von 2 Wochen empfohlen. Nach 3 - 4 Tagen kann die Dosis auf 2 x täglich 0,8 ml herabgesetzt werden.

Eine Nachuntersuchung des Kots nach dem Absetzen des Medikamentes und ca.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Hautpilz bei Meerschweinchen eine häufige, aber gut behandelbare Erkrankung ist. Wichtig ist, die Symptome frühzeitig zu erkennen, einen Tierarzt aufzusuchen und die Behandlung konsequent durchzuführen. Hygienemaßnahmen sind unerlässlich, um eine Ansteckung anderer Tiere und Menschen zu vermeiden.

Hautpilz bei Meerschweinchen

Tabelle: Übersicht über Pilzinfektionen bei Meerschweinchen

Pilzart Ursache Symptome Behandlung
Ringelflechte Dermatophyten Kreisförmige kahle Stellen, Rötungen, Schuppenbildung, Juckreiz Antimykotische Salben, Shampoos, orale Medikamente
Malassezien-Dermatitis Malassezia-Pilze (Hefepilze) Fettige Haut, Juckreiz, Schuppen, Rötungen, Entzündungen Antimykotische Salben, Shampoos
Aspergillose Aspergillus-Pilze (Schimmelpilze) Atemnot, Nasenausfluss, Husten, Lethargie, Gewichtsverlust Antimykotische Medikamente (oft in Kombination mit anderen Therapien)

tags: #Haarausfall #Meerschweinchen #Ursachen #Pilz

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